the.flower
Sehr geehrte Frau Althoff, ich mache mir Sorgen um meinen 4-jährigen Sohn. Seit Montagfrüh fiebert er auf etwa 39,5-40 Grad, nachts sogar schon zwei Mal auf 40,6 Grad. Er sagt, nichts tut ihm weh. Er hat keinen Schnupfen, keinen Husten, keinen Durchfall, nichts. Am Nachmittag steigt das Fieber nur drei Stunden nach einem Paracetamolzäpfchen auf 39,6. Schüttelfrost und Schwitzen wechseln sich ab. Mein Mann war am Mittwoch mit ihm beim Kinderarzt. Alle Schnelltests (COVID, Influenza, RSV und noch zwei andere) waren negativ. Der Kinderarzt hat beim Abtasten der Lymphknoten am Hals sofort gesagt, dass das nach Streptokokken aussieht, weil besonders der eine extrem angeschwollen ist, wie ein Ball. Er hatte das Rezept fürs Antibiotikum schon direkt vorbereitet und als er das Ergebnis der Kapillaren Blutentnehmen sah, hat er es meinem Mann direkt in die Hand gedrückt und gemeint, dass er sich das schon gedacht hatte. Er sprach von einer Streptokokken Angina, gleichzeitig hat unser Sohn aber keine Halsschmerzen. Wie passt das zusammen? Eine typische Scharlachzunge hat er auch nicht. Einen Streptokokken Schnelltest hat der Arzt auch nicht gemacht. Kann er rein vom Tasten am Hals wissen, dass es Streptokokken sind? Er bekommt jetzt für 7 Tage Amoxicillin / Clavulansäure. Ihn wurde kapillar Blut genommen. Sein CRP liegt bei 59. Ist das sehr hoch? Nicht dass er einen Abszess hat und der übersehen wurde? Bis jetzt (30h nach Antibiotikabeginn) ist das Fieber noch anhaltend hoch zwischen 39,3 und 40,6 (meist steigt es auf etwa 39,7) und unser Sohn hängt nur auf dem Sofa herum. Angeblich sollte es ihm laut Arzt schon nach 24h etwas besser gehen. Wann sollte er sich mit unserem Sohn nochmal vorstellen falls es nicht besser wird? Bin ich nur zu ungeduldig? Oder müsste man zumindest eine minimale Besserung sehen? Jetzt kommt das lange Pfingstwochenende auch noch. Gibt es nicht auch Streptokokken Schnelltests mit denen man sicher gehen hätte können? Ich tippe Ihnen die Werte meines Sohnes ab: CRP 59 + LEU 13.95 + (5.00-10.00) LYM 2.04 (1.30-4.00) MON 0.30 (0.30-4.00) GRA 11.61 + (2.50-7.50) LYM % 14.6 - (25.0-40.0) MON % 2.1 (1.8-17.0) GRA % 83.3 + (50.0-75.0) ERY 4.90 (4.00-5.50) HGB 12.0 g/dl (12.0-17.4) HCT 38,74% (36.00-52.00) MCV 79 fl (76-96) MCH 24.5 pg - (27.0-32.0) MCHC 31.0 g/dl (30.0-35.0) RDWc 14.9% PLT 325 (150-400) PCT 0.25% MPV 7.7 fl - (8.0-15.0) PDWc 36.9% PrVW 280/283 PrVR 312/314 Können Sie daraus auch etwas bakterielles lesen? MCH- und MCV-, was bedeutet das? Ist es richtig, dass eine Streptokokken Angina ein Zeichen eines schlechten Immunsystems sein kann? Er nimmt momentan wirklich alles mit und die Kinder in unserem Umfeld sind zwar auch oft krank, aber nicht gleich jedes Mal mit 40 Fieber und Covid, Influenza, Streptokokken. Ich hoffe auch wirklich, dass seine Schwester sich nicht ansteckt. Sie ist erst 3 Monate alt (15 Wochen). Wie ansteckend ist so etwas denn normalerweise? Könnte es bei einem Baby sogar passieren, dass sie sich angesteckt hat und das Fieber aber nicht richtig sichtbar wird? Kleine Babys fiebern ja oft noch nicht richtig? Kann ich es dann sogar übersehen? Ich entschuldige mich für die vielen Fragen. Vielen Dank, dass Sie sich hier engagieren und es diese Möglichkeit, Fragen zu stellen, gibt. Herzliche Grüße 🙂
Hallo the.flower, ja, es gibt einen Streptokokken-Schnelltest. Vielleicht ist der ja doch gemacht worden? Sie haben ja von einigen Tests berichtet. Manchmal sieht es sehr klassisch aus, manchmal aber auch nicht und gerade dann kann ein Test hilfreich sein. Eine Scharlachzunge ist kein Muss. Virale Infekte können ebenso Mandelentzündungen und geschwollene Lymphknoten hervorrufen. Einige "banale", aber auch das Pfeiffersche Drüsenfieber wäre z.B. denkbar. Kinder klagen teils nicht unbedingt über Halsschmerzen, dennoch scheint das ja hier klar der Fokus zu sein mit den geschwollenen Lymphknoten etc. Kein Husten, kein Schnupfen, sondern "nur" eine Mandelentzündung würden auch zu Streptokokken passen. Ich finde die Blutwerte nicht ganz eindeutig "bakteriell", ganz so leicht ist das aber auch nicht immer zu sagen. Ein CrP-Wert von 59 ist definitiv erhöht, aber nicht sooo hoch. Er liegt aber eher im Bereich von bakteriellen Infektionen. Es gibt aber auch vereinzelt virale Infekte, die recht hohe Werte verursachen können. Die weißen Blutkörperchen sind ebenfalls etwas erhöht, normal im Infekt, allerdings eher mit einer Erhöhung der Granulozyten als der Lymphozyten, was wiederum auch für einen bakteriellen Infekt spricht. Unterm Strich obliegt es wie immer dem behandelnden Arzt, die Blutwerte in Zusammenschau mit dem klinischen Untersuchungsbefund zu interpretieren. Der Kinderarzt hat Ihr Kind im Gegensatz zu mir ja untersucht. Das Antibiotikum ist sehr breit gewählt. Wenn man nur von Streptokokken ausgeht, verstehe ich das nicht so recht, da hier eigentlich Penicillin ausreichend ist. Normalerweise schlägt Antibiotikum nach ca. 24-48 Stunden an. Sollte bis morgen also keine Besserung eingetreten sein, bitte nochmal vorstellig werden. Sollte es sich um Streptokokken handeln, bräuchten Sie sich bzgl. der Schwester keine Sorgen zu machen. Eine Ansteckung damit vor dem Alter von 2-3 Jahren gibt es quasi nicht. Bei allem anderen ist eine Ansteckung theoretisch möglich. Ein krankes Kind übersehen Sie aber so oder so nicht und doch, auch Babys können fiebern. Bzgl. der anderen Kinder: jeder hat mal mehr Glück, mal mehr Pech und steckt sich mit unterschiedlichen Dingen an, manchmal auch mit mehreren Dingen kurz hintereinander. Und manche Kinder haben auch einfach die Tendenz, höher zu fiebern als andere. Ob es nun 39,9°C oder 40,5°C sind, ist letztlich wurscht. Entscheidend ist immer, wie es dem Kind geht. Gute Besserung und viele Grüße!
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