Mitglied inaktiv
Hallo, mich würde interessieren ob Sie Erfahrungen mit Geburten unter Fentanyl als Dauermedikament (Durogesic SMAT 100/h und Actiy 600mg beides Wirkstoff Fentanly) haben. Meine Ärzte wiedersprechen sich ständig, mal heißt es, ich müsste bzw sollte das Durogesic auf 50 reduzieren um spontan entbinden zu dürfen, dann heißt es ich muss bei 25 sein. Das nächste Mal ist es völlig egal und langsam bin ich wirklich verwirrt und weiß auch nicht mehr. Ausserdem interessiert mich ihre Meinung zu der Zeit nach der Geburt, in Österreich ist es ja üblich, dass die Kinder keinen Entzug in dem Sinne machen sondern voll gestillt werden und dadurch weiterhin Fentanyl über die Muttermilch zu sich nehmen, wird dann später abgestillt wird gleichzeitig der Entzug vom Fenta durchgenommen. In deutschland ist diese Methode noch ziemlich umstritten. Haben Sie damit vielleicht Erfahrungen? Hoffe Sie können mir helfen Viele grüße Luca 23 SSW
Dr. med. Stefan Kniesburges
Hallo, leider haben wir keine Erfahrung mit Fentanyl unter der Geburt. Theoretisch kann es wie alle Opiate einen atemdepressiven Effekt auf das Kind haben. Eine Dosisreduktion ist deshalb sicher notwendig, wie viel Durogesic erlaubt ist, kann ich aber nicht sagen. Bei chronischer Anwendung von hochdosiertem Fentanyl sollte in jedem Fall daran gedacht werden, dass das Kind einen Entzug durchmachen wird. Deshalb sollte die Entbindung auf jeden Fall in einer Geburtsklinik mit angeschlossener Kinderklinik erfolgen. Aus meiner Sicht ist der Entzug unter klinischer Beobachtung des Kindes sicherer als ein späterer Entzug nach dem Abstillen. Eigene Erfahrungen habe ich aber nicht damit. Dr. S. Kniesburges, St. Marienkrankenhaus Ratingen
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