babybauch_05
Lieber Herr Professor Costa, vielen Dank für Ihre Arbeit in diesem Forum. Bislang war ich stille Mitleserin und bin mit Ihren Ratschlägen gut durch alle Restaurantbesuche, Urlaube und Kongress-Buffets in die 18. SSW gekommen. Ich war am Sonntag auswärts essen und hatte mich bereits im Vorfeld für ein veganes Auberginengericht entschieden, weil viele der anderen Gerichte Alkohol oder Rohmilchprodukte enthielten. Sicherheitshalber hatte ich auch noch nachgefragt, ob das Gericht Alkohol enthält, da ich schwanger sei. Nachdem ich die halbe Portion verzehrt hatte, habe ich nachgefragt was denn die Hobel oben auf seien. Leider kam dann heraus, dass die Angabe vegan im Menü nicht korrekt war, denn die Hobel waren Belper Knolle, ein Rohmilchkäse. Dieser wurde mit der Rinde gehobelt. Ich habe in der Nacht darauf Halsschmerzen und allgemeine Erkältungssymptome bekommen, die ich primär als grippalen Infekt und nicht als Listeriose werten würde, da mich jetzt auch ein Husten quält. Gestern war mir erstmalig wieder etwas übel, aber ohne Erbrechen. Dennoch bin ich nachhaltig besorgt und befürchte, dass sich dies bis zum Ende der potenziellen Inkubationszeit im Februar nicht legen wird. Mein Gynäkologe hat eine Stuhldiagnostik im Fall von Durchfällen empfohlen. Ich selbst hatte gelesen, dass Blutkulturen, jedoch primär bei Fieber empfohlen werden. Teilen Sie diese Einschätzung oder würden Sie eine zusätzliche Untersuchung unabhängig von der Symptomatik empfehlen? Vielen Dank für Ihre Einschätzung! Deine Schwangerschaftswoche: 18
Es freut mich, dass Sie dieses Forum schätzen und es Ihnen im Alltag hilft... Nun zu Ihrer Frage. Diese Belper Knolle ist zwar ein Rohmilchkäse, aber auch ein Hartkäse, welcher eine lange Reifezeit hinter sich bringen muss, bevor er auf den Tisch kommt. Hartkäse gilt im allgemeinen nicht als problematisch in der Schwangerschaft und das gilt auch für Parmesan und ähnliche Käsearten. Die lange reifezeit und der hohe Salzgehalt führt dazu, dass Bakterien "erledigt" werden. Insofern bestand in Ihrem Fall keine erhöhte Infektionsgefahr. Die kurze Zeit nach dem Verzehr aufgetretenen Beschwerden, die unspezifisch sind und viele Ursachen haben können, sind nicht typisch für eine Listeriose. Die Listeriose ist äußerst selten eine akute Erkrankung, die sofort zu Symptomen führt. Also ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei Ihnen um Listerien handelt, sehr gering. Die von Ihrem Gynäkologen angesprochene Stuhldiagnostik im Fall von Durchfällen ist so richtig. Eine zusätzliche Untersuchung halte ich für nicht erfoderlich, wenn nicht weitere richtungsweisen Anzeichen hinzukommen. Aber das wird Ihr Arzt mit Ihnen zusammen zu entscheiden haben.