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Sohn: 30 Monate alt Krippengruppe: bis zu 30 Kinder Liebe Frau Henkes, mich beschäftigt aktuell das Feedback einer Erzieherin meines Sohnes. Ich habe ihn kürzlich mit seiner neugeborenen Schwester aus der Krippe abgeholt. Er blickte in die Babyschale, streichelte und küsste seine kleine Schwester. Darauf meinte die Erzieherin: „Du kannst ja auch lieb, zu anderen Kindern sein“. Etwas schockiert fragte ich nach, wie dies gemeint sei und die Erzieherin erzählte, dass mein Sohn, sobald ihm ein anderes Kind zu nahe kommt, die Ellenbogen ausfährt. Zum Beispiel, wenn die Erzieher mit meinem Sohn ein Buch anschauen und ein weiteres Kind dazukommt, schubst er dieses, teils heftig, weg. Auch wenn sie Aktivitäten mit ihm planen, nehmen sie maximal 2-3 andere Kinder dazu, weil er dann besser exploriert. Zudem beißt er laut Erzieherin inzwischen fast täglich teils ohne erkennbaren Grund, zum Beispiel ein auf dem Boden liegendes Kind in den Rücken, mit dem es zuvor keine Reibereien gab. Anschließend rennt er weg und sagt er wäre das nicht gewesen. Bisher spielt er in der Kita immer allein und hat wohl keinen Freund/ Freundin. Die Erzieherin meinte, vielleicht wird er mal ein Einzelgänger. Das Feedback und der Umstand des Beißens verunsichern mich sehr, auch wenn ich weiß, dass mein Sohn noch jung ist und sich noch vieles entwickeln oder ergeben kann. Er wurde zu Coronazeiten geboren und auch unabhängig davon haben wir im Privaten wenig Freunde mit kleinen Kindern. Er kennt engeren Kontakt zu Gleichaltrigen folglich nur aus der Kita. Aber auch uns Eltern versucht er inzwischen zu Hauen und zu Beißen, wenn er wütend ist und seinen Willen durchsetzen möchte oder wenn seine kleine Schwester laut weint oder auch mal aus Übermut. Auch Finger- und Nägelkauen zeigt er neuerdings, meist im öffentlichen Raum. Sprachlich ist er laut Kita sehr weit entwickelt. Lässt sich jetzt schon ein Rückschluss darauf ziehen, ob ein Kind im Alter weniger sozial wird? Sind die gezeigte Impulsivität zusammen mit großem Bewegungsdrang ein Indiz für ADHS? Wie könnte ich meinen Sohn unterstützen, das Schubsen und Beißen zu unterlassen und freundschaftlichen Kontakt zu anderen Kindern zu suchen? Oder ist das einfach eine „normale“ Phase, die man aussitzt? Vorab Dankeschön für Ihre Einschätzung
Guten Tag, Ihr Sohn muss gerade die Entthronung durch die neue Schwester verkraften. Das ist ein gravierender Einschnitt für Kinder, der sie sehr verunsichert. Sie befürchten, mit dem neuen Geschwister um die Liebe der Eltern konkurrieren zu müssen und haben Sorge, nun weniger geliebt zu werden. Ihr Sohn trägt diese Problematik in der Krippe aus, wo er versucht, andere Kinder zu vertreiben, um sich seine Position zu sichern. Mit dem Beißen agiert Ihr Sohn seine aggressiven Impulse aus, die aufgrund der Konkurrenzsituation zur Schwester aktuell sehr heftig sind. Sie müssen ihm das Beißen natürlich abgewöhnen und ihm hier die notwendigen Grenzen setzen. In der Krippe müssen das die Erzieher/innen tun. Machen Sie die Erzieher/innen bitte auf die aktuelle Situation mit der neuen Schwester aufmerksam. Das Verhalten Ihres Sohnes ist nicht ungewöhnlich. Es ist weder ein Indiz für mangelndes Sozialverhalten noch für ADHS. Zeigen Sie Ihrem Sohn, dass Sie ihn weiterhin lieben wie zuvor. Er braucht jetzt oft Ihre besondere Bestätigung und auch Zuwendung, bis er die neue Familiensituation akzeptiert und die Rivalität zur Schwester mehr verarbeitet hat. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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