Elleas
Lieber Herr Dr. Posth,wenn ich es richtig verstanden habe,schreiben Sie in Ihrem Buch "V.U.z.S.",dass die Sauberkeitsentwickl. völlig vom Kind ausgehen und somit selbstbestimmt sein soll.Largo empfiehlt in "Babyjahre",dass Eltern dem Kind keine Windel mehr anziehen sollen,sobald es bemerkt,dass es "muss".Es solle sich nicht daran gewöhnen, Kot u. Urin in die Windel abzusetzen,da dies später nur sehr schwer wieder abzugewöhnen sei.Ich bin nun etwas verwirrt.Unser Sohn (28 M.) bemerkt schon seit einiger Zeit,dass er "muss",zieht sich z.T.auch schon selbst die Hose aus,setzte sich auch schon (auf Nachfrage,ob er das wolle oder auch von selbst) aufs Töpfchen oder den Toilettensitz.Er hat dann allerdings nichts "gemacht".Wenn ich ihn frage, ob wir mal die Windel weglassen sollen,sagt er "Nein".Was sollen wir tun?Ihm weiter die Windel lassen,bis er von selber sagt,er will sie nicht mehr?LG
Stichwort: Sauberkeitserziehung Hallo, es gibt der Sauberkeitsentwicklung eine Übergangsphase, in der das Kind seine Ausscheidungen merkt und dann auch anzeigt, diese aber noch nicht abschätzen kann. Das heißt, das Kind weiß noch nicht genau, wieviel Zeit es noch hat, bis der Verschlussmuskel nachgibt. Wenn man es in dieser Phase nun animiert, schon ohne Windel zu sein, riskiert man Malheure. Mal geht es gut, mal nicht, und wenn es nicht gut geht, ist das Kind beschämt und fühlt sich leicht als Versager. Selbstverständlich gleichen verständnisvolle Eltern das aus, aber die Scham bleibt und manchmal entsteht Ekel, v.a. beim Stuhlgang.Das Kind selbst gibt seine Windel erst dann her, wenn es sich ziemlich sicher ist, Ausscheidungskontrolle zu besitzen, so wie es auch erst dann alleine läuft, wenn es sich sicher genug auf seinen Beinen fühlt. Warum einen Prozess beschleunigen, der im Leben des Menschen zeitlich nur einen Bruchteil ausmacht? Viele Grüße PS: Entwicklungspsychologen haben hier und da etwas abweichende Meinungen!
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