Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, meine Kinder, 3 Jahre und 17 Monate alt, hatte beide keine Fremdelphase bzw. die kleinere Tochter vielleicht eine ganz, ganz kurze (1-2 Tage). Ich habe gehört, diese Phase sei für die Entwicklung eines Kindes wichtig. Meine Kinder haben beide die ersten 6-8 Monate ihres Lebens mit in meinem Bett geschlafen und hatten danach keinerlei Probleme, ins eigene Bettchen "umzuziehen". Kann das irgendeinen Zusammenhang haben? "Fehlt" ihnen nun etwas, so ganz ohne Fremdelphase? Danke im Voraus für Ihre Antwort. Viele Grüße Eva
Liebe Eva, meiner Ansicht nach gibt es keinen Säugling, der nicht fremdelt. Vorausgesetzt er ist insgesamt gesund. Die Wahrnehmung der Fremdelerscheinungen ist in der Bevölkerung noch wenig geübt, da Fremdeln bisher noch nie als besonders wichtig angesehen wurde und dementsprechend gewürdigt. Das also ist neu! Man muß auch noch einmal betonen, daß Fremdelerscheinungen ein Affekt sind, d.h. eine emotional begründete Verhaltensweise. Verhaltensweisen sind aber sehr unterschiedlich, und zwar von sehr verhalten und eher emotionslos scheinend bis hochgradig affektiv, so daß jeder darüber stolpert. Man nennt das das Temperament eines Menschen. Denen mit eher geringem Temperament darf aber nicht ihre Gefühle absprechen. Das ist bei Säuglingen sehr wichtig, denn hinter dem Affekt Fremdeln stecken die Urgefühle Unheimlichkeit und Angst. Sie haben aber Ihrer Beschreibung nach sehr einfühlsam gehandelt und Ihren Kinder größere Angstepisoden erspart. Das Ergebnis wird sein, daß deren ursprüngliches Temperament weitgehend erhalten bleibt. Genau das erleben Sie. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Meine Tochter fängt jetzt seltsamerweise mit ca. 3 Jahren mit Femdeln an (versteckt sich hinter mir). Manche früher manche später... Servus Karinf