Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Erwarte ich zuviel von meinem Sohn?

Rund ums Baby Adventskalender 2025
Frage: Erwarte ich zuviel von meinem Sohn?

Mitglied inaktiv

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Mein Sohn wird nächste Woche ein Jahr alt und ist ziemlich neugierig und aktiv den ganzen Tag lang. Laut Meinung anderer ist er auch schon ziemlich weit für sein Alter, was das verstehen und sprechen von Wörtern angeht. Auch laufen kann er schon fast alleine. Ich habe jetzt jedoch gelesen, daß Kinder in seinem Alter Spielsachen in Dosen etc. stecken sollten und eventuell auch schon Steckspiele spielen sollten. Jetzt versuche ich schon ein paar Tage ihm beizubringen, daß man die Bauklötze nicht nur toll umschmeißen kann, sondern diese auch in den Kübel zu werfen. Doch wenn ein paar Bauklötze drinnen sind (die ich hineingeworfen habe, nicht er) dreht er den Kübel wieder um und leert ihn somit wieder aus. Überhaupt räumt er alles (aber wirklich alles) nur aus. Ist das normal? Wie bald sollte er das einräumen etc. lernen und wie kann ich ihm das spielerisch lernen? Auch mit so Steckpuzzle etc. kann ich ihn nicht begeistern. Wenn zwei oder drei drinnen sind, dreht er es einfach wieder um. Grundsätzlich habe ich mich von Anfang an viel mit ihm beschäftigt und Bücher gelesen wie ich ihn optimal fördern kann und dies dann auch praktiziert. Doch jetzt frage ich mich, ob ich zuviel von ihm erwarte und ob ich in der Förderung einen Gang zurückschalten sollte? Für eine ehrliche Antwort wäre ich wirklich dankbar. Diana mit Luca


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Diana, Sie erwarten im Moment wirklich zu viel. In der frühesten Spielphase geht es nur darum, zwei Gegenstände irgendwie in Beziehung zu bringen und Gefäße oder "alles das, was etwas enthält" auszuleeren. Außerdem wird gerne an allem gezogen. Es geht dabei darum, den Begriff der eigenständig ausgelösten Wirkung zu erfahren. Der umgekehrte Vorgang, nämlich etwas einfüllen, hineinstecken oder zusammensetzen folgt erst in den nächsten Monaten. Viele Grüße


Mitglied inaktiv

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Hallo Diana! Das ist doch toll, dass Dein Sohn die Bauklötze umschmeißt, so lernt er etwas über die Auswirkungen der Schwerkraft! Im Fachjargon heißt das für uns so festgelegte Erwachsene scheinbar destruktive Spiel "Funktionslust". Dein Luca will einfach herausfinden, wie sich welches Ding bei welcher Handlung verhält. So gesehen ist es vielleicht etwas leichter zu ertragen, wenn er seinen Kinderteller aus Porzellan auf den Boden schmeißt: Natürlich will er Dich damit nicht ärgern, sondern es kracht einfach so schön! Hast Du schon einen Satz ineinandersteckbare Plastikbecher? Die kann er toll zum Turm stapeln und bestimmt entdeckt er, dass man in die Becher auch was rein und raus tun kann (z.B. gesammelte Kastanien o.ä.). Das hat jedenfalls mein Sohn in diesem Alter endlos gemacht. Bezüglich der Steckpuzzles habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Finden der passenden Leerformen nach einiger Zeit ein reiner "Auswendiglerneffekt" ist, insofern denke ich, dass es kreativere Förderspiele gibt, ausserdem ist die Aufmerksamkeitsspanne in diesem Alter noch so gering (ungefähr bei den bei Dir beschriebenen drei Teilen), dass solche Beschäftigungen mit dem Ehrgeiz der motivierten Mutter kollidieren und eher quälend sein können. Ich finde, dass auch schon so kleine Kinder sehr genau wissen, was ihnen Spass macht (wenn man ihnen genug anbietet), und die daraus entstehende intensive Beschäftigung hat bestimmt einen besseren Fördereffekt als so manche "gewollte" Sache (auch wenn das dazu führt, dass Dein Sohn wochenlang immer nur dasselbe spielt).


Mitglied inaktiv

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:)


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