Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

einschlafen

Frage: einschlafen

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Lieber Hr. Dr. Posth, hatte letzte Wochen schon mal wg Einschlafen und Nuckeln an der Brust gefragt. Protestgeschrei ist also o.k.? Mir geht´s durch Mark und Bein, ich kann sie nicht weinen hören und sehen, mein Mann hat da allerdings mehr Nerven. Noch eine Frage: denken Sie es ist möglich, sie an ein anderes "Signal" zum Einschlafen als das Stillen zu gewöhnen, z.B. wenn ich immer beim Stillen ein bestimmtes Lied spiele oder Ihr den Kopf streichel oder ein Stofftier zw. mich und sie lege, so dass sie das dann irgendwann auch mit "schlafen" verbindet? Ich meine so á la Pawlow! Oder ist sie da einfach zu schlau für? Wasser nimmt sie im Gegesatz zu Milch aus der Flasche, schläft dabei aber nicht ein. Sobald aber Milch (Pulver oder Mutterm., egal) drin ist, dreht sie energisch den Kopf weg. Sie ist eindeutig ein sog. ansruchsvolles Baby, aber sonst wär´s ja auch langeweilig, oder? Vielen Dank für Ihre Hilfe, toll, dass Sie zusätzlich zu Ihrem anstrengenden Job noch sowas machen!


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, Pawlow hat nicht umsonst seine Experimente mit Hunden gemacht. Der Mensch erreicht schon sehr früh ein Intelligenzniveau, das dasjenige des Hundes deutlich übersteigt. Damit ist er imstande, Konditionierungsversuche zu unterlaufen, wenn er auf eine für ihn günstigere Weise zum gewünschten Ergebnis gelangt. Ich halte eigentlich gar nichts von irgendwelchen Koditionierungsversuchen, die auf niedrigem geistigen Niveau natürlich auch beim Menschen funktionieren. Die Konditionierung von Angst ist hierfür ein gutes Beispiel. Allerdings entwickelt jeder Mensch Gewohnheiten, und wenn diese Gewohnheiten dazu beitragen, daß sich die emotionale Spannung auf einen angenehmen Level einpendelt, dann sind solche Gewohnheiten sogar zu begrüßen. Darauf können Sie also in der frühkindlichen Erziehung durchaus zurückgreifen. Protestschrei ist in der zwischenmenschlichen Beziehung bei Eltern und Kindern nicht immer zu umgehen. Die Aufgabe für Eltern besteht meines Erachtens darin, mit diesem Protest verständnisvoll und auch nutzbringend umzugehen. Wenn ein Kind nicht ohne Protest von Waschbecken wegzubekommen ist, durch das es stundenlang Wasser laufen läßt, dann hat das seinen Nutzen und ist unumgänglich. Kein Kind wird an diesem "autoritären Akt" Schaden nehmen, sonst wäre jedes Unterbindungen einer Handlung und jedes erzieherische Unterfangen überhaupt schädlich. Viele Grüße und vielen Dank für ihr Lob.


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