Emmi2810
Guten Tag, mein Sohn ist inzwischen 12 Monate alt. Bis vor kurzem war das Einschlafen ausschließlich übers stillen möglich und dann auch keine Chance ihn abzulegen. Seit 12 Monate schläft er also jeden Mittagsschlaf auf mir drauf. Bei jedem Versuch ihn abzulegen oder nur wenn ich mich etwas zu viel bewege ist er wach und schläft auch nicht wieder ein. Abends haben wir die letzten Wochen einen riesen Fortschritt geschafft. Ich Stille ihn im Wohnzimmer, gehe mit ihm ins Bett und nach einiger Zeit Schläft er ohne Brust ein. Tagsüber allerdings keine Chance. Sobald ich tagsüber mit ihm ins Schlafzimmer gehen, fängt er schon an zu weinen. Er steigert sich immer weiter rein und brüllt so sehr dass man denkt er würde gleich ersticken. Er will nicht mal auf den Arm genommen oder gestreichelt werden, dann schlägt und tritt er komplett um sich. Ich brauche aber tagsüber unbedingt mal etwas Zeit für mich. Wie kann ich es schaffen, dass er auch tagsüber ohne stillen einschläft? Vielen Dank.
Liebe Emmi, der Kleine weiss leider nicht, was wirklich gut für ihn ist. Das wissen nur Sie. In dem Alter noch so stark von etwas abhängig zu sein, ist eine falsche Konditionierung, die Sie auf jeden Fall langsam beenden sollten. Was steckt jemand sich in den Mund, der gelernt hat, dass man sich nur mit Trinken beruhigen kann? Im Kleinkindalter wird schon die Basis für ein späteres gefährliches Verhalten gelegt. Dieses Thema ist so komplex, dass ich es hier nicht weiter ausführen werde. Dem Kleinen wird erst im Schlafzimmer bewusst, wie übermüdet er schon ist und dann weiss er nicht, was er dagegen tun kann. Deshalb weint er und verliert die Orientierung. Ich denke, Sie sollten mit dem Schlafen legen früher anfangen und auch die Interaktion davor entschleunigen. Streicheln in einer Situation, in der man schon völlig aufgelöst ist, würde auch uns überfordern. Hier sind enfach Ruhe, Geduld und Klarheit wichtig. Den Kleinen aushalten, aber nicht wieder mit einer neuen Information kommen. Ich weiß nicht, wie lange und intensiv Sie noch stillen möchten und was es Ihnen bedeutet. Es sollte in dem Alter auf jeden Fall nur noch der Ernährung dienen und nicht dem Beruhigen. Koppeln Sie diese beiden Dinge weiter voneinander ab und machen Sie sich klar, dass nur Sie wissen, was der Kleine wirklich braucht. Helfen Sie ihm, seine Gefühle zu regulieren und unagenehme Empfindungen auch mal annehmen zu können. Machen Sie ihn stark für die Herausforderungen, die im Leben auch noch auf ihn zukommen werden. Krisensicherheit ist neben einer guten Bindung das Wichtigste, was wir unseren Kindern mitgeben können. Massieren Sie ihn wieder, darüber fließt auch Oxytocin und es entsteht keine Konditonierung, die später ungünstig sein kann. In der Sitation, in der er sich einschreit, hilft oft ein kleiner Überraschungseffekt, um das Kind aus diesem "Tunnelblick" herauszuholen. Für eine weiterführende Beratung stehe ich gerne zur Verfügung. Herzliche Grüße und viel Freude mit dem Kleinen, Margit Holtschlag
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