Vitamine für die Abwehrkräfte

Mädchen mit rotem Regenschirm

© fotolia, Dasha Petrenko

Das Immunsystem braucht Vitamin C, um richtig zu funktionieren - das wissen die meisten. Deswegen sollen Kinder im Winter ja auch viele Zitrusfrüchte wie Mandarinen und Orangen essen.

Dass darüber hinaus aber fast alle anderen Vitamine, vor allem das Vitamin D, eine Rolle bei der körpereigenen Abwehr spielen, ist vielen nicht bekannt. Um die Abwehrkräfte zu aktivieren und Kinder möglichst gesund über die kalte Jahreszeit zu bringen, ist deshalb - neben viel Bewegung an der frischen Luft - eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse und Ballaststoffen wichtig.

Welches Vitamin wofür?

In der Tat haben fast alle Vitamine und viele Mineralstoffe und Spurenelemente eine mehr oder weniger große Bedeutung bei der schwierigen Aufgabe des Immunsystems, sich im Winter gegen die Dauerbedrohung der Erkältungsviren zu wehren. Die Wenigsten wissen aber Bescheid, was die Aufgabe der einzelnen Vitamine ist, und vor allem wo sie in ausreichender Form drinstecken.

Vitamin A unterstützt die Bildung von Abwehrzellen und Anti-Körpern. Es steckt in Fisch, Leber, Eigelb und Milchprodukten, und als Provitamin A in Karotten.

Vitamin C hilft bei der Produktion der sogenannten Killerzellen im Immunsystem, wirkt entzündungshemmend, unterstützt die Wundheilung und fängt freie Radikale. Wenn Kinder krank sind, brauchen sie vorübergehend eine höhere Dosis. Die steckt z.B. in Kiwis, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Paprika und Sauerkraut.

Vitamin D ist wichtig, damit die Abwehrzellen mobilisiert werden und Erreger angreifen können. Es wird in erster Linie über die Haut gebildet bei Sonneneinstrahlung und steckt ansonsten in fettem Fisch, Milch, Eiern, Butter, Champignons und Avocados. Im Winter ist es sinnvoll, den hohen Bedarf von Babys und Kleinkindern zusätzlich zu decken.

Vitamine E steigert die Aktivität bestimmter Abwehrzellen und bekämpft ebenfalls freie Radikale. Es ist in Vollkorn- und Milchprodukten enthalten, sowie in hochwertigen Ölen wie Oliven- oder Weizenkeimöl.

Auch Mineralstoffe und Spurenelemente spielen eine Rolle für die Abwehrkräfte, allen voran Eisen, Zink, Jod und Selen. Eisen senkt z.B. die Infektanfälligkeit und steckt vor allem in grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und Schweinefleisch. Zink sorgt dafür, dass Infekte schneller überwunden werden können und ist in Milch- und Vollkornprodukten, Nüssen und Hühnchen enthalten.

Der Darm ist ein bedeutender Teil unseres Immunsystems, deshalb ist auch eine gute Verdauung wichtig für eine funktionierende körpereigene Abwehr. Ballaststoffe, die in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stecken, sorgen in Verbindung mit ausreichend Flüssigkeit dafür, dass alles reibungslos läuft.

Vitamine geschickt verstecken

Kleine Obst- und Gemüsemuffeln - und die kommen in fast allen Familien vor - kann man recht gut austricksen, wenn man ihnen die Vitamine "unterjubeln". Viele Kinder essen gerne Gemüse, wenn es nicht als solches erkennbar ist. Durchpassiert kann man fast alle Gemüsesorten in einer Suppe "verstecken" oder ganz klein gehackt auch in Spaghetti-Saucen. Außerdem mögen Kinder Obst und Gemüse sehr viel lieber, wenn es appetitlich angerichtet und in mundgerechten kleinen Portionen angeboten wird. Also reichen Sie zum Spielen doch statt Keksen einfach mal etwas Rohkost oder Obststückchen als Fingerfood.

Was bringen Nahrungsergänzungsmittel?

Ein Kind gesund und ausgewogen zu ernähren, kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Trotzdem lohnt sich der Versuch, den Bedarf über die Ernährung zu decken. Denn die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten ist - von wenigen Ausnahmen abgesehen - völlig unbewiesen. Obendrein sind sie von der Dosierung her für Kinder meist völlig ungeeignet und können bei Falschdosierung sogar Schäden anrichten. Bestenfalls hat man unnötiges Geld dafür ausgegeben, dass der Körper die Stoffe einfach über Darm und Blase wieder ausscheidet.

Vitamin D brauchen Kinder zusätzlich!

Eine Ausnahme bildet allerdings das Sonnenvitamin D, das sowohl für die Immunabwehr wie auch für das Knochenwachstum von Kindern besonders wichtig ist. Gerade während der "dunklen Jahreszeit" bekommen wir in unseren Breiten gewöhnlich zu wenig davon. Den hohen Vitamin D-Bedarf von Babys und Kleinkindern über die Nahrung zu decken, gelingt kaum, zumal Vitamin D so richtig ausreichend nur in fettem Seefisch steckt. Deshalb sollten Babys im ersten Lebensjahr, wo sie noch sehr viel wachsen, zusätzlich täglich Vitamin D in Tablettenform bekommen. Doch auch nach dem ersten Geburtstag haben Kinder im Vergleich zu Erwachsenen noch einen erhöhten Bedarf am Sonnenvitamin. Vor allem im Winter, wenn die UV-Strahlung gering ist, kann man den gut über eine spezielle Kindermilch mit Vitamin D-Zusatz decken.

Zuletzt überarbeitet: Januar 2019

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