Was ist drin in "Kinderlebensmitteln"?

Maedchen isst Joghurt

© fotolia, mbt_studio

Seit Jahren gibt es im Handel eine stetig steigende Auswahl an Lebensmitteln speziell für Kinder. 

Ob Milchprodukte, Müsli oder Obstsaft: Meistens signalisiert schon die bunte Verpackung mit kindgerechten Mustern und Figuren, wer die Zielgruppe ist. Mütter und Väter werden mit dem Versprechen umworben, das jeweilige Produkt sei besonders gesund für ihr Kind. Zum Beispiel, weil es Milch, Vitamine oder andere wichtige Nährstoffe enthält. Was ist nun dran an solchen Lebensmitteln?

Kleinkinder-Lebensmittel unterliegen der Diätverordnung

Für Eltern ist es hilfreich zu wissen: Spezielle Lebensmittel für Kleinkinder (1 bis 3 Jahre) unterliegen strikten lebensmittelrechtlichen Vorschriften. Für sie gilt, wie für Säuglingsnahrung, die strenge Diätverordnung, die unter anderem den Schadstoffgehalt oder den Einsatz von Farbstoffen reguliert. Hersteller solcher Lebensmittel sind in vielen Fällen die gleichen Firmen, die auch Säuglingsnahrung anbieten. Daher finden Sie solche Lebensmittel im Handel meistens auch in der Nähe der Säuglingsnahrung.

Lebensmittel für ältere Kinder genießen leider keinen besonderen Schutz

Problematischer wird es bei sogenannten Kinderlebensmitteln, die nicht speziell für die Kleinkindernährung angeboten werden. Für die gilt das allgemeine Lebensmittelrecht. Auf die Schutz- und Ernährungsbedürfnisse von Kindern können sie Rücksicht nehmen, müssen es aber nicht.

Und nach Ansicht von Fachleuten tun sie es in aller Regel auch nicht. Denn sie orientieren sich, so ,die Kritik, vor allem an dem, was Kinder besonders verlockt.

Das heißt, sie sind vor allem oft sehr süß. Außerdem, so urteilen Verbrauchertester und Ernährungsexperten, stecken in angeblichen Kinderlebensmitteln häufig viel zu viele Kalorien, zu viel und ungesundes Fett, eventuell bedenkliche Zusatzstoffe sowie wenig sinnvolle Vitamin- und Mineralstoffanreicherungen.

Wertvolle Bestandteile, etwa angemessene Mengen an Ballaststoffen oder ungesättigten Fettsäuren vermissen die Experten dagegen. Noch dazu sind viele "Kinderlebensmittel" teurer als vergleichbare normale Produkte. Für Ernährungswissenschaftler bleibt es daher dabei, dass Kinder ab dem Alter von einem Jahr am besten am normalen Familienessen teilnehmen.

Im Alltag macht's die Mischung

Aber was tun, wenn Ihr Kind nun einmal "sein" Müsli liebt? Sich in eine bestimmte Wurstsorte verguckt hat, weil die als Clownsgesicht oder in Bärenform daher kommt?

Experten raten dazu, gelassen zu bleiben. Solange es sich um einzelne Nahrungsmittel handelt und der Speiseplan ansonsten bunt gemischt ist, sind Ausreißer völlig okay. Allerdings raten Ernährungswissenschaftler: Greifen Sie gerade beim Imbiss oder beim Pausensnack für den Kindergarten lieber nicht auf "Kinderlebensmittel" zurück. Oft handelt es sich bei diesen Produkten eher um Süßigkeiten und die eignen sich nicht als gesunde Zwischenmahlzeit.

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sichert problemlos auch eine ganz normale, abwechslungsreiche Ernährung.

Zuletzt überarbeitet: März 2019

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