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Prof. Dr. med. Michael Radke

Ernährung von Babys und Kindern

Prof. Dr. med. Michael Radke

   

 

Reflux oder Koliken ?

Hallo,
wir benötigen dringend einen Rat bzw. eine Erklärung.
Unser Sohn ist jetzt 12 Wochen alt, er gedeiht gut , jedoch spuckt und erbricht er sehr viel.
Egal was wir machen er ist ständig am spucken/erbrechen.
Beim Spielen, im Kinderwagen, Maxi Cosi, im Schlaf, beim strampeln, wickeln, baden , vor während und nach dem Trinken, einfach immer ... oft weint oder jammert er auch danach..
dazu kommt das er ständig "drückt" , auch im Schlaf, solange bis er davon wach wird und weint ... nach jedem Fläschen quält er sich ziemlich lange rum bis er zur Ruhe kommt (bis zu 2 Stunden) bisher hieß es 3 Monate Koliken. Er hat auch mit der Verdauung zu kämpfen gehabt, jedoch bin ich der Meinung das wir das überstanden haben und dass das "drücken" eher dazu dient die Nahrung hoch zu würgen, denn er spuckt nach fast jedem drücken ...
Wenn er "drückt" halte ich oft meine Hand an seinen Bauch, dabei merke ich das er gar nicht nach unten drückt, so wie ich das von den Blähungen vorher kannte, es ist eher im Magenbereich zu spüren , auch zieht er dabei die Beinchen nicht wie bei den Koliken an.
Beim Osteophaten waren wir bereits, der sagt das sein Magen ziemlich angespannt ist.

In der Nacht hört man dann wie er die Milch die ihm ständig hoch kommt, versucht runter zu schlucken, oft verschluckt er sich dabei , bekommt schlecht luft und weint dann, er schläft nicht Max. 2 Stunden am Stück, weil es ihn jedes mal aus dem Schlaf holt.

Dazu kommt das er seit 1 Woche extrem unruhig trinkt, der Kopf geht ununterbrochen von rechts nach links, das Fläschen drückt er raus, schreit aber dann weil er weiter trinken möchte? Er fängt auch WIEDER an sich Durchzustrecken während des Trinkens.

Momentan bekommt er 5 Flaschen à 165ml BEBA Comfort Nahrung (gegen Koliken) , zwischendurch wird er zur Beruhigung gestillt, allerdings nur wenig. Die Nahrung bekommt er schon seit Anfang Januar.
Wir haben bereits versucht die 165 ml aufzuteilen, sobald wir ihm aber das fläschen weg nehmen schreit er vor Hunger, er benötigt also die 165 ml aufeinmal. auch halten wir ihn nach jeder Mahlzeit ca. 10 min aufrecht, in seinem Bett liegt sein Oberkörper ganz leicht erhöht durch ein Handtuch unter der Matratze, aber all das hilft nicht.
Stuhlgang hat er täglich 1-2x, Blähungen hat er such noch allerdings nicht mehr so stark.

Woran liegen diese Probleme ? Sind das Koliken oder Reflux ?
Meine Hebamme äußert sich nur mit , Speikinder-Gedheikinder, ebenso die Kinderärztin, die allerdings keine Untersuchungen durchgeführt hat.

Tut mir leid für den langen Text aber wir sind ziemlich verzweifelt, wir haben ständige Angst das sich unser Sohn verschluckt (kommt häufig vor) und wir es nicht rechtzeitig mitbekommen, sodass häufig einer von uns wach bleibt .

LG Lorry

von Lorry0607 am 04.02.2019, 14:08 Uhr

 

Antwort:

Reflux oder Koliken ?

Ob Reflux oder Koliken ist nicht leicht voneinander zu trennen. Im Ergebnis fühlt sich das Kind jedenfalls nicht gut. Laut Ihrer Beschreibung handelt es sich wohl um die bei Babys häufigen sog. funktionellen gastrointestinalen Störungen, d.h. eine handfeste Krankheit liegt dem in der Regel nicht zugrunde. Das zeigt sich auch am Gedeihen, das ja offensichtlich gut ist.
Was können Sie tun?
- Ruhig bleiben und auch dem Kind Ruhe ausstrahlen
- Versuchen Sie die Saugerlochgröße zu verändern, ggf. kleineren oder größeren Sauger ausprobieren. Nicht wenige Säuglinge trinken zu hastig und verschlucken dabei viel Luft (Aerophagie). Wenn das das "Bäuern" nicht ausreicht, muß die gesamte verschluckte Luft durch den Darm transportiert werden. Das kann Koliken und Reflux verursachen.
- Wenn Spucken/Erbrechen dominieren, kann man etwas Gaviscon geben (Rezept beim Kinderarzt, Dosis: 5 min. vor jeder Flasche zwei Teelöffel trinken lassen, ggf. in Flasche füllen)
- In diesem Fall könnten Sie auch etwas früher als empfohlen mit Beikost (Gläschenkost) anfangen, z.B. ab Ende des 4. Monats.
Ein Grund zur Sorge besteht m.E. nicht. Versuchen Sie, die Tipps umzusetzen.

von Prof. Michael Radke am 04.02.2019

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