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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Vier Monate - Schreien aus Wut?

Sehr geehrter Herr Dr. Nohr,

meine Tochter ist 16 Wochen alt. Seit mehreren Tagen lacht sie laut und greift gezielt.

Heute ähnliche Reaktionen:

Situation 1: Es klappte mit dem Greifen nicht ganz, da verzog sie das Gesicht, Augen schmal und gab einen hohen quietschenden Ton bzw. Weinen von sich. Ich hab ihr dann beim Greifen geholfen, sie konnte das Spielzeug zum Mund führen und war zufrieden.

Situation 2: Ich spielte das (relativ wilde) Spiel mit ihr, bei dem sie laut lacht. Um sie nicht zu überreizen, wiederholte ich nur wenige Male. Als ich sie aus der Position nahm, quetschte sie die Augen zusammen, riss die Arme hoch und schrie schrill. Ich spielte noch mal weiter und versuchte, das Spiel langsamer auslaufen zu lassen und sie mit dem Schnuller abzulenken.

Frage:
Man sagt, Säuglinge würden wegen Grundbedürfnissen schreien. Das Schreien solle nie ignoriert werden und die Bedürfnisse gestillt, und verwöhnen könne man so kleine Babys nicht.

Nach diesen "Wutanfällen"(?) bin ich verunsichert. Grundbedürfnis war für mich Schlaf, Nahrung, Geborgenheit.

Ist die o.g. Aussage verallgemeinert und beginnt bereits jetzt ein Übergang hin zu Schreien aus Frustration und Wunsch nach etwas Bestimmtem?
Sollte ich solchem Schreien stets nachgeben? Oder trainiere ich ihr diesen schrillen Schrei als Möglichkeit z.B. zur Spielaufforderung an?

Viele Grüße

Esmeralda

von Esmeralda am 12.02.2019, 03:36 Uhr

 

Antwort:

Vier Monate - Schreien aus "Wut"?

Hallo Esmeralda,
zu dem Grundbedürfnis der Geborgenheit gehört auch die Beruhigung. Mit 4 Monaten gibt es schon eine Reihe Situationen, die nicht so laufen wie vom baby gewünscht. Dieses Unwohlsein darüber kann das Kind durch Mimik und weinen ausdrücken, was heißt, "ich kann leider die Situation nicht zu meiner Zufriedenheit verändern". Da ist dann Hilfe oder Beruhigung vonnöten, wenn das Baby sich nicht selbst beruhigen kann. Heißt, dass man nicht sofort aufspringt aber da ist, wenn die Selbstberuhigung nicht klappt.
Sie haben natürlich Recht, dass mit zunehmendem Alter auch mehr Intention/Wünsche des Kindes dazukommt, und ein Kind kann auch schreien, um etwas zu erreichen. Der Dialog miteinander über Sprache, Mimik, Gestik, Körperlichkeit usw. hilft dann, gemeinsame Lösungen zu finden.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 12.02.2019

Antwort:

Vielen Dank!

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von Esmeralda am 13.02.2019

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