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Plötzliche Kindergarten-Angst nach Ferien – kennt das jemand ?

Plötzliche Kindergarten-Angst nach Ferien – kennt das jemand ?

sonja91bk

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Hallo ihr Lieben, ich bin gerade etwas verunsichert und würde gerne hören, ob jemand Ähnliches erlebt hat, weil ich aktuell nicht ganz weiter weiß. Meine Tochter ist 3 Jahre und 5 Monate alt und geht seit November in den Kindergarten. Die Eingewöhnung war ein Auf und Ab — mal lief es gut, mal wollte sie nicht hingehen und war sehr weinerlich. Kurz vor den Ferien war es dann aber richtig schön: Sie ist gerne gegangen, hatte Spaß und alles wirkte endlich stabil. In den Ferien (Faschingsferien) wurde sie dann leider krank mit Fieber und allem drum und dran. Seitdem hat sich plötzlich alles verändert. Seit etwa zwei Tagen sagt sie, sie habe Angst vor dem Kindergarten und möchte nicht mehr hingehen (fängt schon am Abend an). Besonders Situationen mit vielen Kindern machen ihr Angst. Sie sagt dann zum Beispiel: „Ich habe Angst, wenn so viele Kinder auf einmal kommen“ oder auch „wenn so viele Menschen da sind“. Dabei bekommt sie teilweise auch Bauchschmerzen "meint sie". Zu Hause ist sie eigentlich ein sehr fröhliches, sehr offenes, empathisches und sprachlich weit entwickeltes Kind. Sie spielt auch gerne mit ihren Freundinnen und Freunden. Sie war schon immer sehr feinfühlig und sensibel — am Anfang eher zurückhaltend und schüchtern, aber wenn sie Vertrauen gefasst hat, öffnet sie sich schnell und spielt dann ganz normal und gerne mit anderen Kindern. Außerdem ist sie zweisprachig aufgewachsen und lernt die deutsche Sprache im Kindergarten noch. Was mich besonders verunsichert: Vor den Ferien lief alles gut — und jetzt ist die Angst plötzlich so stark. Aber auch allgemein, ist sie zurzeit sehr Mama fixiert zudem geworden.  Hat jemand von euch so etwas auch erlebt?Kann sich so eine Angst nach Krankheit und Pause entwickeln? Und ist das wieder besser geworden ? Ich wäre für jede Erfahrung sehr dankbar 💛 Lg Sonja


JoMiNa

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Antwort auf Beitrag von sonja91bk

Ich denke, dass es nur eine Phase ist und es wieder besser wird. Nach einer heftigen Krankheit kann es schon passieren, dass sie entweder körperlich oder seelisch noch etwas mitgenommen ist. Das gibt sich meist nach wenigen Wochen. Du darfst nicht vergessen, dass eure Tochter immer noch neu im Kindergarten ist, auch wenn die offizielle Eingewöhnung vorbei ist. Nach meiner Erfahrung dauert es 6 Monate oder länger, bis die Kinder so richtig in einer Einrichtung ankommen. Ich würde trotzdem ein Gespräch mit dem Kindergarten empfehlen. Zum einen, um auszuschließen, dass nicht doch etwas vorgefallen ist. Und zum anderen ist es wichtig, dass das Personal über die aktuellen Probleme Bescheid weiß, damit es besser auf dein Kind eingehen kann. Ansonsten würde ich die Äußerungen deiner Tochter zwar ernst nehmen, aber dabei möglichst gelassen und beiläufig bleiben. Überlegt euch gemeinsam eine Strategie, was sie machen kann, wenn die befürchtete Situation eintritt. Zum Beispiel wenn alle Kinder auf einmal kommen, zieht sie sich in eine ruhige Ecke zurück. Für Ideen und Möglichkeiten wäre ein Gespräch mit dem Kiga auch hilfreich. Aber keine große Sache daraus machen - wenn Mama ständig nachfragt und erklärt und tut, entsteht beim Kind erst recht der Eindruck, dass es ein schwerwiegendes Problem gibt.


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von JoMiNa

Wenn ich es richtig verstehe, kann sie noch kein/kaum deutsch - kann es sein, dass sie sich nicht verständlich machen kann und gleichzeitig nicht versteht, was Erzieher und Kinder zu ihr sagen / von ihr wollen?? Zweisprachig aufwachsen ist toll, aber so ganz ohne Deutschkenntnisse in Deutschland aufwachsen, halte ich für schwierig. Vielleicht ist sie einfach hilflos und das äußert sich in Bauchschmerzen.


JoMiNa

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Antwort auf Beitrag von KielSprotte

Ich lese nichts davon, dass sie "keine Deutschkenntnisse" hat. Aber selbst wenn, wo soll das Kind perfektes Deutsch lernen, wenn die Familie eine andere Sprache spricht? Selbst wenn man vor dem Kindergarten Kontakte zu deutsprachigen Familien pflegt, sind es doch meist nur wenige Stunden in der Woche. Und wenn die Eltern selbst Deutsch nicht auf muttersprachlichem Niveau beherrschen, macht es wenig Sinn, dass sie in ihrem "gebrochenen" Deutsch mit dem Kind reden. Daher finde ich nicht, dass man der Familie einen Vorwurf machen kann. Aber ja, für das Kind ist es natürlich eine zusätzliche Herausforderung, wenn es sprachliche Barrieren gibt. Aber auch das gibt sich schnell, und kann man gezielt unterstützen durch Spieltreffen mit deutschsprachigen Kindern oder Spielplatzbesuche. Das finde ich sowieso einen ganz wichtigen Aspekt - sobald es ein paar zuverlässige Spielkameraden gibt, wird der Kindergarten auch positiver vom Kind wahrgenommen.


KielSprotte

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Antwort auf Beitrag von JoMiNa

Ich habe jetzt mal den Post im Expertenforum miteinbezogen.  Und die Mutter macht mir hier durchaus den Eindruck, mehr als gebrochen deutsch zu sprechen.....


Astrid

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Antwort auf Beitrag von sonja91bk

Ja, so etwas kommt nach Ferien oder Krankheiten sehr oft vor. Weißt du, man muss da zuerst mal ehrlich sein: Eigentlich wollen kleine Kinder nicht fremdbetreut werden, sondern sie wollen bei der Mama sein. Und das ist ja auch ganz normal und überhaupt nicht schlimm. Wir Eltern haben bloß die etwas unrealistische Erwartung, dass das Kind doch bitteschön "gern" in den Kiga gehen soll. Klar wäre das perfekt, aber das ist bei den Kiga-Anfängern ja fast nie so. Wenn sie die Wahl hätten, würden sie alle daheim bleiben. ABER: Kinder in diesem Alter profitieren natürlich sehr vom Kiga. Sie lernen andere Kinder kennen, lernen, sich in die Gruppe einzufügen, lernen Kommunikation, Fairness, Regeln und Sozialverhalten. Deshalb ist der Kiga wichtig. Aber er ist eben auch eine Pflicht und keineswegs freiwillig fürs Kind. Und dazu sollte man als Eltern ruhig auch stehen. Ich habe meinen Kindern in solchen Phasen gesagt, dass jeder seinen Job hat: Es ist der Job von Mama und Papa, zur Arbeit zu gehen – und es ist der Job des Kindes, in den Kiga zu gehen. Das haben sie eigentlich ganz gut verstanden, auch wenn sie nicht begeistert waren. Das heißt aber auch, dass man sich als Eltern hier manchmal durchsetzen muss. Wir müssen es unserem Kind zumuten und auch zutrauen, dass es trotz Kiga-Ängsten und Unlust dort klarkommt. Es ist dabei vor allem wichtig, auch als Eltern klar hinter dem Kiga zu stehen und das auch zu vermitteln. Diskutiere also nicht allmorgendlich neu und ausführlich über den Kiga. Bleibe hier knapp, rede nicht lange auf deine Tochter ein, überzeuge sie nicht zu angestrengt. Bleibe klar und knapp und stelle den Kiga-Besuch nicht zur Disposition. Gehe nur kurz und mit ein, zwei Sätzen auf die Angst ein. ("Ich verstehe dich gut. Da sind wirklich viele Kinder. Du wirst dich aber schnell wieder daran gewöhnen, du wirst sehen.") Vermittle ihr so, dass du ihr problemlos zutraust, es dort gut zu schaffen. Denn das wird sie. Dass sie phasenweise Ängste hat und die ganze Sache natürlich sehr herausfordernd findet, ist normal. Auch kleine Kinder dürfen negative Gefühle haben, sie gehören zum Leben dazu. Vermittle ihr aber vor allem Sicherheit und Gelassenheit, indem du selbst gelassen bist und nicht zu sehr auf die Ängste einsteigst. LG


kia-ora

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Antwort auf Beitrag von sonja91bk

Du schreibst selbst, dass die Eingewöhnung ein Auf und Ab ist. Da die echte Eingewöhnung 6-12 Monate dauert, ist das Verhalten des Kindes also völlig normal. 


Chriss123

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Antwort auf Beitrag von sonja91bk

Das wird sich bestimmt beruhigen. Und zu sehr beachten macht es tatsächlich oft schlimmer. Allerdings, wenn deine Tochter schon Bauchschmerzen hat vor Angst, dann solltest du mit der KiTa darüber reden. Denn die hat sie dann auch, das meint sie nicht nur. Kinder in dem Alter können so noch nicht lügen. Es ist einfach ein ungutes Bauchgefühl und keine "echte" Krankheit. Trotzdem ist es real und derart starke Gefühle gehören genauso ernst genommen wie eine Magendarm-Infektion. Das heißt ja nicht, dass du ständig drüber redest und es klein erklärst. Aber genauso wie man während Magendarm ohne Kommentar zich Windeln mehr wechselt, kann man auch kommentarlos an den Gefühlen arbeiten. Also, schau dir als erstes die Bringsituation an: kommt ihr mitten im allgemeinen Trubel? Dann versuch es nach vorn oder hinten zu verschieben, sodass sie erstmal mehr Ruhe hat. Im Idealfall mit ihrer Bezugsperson im KiGa. So kommt sie mit einem besseren Gefühl an und weiß, dass sie dort auch einen verlässlichen Erwachsenen hat. Und dann sprich an, dass die Erzieher auch ein bisschen auf sie in diesen Stresssituationen achten sollen. Oft kann man Kinder da auch unauffällig ein bisschen raus nehmen: sie helfen dann kurz einem Erzieher, machen z.B. noch mit die Tische sauber während die anderen im Pulk schon ihre Matschsachen anziehen, sind auf dem Schoß wenn vorgelesen wird etc. Da gibt es genug Möglichkeiten. Die Erzieher kennen und können das, sie müssen nur wissen, dass ein Problem besteht um agieren zu können.