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KiTa Frust - Ausdrücke, Gewalt, Krankheiten

KiTa Frust - Ausdrücke, Gewalt, Krankheiten

JaJoLo

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Hallo, Ich bin mit meinem Latein am Ende, über Erfahrungsberichte und Anregungen würde ich mich freuen. K1 ist 4,5 und seit zwei Jahren in der KiTa in seiner Gruppe. Er orientiert sich immer zu den älteten Kindern und spielt mit denen, was offenbar aber auch okay ist, da sie sich gegenseitig einladen und verabreden. Thema Ausdrücke: Zwei Kinder in der Gruppe eskalieren regelmäßig mit derbsten Ausdrücken. Was der Zwerg alles nach Hause bringt (und dann von K2 - 3J, seit anderthalb Jahren in der KiTa aber andere Gruppe - fröhlich aufgegriffen wird) ist unmöglich. Letztens ging es quasi um den Größenvergleich des P in einer maximal vulägeren Art. Die Erzieherinnen sagen immer wieder, dass sie das schon kommentieren wenn aie ea hören, aber natürlich durch das freie Konzept nicht immer überall wären. ... Ich bin da einigermaßen ge-/entnervt und erkläre den Kindern immer wieder, dass wir so etwas nicht sagen. Dann kommt oft eine rotzfreche Antwort, wo ich eines der beiden Kindern (s.u.) gedanklich schon vor mir als Urheber sehe. Thema Gewalt: Einer der beiden Ausdrucksspezialisten wird leider immer wieder gewalttätig. Leider fühlt sich K1 aber auch zu ihm hingezogen und spielt gerne mit ihm. Der Junge ist der älteste in der Gruppe und körperlich deutlich überlegen. Es war schon alles dabei von Schubsen, über in den Bauch treten hin zu auf dem Kopf stellen. Er geht immer jüngste, kleinere und/oder Mädchen an. Es kommen Drohungen wie "ich drücke Dir mein xy in Dein Gesicht" Die Erzieherinnen haben beim Abholen meistens den Jungen trösten auf dem Schoß während die Kinder, die mal wieder Dresche bezogen haben, alleine und verloren da stehen. Mehrfach konnte man die Konflikte auf dem Flur hören und wenn man um die Ecke kam zur Tür, standen die geprügelt Kinder in der Mitte auf dem Teppich und der Junge wurde gekuschelt. Auf Nachfrage würde es die Eltern nicht interessieren,  dass ihr Junge soch so verhält. Man wüsste aber auch keine Lösung und bräuchte erst eine Diagnose, bevor man helfen könnte.  Thema Krankheit: Hölle... Unser Rhythmus diesen Winter ist max eine Woche KiTa am Stück und dann eine bis anderthalb Wochen Zuhause. Wir hatten diesen Winter schon alles. Auffallend hier ist, dass wirklich seltenst gelüftet wird und es immer muffig ist. Zudem gehen die nicht raus, außer es ist 20°C und Sonne. Die KiTa Gummistiefel könnte ich nach 2 Kindern neuwertig verkaufen... Am schlimmsten in natürlich die Gewalt. Was kann man denn da machen? Elternbeirat ist hier leider keine Anlaufstelle. Die organisieren Weihnachtsgeschenke und das war es. Gespräche mit der Leitung werden abgeblockt und auf die Erzieherinnen verwiesen, diese wirken planlos.  Danke fürs Lesen.


Chriss123

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Antwort auf Beitrag von JaJoLo

Wenn Erzieher, Leitung und Elternbeirat nichts machen, ist der nächste Schritt der Träger. Wobei ich vorher für mich klar machen würde, ob andere Eltern das genauso wahrnehmen wie ich. Dann "verbündet" euch und sprecht gemeinsam erst mit der Leitung, Elternbeirat und dann dem Träger. 


JaJoLo

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Antwort auf Beitrag von Chriss123

Danke für Deine Nachricht. Es bestärkt uns in der Idee, die Eltern zu bündeln und gemeinsam ins Gespräch zu gehen. Wichtig ist mir auch, dass es nicht gegen die anderen Kinder geht. Ich habe den Eindruck, dass da viele Chancen zum Üben von Konfliktmanagement vertan werden und es jetzt über 2 Jahre immer weiter eskaliert. Das ist die Gruppendynamik, die nicht mehr eingefangen werden kann. Die Idee ist es jetzt, die 5 Eltern von denen wir wissen, dass sie es ähnlich wahrnehmen, zusammenzutrommeln, um ein gemeinsames Gespräch mit Gruppe und Leitung zu bitten. Nach einer sehr gefährlichen Eskalation vorletzte Woche hat eine Mutter bereits das Jugendamt eingeschaltet, da sie das Gefühl hatte, dass sie in der KiTa an ihre Grenzen kommt. Ein wesentlicher Raum, der zu sehr viel Unruhe geführt hat, ist jetzt seit dieser Woche und auf Anordnung durchs JA fürs Freispiel gesperrt, außer eine Erzieherin ist dabei und macht etwas mit den Kindern. Das ist schonmal zu begrüßen, aber Kinder schaffen andere Räume, da bin ich mir sicher.


Sunnybird

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Antwort auf Beitrag von JaJoLo

Wow das tut mir ehrlich leid, dass ihr solche Probleme im kiga habt.  Ich finde das was du beschreibst extrem bedenklich und wenn ich es irgendwie ermöglichen könnte, würde ich den Kindergarten wechseln. Aber ich weiß, das geht nicht immer.  Solche Verhaltensweisen sind absolut nicht normal, gehen überhaupt nicht und müssen dringend angegangen werden. Die jüngeren Kinder nehmen Schaden, weil ein älteres nicht erzogen wird oder psychische Probleme hat.  Wie schon geschrieben, suche unbedingt Kontakt zu anderen Eltern und geht das zusammen an, die Leitung will euch abwimmeln? Lasst euch nicht abwimmeln, besteht auf Gesprächen! Dokumentiert, was ihr mitkriegt, geht zum Träger! Ihr habt die Verantwortung für eure Kinder, das sind keine Kleinigkeiten! Wenn ihr nichts tut, lernen die Kinder dass es okay ist, wenn sie so behandelt werden!


JaJoLo

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Antwort auf Beitrag von Sunnybird

Danke für Deine Antwort, die uns ebenfalls bestärkt hat. KiTa Wechsel ist leider ausgeschlossen. Nicht nur, dass es nur eine KiTa im Dorf gibt, sondern nähmen wir K1 auch aus seinem Umfeld, mit dem er spätestens in der (Dorfgrund-)Schule wieder zusammen wäre. Wir haben angefangen zu dokumentieren und verbünden uns. Danke!


die_ente_macht_nagnag

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Antwort auf Beitrag von JaJoLo

Was das andere Kind betrifft: du hast da überhaupt nur einen ganz begrenzten Einblick und die Erzieher dürfen dir da überhaupt keine Auskunft geben. Es ist daher vertane Energie, sie darüber aufzuregen. Du kannst nur dein Verhalten und deine Einstellung wirklich beeinflussen, selbst bei K1 ist dein Einfluss begrenzt. Was du machen kannst... - Kitawechsel anstreben; wenn die Situation nicht mehr händelbar ist ... Aber: dein Kind hat vielleicht nur noch 1 oder max 2 Jahre Kita; K1 hat Freunde und gewachsene Beziehungen; und du weißt letztlich auch wie der Hase läuft; eine Garantie für einen besseren Kita gibt es nicht - Bleib im Gespräch mit K1 und gib ihm immer wieder Feedback; ermutige ihn selbstbewust aufzutreten und nicht jeden Blödsinn mitzumachen; trenne notfalls zwischen Kita und zu hause,  Kinder kommen damit klar das in Kita und zu hause unterschiedliche Regeln gelten. Du machst es dir auch etwas einfach, das unerwünschte Verhalten von K1 auf Kita und das andere Kind zu schieben. Würden die Erzieher in der Kita dein Kind auch so beschreiben? - Überrasch K1 mal und lass dich auf Penisvergleiche ein ;-) ... will damit sagen, Kinder in dem Alter sehen das kindlich, die wollen albern sein/ provozieren / Grenzen testen ... du bewertest als Erwachsene, lass dich nicht Provozieren und auf keine Diskussionen ein. - vereinbare mit den Erziehern konkrete Maßnahmen die dein Kind betreffen und frag immer wieder nach, wie es aussieht ... Aber höre auch zu, ob etwas geht oder nicht. Pauschal die Erzieher als überfordert abzutuen ist zu einfach. Es gibt immer Gründe.


JaJoLo

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Antwort auf Beitrag von die_ente_macht_nagnag

Danke für Deine Antwort. Das ist richtig, es gibt immer Gründe. Ich denke inzwischen, dass es eine sehr ungesunde Gruppendynamik ist, die sie kaum lösen können. Wir sind hartnäckig im Gespräch und fordern das immer wieder ein. Konkrete Maßnahmen wurden schon mehrfach besprochen, alles immer kein Problem, aber K1 erzählt, dass niemand zur Hilfe gekommen ist, obwohl er wie vereinbart gerufen hätte, sein Spielzeug trotzdem weg ist, wenn er von der Toilette kommt, auch wenn es auf dem Warteplatz steht etc.  Natürlich können wir nur an uns selbst arbeiten, aber wir müssen auch schützen. Ich bin keineswegs so naiv um zu denken, mein Kind wäre heilig. Der kann auch aufdrehen, keine Frage. Man kann aber wild aufdrehen oder gemein aufdrehen. Und uns wurde zumindest seitens der KiTa bisher nie berichtet, dass K1 den Streit angefangen oder gar gewalttätig geworden wäre. Er wird dort als fröhliches, neugieriges Kind beschrieben, welches sich nur im Ernstfall wehrt.  Zum Penis Vergleich, nein, tut mir leid. Wenn es nur um die Größe ginge, fände uch es schon nicht angemessen. Aber wenn ein 6jähriger eine 5jährige verprügelt und sagt, er drücke ihm seinen Penis feste ins Gesicht und auf dem Niveau sind wir leider in der Gruppe, dann finde ich das Thema gänzlich verfehlt, da Scherze zu machen. Die Szene spielte sich beim Abholen ab. Die Zwei, K1 und noch zwei Kinder wurden auf den Flur geschickt, um sich anzuziehen. Keine Erzieherin war mitgegangen. Die Mütter der 5jährigen und ich kamen zu früh (oder gerade richtig) um die Ecke,  um einen Faustschlag und die Aussage mitzubekommen. Die beistehenden Kinder waren in Schockstarre. Situation wurde herabgespielt, beschwichtigen und nicht aufgearbeitet... tut mir leid, ich kann da keine Witze drübermachen. Machogehabe startet für mich da. Wenn Mädchen sich in dem Alter über die Form ihrer Vulva oder Größe ihrer Klitoris unterhalten würden, wäre das auch für mich übrigens auch befremdlich...


die_ente_macht_nagnag

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Antwort auf Beitrag von JaJoLo

Ich verstehe schon, das solche Szenen schlimm sind. Und diese Sprache erschreckt. Aber auch hier: Du hast da gar keinen vollen Einblick, weißt nicht was mit dem Kind, dessen Eltern oder anderen Parteien vereinbart wurde. Das war nur ein Momemt;  du weist gar nicht, wie der Rest des Tages lief. Vielleicht hatte sich das Kind ja den ganzen Tag gut benommen und das andere Kind hat gestänkert (ja auch Mädchen können fies sein). Und just in dem Moment, wo du um die Ecke kommst, hat sich der Frust entladen. Von Seiten der Kita: "Situation wurde herabgespielt, beschwichtigen und nicht aufgearbeitet" ... soll heißen, es geht dich nichts an. Das sind Alltagssituationen, keine Kita wird 5 und 6 jährige permanent beaufsichtigen können. Besonderen Betreuungsbedarf kann eine Regelkita nicht leisten. Dafür gibt es I-Kräfte. Unsere Kita bietet Eltern an, dass sie mal einen Tag voluntieren können. So bekommen sie mal einen Einblick wie so ein Kita-Tag wirklich ist. Du wärst überrascht, wie oft es zu Konflikten zwischen den Kindern kommt. Zum Penisvergleich: Es ist doch an dir Grenzen zu setzen, wenn es dir unangenehm ist dann sag und erkläre es vorallem. Aber alterstypische Angeberein und Machtphantasien von 4,5jährigen Kindern mit Machogehabe gleich zu setzten ist eine erwachsene Sicht und wird K1 nicht verstehen.