Evi-R
Hallo, Unser Sohn, 21 Monate geht nun seit März in die Krippe. Leider musste ich in der Eingewöhnungszeit für ein paar Tage ins Krankenhaus, wo er in der Zeit bei der Oma untergebracht war. Seitdem klammert er extrem bei mir und weint auch wenn wir ihn in die Krippe bringen. Vor dem Krankenhaus ist er zum Teil ohne Verabschiedung in die Krippe "gerannt". Das zerrt sehr an den Nerven einer Mama. Ihn von der Krippe daheim lassen, wollen wir nicht, da wir in 8 Wochen unser zweites Kind bekommen. Hatte jemand von euch auch schon einmal so eine Situation? Viele Grüße Eva
Dein Sohn ist noch nicht sehr lange in der Einrichtung. Auch wenn die "offizielle" Eingewöhnung vorbei ist, dauert es meist mehrere Monate, bis ein Kind so richtig angekommen ist. In dieser Zeit kann es immer wieder Rückschritte geben. Die Kinder merken, dass Kita nicht nur ein neuer "Abenteuerspielplatz" ist, sondern Alltag, den sie ohne Familie bewältigen müssen. Bei euch ist ja außerdem eine klare Ursache für das Klammern vorhanden. Dass du ein paar Tage weg warst, hängt deinem Sohn bestimmt noch nach. Aber mach dir da keine Vorwürfe oder Sorgen, das wird er ganz sicher langfristig gut wegstecken. Das Timing ist bei euch etwas blöd, dass nicht mehr viel Zeit bis zur Geburt ist. Aber es ist wie es ist, versuche einfach das beste daraus zu machen. Mir fallen 2 mögliche Wege ein, du musst schauen, was für euch machbar ist, auch wie es dir gesundheitlich geht: 1. Du besprichst mit dem Kindergarten, dass ihr nochmal quasi von vorne anfangt. Also ihr kommt gemeinsam, und du bleibst dabei. Erst wenn dein Kind in der Situation sicher wirkt, geht ihr den nächsten Schritt. 2. Du lässt deinen Sohn von Papa oder Oma zur Kita bringen. Wenn er das gut akzeptiert, wäre das eine ideale Lösung, da er es dann auch für die Zeit des Wochenbetts kennt. Oder falls du nochmal ins Krankenhaus musst, was ich nicht hoffe. Auf jeden Fall würde ich ihm in der Zeit bis zur Geburt ganz viel Nähe gewähren und unnötige Trennungen ersparen. Lass dir zum Beispiel nicht einreden, dass du ihn verwöhnst, weil er lieber bei dir bleibt, als zur Oma zu gehen. Er braucht erstmal wieder Sicherheit und Vertrauen, und wenn er genug " Mama getankt" hat, wird er sich wieder anderen Personen zuwenden können. Dass er früher gern in die Kita gegangen ist, ist ein gutes Zeichen. Daher würde ich an eurer Stelle jetzt einfach mit viel Geduld dranbleiben. Es gibt natürlich auch sehr sensible Kinder, die einfach in diesen Alter nicht gut in der Kita klarkommen, schon gar nicht nach Ankunft eines Geschwisterchens. In einzelnen Fällen gibt es manchmal keine andere gute Lösung, als das Kind abzumelden, beide Kinder zu Hause zu betreuen und es zu einem späteren Zeitpunkt zu versuchen. Aber wie gesagt, dafür sehe ich bei dem was du schreibst erstmal keine Anzeichen.
Hallo, das muss nicht am Klinikaufenthalt liegen. Sondern sehr viele Kinder haben anfangs eine Phase, wo sie neugierig und problemlos in die Einrichtung gehen – und auf einmal merken sie, das ist kein lustiges Spiel, sondern sie sollen da jetzt absolut jeden Tag hin. Sie verstehen: Das Ganze ist keineswegs freiwillig, sondern ein Muss. In diesem Moment kippt sehr oft die Stimmung, das ist ganz häufig so. Die echte Eingewöhnung beginnt eigentlich erst ab diesem Moment, nicht früher. Man muss sagen, dass Kinder unter drei Jahren noch sehr trennungsempfindlich sind. Wenn es nicht aus Jobgründen sein muss, sollte man sie möglichst nicht so früh fremdbetreuen lassen. Natürlich habt ihr euch jetzt dafür entschieden, und falls es da kein Zurück gibt, dann muss euer Sohn durch diese schwierige Zeit durch. Da gibt es keine schöne Lösung oder irgendeinen tollen Erziehungstrick, mit dem das schmerzlos funktionieren würde. Erlaube deinem Sohn, dass er sich schwer tut. Versuche, den Abschied sanft zu gestalten, Hauruck-Abschiede gelten als schädlich, auch wenn viele Kitas das noch befürworten (aus Bequemlichkeit, um die Mütter morgens rasch loszuwerden). Mehr kannst du nicht tun. Dein Sohn wird es schaffen, so wie fast alle Kinder, auch wenn es nicht einfach wird. Das Ganze darf auch noch eine Weile dauern, schnell geht die Eingewöhnung bei den kleinen Mäusen nicht. LG
Viele Eltern lassen sich nur wenig Zeit beim Abgeben (aus verschiedensten Gründen). Es klingt als hättest du eigentlich Zeit, also warte einfach mal ab. Es gab Phasen (ein paar Tage) da hat meiner ne halbe Stunde gebraucht. Aber dann lockte das Spielzeug und er hat sich getrennt. Bei uns gibt es maximal ne 4 Tage Woche. Auch das hilft unseren Kindern sehr. Und am liebsten vor dem Mittagessen abholen. Ginge ja im Mutterschutz und in der Elternzeit auch.