Lena1707
Hallo zusammen, ich hatte im Mai bereits von unserem Entwicklungsgespräch in der Kita berichtet – leider ist dieses überhaupt nicht gut verlaufen. Mein Sohn wird Ende August vier Jahre alt und in der Kita spricht man von einer möglichen Lernschwäche/Beeinträchtigung. Laut den Erziehern könne er Informationen nicht gut verarbeiten, vergesse vieles schnell und könne Gelerntes nicht übertragen. Außerdem habe er deutliche Konzentrationsschwierigkeiten und könne sich schlecht auf sich selbst fokussieren. Man sagte mir sogar, er werde später große Probleme in der Schule bekommen. Zusätzlich wurde erwähnt, dass er in der Gruppe eher ein Mitläufer sei, sich wenig einbringe und den anderen Kindern eher hinterherlaufe. Insgesamt sei seine Entwicklung „nicht durchschnittlich“. Natürlich war ich danach bei verschiedenen Ärzten und Therapeuten. Die U8 hat er gut gemeistert, ohne gravierende Auffälligkeiten. Malen ist nicht so sein Ding und er könnte manchmal aufmerksamer zuhören – aber alles im Rahmen. Wir waren auch bei Ergo-, Logo- und Physiotherapie. Auch dort wurde er als unauffällig und altersgerecht entwickelt eingeschätzt. Es scheint also wirklich ein Thema zu sein, das überwiegend in der Gruppe auftritt. Aber wie kann ich ihn unterstützen? Kann man mit noch nicht einmal vier Jahren wirklich sagen, dass er später große schulische Probleme haben wird? In der 1:1-Situation klappt so vieles wunderbar, deshalb bin ich verunsichert und ehrlich gesagt ziemlich verzweifelt. Vor zwei Wochen hat er erneut Paukenröhrchen bekommen und die Polypen wurden entfernt – er hat wohl wirklich schlecht gehört. Das war bereits der zweite Eingriff. Die Erzieher meinen jedoch, dass seine Schwierigkeiten nicht daran liegen würden. Kurz zu meinem Sohn: Er ist unglaublich neugierig, stellt viele Fragen und interessiert sich für alles – auch für tiefere Themen wie „Wo ist die Sonne, wenn sie untergegangen ist?“ oder „Warum kann Opa nicht mit einer Leiter vom Himmel herunterkommen?“. Er spricht noch etwas undeutlich, aber Wortschatz und Grammatik sind laut Kinderarzt völlig im Rahmen. Die Sprache macht dem Arzt keine Sorgen. Er zählt bis 30, kennt Farben und einige Formen. Grobmotorisch ist er sehr fit: er klettert, fährt seit einem Jahr Fahrrad, fängt und wirft Bälle und spielt begeistert Fußball. Hüpft, rennt balanciert also wirklich total aktiv. Er ist seit einem Jahren Tag und Nacht trocken. Zuhause merkt er sich Dinge gut, weiß genau, wo alles steht, und findet sich problemlos zurecht – manchmal ist er einfach ein bisschen bequem. Er kann auch komplexe Aufträge ausführen und sich mehrere Sachen merken und ausführen. Das klappt natürlich nicht immer aber in der Regel schon. Sozial fällt mir auf, dass manche Kinder etwas reflektierter oder weiter sind, aber ich hätte es nie als stark auffällig empfunden. In der Gruppe ordnet er sich tatsächlich eher unter und läuft oft hinterher. Zuhause dagegen hat er eine große Fantasie, spielt kreativ und gibt beim Spielen klar den Ton an. Vielleicht habt ihr Erfahrungen oder Einschätzungen, die mir weiterhelfen. Mir tut es so leid, dass es in der Gruppe anscheinend so hapert. Vielen Dank!