Elternforum Kigakids

Klimafrage

Klimafrage

kia-ora

Beitrag melden

Wie empfindet ihr das Betriebsklima in der Kita eures Kindes? Würdet ihr dort arbeiten wollen?  Meine Älteste überlegt Erzieherin zu werden. So spricht nix dagegen,  der Job ist stressig aber schön. So würde ich auch meinen eigenen Job bezeichnen. Aber letztens habe ich sie gefragt, ob sie eine Einrichtung kennt, in der sie sich vorstellen könnte zu arbeiten. Ihr ist keine eingefallen und mir auch nicht. In allen uns bekannten Einrichtungen empfinden wir das Betriebsklima als angespannt und die Betreuer als dauerhaft schlecht gelaunt und gefrustet. Wie sind eure Erfahrungen? 


TatsächlichLiebe

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kia-ora

Das hat man ja in jedem Beruf, in dem man nicht komplett alleine arbeitet. Das Betriebsklima richtet sich nach den Bedingungen. Im Kita-Bereich war es bei U3 dann knackig, wenn grade viele Kinder da waren und wenige Erzieher. Insgesamt war es bei U3 für die Erzieher mit den Kindern meinem Gefühl nach harmonischer. Bei Ü3 erlebe ich eine große Einrichtung mit ganz verschiedenen Charakteren. Es scheint dort aber auch viel mehr schwierige Kinder geben und dazu uneinsichtige Eltern. Das würde mich ganz schön belasten.  Man kann durch Praktika bekanntlich gut herausfinden, was zu einem passt. Da würde ich mir mal U3 und Ü3 anschauen und auch mal städtische Einrichtungen mit privaten vergleichen. 


Lillimax

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kia-ora

Hallo, wenn ich ehrlich sein darf (nicht böse sein, ist nur ein Anstoß): Ich glaube, du bist überhaupt nicht begeistert vom Berufswunsch deiner Tochter. Denn du suggerierst ihr bewusst, dass es eigentlich keine Einrichtung gibt, in der es ihr deiner Meinung nach gefallen würde.  Im Kiga meiner Kinder war das Betriebsklima sehr gut. Die Chefin ist lieb, und die Erzieherinnen sind auch privat befreundet. Man merkt als Eltern schon nach Minuten, dass es dort entspannt, wohlwollend und freundschaftlich zugeht, das ist sehr angenehm. Das ist sicher ein Glücksfall, aber ja, auch das gibt es natürlich. Generell muss man sagen: Natürlich gibt es an ALLEN Arbeitsplätzen, bei denen man Kollegen hat, auch mal Konflikte. Und man mag vielleicht nicht immer absolut jeden. Das ist aber normal. Es ist ja nicht so, dass Kindergärten etwas Besonderes wären. Sondern überall, wo Menschen miteinander arbeiten, ist es auch mal schwierig, und zwar gerade für junge Leute. Ich würde deiner Tochter den Berufswunsch nicht miesmachen. Du suggerierst ihr sonst, dass es den einen, super Arbeitsplatz gibt, wo allzeit gute Stimmung herrscht. Aber das ist ja nicht so. Gerade Azubis stehen natürlich nirgendwo besonders hoch in der Rangfolge und müssen sich älteren und z.T. strengen Vorgesetzten auch mal beugen. Wenn du aus anderen Gründen nicht möchtest, dass deine Tochter Erzieherin wird, zum Beispiel, weil du dir eine besser bezahlte Stellung für sie wünschst, dann sei ehrlich zu ihr. Sage nicht: "Ja, das finde ich wirklich gut. Aber glaubst du tatsächlich, es gibt einen Kiga, wo du dich wohlfühlst?" Denn hier wird sehr klar, dass du absolut dagegen bist. Dann sei lieber offen und sage das auch. Dann kriegt deine Tocher keine total widersprüchliche Botschaft, sondern weiß, woran sie bei dir ist. Und kann dann selbst entscheiden, was für SIE (und nicht für dich 😉) das Passendste wäre. LG


kia-ora

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Lillimax

Mir fiel es sehr deutlich auf, als sie beim 2. Praktikum täglich vor Glück durch die Wohnung getanzt ist. Da war sie im Alltenheim.  Beim 1. und 3. Praktikum hatte sie täglich schlechte Laune und erzählte von den unfreundlichen Mitarbeitern im Kindergarten.    Da auch mir die schlechte Laune der Erzieherinnen auf die Nerven geht und auch meinen Jüngsten sehr belastet, habe ich mich gefragt, ob das wohl noch Zufall ist..... 


WonderWoman

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kia-ora

das gute ist ja dass zumindest derzeit erzieher*innen sehr gesucht sind und man sich die stellen aussuchen kann solange man halbwegs gut ist im job. wenn es ihr also in 1 einrichtung nicht gefällt zwingt sie keiner dort zu bleiben. allerdings kann es sein dass sich das mit dem geburtenrückgang ändert. in unserer kita habe ich ein sehr gutes gefühl. das könnte daran liegen dass die kita privat ist, einen sehr guten personalschlüssel hat und die mitarbeiter*innen über tarif bezahlt werden. staatliche einrichtungen werden mmn kaputtgespart und das schlägt sich wahrscheinlich hin und wieder auf die stimmung nieder. aber da gilt dann wieder: wenn sie gut ist in ihrem job hält sie ja keiner davon ab sich an einer privaten einrichtung zu bewerben. oder später mit ihrer erzieherinnen-ausbildung was anderes zu machen als in einer kita zu arbeiten - jugendamt, wohngruppe, behinderteneinrichtung.... oder sie macht eine fortbildung und spezialisiert sich z.b. auf sprachförderung, motorik, inklusion.... lass sie doch einfach mal machen. sie wird schon rausfinden ob ihr das dauerhauft gefällt oder nicht und kann dann entsprechend entscheiden wie es weitergeht. die zeiten wo man eine ausbildung macht, sich dann einen job sucht und den 40 jahre lang macht sind doch längst vorbei. viele die ich kenne sind nicht beim ursprünglichen ziel hängengeblieben. mein mann hat auch nach der 1. ausbildung gemerkt dass er nur mit der nicht genügend möglichkeiten hat und dann eine 2. ausbildung draufgesattelt. und exakt die kombi der beiden passt prima für ihn.


Chriss123

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kia-ora

Also bei uns kommt es in der 120 Kinder-fassenden Einrichtung sogar auf die jeweilige Gruppe an, wie das wahrgenommene Klima ist. So wie in anderen größeren Firmen auf die Abteilungen. Und ob Eltern das Klima gefällt, hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, ob die Erzieher untereinander harmonieren. Die Anwesenheit von Eltern kann ja durchaus auch ein Stressfaktor sein, der mindestens die Kinder hochfährt. Hol- und Bringsituation sind doch nicht ohne Grund Schlüsselmomente in der Kinderbetreuung.  Zudem ändert sich so etwas sehr schnell mit personellen Änderungen. Neuer Chef kommt? Er will vielleicht vieles anders machen und bringt die gemütlich eingerichtete Langzeitkraft gegen sich auf. Die hat dann erstmal miese Laune, kündigt aber nach 1 Jahr und schon ist Ruhe im Haus. Dann geht die ruhende Stütze des KiGa in Rente und auf einmal erinnert sich keiner mehr, wo die Weihnachtsdeko jedes Jahr her kommt...  Ich würde da erstmal gar nicht so arg auf einzelne Erfahrungen aus meiner eigenen Vergangenheit schauen. Ihr habt ja auch öfter mal die KiTa gewechselt, wenn ich mich richtig erinnere? Aber nur weil es nie perfekt für die Betreuung eurer Kinder war, kann eine davon trotzdem jetzt total richtig für die Ausbildung deiner Ältesten sein. Und wenn nicht, dann kann man eben auch da eine andere suchen. Kinder werden zwar immer seltener, aber irgendwie wird der Job ja trotzdem immer gebraucht. Neben KiTa, KiGa, OGS, selbstständige TaMu, Jugendamt, etc kann sie z.B. auch als Betreuung auf Familienkreuzfahrten mit. Es gibt da sicher ne Meeenge Möglichkeiten, die man erstmal gar nicht auf dem Schirm hat.


KielSprotte

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kia-ora

Das hat doch nichts mit dem Beruf zu tun, in jedem Betrieb kannst du auf tolle Kollegen / innen und Chefetage stossen, oder halt mit völligen Stinkstiefeln zusammenarbeiten müssen. Im Kindergarten sehe ich das Problem eher bei den Eltern! Eine Freundin meiner Mutter war Kindergärtnerin (nicht Erzieherin, sie sagte immer "erziehen dürfen die Eltern") aus Leidenschaft und mit Leib und Seele. Ihre Aussage war immer "ich gehe nie in Rente, ich mache weiter solange es körperlich geht". Am Ende hat sie die Tage bis zum frühestmöglichen Rentenbeginn gezählt - spätestens nachdem sie eine Unterlassungsaufforderung eines Rechtsanwaltes im Briefkasten hatte, dessen Sohn sie aufmunternd über den Kopf gestrichen / durch die Haare gewuschelt hat. "Wenn sie im Beisein seiner Frau schon nicht die körperlichen Grenzen des Sohnes respektieren würde, möchte er nicht wissen, was seinem Sohn angetan wird, wenn kein Elternteil anwesend ist".