KompassStern80
Hallo zusammen, ich habe mir inzwischen mehrere Waldkindergärten angeschaut – und ehrlich gesagt immer wieder dasselbe Muster erlebt. Deshalb frage ich mich inzwischen ernsthaft: Ist ein Waldkindergarten wirklich ein pädagogisches Konzept oder einfach nur Aufbewahrung im Wald? Meine Beobachtungen: Strenger Ablauf statt Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder. Die Kinder können nicht essen, wann sie Hunger haben, sondern nur zu festgelegten Zeiten. Auch nach langen Wegen gibt es nicht einfach mal einen Snack zwischendurch. Extrem kurze Eingewöhnung: Auch das hat mich irritiert. Es wird eine sehr schnelle Eingewöhnung verlangt – viel schneller, als ich es aus anderen Einrichtungen kenne. Für eine normale Eingewöhnung im Tempo des Kindes scheint kaum Raum zu sein. Stattdessen müssen die Kinder sich offenbar möglichst schnell anpassen und funktionieren. Müdigkeit scheint keine Rolle zu spielen. Es wird gelaufen, gelaufen und noch mehr gelaufen. Auch kleine Kinder müssen die Wege schaffen. Wenn ein Kind völlig müde ist, hat es offenbar trotzdem Pech gehabt – alle müssen weiter. Schlafen? Fehlanzeige. Eine Kita bot nicht einmal eine Abholung zur Mittagszeit an, sondern Betreuung nur bis zum späten Nachmittag. Für kleine Kinder ohne Mittagsschlaf. Angeblich bräuchten die das nicht mehr. Schlafmöglichkeiten gab es keine. Pädagogik habe ich kaum erlebt. Die Kinder waren im Wald und im Grunde sich selbst überlassen. Natürlich ist Freispiel wichtig, aber irgendwann fragte ich mich schon: Wo ist eigentlich die pädagogische Arbeit? Es wirkte teilweise wirklich so, als würden die Erwachsenen hauptsächlich die Aufsichtspflicht erfüllen. Der Umgang mit den Kindern hat mich teilweise regelrecht. Liebevoll habe ich es in den Waldkindergärten, die ich gesehen habe, nicht erlebt. Eher ein Umgang nach dem Motto: „Da musst du jetzt durch.“ Oder: „Alle warten auf dich!“ Für mich hatte das teilweise mehr von Bootcamp als von Kindergarten. Viele dort sind gar keine ausgebildeten Erzieher. Manche haben lediglich eine Fortbildung gemacht. Und ehrlich gesagt: Ich finde, man merkt es auch.Einige Mitarbeitende kamen offenbar aus völlig überfordernden Einrichtungen und sagten offen, dass sie im Wald jetzt ihren Burnout verarbeiten könnten. Kann ich menschlich nachvollziehen. Aber wenn das dann bedeutet, dass man einfach im Wald herumsteht, die frische Luft genießt und hauptsächlich aufpasst, während die Kinder sich selbst beschäftigen, dann frage ich mich schon, ob das wirklich der Sinn von Betreuung ist. Und dann kommen natürlich noch die Gefahren des Waldes dazu: Zecken, Stiche, Wespen beim Essen usw. Das allein wäre für mich kein Ausschlusskriterium, aber zusammen mit allem anderen verstärkt es meinen Eindruck. Ich habe wirklich mehrere Waldkindergärten gesehen und langsam frage ich mich: Habe ich einfach unglaubliches Pech gehabt – oder ist das tatsächlich eine Tendenz?
Ich glaube, bei all den Bedenken ist ein Wald-Kiga einfach nicht das Richtige für euch. Du erwartest ein anderes Konzept als dort geboten wird. Es ist normal, dass im Waldkiga nicht geschlafen wird. Der Bauwagen/die Hütte ist eher als Regenschutz im Notfall gedacht, es ist kein Aufenthalts- oder Schlafraum. Dafür muss man in einen normalen Kiga gehen. Und dass es keine "Snacks" zwischendurch gibt ist in allen Kigas der Fall. Kinder müssen nicht ununterbrochen essen, wie viele Mütter heute leider glauben. Das freie Spiel ist im Wald-Kiga tatsächlich der Schwerpunkt, auch wenn etwas Anleitung sein darf und ebenfalls in vielen Wald-Kigas geboten wird. Dass die Mitarbeiterinnen keine Erzieherinnen sind, finde ich falsch, es liegt wohl daran, dass euer Kiga keinen offiziellen Träger hat, sondern ein Verein oder eine Elterninitiative ist? Ich würde lieber in normalen Kigas hospitieren und mir dort ein Bild machen. Das passt sicher besser. LG
Ü3 wird bei uns auch kein Mittagsschlaf mehr angeboten. Man kann ruhen oder sich irgendwo hinlegen, dafür könnte das Kind auch eine Liege aufgebaut kriegen, aber meines z.B. hat von jetzt auf gleich dann nicht mehr schlafen wollen. Mein anderes Kind hat den Mittagsschlaf Ü3 seit Kiga auch schnell beendet, obwohl er da noch geregelter angeboten wurde. Essen wann man will kenne ich von keiner Betreuung. Selbst wenn ein Kind versäumt hat, zum Frühstück zu gehen, muss es dann bis zum Mittagessen warten. Snacks gibt es nur 1x und das für die Kinder, die einen 17 Uhrplatz haben.
Wir waren in einem normalen Kiga (Ü3). Da gab es auch nur Frühstück und Mittagessen, nichts zwischendurch.
Das mit dem Essen und nicht schlafen können finde ich auch nicht soo tragisch. Allerdings muss man eben schon sagen, dass die Kinder viel mehr Energie dort verlieren und für kleinere Kinder finde ich so ein Programm jeden Tag ohne Pause und Snack schon krass. Und ich widerspreche, viele Kitas die ich kenne bieten zumindest Obst an zwischendurch. Am Auffalligsten finde ich aber diese krasse Anpassungsfähigkeit die verlangt wird jeden Tag und die fehlende pädagogische Begleitung dabei.
Bei uns bieten die Waldkindergärten nur eine Betreuungszeit von 8 bis 12 max 12.30 Uhr an. Deshalb sind sie für viele Eltern schon raus. Allerdings haben sie ausgebildete Erzieher, und schon ein pädagogisches Konzept. Natürlich unterscheidet es sich von klassischen Kindergärten. Aber da die Kinder ab mittags daheim sind gibt es viele der von dir genannten Probleme nicht.
jede kita steht und fällt mit den mitarbeiter*innen. völlig unabhängig vom konzept. ich weiß jetzt nicht was du möchtest? ein urteil über alle wald-kitas oder über das konzept an sich? oder was? keine ahnung wie viele "mehrere" sind die du dir angeschaut hast. safe sind nicht alle wald-kitas auf der welt mist. und selbst wenn, was dann? such dir ne kita die für euch passt und gut.
Ich denke, einen Waldkindergarten wählen Eltern von Kindern, die einen sehr großen Bewegungsdrang haben und/oder es Verhaltensauffälligkeiten gibt, da diese Kinder draußen oft "verträglicher" sind. Wenn ihr das Bewegungspensum eurem Kind nicht zutraut, dann lasst es lieber mit einem Waldkindergarten. Meine Kinder waren in einem Regelkindergarten, wo Mittagschlaf ab 3 auch nicht mehr wirklich vorgesehen war. Zwischensnacks gab es ebenfalls nicht und ist meines Wissens auch nicht üblich, man muss nicht ständig essen. Also es gab den Inhalt der Brotdose als (2.) Frühstück und dann eben das warme Mittagessen.
Danke dir. Doch mein Kind kann sehr gut draußen sein und hat schon früh weite bis sehr weite Strecken zurück gelegt. Allerdings ohne irgendeine Stärkung über Stunden und sich nur auf 1x Frühstück verlassen, kann schwierig werden. Mir ist auch aufgefallen, dass der Jungsanteil hoher ist und auch Integrationskräfte für "Schwierige" Falle dabei waren (in dem Fall auch Jungs).
Das was du beschreibst kenne ich auch so vom Waldkindergarten und ehrlich wie soll es funktionieren wenn von 20 Kindern 15 zu unterschiedlichen Zeiten snacken wollen??? Da ist es klar das der ganze Tag nur durch essen dominiert werden würde und deshalb gibt es nur eine Pause für alle. Meine vier jüngsten gehen in eine hofkita, sind sie auch viel draußen, haben Kontakt zu Tieren, bewegen sich echt viel. Aber in unserer Kita darf auch zwischen durch was gegessen werden wenn der Hunger da ist auch ü3 Kinder dürfen schlafen usw. Ehrlich gesagt glaube ich bei den ganzen Bedenken die du hast das ein Waldkindergarten für dein Kind nix ist
Danke dir. Die Kinder machen ja alles selber deswegen wäre es denke ich kein Problem die Brotdose kurz auszupacken und in einer Ecke was zu essen. Es kann ja ordentlich zugehen. Zudem sind wirklich viele Erwachsene dabei, da ist es kein Problem. Es macht einfach hungrig und das mit dem Hunger ist ja nicht das einzige was mich beschäftigt. Klar so eine Kita wie du es beschreibst, fände ich auch besser...
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