Linchens
Hallo zusammen, ich würde gerne eure Einschätzung haben, da ich gerade sehr verärgert bin. Nicht dass ich überreagiere. Kurz zur Vorgeschichte, eine Erzieherin hat sehr veraltete Ansichten zur Ernährung. Die Kinder mussten immer erst ihr Brot essen. Mein Kind, das es den Erzieherinnen Recht machen möchte, hat daraufhin verweigert Brot mit in den Kindi zu nehmen. Hat dann Zuhause auch keines mehr gegessen oder hat einfach nicht mehr im Kindi gefrühstückt. Das ist schon 2 Jahre her und hier wird immernoch kein Brot gegessen. Mein Kind ist also sehr beeinflussbar. Heute Abend wollte ich den Rest Mais in die Vesperbox für morgen packen und mein Kind hat fast angefangen zu weinen. Ich war natürlich alarmiert. Eine Erzieherin hat wohl gemeint, dass kein Mais mitgegeben werden soll, weil der relativ süß ist. Darüber kann man sicher streiten. Mir geht es aber darum, dass mit mir nicht geredet wurde. Mein Kind kann nichts dafür was in der Box ist. Das heißt mein Kind wird als Postbote, für die "Fehler" die ich mache, missbraucht. Grundsätzlich bin ich dafür, dass auf die Ernährung geachtet wird, das Vorgehen finde ich allerdings mehr als fragwürdig und bin ehrlich gesagt sehr sauer. Reagiere ich über? Ich würde gerne morgen mit den Erzieherinnen ins Gespräch gehen, bin aber nicht sicher, ob mein Frust angemessen ist. Was würde ihr tun? Danke für die Einschätzung.
Gab es zu Beginn keinen Plan, was in die Brotbox soll und was nicht? Du kannst ja ansonsten fragen, ob es sowas gibt, denn Dein Kind hätte Dir erklärt, dass Mais nicht gewünscht sei. So könnte man das Thema doch ansprechen und dann auch fragen, warum man Dir das nicht direkt kurz sagt. Erzähl ruhig auch, wie Dein Kind reagiert hat.
Gibt es den keine Empfehlungen für die Brotdose? Keine Elternabende? Und was würde den passieren, wenn mal das falsche dabei ist? Kann es sein, dass deine Tochter etwas falsch verstanden hat? Ich würde das definitiv ansprechen und den Erziehern das Verhalten deiner Tochter zurückmelden; sowas ist doch Erziehungsalltag. Ihr habt den Frust seid 2 Jahren. Warum sollten die Erzieher mit dir reden, wenn sie gar nichts von euren häuslichen Problemen wissen? Wenn du mit den Erziehern nicht weiter kommst, wäre Elternvertretung und Kita-Leitung die nächste Anlaufstelle.
Du kannst Dich darauf einstellen, dass es in der Grundschule weiter geht mit der Brotdosen-Polizei. Ätzend. Klar, gesunde Ernährung ist wichtig, aber ob Kevin und Cheyenne einmal am Tag an fünf Tagen pro Woche was Gesundes in der Brotdose haben, während die sonstige Ernährung aus Fast Food und Süßigkeiten besteht, ist ziemlich egal. Vor allem, weil Kinder, die sonst mit Fast Food und Süßigkeiten ernährt werden, gesundes Essen nicht gewohnt sind und oft nicht mögen, weil Zucker und Zusatzstoffe fehlen, so daß die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Essen in der Mülltonne oder bei anderen Kindern landet. Genauso ist es egal, ob vernünftig ernährte Kinder mal Toastbrot mit Nutella oder ähnliches dabei haben. Unser Sohn hatte in der Grundschule mal Pfannkuchen von gestern dabei, ohne Belag. Drama!!! 🙄 Bei Mais wäre bei mir aber Schluss mit lustig. Ja, da ist Zucker drin, aber ehrlich, muss man jetzt nachlesen, wie viel Zucker in welchem Obst oder Gemüse drin ist? Wo ist denn der Grenzwert? Und was ist, wenn das Obst oder Gemüse minimal darüber liegt? Ja, ich wäre auch sauer und würde mich beim Kindergarten beschweren. Dass das über das Kind geregelt wird, finde ich bei Kindergartenkindern auch nicht richtig. (Unser Sohn hat in der Grundschule nur mit den Augen gerollt.)
ich würde auf jeden fall nachfragen. aber erstmal freundlich-interessiert. vielleicht als einstieg mal fragen ob mais wirklich "verboten" ist oder ob dein kind da was falsch verstanden hat. unsere große hat jede kritik gleich als verbot verstanden. kinder sind da unterschiedlich "sensibel". als eine erzieherin mal ggü. einem anderen kind anmerkte dass strickhandschuhe für den geplanten schneeausflug nicht so optimal seien weil sie die nässe nicht so gut abhalten wie richtige skihandschuhe hat sie den rest des winters jegliche strickhandschuhe verweigert. war halt blöd formuliert von der erzieherin. ihrem bruder wäre das egal gewesen, der bezieht sowas dann nicht gleich auf sich. denn natürlich dürfen/sollen erzieher*innen den inhalt einer pausenbox kritisieren (wobei - mais? wtf??). aber genau deswegen ist es wichtig dass es 1. definierte regeln gibt und 2. evtl. berechtigte kritik an grds. "erlaubten", aber evtl. etwas "ungünstigen" inhalten klar von "verboten" unterscheidbar sind, auch von sensiblen kindern. ich bin kein fan von brotbox-vorschriften und weder an der kita noch an der schule unserer kinder gibt es sowas. wird zwar immer wieder diskutiert wenn neue eltern dazukommen, aber da sind kita-leitung und vorstand auf einer linie. wichtiger ist in meinen augen dass kindgerecht über gesundes essen aufgeklärt wird und die kita selber mit guten beispiel vorangeht (was leider selten der fall ist, weil in den kommunen gerade an der stelle gerne gespart wird). kleine anekdote am rande: ich hatte mal eine mandantin vor mir sitzen. sie jammerte über die miese qualität der kita-verpflegung während das kind auf ihrem schoß eine ganze packung dieser billigen salami-sticks verputzte. tja....
Hallo, die Brotgeschichte habe ich nicht ganz verstanden. Dein Kind nimmt kein Brot mit in den Kiga, weil die Erzieherin möchte, dass Brot gegessen wird, dein Kind aber kein Brot mag? Aber dann hat dein Kind ja von vornherien kein Brot gemocht, und daran ist ja nicht die Erzieherin schuld. Vielleicht habe ich da aber auch etwas falsch verstanden. Was den Mais angeht, finde ich das Thema ehrlich gesagt Pillefax. Es ist ja jetzt kein wirkliches Problem, wenn man einfach keinen Mais mitgibt. Außer Ihr habt eine Maisplantage hinterm Haus und Mais ist euer Hauptnahrungsmittel. 😉 LG
Ich verstehe es so, dass das Brot essen vom Kind als Zwang empfunden wurde und daher verweigert. So etwas ähnliches hatte ich bei einem Kind beim Thema Aufräumen. (Kind empfand das Vorgehen im Kindergarten als Zwang und/oder Ungerechtigkeit und hat zu Hause komplett dicht gemacht, sobald es ans Aufräumen ging. Das ist mir leider erst lange Zeit später klar geworden.) Natürlich kann man die Brotgeschichte nach so langer Zeit nicht alleine dem Kindergarten zum Vorwurf machen, das hat sich einfach verselbstständigt. Aber die Mutter sieht es in dem Fall als Auslöser. Und dass der Mais jetzt "Pillefax" sein soll, stimme ich nicht zu. Es geht ja nicht um den Mais an sich, den kann man natürlich weglassen. Sondern darum, dass vom Kindergarten neue Regeln aufgestellt bzw. neu ausgelegt werden, ohne richtige Information an die Eltern. Ich gehe zwar davon aus, dass es keine Absicht war, die Kinder als "Bote" zu nutzen, sondern einfach vergessen wurde an die Eltern zu kommunizieren. Oder es kann sein, dass diese bestimmte Erzieherin die Regeln anders auslegt als eigentlich gedacht, aber die Kinder ihr natürlich nicht widersprechen können.
Bei uns im Kindergarten gibt es (leider) auch relativ strenge Einschränkungen. Wenn ein Kind etwas "Verbotenes" dabei hat, darf es das nicht essen und muss es wieder nach Hause mitnehmen. Das mit der "Brotdosenpolizei" geht mittlerweile so weit, dass die anderen Kinder noch strenger sind als die Erzieherinnen und direkt "petzen". Finde ich auch nicht schön. Aber: Bei uns werden die Vorgaben regelmäßig kommuniziert, bei der Anmeldung, an Elternabenden, als Nachrichten in der App usw. Wenn das bei euch nicht geschieht, dann würde ich nach einer aktuellen Liste fragen. Dass Mais "zu süß" ist, ist mir aber auch neu. Dann sind wohl Bananen und Trauben auch verboten? Oder hat dein Kind es evtl. doch falsch verstanden? Bei uns an der Grundschule gibt es übrigens keine Vorgaben, zum Glück. Ich sehe es auch so, dass die Ernährung im Alltag die Kinder viel mehr prägt als der kleine Snack in der Pause.
Ich verstehe schon, was dich ärgert und kann deinen Frust verstehen. Allerdings darfst du das mit dem "Postboten" nicht so persönlich sehen. Ich denke, die Erzieherinnen sprechen während der Mahlzeiten viel über das Thema gesunde Ernährung (was grundsätzlich ja nicht verkehrt ist), denn die Motivation gesund zu essen geht langfristig nur über das Kind selbst. Dass bei deinem Kind dadurch Unbehagen entsteht soll natürlich nicht sein. Hier hilft nur Reden mit den Erzieherinnen und Feedback geben wie ihre Bemühungen bei deinem Kind ankommen.
Hallo, ich kann Deinen Frust verstehen und wäre auch genervt. Die Regelei übers Kind geht gar nicht. Klar, Mais ist süß, aber bitte. Es ist doch Gemüse. Was ist mit Rote Beete, Süßkartoffeln und Karotten? Kann mir nicht vorstellen, dass der Zuckergehalt wesentlich niedriger ist. Uns wurde mal das Bananenbrot etwas madig gemacht. Ich war sber zeitgleich mit dem Kleinen in einer anderen Gruppe bei der Eingewöhnung. Dann habe ich das Nutellabrot, die Eierwaffeln und Co genommen, um die Aussage zu entkräften und nun werden sogar Muffins vom Vortag (wg Geburtstag o.ä.) nicht mehr kommentiert. Also, ich würde es klären und ihnen sagen, dass man maßvoll mit den Kindern darüber reden sollte oder bitte vernünftige Regeln kommunizieren müsste.