Elternforum Kigakids

Kino Kindergarten

Kino Kindergarten

FK505

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Hallo,  ich bin aktuell unzufrieden mit unserem Kiga, weiß aber nicht ob ich überreagiere. Sie haben zu Weihnachten "Rudolph" geguckt, letzte Woche "Frau Holle" und in zwei Wochen schauen sie "der gestiefelte Kater" an. Grundsätzlich behandeln sie die Themen in der Woche schon mit den Kindern, aber ich finde "Kino" hat in der pädagogischen Betreuungszeit nichts zu suchen. Ich finds als Ausnahme schon mal ok, aber es scheint wohl jetzt jeden Monat Kino zu geben. Zu Hause achten wir auf sehr wenig Medienzeit (wird ja auch immer darauf hingewiesen wie schädlich die Bildschirmzeit ist). Ich möchte es ansprechen, denke aber ich stehe dann als anstrengende nörgelnde Mutter da. Bin ich da zu streng mit dem Kiga?


Chriss123

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Wie lange laufen denn diese Filme? Sind sie für die Altersgruppe geeignet (also nicht nur durch Selbsteinschätzung so klassifiziert, sondern auch von Schnitt und Bildführung für Kinderhirne gut verdaulich)? Müssen alle Kinder still im Dunklen sitzen und zuschauen oder dürfen sie auch etwas anderes machen in der Zeit? Von welchem Alter reden wir bei den Kindern? Ist euer Kind an den Kinotagen erkennbar gestresst oder bettelt dann tagelang nach mehr Kino? Ich finde die Idee eigentlich ganz schön. Wenn es gut gemacht wird, spricht ab einem gewissen Alter (ich glaube der Konsens liegt bei 3 Jahren) auch nicht viel gegen etwas Bildschirmzeit. Die meisten dieser berühmten Studien sehen übrigens auch einen Unterschied zwischen "Kind unbeaufsichtigt vorm Medium parken" und "aktiv mit dem Kind mitschauen/an einem Bildschirm arbeiten". Letzteres wird teils sogar als positiv bewertet. An deiner Stelle würde ich daher ehr ein interessiertes Gespräch suchen und mir von den Erziehern den Hintergrund ihrer Entscheidung für das Kino erklären lassen. Mag ja sein, dass die Fachleute sich da was bei gedacht haben. 


FK505

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Antwort auf Beitrag von Chriss123

Danke für die Antwort. Dauer möchte ich morgen fragen, gehe aber nicht von max. 30 min aus. Alter 3-6 Jahre Einige Aspekte werde ich morgen hinterfragen. Aufgrund der beengten Verhältnisse kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die Kinder "abseilen" können (das tun auch die wenigsten in den Alter). Mein Kind kann Fernsehen nicht gut verarbeiten, ist hinterher sehr launisch, also würde ich Stress bejahen. Daher halten wir die Medienzeit daheim so gering.


TatsächlichLiebe

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Bei uns gibt es das auch, aber als Teil zur Behandlung eines Themas. Z.B. die passende Connie-Geschichte. Aber das ist recht kurz, ich würde sagen eine halbe Stunde maximal und das auch nur ab und an. Dass auch solche Medien zur Vermittlung eines Themas genutzt werden, finde ich ok. Das findet ja nicht täglich statt. Ich habe aus unserem recht großen Kreis an bekannten Eltern noch nie mitbekommen, dass damit jemand ein Problem hätte. 


die_ente_macht_nagnag

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Wenn es dir ein wichtiges Anliegen ist, dann sprich es an. Das es andere Ansichten gibt, ist doch die Regel und die Chance auf echten Austausch. 


JoMiNa

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Für mich wäre es Ü3 prinzipiell in Ordnung, wenn es nicht zu lange am Stück ist (30 Minuten klingt aus dem Bauch heraus nach einem sinnvollen Richtwert). Ein Mal im Monat finde ich auch ok, das ist aus Kindersicht eher eine Ausnahme als die Regel. Es sind auch automatisch nicht jeden Monat alle Kinder dabei (Krankheit, Urlaub usw.) Dass die Themen in der Woche behandelt werden, finde ich auch positiv. So bekommen die Erzieherinnen schnell mit, wie die Inhalte bei den Kindern ankommen und können die Filmauswahl entsprechend anpassen. ABER: Wenn dein Kind individuell schlecht darauf reagiert, dann darfst und sollst du das ansprechen und als Feedback zurückgeben. Ich würde aber erst 2-3 "Vorstellungen" abwarten. Zumindest bei meinen Kinder hängt es stark von den Inhalten ab, wie sie auf Filme/Videos reagieren. Und dann kannst du auch ganz konkret schildern, warum es aus deiner Sicht bzw. für dein Kind problematisch ist. Konkrete Erfahrungen, nach Möglichkeit mit einem konstruktiven Lösungsvorschlag sind immer besser als sich im Voraus zu beschweren. Wenn du dich nicht ausreichend informiert fühlst (wie oft findet es statt, wie lange sind die Filme, gibt es Alternative Beschäftigungsmöglichkeiten), dann darfst du natürlich auch nachfragen, das finde ich überhaupt nicht negativ. Ich persönlich würde die Fragen aber wertfrei und offen formulieren. "Beschweren" kannst du dich dann in ein paar Monaten immer noch.


Bonnie

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Hallo, da es dich stört und du Nachteile bei deinem Kind beobachtest, würde ich es unbedingt ansprechen, was sonst? Dass du auch mal als "anstrengende, nörgelnde Mutter" dastehst, ist unvermeidlich, wenn man Kinder hat. Man muss dann Löwenmutter-Qualitäten entwickeln, das gehört zum Elternwerden dazu. Als Mutter muss man für seine Überzeugungen und sein Kind eintreten, darum kommt man nicht herum, das gilt auch später in der Schule oder im Verein etc. hier und da, und es ist normal. Du musst auch keine Sorge haben, dich unbeliebt zu machen. Es ist nämlich umgekehrt: Die "anstrengenden" Eltern werden mehr respektiert, und deren Kinder haben auch keine Nachteile. Denn gerade weil man weiß, dass diese Mutter sonst wieder auf der Matte steht, ist man vorsichtig. Die Ja-Sager, die immer nur alles abnicken, haben hier keine Vorteile, im Gegenteil, sie werden eher weniger respektiert. Ich selbst war im Kiga meiner Kinder auch gelegentlich anstrengend. Ich habe mich aber trotzdem sehr gut mit den Erzieherinnen verstanden, weil ich auch positive Dinge gesehen und angesprochen habe. Ich habe immer mal wieder gesagt, wie froh ich bin, dass meine Kinder dort hingingen (und das stimmte auch). Und ich habe regelmäßig einzelne Aspekte oder auch Projekte für die Kinder gelobt und gesagt, wie toll und kreativ ich die ein oder andere Idee fand. So wussten die Erzieherinnen, dass ich keine Nörgelmutter war, sondern den Kiga gut fand. Wenn ich dann doch mal was zu kritisieren hatte (weil ich eine Aktion z.B. etwas gefährlich fand), dann wussten sie, es war konstruktiv gemeint. Wenn ich die Erzieherinnen heute mal privat treffe, bleiben wir immer noch lange stehen und quatschen und lachen. Dass ich authentisch war, hatte also gar keine Folgen. Wenn du also Bedenken wegen der Filme anbringst, verpacke sie vielleicht zunächst in etwas in Lob: Nenne zwei, drei Dinge, die dir am Kiga richtig gut gefallen. Sage dann, dass es da nur diesen einen Punkt gibt, den du etwas bedenklich findest. Dann kommst du zum Thema. Wenn das nichts bringt, kannst du auch die Elternbeiräte ansprechen. Sie sind ja dazu da, zwischen Eltern und Kiga zu vermitteln. Vielleicht geht es ja anderen Müttern wie dir. Die Beiräte können das Thema Kino dann mal auf die Tagesordnung des nächsten Elternabends setzen, damit es in größerer Runde diskutiert wird. Das hilft oft sehr. LG


kea2

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Ich würde es ansprechen. Die meisten Kinder sitzen heutzutage zu Hause eh schon viel zu lange vor irgendwelchen Bildschirmen. Da muss das im Kindergarten wirklich nicht sein. Einmal zu Weihnachten, ok. Aber das reicht dann auch. Unsere Kinder haben in ihrer gesamten Kindergartenzeit keinen einzigen Film im Kindergarten geguckt. Ein Kindergarten hat andere Möglichkeiten, um Themen "begreifbar" zu machen, als Filme. Es gibt z.B. Kamishibais, die pädogogisch deutlich wertvoller sind, als eine Berieselung durch Filme.


kia-ora

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Ich bin echt geschockt, wie viele Antworten du bekommen hast, dass Medienkonsum in der Kita ok ist. Ich bin da ganz deiner Meinung.  Kita und Fernsehen passen nicht zusammen. Fernsehen ist ungesund und sollte eine Ausnahme sein. Ich würde das ansprechen.   Unter 3 Bildschirm frei. Ab 3 Feuer frei??? Oder wie?


JaJoLo

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Antwort auf Beitrag von FK505

Hallo, ich finde es ehrlich gesagt auch eher schwierig. Bei uns gab es seit KiTa Start in 2,5 Jahren ein einziges Mal "Kino" und das war kurz vor Weihnachten. Ich weiß nicht mehr was gezeigt wurde, da unsere da schon zuhause waren, aber es hingen Plakate aus mit den Infos, welcher Film, wie lange der dauert, wo und wann geguckt wird. Die Kinder haben dann vorher noch zusammen Popcorn gemacht. Und es hätte die Möglichkeit gegeben, gegen eine Teilnahme zu sein und in einem anderen Gruppenraum zu spielen. Das fand ich sehr transparent und hätte einer Teilnahme zugestimmt, wenn die Kinder nicht schon zu Hause gewesen wären. Wir schauen zuhause überhaupt kein Fernsehen, außer einen bestimmten Sport alle paar Wochen. Die einzige Ausnahme ist, dass sie im Krankheitsfall beim Inhalieren jeweils 10 Minuten "Die Maus" gucken dürfen. Den Kindern (4,5J, 3J) macht es nichts, weil sie es nicht kennen. Aus der KiTa weiß ich aber, dass es auffällt, weil die Kinder mit den ganzen Charakteren nichts anfangen könnten und nicht mitreden können. Ob das der bessere Weg ist, weiß ich nicht. Ob es nachhaltig sinnvoll ist, weiß ichnauch nicht. Es ist unser Weg. Und Du musst eben auch mit der KiTa Deinen Weg finden. Wenn Dir das zu viel Medienzeit ist (was ich gut verstehen kann) oder die Auswahl am Filmennicht zusagt, dann sag das. Wenn Deinem Zwerg die Bildschirmzeit nicht gut tut, dann muss er sich anders beschäftigen dürfen. Ich kann übrigens einer meiner Vorrednerinnen nur zustimmen. Wir sind definitiv die anstrengenderen Eltern, sprechen aber eben auch Gutes an. Ich habe den Eindruck, dass uns zugehört wird und wir direkteres Feedback erhalten.