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Zuhause normal im Kindergarten ein Schreck

Zuhause normal im Kindergarten ein Schreck

RosenRot

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Hallo,  Ich möchte mir mal andere Meinungen einholen da ich langsam aber sicher Verzweifele mit meinem kleinen.  Zuhause haben wir ein ganz normalen Alltag.  Manchmal gibt es Wutausbrüche oder wiederworte aber allem in allem normales Verhalten. Mein kleiner ist jetzt 4,5 Jahre.  Nun das eigentliche Problem:  Ich gehe mittlerweile schon mit Bauchschmerzen in den Kindergarten wenn es ans abholen geht.  Mein kleiner mutiert an manchen Tagen regelrecht zum Tyrannen gegenüber anderen kindern... (Laut den Erziehern)  Er Schlägt, Beißt, schreit und Schubst.  Laut Bezugserzieherin fehlt Ihm die Impulzkontrolle. Kleinere Kinder haben bei ihm "welpenschutz" dort geht er sehr behutsam vor und kümmert sich sehr liebevoll um die kleineren. Auch wenn ein anderes Kind sich wehtut ist er der erste der hilft und sich solange kümmert bis es dem Kind wieder gut geht. Seine Jungs gruppe hat er auch mot denen er spielt und es ab und zu mal Streitereien gibt, aber nichts dramatisches.  Leider kommt es mindestens 1x die woche vor das er den Vogel abschließt und ich am liebsten im boden versinken möchte wennn ich höre was wieder los war...  Fall 1: er und ein anderes Kind sind auf dem Klettergerüst, die Erzieherin sagt zu Ihm das jetzt noch einmal das andere kind darf und danach er. Danach biss er dem anderen kind in den Kopf, kind übergibt sich und die mutter musste es abholen. Er sagte er wurde geärgert, erziehein sagt nein.  Ich versuche wirklich immer meinem kind zu glauben aber im Moment hat er die lügen Phase und manchmal zweifle ich ob er mir die Wahrheit sagt. Zwischendurch zweifle ich an den Erzieherinnen da ich merke das manche anderes mit ihm umgehen als mit den anderen kindern.  Fall zwei: Es gab Streitigkeiten, erzieherin geht auf augen Kontakt mit ihm und er schubst sie mit dem kopf gegen ein Geländer. Vlt unglücklich positioniert aber geht trotzdem nicht. Das zieht sich seit dem er jetzt 1,5 jahre im Kindergarten ist so durch. Wir haben sehr gute Tage an denen er in den höchsten tönen gelobt wird jnd an manchen Tagen möchte ich los weinen wenn ich höre was schon wieder war. Ich traue mich schon garnicht mehr zu fragen ob alles gut war.  Ich habe alles versucht: erklären warum wieso weshalb man das nicht macht, geschimpft, verboten, ruhige Gespräche, rollenspiele ähnlicher Situationen ect. Es geht paar Tage gut dann kommt wieder Knüppel dick.  Ich Arbeite eng mit seiner bezugserzieherin zsm und ich übe mit ihm zuhause Frust Kontrolle. Wir sprechen uns ab, haben viele Gespräche. Aber es wird nur sehr schleppend besser. Sie sagt auch er ist super empatisch und ein toller Junge. Ich weiß das wenn er geärgert wird das er sich auch gegenüber den anderen wehrt. Das soll er auch wenn deutliche "NEINS" nicht helfen. Aber das nimmt langsam überhand.  Wir waren bei einem Psychologen der sagt frustkontrolle sonst super junge, gute Auffassungsgabe ect. Er weiß auch in der Theorie was richtig und falsch ist. Aber in der Wut denkt er darüber nicht nach und es ist wie ein Schalter bei ihm.  Im kindergarten versuchen Sie Situationen schon aus dem weg zu gehen damit es ihm alles leichter fällt und kein Konflikt Material da ist.  Nächste woche haben wir termin beim kinderarzt, dort möchte ich weitere Möglichkeiten besprechen. Nächstes Jahr kommt er in die Schule und ich habe jetzt schon massive panik das es da nur noch schlimmer wird.  Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende, zuhause ist es ein normales kind und im Kindergarten hört es sich an als wäre er ein Monster...  Ich weiß nichtmehr ob ich ihm glauben soll oder den Erziehern...  Hat jemand sowas vlt ähnlich erlebt oder noch Tips und Anlaufstellen? 


JoMiNa

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Antwort auf Beitrag von RosenRot

Mir ist nicht ganz klar, ob der Kindergarten dein Kind wirklich als "auffällig" ansieht, oder ob das Kind einfach manchmal noch sehr impulsiv handelt, aber noch im altersgerechten Rahmen. Mir fällt auf, dass du mehrfach betonst, wie unangenehm die die "Vorfälle" sind, was ich natürlich verstehen kann. Aber kein Kind ist ein "Engel", aggressives und impulsives Verhalten steckt in jedem Kind. Dein Kind ist noch weit davon entfernt, seine Impulse wie ein Erwachsener zu kontrollieren. Nur weil dein Kind mal jemanden schubst, musst du nicht gleich vor Scham in den Boden versinken. Auch finde ich es normal, dass ein Kind in dem Alter nicht alle Konsequenzen absehen kann, gerade wenn es wütend ist. Also da wird auch auf dem Klettergerüst oder neben einem Geländer geschubst, was objektiv betrachtet natürlich viel gefährlicher ist als auf einer freien Fläche. Aber diese Tatsache kann dein Kind in dem Moment noch nicht verstehen. Das macht es damit noch lange nicht zum "Monster". Warum befürchtest du, dass es in der Schule noch schlimmer wird? Normalerweise funktioniert Impulskontrolle und Frustrationstoleranz mit dem Alter immer besser. Ist es denn ein Muss- oder ein Kannkind? Wenn du wirklich das Gefühl hast, dass dein Kind noch nicht für die Schule bereit ist, kannst du es ggf. auch als Musskind zurückstellen lassen. Ich denke, es ist nicht verkehrt, nochmal mit dem Kinderarzt zu sprechen. Was sagt denn die Bezugserzieherin, sieht sie Handlungsbedarf? Meist wissen die Pädagogen im Kindergarten gut über mögliche Anlaufstellen Bescheid. Vielleicht kannst du dich noch parallel um einen Termin zur Erziehungsberatung kümmern. Vielleicht bekommst du dort nochmal neue Ansachtpunkte. Das könnte auch einfach nur eine andere Sichtweise auf das Verhalten deines Kindes sein.


RosenRot

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Vielen Dank für deine Antwort.  Ja, der Kindergarten hat mich tatsächlich sehr früh auf das auffällige Verhalten angesprochen. Ich führte das jedoch auf die Umstellung von Krippe (max 12 kinder) zu Kindergarten (50 kindern in mehreren Gruppen). Da merkte ich schnell das ihm die Umstellung sehr zu schaffen machte. Wir sind seit dem er in den Kindergarten sind sehr oft in Gesprächen bzgl. Des verhalten von ihm. Obwohl wir uns einig sind das es bei weiten schon viel besser beworden ist mit seinem Verhalten wenn man die komplette Zeit betrachtet.  Leider hat mich die damalige Leitung so verrückt gemacht mit wenn das Verhalten sich nicht ändert dann ist er für die Einrichtung nicht mehr tragbar oder wenn er so weiter macht wird er irgendwann alleine da stehen und kein kind will mit ihm spielen weil er sein Ruf weg hat.  Als letztens der Brief kam mit Einschulung wurde mir danach nur gesagt er muss seine Wut und austicker bis dahin unter Kontrolle haben sonst wird er nicht lange in der Grundschule bleiben.  Vlt verunsichert mich das auch so gerade weil die Erzieher 1x die woche auf mich zu kommen was wieder los war.  Er ist ein Muss Kind das trägt zu meiner Sorge noch bei.  Ja seine Bezugserzieherin sieht dort handlungsbedarf. Wir sind auf ihr anraten schon ins SPZ gegangen die haben ihn eingeschätzt bzw oberflächlich "bewertet". Da kam nur die frustkontolle und impulsivität zu Sprache. Ansonsten war alles dem Alter entsprechend. 


JoMiNa

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Danke für deine Antwort. Ich würde es so zusammen fassen, dass dein Sohn schnell "körperlich" wird mit anderen Kindern, auch im Vergleich zu seinen Altersgenossen. Aber seine Entwicklung ist sonst komplett im Rahmen. Ergotherapie in der Gruppe klingt in dem Fall tatsächlich sinnvoll. Einfach beim Kinderarzt ansprechen, und auch bei der Terminvereinbarung beim Therapeuten gleich sagen, dass es um das Verhalten in der Gruppe geht. Ein kurzes Schreiben vom Kindergarten ist für den Kinderarzt hilfreich, da er das Kind ja nicht in seinem Verhalten gegenüber anderen Kindern beurteilen kann. Auch ein Musskind kann zurückgestellt werden. Ich habe im Umfeld zwei April bzw. Mai-Kinder, die auf Wunsch der Eltern und mit Unterstützung von Kindergarten/Kinderarzt ohne große Schwierigkeiten zurückgestellt wurden. Das hängt natürlich vom Bundesland ab. Die Impulskontrolle kann sich in 1,5 Jahren noch deutlich verbessern. Aber sich über alle Möglichkeiten informieren ist besser als Panik zu schieben 😉 Wie verhält er sich denn in Kleingruppen? Macht ihr regelmäßig Spieltreffen aus oder geht auf den Spielplatz? Wenn nicht, würde ich das einführen. Denn da kann dein Sohn zum einen das Sozialverhalten mit anderen Kindern üben (wie jemand schrieb - Kinder verhalten sich anders als Erwachsene!) und zum anderen hätte er dann ggf. einige Freunde als Verbündete im Kindergarten, was es ihm dort erleichtern würde. Insgesamt solltest du nochmal in dich gehen, warum du deinen Sohn als "Monster" oder "Schreck" bezeichnest, obwohl er anscheinend einfach nur noch sich in großen Gruppen schwer tut, sich angemessen zu verhalten. Du schreibst doch selbst, dass er ein empathischer Junge ist und auch von anderen so beschrieben wird. Er braucht nur etwas Unterstützung und Übung im manchen Bereichen.


WonderWoman

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deine panik und scham machen die sache nicht besser. ich finde sie nach deinen schilderungen auch unangebracht. zu hause ist es leicht brav zu sein wenn einem keine oder wenig andere kinder in die quere kommen, wenn es eine 1:1 betreuung gibt, wenn es nicht so laut und nicht so stressig ist. kita ist anstrengend und dann klappt das mit der impulskontrolle noch nicht immer so richtig. ich kenne kein kind mit 4,5 das seine impulse immer, zuverlässig und auch unter stress unter kontrolle hat. deine erklärungen daheim sind auch ziemlich überflüssig weil sie nicht in einem zeitlichen zusammenhang mit der "tat" stehen, diese verbindung stellt ein kind in dem alter noch nicht her. wenn diese "dramatischen" vorfälle in der kita passieren ist die kita am zug darauf angemessen zu reagieren. und dann muss es aber auch gut sein dürfen für das kind. für mich passen die schilderungen der vorfälle nicht zum drama. entweder du hast die richtig schlimmen vorfälle ausgelassen oder jemand (du? die kita?) machen panik wo es keinen grund gibt. deswegen schließe ich mich der frage der vorschreiberin an: sieht die kita das auch so dramatisch wie du oder überdramatisierst du das in deiner unangemessenen scham und deinen überzogenen ansprüchen an dein kind?


RosenRot

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Antwort auf Beitrag von WonderWoman

Danke für deine Antwort Das kann natürlich sein das ich mit meinem Verhalten auch dazu beitrage wie er sich verhält.  Mich haben ziemlich zu Anfang mehrere Erzieherinnen darauf aufmerksam gemacht.  Leider ziehen sich die vorfälle seit dem er im "großen" kindergarten ist wie ein roter Fade durch.  Ja das waren nur zwei Vorfälle, es geht da auch garnicht wirklich um die schwere der vorfälle sonder das es seit Eintritt im kindergarten wöchentliche vorfälle gibt von bis ist alles dabei. Und ich werde öfters von den Erzieherinnen darauf angesprochen was wieder los war auch ohne nachfragen. Große Ansprüche habe ich am meinen kleinen garnicht. Er darf sich ausprobieren machen und tun. Nur leider macht mir das was der kindergarten sagt sorgen, dabei möchte ich nur das er ein unbeschwerten leben hat und Sein kind sein genießen kann. 


Chriss123

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Wieso fragst du denn überhaupt jeden Tag "wie es war"? Wenn dein Sohn wirklich problematisch war, werden die Erzieher sich garantiert von sich aus melden. Wenn es im altersgemäßen Rahmen ist, melden sie sich bei uns meist gar nicht - wozu auch? Wir Eltern können Situationen im Kindergarten ohnehin nie komplett verstehen, beurteilen und schon gar nicht beeinflussen. Da musst du dir doch nicht jeden Tag absichtlich den Stress geben und nachfragen?  Ich finde das klingt auch aus Sicht deines Sohnes nicht so schön... denn ich bekomme so ein bisschen das Gefühl von "Mama fragt jeden Tag, wie ich mich benommen habe und dann redet sie nachher auf mich ein, was alles falsch war, obwohl ich in dem Moment einfach nicht anders konnte" von diesem Post. Und würde da etwas den Druck raus nehmen. Die Erzieher sind aufmerksam. Dass sie deinen Sohn anders behandeln als andere Kinder ist ja scheinbar begründet. Und dann auch richtig. Gute gerechte Erziehung ist nämlich nicht "alle gleich behandeln", sondern "alle so behandeln, wie sie es brauchen" - der Fehler wird auch bei Geschwistern häufig gemacht. Solange niemand dort steht und deinen Sohn von vornherein aus Aktionen ausschließt, weil "er dann jemandem weh tut", find ich das ok. Er braucht ja sanftes Feedback, dass sein Verhalten verbessert werden kann.  Ansonsten vermute ich mal, dass ihr zu Hause einfach automatisch weniger in die Konfrontation geht. Weißt du, wir sind erwachsen und kennen unsere Kinder sehr sehr gut. Da reagieren wir oft intuitiv so, dass wir Konflikte vermeiden. Und natürlich macht ihr vieles mit eurem Sohn schon seit seiner Geburt immer gleich, sodass keiner von euch diese Abläufe hinterfragt. Das ist auch total ok. Aber in der KiTa sind andere Kinder und die haben auch ihre Wünsche fürs gemeinsame Miteinander. Die widersprechen sich oft mehr als die innerhalb einer Familie. Daher kommt sowas wie mangelnde Kontrolle in der KiTa oft mehr raus. Find ich ganz normal.  Wenn meine Tochter mit mir spielt und die Regeln plötzlich ändert, akzeptier ich das oft einfach. Weil es mir schlicht egal ist, ob ich 'Stella' führe oder das Holzpferd plötzlich 'Maxi' heißt. Ich will ne schöne Zeit mit/für meine Tochter. Aber ein anderes Kind gibt dort auch mal kontra (z.B. weil nur 'Kleiner Onkel' der richtige Pferdename sein kann) und das 'ärgert' meine dann. Wenn ich im Spiel mit ihr ein 'bockiges' Kleinkind immitiere, wie es ihr in der KiTa sicher auch mal begegnet, triggert sie das auch schnell. Sie schreit mich zwar nur an statt körperlich zu werden, aber so sehr unterscheidet sich das jetzt auch nicht von eurem Sohn. Das könntet ihr zu Hause also auch üben, wenn ihr wollt. Spannend ist auch, wenn man mal selbst die nie ausgesprochenen Spielregeln ändert - einer der Opas macht das hier oft zufällig, weil er körperlich nicht so mithalten kann wie die restlichen Familienmitglieder. Oh, wow, kann da unser normalerweise entspanntes Kind explodieren. Ist ein klassischer Fall von "ich hatte eine Erwartungshaltung wie das hier abläuft und mein Gegenüber bricht die nicht besprochen Regeln. Der ärgert mich doch sicher extra!!!".  Die echte Situation war bei euch bestimmt anders, aber... Wenn z.B. dein Sohn und das andere Kind auf dem Klettergerüst die stille Absprache hatten, dass immer der dran ist, der als erstes an Stelle X steht und der gutmeinende Erzieher greift da regulierend ein, sodass sie sich plötzlich abwechseln müssen... würd mich auch ärgern. Vorallem, wenn es vorher gut gelaufen ist und beide Kinder zufrieden waren. Dieses krampfhafte Gerechtigkeitsstreben von außen ist echt nicht immer hilfreich. Ich war da neulich auch irritiert, weil meine Tochter das Kuscheltier einer ihrer Freundinnen nicht anfassen durfte. Eine dritte Freundin aber schon. War drauf und dran sie darauf hinzuweisen, dass sie doch vielleicht in Situationen, in denen sie ausgegrenzt wird, einfach mit wem anders spielen soll. Stellt sich raus: meine war der Tierarzt, den die Tierbesitzerin im Urlaub getroffen hatten, und das liebe Tier hatte Angst. Die Vermieterin der Ferienwohnung (Kind 3) war aber ok. Und meine war absolut glücklich damit, Tierärztin zu sein.


RosenRot

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Antwort auf Beitrag von Chriss123

Tatsächlich frage ich schon garnicht mehr nach wie es war an dem Tag. Ja am anfang habe ich das gemacht aus interesse. Seit dem kommen die Erzieherinnen auf mich zu wenn etwas war, das es nur mindestens 1x wöchentlich ist lässt manchmal an mir zweifeln. Und ich hinterfrage mich,die Einrichtung und die Situation und lasse sie mir von meinem kleinen auch nochmal erklären um herauszufinden wie es dazu gekommen sein könnte. Um mein kind auch zu verstehen. Und ja die Nachfrage von mir aus Sicht meines Kindes könnte schon negativ für ihn sein. So habe ich das noch garnicht gesehen, wobei ich dem eher aus dem Weg gehe mittlerweile damit ich schnell wieder raus bin.  Hatte das Gespräch vorhin noch mit der Erzieherin die dabei war und konnte das Muster mit dem " Einmischen" von deiner Antwort dort wieder erkennen. Die Situation war nämlich genau die das die Jungs klar kamen bis noch ein kind dazu kam und sie sich dann abwechseln mussten. Das hat die sache dann eskalieren lassen da es vorher wohl funktioniert hatte, aber die Erzieherin nach regel gehandelt hat nur 2 kinder am Gerüst.  Leider hat sich die Mutter tierisch über den Vorfall geärgert und im kindergarten deswegen aufstand gemacht. Verständlich , ich wäre auch nicht begeistert wenn mein kind gebissen wird und sich aus schreck übergibt und ich deshalb von arbeit antreten muss. Wobei seine Bezugserzieherin zu mir sagte lass das mal meine Sorge sein.  Da sie fie stellvertretende Leitung ist bin ich froh das mein kleiner sie hat denn sie versucht immer auf ihn einzugehen und unterstützt ihn wo es nur geht. Das die situation eskaliert ist werde ich nächste woche im Gespräch nochmal ansprechen. Du hast mir da nochmal eine ganz andere Sicht auf die situation gegeben. Danke dafür. 


Chriss123

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Antwort auf Beitrag von RosenRot

Ah, ok. Wenn du nicht täglich von dir aus fragst, seh ich das mit dem negativen Signal für deinen Sohn deutlich entspannter. Denn dass du nachfragst, wenn etwas schief gelaufen ist, ist verständlich. Ich würde das dann auch bewusst kurz halten und nur einmal fragen, was passiert ist und ob alles geklärt wurde. In der Regel haben sich die Kinder bei uns nämlich bis zum Abholen schon längst wieder vertragen und können das erneute Durchsprechen im Detail gar nicht recht nachvollziehen. Das macht meist mehr Unruhe als das es hilft.  Ich hätte nämlich etwas Sorgen, dass dein Sohn sich selbst irgendwann als "Kindergartenschreck" wahr nimmt und sowas erfüllt sich dann oft von selbst. "Ich mach es eh regelmäßig falsch, dann ist es ja auch egal, wenn ich es einmal mehr falsch mache..." Da du mit seiner Erzieherin so gut klar kommst, kannst du ja auch mal ihre Meinung dazu abholen, wie solche Gespräche geführt werden sollten.  Gruppenaktivitäten in der Freizeit klingen wirklich gut. Wenn Ergotherapie schwer zu bekommen ist, geht vielleicht auch ein regulärer Kinderkurs. In dem Alter dürfen Eltern ja teils noch mit dazu, das würde ich zur Sicherheit bei euch empfehlen. So kannst du das Verhalten auch selbst besser einschätzen und vielleicht Muster erkennen. Gruppensport wie Fußball wär ein Klassiker, aber ich würde ehr etwas ruhigeres wählen, z.B. Singen, Gartenarbeiten oder Reiten. Die ruhige Grundstimmung hilft, dass es länger dauert bis Emotionen ins körperliche übergehen und wenn es was mit Tieren ist, sind die meisten Kinder automatisch ruhiger. Wenn euer Sohn denn ein gewisses Interesse für diese ruhigen Sachen aufbringen kann. Ein erzwungenes Hobby hat noch keinem geholfen. Dann lieber Sport und Toben. Das mit der speziellen Situation am Klettergerüst ist total typisch. Wenn es demnächst in ähnlicher Konstellation passt, frag mal "über wen" er sich geärgert hat. Oft genug sind es nämlich die Erzieher mit ihren doofen Regeln, die ärgern und nicht die anderen Kinder. Die sind nur körperlich leichter zu erreichen und im Übersprung der Wut dann die Leidtragenden. Je nach KiTa kann man dort dann tatsächlich ansetzen und bessere Regeln finden. Bei uns hätte z.B. K3 Schlange stehen müssen, bis K1 und K2 fertig sind mit Klettern. Meist kommt dann die Idee mit dem Abwechseln ganz von selbst von den Kindern und es bleibt friedlich. Hier regulieren die Erzieher erst, wenn einer sich beschwert (meist mit dem Hinweis aufs Abwechseln) oder es schon eskaliert ist. Ist leider eine ziemliche Umstellung für die Erzieher, die nicht alle mögen. Aber genau da sind die "unbequemen" Kinder wie dein Sohn so wichtig. Sie zeigen uns, wo die Strukturen (ungewollt) am Kinderbedürfniss vorbei gehen und ermöglichen Veränderung. Streit ums Klettergerüst ist nämlich echt keine große Sache, das haben meine Eltern noch in großen Kindergruppen auf dem Dorf frei laufend von selbst regeln gelernt.


Lillimax

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Hallo, das klingt wirklich ganz schön herausfordernd. Sicher ist dein Sohn nicht an jeder Situation im Kiga schuld. Aber klar ist, dass er sich im Kindergarten anders verhält als die meisten anderen Kinder. Der Gesamteindruck zählt, und der ist nicht gut. Denn er grenzt sich damit nicht nur bei den anderen Kindern aus, sondern auch bei deren Eltern. Man will als Mutter nicht, dass das eigene Kind sich zum Spielen verabredet mit einem "Beißer". Es geht auch eher nicht darum, wem man "glauben soll". Denn natürlich kann dein Sohn dir nicht erzählen, dass die Aggression meistens von ihm ausgeht – kein kleines Kind macht sich selbst schlecht oder hat schon Einsicht in Schuld und Verantwortung. Das ist viel zu früh. ALLE jüngeren Kinder schildern Situationen so, dass sie selbst dabei möglichst gut wegkommen – sie können nicht anders, das ist ganz normal.  Durch lange Erklärungen und Aufs-Kind-Einreden zuhause kannst du keine Besserung im Kiga erreichen. Es fehlt ja das praktische Training mit anderen Kindern unter fachkundiger Anleitung. Deshalb denke ich, dass dein Sohn bis zum Schuleintritt Ergotherapie machen sollte. Denn da wird ganz konkret geübt, wie man sich in einer Gruppe verhält, wie man fair und rücksichtsvoll ist, wie man Konflikte mit Worten statt mit Beißen oder Schubsen löst. Das wird in ganz kleinen Gruppen und sehr spielerisch trainiert (Kinder kriegen kleine Projekte, die Spaß machen und die sie zusammen umsetzen). Dass ihr das jetzt zeitnah macht, ist wichtig, denn genau wie du sagst, wird dein Sohn sonst Probleme in der Schule bekommen. Auch dort grenzen aggressive Kinder sich schnell selbst aus, sie sind weder bei der Lehrerin noch anderen Eltern beliebt und haben es daher schwerer, Freunde zu finden. Ergotherapie dauert etwa ein Jahr, und es sind auch nicht immer gleich Plätze frei. Deshalb würde ich ihn rasch anmelden. Dies geht per Überweisung vom Kinderarzt oder auch durch einen ersten Termin in einem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), um ihn mal vorzustellen. Auch dort wird Ergotherapie angeboten.  Es wird dann schon inh. weniger Monate eine Besserung eintreten, du wirst sehen. LG


kia-ora

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Kindergarten ist mega anstrengend und nicht jedes Kind schafft das. Wäre ein Waldkindergarten möglich? Natur hilft oft Wunder. Allein die Lautstärke würde sich dort reduzieren.   Auch eins meiner Kids ist ähnlich wie deiner. Super empathisch und freundlich, aber manchmal legt sich ein Schalter um und dann geht nix mehr....  Ist nicht einfach. Da hilft nur Akzeptanz und beobachten. Irgendwann kennt man die "Knöpfe" und findet einen Weg.  Manchmal findet man Hilfe von außen (Psychologen....) aber oft geht das auch schief oder es bringt einfach nix. Muss man einfach ausprobieren. Schule muss man sich daher gut aussuchen und auch die Betreuung (OGS). Ich nutze die Schulpsychologische Beratungsstelle. Nicht jeder Lehrer glaubt einer Mutter. 


die_ente_macht_nagnag

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Wenn er sagt, er wurde geärgert, dann kann das aus seiner Sicht stimmen. Für einen  Außenstehenden mag das nichts sein. Warum hat er sein Klettern/Spiel unterbrechen sollen, um ein anderes Kind klettern zu lassen? Das würde mich auch ärgern.  Was natürlich nicht geht ist die körperliche Reaktion, das ist dann die (noch) fehlende Impulskontrolle. Hier sehe ich Kinder, die Ergotherapie habe und/oder eine I-Kraft zur Seite gestellt bekommen. Vielleicht wäre das für euch ein Weg.


Ani123

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Was hat das SPZ vorgeschlagen um due Impulskontrolle und Frusttrationstoleranz zu stärken?  Wann waren sie dort?  Mein erster Gedanke war Ergotherapie. Ob alleine oder in einer Gruppe, ich sehe in beiden Vorteile zur Förderung. Die Verordnung kann der Kinderarzt ausstellen.  Ich würde mit einzeln anfangen, weil es dort meist schneller einen Termin gibt als in einer Gruppe.  Vielleicht haben sie bei sich im Ort/Stadt eine Praxis, welche verschiedene Standorte hat. Wenn sie die Bereitschaft zeigen eine Fahrstrecke auf sich zu nehmen ist es meist leichter einen Platz zu bekommen.  Gerade im Hinblick auf Schule ist es gut früh mit Therapien zu beginnen.