Julebule91
Hallo, Ich bin selbst Erzieherin, doch langsam weiß auch ich nicht weiter. Unsere Tochter (wird im Mai 4 ), geht seit September 2025 in den ortsansässigen Kindergarten. Davor war Sie bereits zwei Jahre in einer Krippe, Sie kennt fremdbetreuung also schon. In die Krippe ging unsere Tochter immer gerne. Sie fragte oft am Wochenende oder in Ferien, wann Sie wieder da hin kann. Im Kindergarten erleben wir ein ganz anderes Kind. Sie geht nicht gerne, morgen fragt Sie täglich nach dem erwachen, ob Sie heute in den Kindern geht. Wenn die Antwort "ja, du darfst heute in den Kindi" ist, wird Sie weinerlich, anhänglich. Sie sagt oft, dass es so laut im K. ist. Es gab bereits Gespräche mit dem Personal , wir versuchen immer die positiven Dinge hervorzuheben. Bei Erzählungen gehen wirdrauf ein und nehmen alles ernst was Sie erzählt. Es bleibt jedoch bestehen, Sie will da einfach nicht hin. Sie ist keine die sich auf den Boden legt und weint, sie leidet still. Nachmittags ist Sie oft erschöpft. In den Ferien war Sie entspannt, erster Tag Unruhe Alpträume, erschöpftheit... Wir reden über Gefühle, benutzen viele tolle Bücher, Affirmationskarten, Malen Verbindungsherzen ... Um Tipps bin ich Dankbar.
Hallo, ich weiß natürlich etwas wenig über die Situation: Ist deine Tochter im selben Kiga, in dem du arbeitest? Das ist ja durchaus üblich und in vielen Einrichtungen kein Problem, wenn das Kind in eine andere Gruppe geht. Dann wäre sie nicht so allein. Falls du momentan nicht berufstätig bist, gibt es vielleicht ein kleines Geschwisterkind? Auch dann kann es für das ältere Kind schwierig sein, in den Kiga zu müssen, während das jüngere Kind bei Mama sein darf. Das gilt auch, wenn deine Maus früher ganz gern in die Fremdbetreuung gegangen ist. Generell kann man sicher sagen, dass eben jedes Kind anders ist. Und dass alles normal ist: dass ein Kind gern in den Kiga geht ebenso, wie dass ein Kind (phasenweise) nicht gern in den Kiga geht. Einfach weil Menschen unterschiedlich sind, und das gilt auch schon für kleine Menschen. Es ist toll, dass du schon so viel ausprobiert hast (Kärtchen usw.). Man darf aber auch pragmatisch sein. Wenn es familiär nötig ist, dass deine Maus in den Kiga geht, dann muss sie dort hin. Nicht immer decken sich die Wünsche von Eltern und Kind, auch das ist das normale Leben. Wenn meine Kinder Phasen hatten, wo sie nicht in den Kiga wollten, habe ich ihnen gesagt: Mamas und Papas Job ist es, ins Büro zu gehen – und dein Job ist es, in den Kiga zu gehen. Das haben die Kinder ganz gut verstanden, und es ist auch ehrlich. Denn der Kiga ist fürs Kind ja eine Pflicht, das ist eine Tatsache. Natürlich ist es schöner, ein Kind geht gern dorthin, aber das gilt eben für viele Kinder nicht, sie wären lieber zuhause. Aber wenn die Eltern arbeiten müssen, haben eben alle ihre Pflichten: Eltern UND auch die Kinder. Wichtig fände ich jetzt, um die Kiga-Unlust deiner Tocher nicht zu viel Bohei zu veranstalten. Deine Maßnahmen waren sehr liebevoll gemeint, aber mit zu viel Gemache, Aufmerksamkeit, Erklärungen usw. bestärkt man das Kind eher noch darin, dass Kiga fragwürdig ist – denn sonst würde Mama nicht so einen Wirbel darum veranstalten. Ich denke, weniger ist jetzt mehr. Ich würde dem Kiga-Besuch Selbstverständlichkeit und Beiläufigkeit verleihen. Er sollte nicht allmorgendlich aufs Neue diskutiert oder dem Kind mühevoll schmackhaft gemacht werden. Das verstärkt das Problem eher. Sondern da wird morgens ganz selbstverständlich hingegangen. Gehe auf Protest eher beiläufig und zurückhaltend ein. Wie gesagt, wir hatten solche Phasen auch. Und bei uns gingen sie von selbst vorüber. Phasen bei Kindern haben ja immer zwei typische Eigenschaften: 1. Man kann sie nicht abkürzen, egal welche tollen Tricks man probiert. 2. Sie gehen vorbei. Immer. LG
So eine Phase hatten wir auch längere Zeit im selben Alter. Wir haben eher sachlich erklärt, warum eben alle bei uns irgendwo hin müssen und nichts weiter gemacht. Es wurde besser, als eine neue Freundschaft entstanden war und ab da gab es nichtmal mehr die Frage "Muss ich heute in den Kindergarten?".
Ich finde 3-4 Monate noch nicht so furchtbar lang und würde noch zu etwas Geduld raten. Ich hab zwei Kinder, alles ganz ähnlich wie bei euch (Erfahrung mit Fremdbetreuung, mit gut 3 Jahren in den Kindergarten gewechselt). Beide kannte zwar nach 3-4 Monaten schon alle Räumlichkeiten, Abläufe usw. aber so richtig angekommen waren sie nicht. Man hat richtig gemerkt, wie anstrengend sie die Tage fanden, nachmittags waren sie oft platt oder schlecht gelaunt. Den "typischen" Kindergarten mit über 20 Kindern von 3-7 Jahren pro Gruppe, ggf. noch mit offenem Konzept kann man nicht mit einer kleinen U3-Gruppe vergleichen. Bei U3 ist alles noch stark vom pädagogischen Personal gesteuert. Dagegen ist Ü3 "Wild Wild West". Plötzlich ist ein Haufen älterer Kinder um einen herum, die schon "fest im Sattel sitzen". Viele Konflikte müssen direkt unter den Kindern gelöst werden, weil gerade keine Erzieherin greifbar ist. Das alles kann am Anfang ganz schön einschüchternd sein, gerade für sensiblere Kinder. Die Lautstärke fand ich übrigens auch teils echt anstrengend, als ich während der Eingewöhnung da war. Ich verstehe, dass du gerade mit deinem beruflichen Hintergrund dir wünschst, dass sich deine Tochter wohl fühlt. Aber manche Kinder brauchen länger, um richtig anzukommen. Und manche Kinder gehen einfach nicht so gern in den Kindergarten, entweder weil in dem speziellen Kiga die Chemie nicht stimmt, oder weil es ihnen generell zu voll / wuselig / laut ist oder große Gruppen einfach nicht ihr Ding sind. Wo ich einer Vorrednerin auf jeden Fall zustimme, ist dass andere Kinder Ü3 zu sehr wichtigen Bezugspersonen werden. Wenn ein Kind 2-3 zuverlässige Freunde in der Gruppe hat, ist das viel mehr wert, als ein super Verhältnis zu einer Erzieherin. (Ist überhaupt nicht abwertend gegen dich und deine Kolleginnen gemeint, aber aufgrund der Gruppengröße sind für ein Kind die Erzieherinnen einfach zu selten greifbar.) Daher wäre mein Tipp, potentielle Freundschaften zu fördern. Und ansonsten deinem Kind einfach die Zeit zu geben, anzukommen. Es ist ok, wenn der Kindergarten nicht sein Lieblingsort ist. Und du kannst darauf auch wenig Einfluss nehmen.
Ich finde die Begründung Deiner Tochter interessant. Sie sagt ja nicht, dass sie lieber bei Dir sein will, geärgert wird, die Erzieherinnen doof findet, was die meisten Kinder sagen, die nicht in den Kindergarten wollen, sondern es ist ihr zu laut. Es gibt Menschen, die deutlich reizoffener sind, als andere. Das kann verschiedene Ursachen haben. Das Ergebnis ist jedenfalls, dass diese Menschen sich z.B. durch Lärm wesentlich mehr gestresst fühlen, als durchschnittliche Menschen und entsprechend fertig sind, wenn sie sich Lärm aussetzen müssen. Ein Kindergarten ist super laut. Ich kann mich erinnern, dass mich das als Kind auch sehr gestresst hat. Aber bei mir war der Kindergarten um 12 Uhr zuende. Danach hatte ich meine Ruhe. Deine Tochter ist ja vermutlich länger da. Falls Euer Kindergarten ein offenes Konzept hat, könnte Deine Tochter sich z.B. mehr in den ruhigen Räumen aufhalten. Falls das nicht geht, könnten die Erzieherinnen ihr anbieten, sich mit Kopfhörern in eine Ecke zu setzen und dort etwas ruhiges alleine zu machen, wenn es ihr zu viel wird. Falls das für Euch möglich ist, würde ich Deine Tochter nur vormittags in den Kindergarten schicken und erst verlängern, wenn sie selbst das möchte.
Mein Sohn war auch 2 Jahre in der Krippe und ist dann in die Kita. Was soll ich sagen? Nach 1,5 Jahren habe ich aufgegeben. Er will da nicht hin und freut sich auf den neuen Kindergarten, in den er bald wechseln kann. Manchmal passt es einfach nicht. Ein Kind, was klar kommuniziert und sich über die Lautstärke beklagt würde ich ernst nehmen und mich nach einer Alternative umsehen. Leiser wird es dort bestimmt nicht.
Unser Großer hat ein Jahr gebraucht um anzukommen. Es kann also einfach lange dauern, aber das kannst Du nur alleine abwägen. Es gibt auch einfach Fälle wo es keine Passung zw Kind und KiTa gibt. Wenn es "nur" der Lärm ist, würde ich Lärmschutzkopfhörer ausprobieren. Die gibt es in dem Alter auch schon als kleinere in ear Varianten. Mein Großer trägt sie nicht gerne, aber da war die Lösung, dass die Erzieherinnen in der Gruppe etwas mehr darauf geachtet haben, wenn es ihm zu viel wird und dann rausgeschickt haben (entweder Ruheraum oder ruhigere Ecken im Gruppenraum oder in der Küche mal eine Flasche Wasser o.ä. holen). So konnten für ihn ruhigere Phasen geschaffen werden, die die Überreizung etwas umschiffen konnten. Ganz viel Glück wünsche ich Euch.