Elternforum Die Grundschule

Bläserklasse

Die Grundschule
Bläserklasse

vb123

Hallo, an unserer Grundschule wird in Klasse 3&4 eine Bläserklasse angeboten. Die Kinder/ Eltern können wählen, ob das Kind am normalen Musikunterricht teilnimmt, oder an der parallel stattfindenden Bläserklasse. Eigentlich was für mich klar, dass das Kind "irgendwann" ein Instrument lernen soll, und in der Schule wäre natürlich sehr praktisch. Bei Ganztagsschule und 4 Hobbies sind die Nachmittage eh schon knapp... Kann jemand Erfahrung teilen, wie zufrieden Eltern & Kind mit einer Bläserklasse waren? Hat sie zum allgemeinen musikalischen Verständnis mehr beigetragen als der Standard-Musikunterricht? Welchen Einfluss hatten die Kinder auf die Instrumentenauswahl? (Bus plus Mietswohnung, da brauch ich keine Tuba.) Wie häufig mussten die Kinder üben? Waren sie motiviert oder ist die Anfangseuphorie schnell verflogen? Es soll noch eine Infoveranstaltung geben, allerdings muss man schon vorher grundsätzlich zu- oder absagen für 2 Jahre. Danke vorab!


die_ente_macht_nagnag

Antwort auf Beitrag von vb123

Ich kenne das nur aus der weiterführenden Schule. Meine Älteste spielt Geige, und wir mussten das alles privat organisieren. Üben tut sie täglich, etwa 10 min, mehr oder weniger motiviert. Sie geht aber sehr gern zum Unterricht und ins Ensemble. Finde das Angebot super praktisch, wenn eh ein Instrument gelernt werden soll. Hier würden für mich die Vorteile klar überwiegen. Es werden ja auch Querflöten und Klarinetten gebraucht ... die sind schön handlich und können leiser gespielt werden ;-)


vb123

Antwort auf Beitrag von die_ente_macht_nagnag

Ich hoffe auch auf Querflöte oder Klarinette, das Kind hofft auf Waldhorn oder Trompete...


Sonnenblume50

Antwort auf Beitrag von vb123

Hallo,  wenn dein Kind Lust hat würde ich sie anmelden.  Mein Enkel geht auf eine IGS in die Bläserklasse und spielt Trompete. Er hatte vorher nichts mit Musik am Hut und ist jetzt total begeistert und will auch in der 7. KL. weitermachen.  5. u. 6. KL. waren auch verbindlich. Sie konnten zwischen 6 Blasinstrumenten wählen.  Bei uns in der Grundschule haben die Kinder in der 3. Klasse Noten gelernt . In der Bläserklasse lernen sie Noten ja automatisch mit.    LG


Cpt_Elli

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Meine ältere Tochter ist in einer Musikklasse. Bei uns ist die Instrumentenauswahl etwas größer (Geige, Gitarre, Blockflöte, afrikanische Trommel, Stimmbildung - Chorgesang). Der Musikunterricht wird nicht ersetzt, sondern es gibt eine extra Schulstunde mit Intrumentalunterricht in Kleingruppen.  Ich finde es super, da es Zeit und Kosten für die Musikschule spart. Die Kinder dürfen die Instrumente durchprobieren und müssen sich bis zur 3. Klasse festlegen. Bis dahin bekommen sie Leihinstrumente.  Hier muss man sich für die gesamte Grundschulzeit festlegen und unterschreibt, dass man mit dafür sorgt, dass die Kinder ausreichend üben und pfleglich mit den Instrumenten umgehen. Motivation und Eignung wurden in einem separaten Schulspiel überprüft. Bis jetzt klappt es wirklich gut. Aber man sollte sich halt bewusst sein, dass es kein Hobby ist, wo man sich wieder abmelden kann, sondern Teil der Schule. Hat dein Sohn denn Lust auf eins der Instrumente? Dann ist es sichereine tolle Möglichkeit. Vor allem weil man mit Blasinstrumenten ja auch in verschiedenen Ensembles spielen kann. Ich war selbst Klarinettistin im Schulorchester und mein Freund hat Fagott im Musikverein gespielt, sind beides gute Erinnerungen. Unterschied zum normalen Musikunterricht: Das ist ja wieder in jedem BL anders. Hier wird Musik im allgemeinen Fächerblock mit unterrichtet und geht nach meiner Wahrnehmung zumindest in der ersten Klasse total unter. Wenn ich mir den Lehrplan so angucke, kommt da auch nicht mehr so viel. Den Unterricht hält die Klassenlehrerin, die ist selbst Laie - was völlig ok ist. Aber die Instrumentallehrer sind halt selbst Musiker und können neben Notenlesen und Spieltechnik viel mehr "Drumherumwissen" vermitteln.   


Caot

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Letzten Endes ist es Gruppenunterricht, welcher keinen Einzelunterricht ersetzt. Man lernt die Grundlagen der Grundlagen. Kinder denen das leicht fällt sind schnell gelangweilt ob der Wiederholungen. Meine Kinder lernten Flöte, was schnell darüber hinaus wuchs um sie weiter bei Laune zu halten.    Ich, als selber Musikerin und zwei Kindern welche nach der Grundschulzeit sich trotz Profilfach und Musikklasse am Gymnasium schnell in der Gruppe gelangweilt haben, rate Dir den normalen Musikunterricht in der Schule zu wählen. Ich verbinde damit die Hoffnung auf Vielfältigkeit der Gestaltung, nicht nur die Fokussierung auf Blasinstrumente. Wenn dein Kind ein Instrument erlernen will, melde es in der Musikschule an.


vb123

Antwort auf Beitrag von Caot

Vielen Dank für Deine Antwort, Caot. Dass Gruppenunterricht bei weitem nicht Einzelunterricht ersetzen kann, ist klar. Mir geht es tatsächlich nur um ein "Reinschnuppern" ins selber musizieren. Und falls das Kind dran Spaß hat, kann es gerne ein weiteres Instrument seiner Wahl lernen, wenn es in 2-3 Jahren selber mit den Öffis zum Unterricht und zurück kommt.     


Cpt_Elli

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Hier wird in der städtischen Musikschule auch überwiegend in Kleingruppen unterrichtet. Ich hatte dort mal angefragt und kenne Kinder, die dort Unterricht bekommen. Bestimmte Instrumentengruppen haben außerdem verpflichtende Orchestertermine, da ab Beginn das Zusammenspiel mit anderen geübt werden soll. Ausbildungsziel ist halt Ensemblemitglied, nicht next Ann-Sophie Mutter. Und wenn ich mir die Kompetenzprofile im bayerischen Grundschullehrplan anschaue, dann sind das weitgehend Sachen, die nach meiner eigenen Erfahrung im Instrumentalunterricht eh vorkommen (gute Lehrperson vorausgesetzt). Erweiterte theoretische Grundlagen gibt es dann an der weiterführenden Schule. 


Caot

Antwort auf Beitrag von Cpt_Elli

Hier an den Musikschulen kann man sowohl Einzel- als auch Gruppenunterricht buchen. Das hängt vom Geld ab. Mehr Kinder = weniger Kosten für den Einzelnen. Großer Nachteil: man ist immer nur so schnell wie das schwächste Glied. Verbindlich ins Orchester mussten meine Kinder noch nie. Es sind lediglich Angebote. Aber Sinn und Zweck ist ja die Gemeinschaft im Hobby, Auftritte und Konzertreisen. Gerade dann wenn man keine Ann Sophie Mutter ist. 😉 Ich kenne den bayerischen Lehrplan nicht. Hier in BaWü hat der nicht viel hergegeben, aber der Musik-Gruppenunterricht auch nicht. Aber wer weiß. Bekanntlich steht oder geht die Begeisterung mit der Lehrperson.


Bosna

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Unsere Söhne waren auch in  einer Bläserklasse  Angeboten wurde es in der Schule , war aber ein privates Angebot. Ab der 3. Klasse. Instrument war wählbar, wurde aber auch bei einer Beratung auf das Kind abgestimmt.  Die Instrumente waren geleast . Einzelunterricht wöchentlich privat . Beim Dirigenten der Blasmusik Sohn 2 Schlagzeug und Posaune. Bei einer Musikerin der Blaskapelle Sohn 1 Saxophon. Kosten der Unterrichtsstunden monatlich 45€- 60€ Kosten Instrumente weiß ich jetzt nicht mehr. Wir haben gleich gekauft. Das war 2010. Bläserklasse 1 x wöchentlich . Plus Auftritte Nach 3 Jahren  erste Anfänge in der Jugendblaskapelle Vorraussetzung bronzenes Musikabzeichen. Söhne 21 und 23 j. spielen immer noch. Die Musik hat unser Leben und der unserer Söhne wirklich bereichert.  Es macht so viel Spaß in der Gruppe. Ich kanns nur jedem raten.  


Bosna

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Hab noch was vergessen. Geübt wurde am Anfang täglich 10 min. und wurde gesteigert vor Autritten bis zu 45 min.


Caot

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Das gibt es hier auch. Vor allem dort, wo der Musikverein motivierte gute Fachkräfte hat. Die holen sich so ihre Jungbläser. Aber - das hat, zumindest hier, nichts mit Musikunterricht als entweder oder zu tun. Sondern war eine Musikstunde am Instrument in einer Freistunde oder Anhangstunde. Den normalen Musikunterricht in der Schule hatte man trotzdem. So kenne ich es. Sicherlich gibt es da verschiedene Konzepte. Aber welche Musikerkollegen vom MV können schon vormittags in die Schule kommen? Hier war das immer am Rande des Schulunterrichts.