cindy_193
Hallo Zusammen :-) Ich muss mir mal soeben meine "Trauer" von der Seele schreiben. Mein Sohn ist 4,5 Jahre alt und anscheinend mitten in der Autonomiephase... Er liebt es aktuell zu diskutieren, so provozieren und seine Grenzen auszutesten. Gestern Abend durfte er ausnahmsweise länger wach bleiben, da er beim Fußball Training bei seinem Papa zuschauen durfte. Der "Deal" dabei war, dass zu Hause dann sofort ins Bett gegangen wird ohne zu trödeln. Funktioniert hat das natürlich nicht. Zu Hause angekommen wurde dann wieder getrödelt, Späße gemacht, dann wollte er noch etwas zu essen etc. Als es mir dann zu bunt geworden ist, habe ich ihm deutlich gesagt, dass jetzt Schluss ist und wir das nächste Mal keine Ausnahme mehr machen können wenn er sich nicht an Regeln hält. Das hat ihn wenig beeindruckt und als er dann endlich ins Bad kam um Zähne zu putzen hat er direkt wieder begonnen "Faxen zu machen" und hat extra lange getrödelt. Er hatte sogar wieder etwas zum Essen in der Hand, obwohl er eigentlich bereits fertig war. Da bin ich dann sauer geworden und habe die Zahnbürste welche ich schon seit gefühlten 5 Minuten in der Hand hatte, ins Waschbecken geworfen und bin in die Küche gegangen. Er hat dann kurz geweint und hat sich dann aber bei mir für sein Verhalten entschuldigt. Irgendwie, und warum genau weiß ich selber nicht, fühle ich mich aber sehr schuldig und bin traurig darüber, dass ich nicht besser reagiert habe. Kennt ihr solche Situationen? Bitte sagt mir, dass ich nicht alleine bin 🤔 Ganz liebe Grüße von einer sich schuldig fühlenden Mama
Hallo, was ist an der Reaktion schlecht?! ("nicht besser reagiert") Du hast authentisch reagiert - er hat gesehen, dass du sauer geworden bist und die Faxen (wortwörtlich) dicke hattest. Und vorher hattest du erklärt, was Sache ist. Wo ist das Problem? Kinder lernen ja durch Erfahrung aus ihrem Umfeld, wie die Welt funktioniert. Du kannst ihm das Ganze (mit den Regeln/ Vereinbarungen und dass man sich daran halten muss, sonst gibt es eben keine Ausnahmen) ja bei Gelegenheit nochmal erklären. Und es dann auch einhalten. Man lernt durch Erfahrung und Übung. PS Ich kann mich erinnern, dass es geholfen hat, quasi den Rahmen der entsprechenden Situation so zu gestalten, dass bestimmte "Faxen" gar nicht möglich sind. Z.B. bei euch - warum hatte er wieder was zu Essen in der Hand, wie kam er daran? Abends in der Zubettgehphase lässt man das Kind doch nicht in die Küche?! Man geht ins Bad (Zähneputzen) und WC, dann ins Kinderzimmer und ab ins Bett (mit Vorlesen etc. oder was vereinbart ist)...
Danke für Deine lieben Worte! :-) Bei uns führt der Weg vom Wohnzimmer ins Bad unweigerlich durch die Küche... Dort hatte er sich noch eine Banane vom Tresen geschnappt und kam dann eben ins Bad.... Da ich bereits im Bad gewartet hab, habe ich es nicht mitbekommen. Am meisten ärgere ich mich darüber, das ich in seinem Beisein die Zahnbürste wütend ins Waschbecken geworfen habe und ihn das in dem Moment doll traurig gemacht hat und zum weinen geführt hat. Da hätte man wahrscheinlich mehr auf Augenhöhe sein müssen und seinen eigenen Ärger runterschlucken sollen oder ihn rauslassen wenn das Kind nicht im selben Raum ist. Beim nächsten Mal dann ...😌
quatsch. warum soll man seine wut nicht zeigen in anwesenheit des kindes? gerade in dem moment warst du doch "auf augenhöhe" (ein terminus den ich in der erziehung dumm finde), denn du warst eben nicht die dauerkontrollierte und über-allem-stehende mutter sondern ein mensch. kinder dürfen wissen und erfahren das eltern menschen sind. soll er lernen dass erwachsene niemals wütend sein dürfen? dass man als erwachsener seine wut runterschlucken muss? das ist doch der sichere weg zum magengeschwür für ihn! tatsächlich wäre es sicher hilfreich den rahmen enger zu stecken. denn ehrlicherweise: welches kind in dem alter hat genug impulskontrolle um an der banane vorbeizulaufen wenn es keine lust hat aufs zähneputzen? also kein essen greifbar in der küche und ein erwachsener immer neben dem kind der die banane sofort freundlich und kommentarlos aus der hand des kindes entfernt. dazu klare anweisungen und sich auf diskussionen gar nicht erst einlassen. es ist halt so: damit ausnahmen auch für kinder als ausnahmen erkennbar sein muss der "normalfall" erst etabliert sein. ein ablauf braucht aber mindestens 100 wiederholungen eine routine zu sein. evtl. hilft ein plan an der wand mit bildern die die reihenfolge zeigen und die man abhaken kann, z.b. auf einer tafel an der wand. am anfang wird er dennoch immer wieder diskussionen anzetteln und ausnahmen einfordern. darauf darf man dann eben nicht eingehen.