Haukani14
Hallo in die Runde! Unser Sohn (bald 2,5 Jahre) geht seit August/September in die Kita. Er ist dort täglich 4-5 Stunden inkl. Mittagessen. Seinen Mittagsschlaf macht er zuhause. Gestern hatte ich ein eher ernüchterndes Gespräch (Standardgespräch zur Reflexion der Eingewöhnung) mit seiner Erzieherin. Sie sagte, dass zwar einiges gut läuft, er aber in der Gruppe noch nicht angekommen sei - er steht beim Essen ständig auf, lässt sich schnell von Kleinigkeiten ablenken, akzeptiert die Gruppenregeln nicht, rennt weg, hört nicht usw. Diese Probleme kennen wir nur teilweise von zuhause (während des Essens nicht zur Ruhe kommen, wegrennen), allerdings haben wir das bisher zwar als störend, aber aufgrund seines jungen Alters nicht als größeres Problem gesehen. Er ist eigentlich ein ausgeglichenes Kind (natürlich mit dem ein oder anderen Wutanfall) und ist zuhause eher ruhig und spielt für sich oder mit uns. Er ist regelmäßig bei seinen Großeltern, auch ohne Probleme. Uns wurden nun entwicklungsbegleitende Hilfen empfohlen, da er möglicherweise auch die Reize durch die Gruppe (15 Kinder u3) nicht gut verarbeiten kann. Die Erzieherin kann sich aktuell nicht vorstellen, dass er sich so ab dem nächsten Sommer im Kindergarten (ü3) zurechtfindet. Es wurde auch angemerkt, dass er noch viel Unterstützung beim Umziehen benötigt - meiner Meinung auch normal in dem Alter. Wir haben im Januar einen Termin mit einer Mitarbeiterin der entwicklungsbegleitenden Hilfen, allerdings würde mich ergänzend interessieren, wie diese Thematiken hier gesehen werden - ggf. hat jemand ähnliche Erfahrungen oder ist sogar selbst in einer Kita tätig. Danke für's Lesen. :-)
Also zum Gespräch würde ich immer gehen. Da kann man nochmal hören und reflektieren. Aber - ich finde das aus deinen Schilderungen tatsächlich etwas übertrieben hier unterstützenden Bedarf zu sehen. Das genannte wäre für mich tatsächlich auch noch normal. Zudem klingst Du tatsächlich recht reflektiert um hier etwas Problematisches nicht zu erkennen. Für mich ist das also gerade eine Spur zu viel. Ich würde jetzt aber die Weihnachtszeit nutzen und ein bisschen still sitzen üben.
Hallo! Vielen Dank für deine Antwort. Das Gespräch werden wir definitiv wahrnehmen. Die Ansprechpartnerin wird unseren Sohn in der Kita beobachten und Ihre Einschätzung zur Situation abgeben, auf die wir sehr gespannt sind.
Hallo :) Sozialarbeiterin und Mama von einem Kleinkind hier. Wenn ich die Schilderungen vom Kindergarten richtig interpretiere erkenne ich kein auffälliges Verhalten bei deinem Kind. Wirkt auf mich eher wie ein "die Kinder müssen funktionieren, damit es hier reibungslos läuft. Es gibt keine Kapazitäten, um mit normalen Kleinkind Verhalten umzugehen". Das System Betreuung (zu viele Kinder, zu wenig Erzieherinnen, zu viele Reize etc.) hat ein Problem. Nicht dein Kind. Zu dem Gespräch würde ich allerdings auch gehen, vielleicht gibt es ja gute Impulse für euch :)
Hallo! Vielen Dank für deine Einschätzung. :-) Ich sehe ein, dass unser Sohn zeitweise etwas aus dem Rahmen des erwünschten Verhaltens fällt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er das einzige Kind ist, dass ein ungeduldiges und manchmal rastloses Verhalten an den Tag legt. Bis zu diesem Gespräch war ich fest davon überzeugt, dass unser Sohn sich ganz normal entwickelt und wie andere Kinder auch, Phasen durchlebt, in denen sich das Verhalten ändern kann bzw. die mehr oder weniger "anstrengend" sind. Seit dem Gespräch bin ich zunehmend verunsichert, interpretiere sehr viel in jede seiner Verhaltensweisen und vergleiche seine Art viel mit anderen Kindern - all das, was ich früher immer vermieden habe, weil ich überzeugt bin (oder war?), dass jedes Kind sein Tempo hat und seine eigenen Charakter. Zum Gespräch werden wir auf jeden Fall gehen. Am Ende des Tages wollen alle Beteiligten hoffentlich doch das Beste für jedes Kind.
Mit denen zu reden wird nicht schaden. Ich kann mir schon vorstellen, dass Euch das weiter hilft. Vielleicht sehen die das Verhalten auch anders als der Kindergarten. Wer weiß. Ob und inwiefern Euer Sohn ein Problem hat, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Das kann viele Gründe haben. - einen überforderten Kindergarten, der keine Zeit oder keine Kompetenz für nicht stormlinienförmiges Verhalten hat - ein Kind, das entwicklungstechnisch noch nicht in der Lage ist, sich in einer Gruppensituation angemessen zu verhalten - ein Kind, das wirklich ein Problem, wie ADHS, hat - ein Kind, dem zu Hause zu wenige Grenzen gesetzt werden und von dem zu wenig Selbstständigkeit erwartet wird, was dann in einer Einrichtung, wo nicht alles um das Kind kreist, Probleme gibt Dass Kinder sich überhaupt zu Hause anders verhalten, als im Kindergarten oder in der Schule ist alles andere als selten. Unsere Tochter zog immer nur den Heiligenschein auf, wenn es irgendwo anders hin ging. Dass Kinder dann den Heiligenschein ausziehen, gibt es auch.
Für mich klingt das alles im Rahmen. Es ist von außen aber schwer einzuschätzen, ob ihr eventuell zu Hause zu wenig von ihm "verlangt", und er daher sozusagen hinterherhinkt. Jetzt, wo ihr wisst, wo es in der Kita Reibungspunkte gibt, könnt ihr diese Dinge zu Hause gezielt ein bisschen üben. Natürlich nur spielerisch und so weit, wie es euch sinnvoll erscheint. Aber beim Essen sitzen bleiben und erste Schritte in Richtung selbstständiges Anziehen kann man zu Hause gut einbauen. (Heißt nicht, dass alle 2,5-jährigen das perfekt beherrschen. Aber es macht schon einen Unterschied, ob auch zu Hause gewisse Dinge zum Alltag gehören.) Dass ein Kind nach 3 Monaten noch nicht komplett angekommen ist, finde ich nicht so ungewöhnlich. Und dass ein Kind in einer Gruppe mit 14 anderen U3-Kindern überreizt ist, klingt nachvollziehbar. Eure Gruppe finde ich groß, ich kenne es bei U3 mit 10 Kindern. Ich würde den Termin abwarten, und wenn sich dann der Verdacht erhärtet, dass es an der Gruppengröße liegt, eventuell nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten umschauen. Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, dass er nach seinem 3. Geburtstag noch eine Weile in der U3-Gruppe bleibt? Manche Kinder kommen in großen Gruppen einfach schlecht zurecht. Wenn er sich ansonsten "normal" entwickelt, sollte es besser werden, je älter er wird.
Vermutlich liegt die Wahrheit in der Mitte. Teilweise bestätigst du das Verhalten ja - nur das ihr es so hinnehmt, was in der Kita wohl nicht funktioniert. Bei euch läuft ein Kind bei den Mahlzeiten rum - es stört, aber ihr lasst ihn gewähren. Wenn er das in der Kita macht, läuft ein zweites Kind hinterher, bald ein drittes undsoweiter. Also ich würde mir das Gespräch anhören und ihn ruhig auch etwas mehr in die Pflicht nehmen und nicht drauf warten, dass er sein Verhalten von alleine ablegt - beim essen wird am Tisch gesessen, wer rumläuft, hat keinen Hunger mehr und ist mit der Mahlzeit fertig. Weglaufen kann sogar sehr gefährlich werden, da würde ich anfangen. Und selbständiges anziehen kann er auch lernen. Das Problem ist ganz einfach: ihr habt ein Kind, die Erzieherinnen 15 - da muss ein Kind halt im gewissen Rahmen funktionieren............. Aber deswegen gleich Hilfen einzufordern hört sich für mich übertrieben an, ihr könnt daheim auf die genannten Punkte achten bzw. mit ihm üben. Und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass ein Kind auswärts anders agiert als daheim.