Mitglied inaktiv
hier http://www.brigitte.de/frau/gesellschaft/frauen-auf-dem-sprung/index.html findet ihr die aktuelle studie, die die zeitschrift brigitte in auftrag gegeben hat. sehr interessant!! lg paula
Interessante Studie. Ich würde es den jungen Frauen sehr gönnen, dass es so läuft, wie sie sich das vorstellen. Immerhin ist der Wunsch der erste Schritt zur Umsetzung, wenn auch lange nicht der letzte... LG carla72
...ich sehe da immer eine gewisse Diskrepanz zwischen dem, was junge, gut ausgebildete Frauen (Menschen allgemein)sagen und für selbstverständlich halten und dem, was sie ein paar Jahre später, wenn dann Kinder da sind - mit der gleichen Selbstverständlichkeit - praktizieren. Das ist dann meist nämlich etwas anderes. Sehe ich auch im Bekanntenkreis. Da sind keine Männer, die ihre Frauen unterdrücken, keine klassischen "Heimchen am Herd". Aber irgendwie hat es sich bei vielen eingeschlichen, dass die Frau diejenige mit der Steuerklasse 5 ist ("ist doch vernünftiger"), die Teilzeit arbeitet ("können wir uns leisten..."). Männer, die zurückstecken, damit SIE die Karriere macht, gibt es selten. Und Fälle, wo beide gleichberechtigt die gleiche Karriere selbstverständlich machen, sind noch seltener (kenn ich zwar auch, kann man aber mit der Lupe suchen). Ich wünsch mir ja so einige Mentalitätswandel. Bloß denke ich, dass vor dem Kinderkriegen alle der Meinung sind, das hinzukriegen und hinterher doch in irgendein Rollenmuster wieder abdriften ("....ging halt nicht anders"). Aber vielleicht ändert sich das auch mal irgendwann, wär ja schön.... Christiane
HI, ich denke, die Diskrepanz zwischen guter Ausbildung und Karriereplänen einerseits und dem Mutieren zum Muttertier mit bestenfalls Halbtagsjob liegt auch darin begründet, dass sehr viele Frauen irgendwann begreifen, daß ihre Ausbildung von den Arbeitgebern nicht in dem Maße anerkennt wird wie es eigentlich notwendig wäre. Entweder steigert man sich in meiner Generation (Ende 30) so sehr in seinen Job hinein, dass man tatsächlich irgendwann zum Mobiliar gehört, mit der Konsequenz, dass das Privatleben eher zweitrangig wird oder man lebt zwei Parallelleben, von denen der AG irgendwann zu dem Schluß gelangt, die Frau bliebe eh` irgendwann weg und sie somit parkt. Folge: Karrierefrust. Ausweg: Ich krieg jetzt Kinder und pausiere. Resultat: Ich kümmere mich um Heim, Dekoration und den Nachwuchs, werde immer mehr gefrustet und suche mir irgendwann einen 20-Stunden-Job, um wieder ins echte Leben zurückzufinden. Das ist auch bequem so, denn damit überarbeitet man sich eher nicht, Geld kommt trotz Steuerklasse 5 auch `rein - somit richtet man es sich unspektakulär bequem ein. Tatsächlich keimt die Enttäuschung über die verpaßte Karriere, die ein Mann mit gleicher oder gar geringerer Qualifikation locker geschafft hätte, spätestens nach 10-15 Jahren wieder auf. Im Grunde haben wir einen Selbstläufer im weiblichen Berufsleben. Ob sich der irgendwann wirklich ändert, wage ich zu bezweifeln. Die Frauen, die ich um mich herum kenne, lassen sich jetzt, d.h. um ihre statistische Lebensmitte herum ganz gut in ein paar Schubladen packen (Aufpassen: Jetzt wird`s plakativ): 1. Ich habe studiert, bin irgendwie verheiratet oder auch nicht und will keine Kinder bzw. er will keine. Irgendwann, meistens im Alter, wenn die anderen Enkelkinder haben, kommt dann der Frust über verpasste Familienchancen. Karriere: mit Ende 30 eher stagnierend, es könnten ja - für den AG unbequem - doch noch Lebensplanänderungen eintreten. Pluspunkt: Man kann ihn jederzeit weiterstauben. 2. Ich habe studiert, habe aber keinen Partner, lebe weitgehend für meinen Job und bin gefrustet, weil die biologische Uhr unaufhaltsam tickt. Meistens selbstständig tätig. Der Erfolg im Job kompensiert (noch) viel. 3. Ich habe studiert, bin der Karriere des Gatterich hinterhergetappt, übe mich in freier Projektarbeit bei irgendetwas oder habe einen Teilzeitjob für den ich restlos überqualifiziert bin, habe mich vermehrt und weine meiner nie wirklich forcierten Karriere nach. In der Zwischenzeit bin ich dekorativ. 4. Ich habe studiert, einen Mann, Kinder und einen Vollzeitjob, mit dem ich vielleicht sogar meine Familie ernähre. Ich werde trotzdem nie den wohlverdienten Ursula-von-der-Leyen-Orden bekommen. Nervig ist dabei, dass die gesamte Verantwortung an mir hängt. Jetzt `mal meine persönliche Statistik: Auf Gruppen 1-2 fallen je ca. 30%, in Gruppe 3 sind sogar knapp 40% Frauen dabei. Ich kenne im echten Leben und mir selbst, außer hier im Forum nur eine einzige (!) Frau, die zu Gruppe 4 gehören würde. Und bevor jetzt wieder herumgepflaumt wird wegen "ich habe studiert und ..." - das ist nun einmal genau die Frauengruppe, derem Entwicklung ich selbst am besten verfolgen konnte. Frauen ohne Studium kenne ich keine, die einen wirklich verantwortungsvollen, wirklich gut bezahlten Job hätten - wohl aber eine ganze Menge von Männern, die es mit Hauptschule bis zum Abteilungsleiter gebracht haben... Wie sehen Euere persönlichen Statistiken aus? LG Fiammetta
Diese Studie ist doch irgendwie komisch... die meisten Frauen die ich kenne haben studiert, aber konnten nie alles unter einen Hut bekommen. Sehe das genauso wie Du. Jetzt mal ehrlich, ich habe mich schon oft in den A...getreten ein Studium gemacht zu haben, denn in dem Job arbeiten können werde ich wohl nie. Diesen Spagat krieg ich nicht hin und ich bin eigentlich auch sehr gerne zu Hause und für meine Kinder da...noch!
Klasse Beitrag, fiametta, aber mir fehlt noch (mindestens) eine Gruppe: studiert, Mann und Kinder, Karriere leicht reduziert, z.B. mittelkurz ausgesetzt oder 75% beschäftigt etc,. also keine Nebentätigkeit, aber auch nicht die ganz große Powerkarriere; z.B. Amtsrichterin statt Großkanzlei, Stab statt Unternehmensberatung; Personalabteilung statt höherer Führungsposition oder eine anstehende Beförderung abgelehnt sind so ein paar Beispiele, die mir einfalllen. Mann hat vielleicht sogar auch ein klitzeklein wenig reduziert oder möglicherweise ein neues Jobangebot, für das er hätte umziehen müssen, abgelehnt. Und das ist eine Lösung, zu der mir gar nichts Negatives einfällt. In meinem Bekanntenkreis ist sie gar nicht so selten, vielleicht 30%. LG, carla72
Huhu, ich habe eine ausbildung als fremdsprachenkorrespondentin und leite nun eine abteilung von ca 20 leuten an einer bank. bin anfang 30, sohn 2 jahre alt, arbeite sehr lang (manchmal komme ich erst um halb neun nachhause), probleme mit kinderbetreuung abends, weil mein mann noch nicht "hier" wohnt... usw. ich mache aber trotzdem weiter, weil ich von uns die meiste kohle nachhause bringe, von der wir uns nun endlich auch mal ein häuschen bauen können. ok das war jetzt ein bißchen am thema vorbei, aber irgendwer hatte ja gefragt. ;)
im spiegel war vor gar nicht langer zeit ein ganz ähnlicher artikel und ich habe - ehrlich und bös gesagt - nur gelacht. wo sind denn die männer für diese frauen??? bei mir sieht's im bekanntenkreis ganz ähnlich aus wie bei fiammetta mit der ergänzung, die danach noch eingefügt worden ist... ich selbst arbeite vollzeit in meinem studierten beruf (bin also gruppe 4 ;-)) und kenne niemanden (außer hier über das forum), der das auch so macht.
im realen Leben, die Vollzeit in ihren erlernten/studierten Berufen arbeiten, davon aber wenige in den alten Bundesländern. Ich selbst bibn derzeit GERN bei 65 %. Trini
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