Elternforum Alleinerziehend, na und?

@ Yola

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Mitglied inaktiv

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Danke für Deine Meinung wg. der Selbstständigkeit. Im Grunde bin ich davon schon fast wieder weg. Es wäre doch irgendwie halblegal, was meine Nerven nicht mitmachen. Ganz legal wäre es nicht genug, weil ich dann die KK für drei Personen selber zahlen müßte, dann lohnt sich das einfach nicht. Aber noch was ganz anderes: Ich hätte an Deiner Stelle nicht die geringsten Skrupel, in das Land zu ziehen, das die besseren sozialen Leistungen bietet. Soll heißen: Wenn es Dir möglich ist, in Deutschland von Harz4 und ein paar Übersetzungsjobs als "Zubrot" besser zu leben als im sozialen Netz von Lux, PLUS Deine Mutter ist dann raus aus der Nummer, dann ziehe über die Grenze (falls das legal machbar ist - aber müßte doch, Deine Jungs haben doch sicher einen Doppelpaß?). Die Übersetzungsjobs hübschen den CV auf, dann mußt Du gar nix von arbeitslos reinschreiben, und in ein paar Jahren, wenn die Jungs aus dem Gröbsten raus sind, kannst Du die Selbstständigkeit ja peu a peu wieder hochfahren, wenn Deine Gesundheit das erlaubt. Evtl. bist Du mit einem GdB oder so hier in D auch gar nicht so schlecht vermittelbar. Du weißt, daß ich keine bin, die das soziale Netz auf Gedeih und Verderb ausreizen muß. Aber auf der anderen Seite hat das Netz doch auch einen Sinn: Nämlich genau zu verhindern, daß sich jemand selber kaputt macht, da hat nämlich keiner was von, die Kinder am wenigsten. Deine Krankheit hat eine psychische Komponente. Also wäre ein sicheres Plätzchen im sozialen Netz ja schlicht und ergreifend eine Gesundheitsmaßnahme. Ich weiß, wie doof es ist, mit über 40 noch eine feste Anstellung zu suchen. Und es wird nicht besser. Ich habe auch Existenzangst, ganz dolle. Aber immerhin weiß ich: Ich kann fallen (nun ja, nicht mehr sehr tief, ich bin ja schon weit unten) und es ist kein Zuckerschlecken, aber ich werde nie ganz auf dem Boden aufschlagen. Meine Gesundheit ist wichtig, ich muß sie nicht für eine warme Mahlzeit oder das Häuschen meiner Eltern ruinieren. Achte auf Dich. Wenn Du es nicht tust, tut es keiner. Schon in der Bibel steht es: "Liebe Deinen Nächsten WIE DICH SELBST!" Das heißt, daß man sich selber lieben und wichtig nehmen muß, sonst kann man auch keine Liebe weitergeben. Ich habe eine Tochter, deswegen fällt mir das vielleicht leichter. Aber wenn ich mal wieder das Gefühl habe, mich für andere aufopfern zu müssen, frage ich mich: "Wenn Fumi in dieser Situation wäre, was würde ich ihr raten?" Es fällt mir nämlich leichter, meine Kinder wichtig zu nehmen, als mich selber. Gruß, Elisabeth.


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Liebe Elisabeth, vielen Dank für Dein ausführliches Posting! Habe grad in meiner Arbeitswebmail gelesen, dass morgen ein Treffen sämtlicher Mitarbeiter stattfindet, um die Aufgabeverteilung zwischen beiden Entitäten zu klären. Freuen tu ich mich nicht darauf, weil die Stimmung drüben so mies ist und viele Ängste und Eifersüchteleien köcheln - und natürlich versucht wird, alle unangenehmen Arbeiten auf uns abzuwälzen. Na ja, mal sehen was wird. Ansonsten werde ich bei der nächsten Möglichkeit einfach sagen, dass mir 2-3 Abendsitzungen pro Woche bei einer Halbtagsstelle und bei einer Position/Bezahlung die ich ungefähr als mittlere Managementebene ansehen würde einfach zuviel sind und auch klipp und klar sagen, dass ich das mit meiner familiären Situation nicht vereinbaren kann. Klar, mit der Steuerklasse liegt die Vermutung nah, dass ich AE bin, aber könnt ja auch sein, dass ich ohne Trauschein mit dem Vater der Kinder zusammenlebe... Darauf konkret angesprochen hat mich noch niemand und beim Dolmetschen bin ich auch dran gewöhnt, dass das Private das Berufliche gefälligst nicht zu stören hat. Ist halt ein Privatproblem, wie man das mit der Kinderbetreuung geregelt bekommt. Aber wie gesagt, da konnte ich dann noch wenigstens Abendaufträge ablehnen wenn ich der Meinung war, dass ich nicht so oft abends weg sein konnte. Mal sehen, wie sie darauf reagieren. Aber meine Nerven sind nicht die besten um schwierige Gespräche zu führen. Da muss ich jetzt durch. Ich denke ernsthaft über Möglichkeiten nach, einfach für längere Zeit ganz mit der Arbeit aufzuhören. So wie das hier läuft ist es kein Zustand. War halt auch ein Lernprozess. Erstens mein Anspruch an mich, Zwillinge nicht darunter leiden zu lassen, dass sie keine Einlinge sind, dann der Versuch doch ein gewisses soziales Niveau zu halten trotz Selbständigkeit, Jobunsicherheit, verringerter Verfügbarkeit als AE, ständig kranker Kinder... na ja, das Uebliche halt. Und dann kam halt auch die Einsicht, auf wie wenig Hilfe ich von meiner Familie und meinen "realen" Freunden rechnen kann (ich sage deshalb "real" weil ich hier in diesem Forum schon mehr tatkräftige Hilfe und Unterstützung erfahren habe als bei Menschen mit denen ich jahrelang befreundet bin). Das Gesamtbild ergibt sich erst jetzt mit dieser Klarheit, wahrscheinlich weil ich all die Brocken auf einmal gar nicht hätte verdauen können. Meine Freundin die mir neulich die Kinder in's Bett gebracht hat, hat mich nochmal kontaktiert und gemeint, sie hätte viel darüber nachgedacht, wo ich Hilfe bekommen könne. Und da sie ja selbst in der Frühförderung tätig ist und das Angebot in diesem ganzen Bereich Soziales doch ziemlich gut kennt hoffe ich, dass ihr vielleicht was Gutes einfällt. Obwohl ich nicht wirklich viel Hoffnung habe, ich habe schon soviel abgegrast. Selbst die Frau von meinem Cousin, dem zukünftigen Patenonkel eines der Jungs, die auch in diesem Bereich arbeitet, hat mir nur vorgeschlagen, eine Pflegefamilie für die Kinder zu suchen, das sei ja heutzutage gar nicht mehr so schlimm. Da habe ich auch erstmal geschluckt, weil ich einfach gemerkt habe, dass Hilfe von der Familie nicht zu erwarten ist. Im umgekehrten Fall könnt ich persönlich mir so etwas nicht vorstellen und würde soweit es mir nur irgend möglich wäre, Hilfe anbieten, aber es ist halt nicht. Mit Deutschland zögere ich. Ich weiss nicht, ob ich so eine grosse Änderung mit allen Konsequenzen überhaupt wuppen kann. Im Moment garantiert nicht. Aber darüber nachgedacht und auch ziemlich ausführlich, habe ich schon öfter. Und ja, mir fällt es leichter, mich für die Kinder einzusetzen als für mich selbst. Weil ich es auch nicht geschafft habe, mir selbst beizubringen, meine Bedürfnisse vor die anderer zu stellen. Die Hilfe meiner Mutter ist halt auch immer an die Bedingung geknüpft, dass es wegen Arbeit ist. Für Freizeit, Sport oder anderen Luxus für mich einspringen das ist ihrer Ansicht nach überflüssig. Aber ich soll nicht meckern. Ohne ihre Hilfe könnte ich jetzt schon meinen Job an den Nagel hängen. Aber es macht es halt nicht einfacher, an mich selbst zu denken. Ich werde mal im Job sagen, dass ich Schwierigkeiten mit dieser Situation habe und dann sehen, wie's weitergeht. Lieben Gruss und danke für deine Gedanken Yola