Mitglied inaktiv
Lieber Roland, ich habe Dein Posting gelesen und es hat mich berührt und nachdenklich gemacht. Wie Du über Deine Nochfrau schreibst klingt hart - und bitte versteh mich nicht falsch - das ist KEINE Wertung - es ist absolut verständlich, nachvollziehbar, menschlich dass Du so fühlst, denn die Konsequenzen ihrer Alkoholsucht für Dich und die Kinder (unabhängig von dem, was sie sich selbst antut) sind schrecklich und erschreckend. Wichtig ist ja jetzt, die Kinder zu schützen und IRGENDWIE zu versuchen, Ihnen AUCH ein gutes Bild ihrer Mutter zu vermitteln (neben all dem Schrecklichen, was sie heute sehen mussten), etwas, das sie vielleicht in ihrem Innern verankern können und was sie stützen kann. Das ist für Dich in der jetzigen Situation verständlicherweise enorm schwierig und trotzdem bist Du ja konkret mit der Situation konfrontiert. Und Du liebst Deine Kinder und möchtest sie vor seelischem und physischem Schaden schützen. Ja, Ja, Roland, Du denkst jetzt bestimmt, was kommt die mir jetzt mit für einem Blödsinn... :-) Aber lass Dich doch einfach drauf ein, auf dieses Experiment, was kann schon viel dabei passieren? Vielleicht investierst Du eine Stunde Deiner Zeit. Und vielleicht kannst Du Deinen Kindern damit helfen... Hier also mein Vorschlag: Setz Dich doch heute abend, oder irgendwann, wenn Du Ruhe hast, hin, und versetze Dich in Gedanken in die Zeit, als Du Dich in Deine Frau verliebt hast, oder als ihr grad verheiratet wart, als alles noch wunderschön und ohne Probleme war. Wie war das, wie hast Du Dich damals gefühlt? Was für schöne Dinge habt Ihr zusammen gemacht? Wovon habt Ihr geträumt? Und dann (bitte mich nicht steinigen: ausprobieren! )schreib Ihr einen Liebesbrief. Schreib Ihr, was Dich damals angezogen, fasziniert hat an ihr... was weiss ich, dass sie das schönste Lächeln hat, dass niemand den Du kennst so ansteckend fröhlich und lebenslustig sein kann....... ich kenne sie ja nicht, aber Du hast Dich ja mal in sie verliebt... Schreib diesen Brief, als wolltest Du damit um ihre Hand anhalten, sie damit für Dich gewinnen. Schreibe diesen Brief, lies ihn durch und sprich dann - AUS DIESEM GEFUEHL HERAUS - mit Deinen Kindern über Ihre Mutter wie sie früher war. Wie schön sie war, welche guten Charaktereigenschaften sie hatte, wie sie sich vielleicht gefreut hat, als sie schwanger war, oder wie sie aus Sorge um ein krankes Kind eine ganze Nacht an seinem Bett gewacht hat... Dinge, die den Kindern das Bild der Mutter geben, die sie mal geliebt hat und es ihnen ZEIGEN konnte, bevor sie abgerutscht ist... (Meine Jungs lieben Geschichten, als ich schwanger mit ihnen war oder sie Babies waren. Sie können sie gar nicht oft genug hören.) Vielleicht hilft es Dir ja, wenn Du Dir vorstellst, dass ihr jetziger Zustand nicht durch Alkoholismus verursacht wurde, sondern durch einen Unfall, bei dem sie geistig behindert wurde, oder durch eine Demenzkrankheit. Wie gesagt, es geht nicht darum, was jetzt ist, und wer Schuld an ihrem Zustand hat, sondern dass Du aus einem "guten" Gefühl heraus den Kindern etwas über ihre Mutter erzählst. Damit sie einen positiven Gegenentwurf haben zu dem, was jetzt ist. Auch wenn es nur in ihrer Phantasie ist, die sich aus Deinen Erinnerungen zusammensetzt. In einer solchen Situation MUSS man sich innere "gute" Anker schaffen, um sie möglichst unbeschadet zu bestehen... Ich hoffe, Du hälst mich jetzt nicht für total bescheuert und ich kann mir gut vorstellen, dass Dein Verstand jetzt sagt, was soll der ganze Psycho-Blödsinn usw. usf. Kenn ich alles von mir selbst auch *lach*. Aber wie gesagt: Probier's doch einfach aus. Was steckt schon drin? Höchstens eine Stunde Deiner Zeit... Lieben Gruss Yola
aber nix für ungut: ich finde das ganze wirklich völligen Schwachsinn ...
Zuerst dachte ich eher "oh tut mir leid der termin ist schon vergeben. :-)) Aber es klingt doch irgendwie logisch, wobei ich da aber ganz andere zeitabläufe einplanen muß yola. Es ist wie in der situation wenn du abends, nach einem stressigen tag dir überlegen sollst, was deine kinder gut gemacht haben oder wo ihre besonderen stärken und fähigkeiten liegen. Wenn es den tag über hoch hergegangen ist muß man da manchmal schon intensiver/ länger nachdenken. Da ich weiß das du eigentlich auf einem anderen sektor arbeitest, denke ich das du eventuell dieses experiment selber angewendet hast yola? Aber da ich ja auch schon eine gewisse erfahrung in gesprächstherapien habe, kenne ich den erfolg den man mit recht einfachen mitteln haben kann wenn man sich etwas so bewußt macht. Das stichwort ist "positive lebensgestaltung" denke ich. Ich werde nicht soweit gehen "ihr" einen liebesbrief zu schreiben. Aber vor dem nächsten, bereits anstehenden gespräch mit marcel, werde ich mir die entsprechenden erinnerungen wieder aufrufen und ich denke auch, positiv einbringen. Am freitag findet auf dem marktplatz ein spielefest für kinder statt und marcel hat jetzt schon sorge das er seine mutter wieder trifft. Er hat vorhin gesagt, das er da nicht hin will. Ich habe mit ihm vereinbart, dass wir das in den nächsten tagen noch in aller ruhe besprechen. Bis dahin muß ich selber erst mal überlegen, dazu kann ich deine anregungen sicherlich verwenden. Eine meine stärken ist es, dinge die ich einmal für gut befunden habe, sehr schnell im täglichen leben umzusetzen. In diesem sinne ein herzliches dankeschön an euch yola, Roland
Dir auf Dein Yahoo geschrieben... Und möchte hier noch kurz meine Meinung deponieren! BITTE mach das nicht, mit den "positiven Geschichten" erzählen. Bitte schätz die Tragweite ab. Was solle denn Deine Kinder denken, Du schwärmst und erzählst von ihrer Mama aus den guten alten Zeiten,...dann begegnen sie ihr auf der Straße... WARUM IST MEINE LIEBE MAMA DOCH SO BÖSE? PAPA hat gesagt, wie lieb und nett sie war, wie zuverlässig, aufmerksam, zärtlich,...WAS mach ICH falsch? WARUM liebt sie dann MICH nicht? BITTE Roland Finger weg von diesem Experiment. Es sei denn, DU willst Deine EX zurück!!!! Ich kenn diese Ebene der Psychologie echt! Bitte denk in Ruhe nach!!!! Die Entscheidungen die Du triffst sind Weichenstellungen. Wenn Du diesen Weg gehst wirst DU der Böse bei den Kindern! LG
Hallo Roland, ich denke, wir haben uns verstanden :-). Es geht nicht darum, die Realität zu leugnen, und ein Friede-Freude-Eierkuchen-Weltbild für die Kinder zu entwerfen. Es geht darum, nicht NUR das Schlimme zu sehen. Und das fällt Dir in einer solchen Situation verständlicherweise verdammt schwer. Deswegen also meine Anregung. Ich habe den Eindruck, das ist bei Dir schon auch so angekommen wie's von dieser Warte aus gemeint war. :-) Viel Kraft wünsch ich Dir Lieben Gruss Yola
Hallo Yola, kommst Du aus einer Alkoholikerfamilie? Ist der Vater Deiner Kinder Alkoholiker? LG
Ich finde die Idee gut und praktiziere das so ähnlich auch selber. Meine Kinder - for allem Fumi - lieben Erzählungen von "damals". Als Papa noch da war, als wir zusammen eine Familie waren und die Welt noch "heil" war. Und inzwischen fällt es mir recht leicht, diese Zeit auch wieder positiv "zurückzuholen". Ich denke, man bekommt da auch eine Art "Routine". Es gab ja schöne Zeiten, sonst hätten wir nicht zwei Kinder zusammen bekommen, sonst hätte ich ihn nicht geheiratet. Und das kann ich den Kindern auch so erzählen. Gut, Roland, Du arbeitst sicher unter erschwerten Bedingungen dabei. Mein Ex ist ja verschollen, die guten Bilder werden nicht von aktuellen Bildern eines verwahrlosten Penners überlagert. Aber grundsätzlich denke ich, daß es hilfreich ist, wenn man sich diese schönen Zeiten im Herzen aufbewahrt - für die Kinder. Gruß, Elisabeth.
die idee von yola finde ich gut ... und es kommt immer mal wieder vor, dass ich mit klein-salsa eingekuschelt auf der coutch sitze und sie von "früher" sachen hören will ... wie ich ihren papa kennengelernt habe (beim salsa *grins*) und was ich so toll fand an ihm ... da lass ich die guten gefühle hoch ...und wir beide freuen uns an diesen geschichten ... aber ... hmmm mittlerweile (sie ist jetzt 8 jahre) ... kommen dann auch ganz konkrete fragen ... so wie ... hat der papa dir auch über denbauch gestreichelt ... oder ob wir auch zusammen zu den baby-kriegen-übungen (schwangerschaftsgymnastik) hingegangen sind ... und hmmm dann verfliegt die gute stimmung ... da ich bei der wahrheit bleiben will ... da er sich, kurz bevor er wusste, dass ich schwanger bin, sich von mir getrennt hat ... und ... das ist immer so eine gradwanderung ... sie verurteilt ihn dann von sich aus .... dass der ganze papa blöd ist ... ich relativiere das dann immer ... das es auch sachen gibt, die schön waren, oder noch sind ... dass er manachmal sachenmacht, die blöd sind, dass er aber nicht blöd ist ... oh menno ... ist manchmal schon eine schwierige gradwanderung ... und klein-salsa hat für sich ihre lösung gefunden ... es gibt uns beide als familie und dann sind da noch 3 erwachsene (1xmännlich, 2xweiblich) die dazugehören ... und dann sind da noch der papa, patenonkel, patentante usw. die irgendwo am rand sind,die nicht richtig dazugehören ... *seufz* salsa
auch diese sache hat, wie jedes ding, zwei seiten... einerseits ist da die vergangenheit, die irgendwo auch einen platz im leben hat, aber es gibt auch das hier und jetzt, und die zukunft, und die sieht derzeit eben eher grau-schwarz-düster aus als wonnig-weich, honigsüss und rosarot. es ist nichts dabei, den kindern aus der vergangenheit zu erzählen, wie es war, als sie klein waren, oder auch die zeit mit dem anderen elternteil (das fällt bei mir im gegensatz zu roland mit knapp 2 jahren ja eher kurz aus). anna hört auch gern, was sie als baby so getrieben hat, vor allem jetzt, wo sie ja ein schwesterchen bekommt... aber das hilft im grunde auch nicht weiter, wenn man die kinder darauf vorbereiten muss, dass der andere elternteil eben abgestürzt, krank, und dem tod ggf. näher als dem leben ist. ein bisschen realität - kindgerecht verpackt - ist da sicher allemal angebrachter als das heraufbeschwören schöner, vergangener zeiten. zumal der beginn der alkoholsucht ja wohl auch schon vor der geburt der jüngsten kinder liegt, nicht wahr, roland? ich glaube, dass du - so schmerzhaft es auch für dich selber ist - mit dieser problematik sehr souverän umgehst, und dass du auch wege findest, dies deinen kindern behutsam begreifbar zu machen. DEIN leben scheint ja so langsam aber sicher wieder eine positive wendung zu nehmen. das freut mich sehr für dich und ich wünsche euch dreien alles gute auf eurem weg. lasst euch dabei aber nicht von den schatten der vergangenheit einholen... liebe grüsse, martina
Hi, ich weiss nicht wie alt Deine Kinder sind, aber das was ich gelesen habe deutet darauf hin, das der jetzige Zustand Deiner Frau den Kindern wohl sehr zu schaffen macht. Kinder denken einfach und verstehen mehr als WIR manchmal annehmen. Dein grösserer Sohn wird wahrscheinlich auch den Lästereien anderer Kinder ausgesetzt sein in Bezug auf seine Mutter. Solche Hänseleien sind meist schlimmer für Kinder, als die Tatsache, das die Mutter jetzt nicht mehr dieselbe ist. Du bist der Vater, mach was DU für richtig hälst, folge Deinem GEfühl, alles andere wäre falsch. Liebe Grüsse K.
Totales Zustimm!!!
Hi Yola, Ich finde diese Methode ungemein hilfreich und praktiziere das in abgewandelter Form schon seit mehreren Jahren so ähnlich. Es hilft zu differenzieren, wenn man über den Ex nachdenkt und auch die guten Seiten zu vermitteln. Ich weiß genau was du rüberbringen wolltes, Klasse!
Hallo Roland, ich habe Dir noch nie geschrieben, und tue es jetzt einfach mal, weil mich Eure Lage sehr berührt. Ich habe selbst eine kleine Tochter, 4 Jahre, und kann mir ausmalen, wie sie auf so eine Situation reagieren würde. Ich habe eigentlich nur eine Frage: Gibt es denn keine Möglichkeit, Deine (Noch)-Frau wieder zurückzuholen ? Entgiftung und anschließende Therapie ? Ihre Kinder sollten doch eigentlich Motivation genug sein. Oder sieht sie ihr Problem nicht ? Ist sie schon zu weit weg von allem ? Gruß Karen
Die situation ist genau so, wie du sie in den letzten 2 Sätzen gefragt hast. Im übrigen hatte sie alle angebote gehabt, z.b. theraphieplatz und kostenzusage. Sie hatte 2006 sechs monate lang die chance jeden ersten damit anzufangen und hat es nicht geschafft. Grüße Roland
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