Elternforum Alleinerziehend, na und?

meine meinung und geschichte

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Hallo! Es ist das erste Mal, dass ich hier etwas schreibe. Ich bin auch alleinerziehend, seit sieben Jahren; meine Söhne sind fast zwölf und fast zehn Jahre alt. Alleinerziehend zu sein, ist nicht die Lebensform, die ich mir gewünscht habe, trotzdem habe ich mich schließlich getrennt von dem Vater meiner Kinder und ich bin froh, es getan zu haben. Mein Mann war damals einfach nicht mehr in der Lage, Vater und Partner zu sein, vielleicht war er es nie. Aber nachdem seine Firma den Bach runtergegangen ist und rauskam, dass ihn sein Vater finanziell nur ausgenommen hat, war er völlig am Ende. Ich habe noch eine Zeitlang versucht, die Ehe zu retten, indem ich mir selbst Hilfe bei einem Psychologen holte(Mein Exmann war zu so etwas damals nicht bereit). Als dieser mir aber irgendwann sagte, ich müsse Verständnis für das Verhalten meines Mannes haben (er schrie mich und die Kinder fast nur noch an, hatte permanent schlechte Laune und machte mich bei den Kindern schlecht), reichte es mir und ich ging dort nicht mehr hin. Irgendwann war ich einfach der Meinung, ich hätte auch ein wenig Verständnis verdient. Ich trennte mich und es folgten Jahre, die nicht sehr angenehm waren. Der Vater ließ mich beobachten, verklagte mich wegen Nebensächlichkeiten (versuchte es), filmte mich, schrieb bösartige Briefe und textete meinen AB mit Hasstiraden voll (auch mitten in der Nacht). Es war ziemlich schlimm und meine Umgebung hielt mich bereits für völlig verrückt, dem Vater überhaupt noch die Kinder zu geben. Aber ich stand und stehe immernoch auf dem Standpunkt, dass die Kinder nunmal nur den einen Vater haben und man diesen nicht durch irgendeinen vermeintlich besseren Mann ersetzen kann. Sie haben das Recht, ihn zu lieben, auch wenn er sich nicht immer so verhält, wie man es sich wünscht. Irgendwann ist er dann wieder zu sich gekommen, hat auch eine Therapie gemacht und ich bin froh, sagen zu können, dass ich mich nicht so richtig alleinerziehend fühle. Womit ich sagen will, dass ich nun seine Unterstützung habe, wenn ich sie benötige. Ich habe nun auch jemanden, der mir den Rücken stärkt, wenn ich zu Elterngesprächen in die Schule muss usw. Wir haben nach wie vor unsere Probleme miteinander, aber jetzt ist die Möglichkeit da, uns nach einer Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen und wieder das Gespräch zu suchen, wenn wir uns beide abgeregt haben. Und so ist es für die Kinder wirklich besser als es jemals während unserer Partnerschaft gewesen ist und gewesen wäre. Ich wünsche mir für alle Kinder von getrennt lebenden Eltern, dass Mutter und Vater respektieren, dass Kinder ihre Eltern lieben. Beide! Es ist schlimm für Kinder, wenn Eltern sich bei ihren Kindern über den anderen Elternteil negativ äußern oder ihnen sogar den Kontakt verwehren. Ich merke es an meinen Jungs, wie gut es ihnen mittlerweile mit der Situation geht, seitdem wir wieder entspannt miteinander umgehen können. So ist der Vater, wenn es seine Schichtarbeit zulässt, auch bei Schulveranstaltungen dabei und wir können gemeinsam und entspannt dabei sein. Gerade bei Konflikten in der Schule, macht sich das positiv bemerkbar, man ist nicht so sehr angreifbar. Am Heiligabend war der Vater auch für eine Stunde bei uns und es war sehr nett. Ich betone den Kinern gegenüber aber immer wieder, dass ich mit ihrem Vater keine Partnerschaft mehr eingehen werde, damit keine falschen Hoffnungen geweckt werden, obwohl sich Kinder das immer wünschen werden, das ist wohl normal. Ich habe hier ein paarmal gelesen, dass viele Mütter den Vätern nicht gerade wohlgesonnen sind, z. B. weil er sie verlassen hat. Aber auch diese Menschen haben ihre Gründe, sich so zu verhalten und einfach zu sagen, ich bin die Gute und er der Böse ist in meinen Augen etwas zu einfach.


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Du hast Recht! Ich teile Deine Meinung voll und ganz! Und dennoch... auch die Seite der Eltern, die sich vordergründig anscheinend gegensätzlich verhalten, kann man nicht so oberflächlich aburteilen. Auch diese Eltern haben womöglich das Wohl ihrer Kinder im Auge, nur ist die Situation für Außenstehende evtl. nicht in zwei Sätzen zu erfassen. Schwarz und Weiß zu denken ist meiner Meinung nach hier fehl am Platz, auch wenn sich Deine Worte sehr sehr schön anhören in der Theorie und hoffentlich auch in vielen Fällen in der Praxis umzusetzen sein mögen. Weihnachtliche Grüße WM


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Danke für deine ausführliche Geschichte und ein , wie ich finde, gutes Posting ! Es läßt auch hoffen, daß sich auch bei mir ( und anderen ) das miteinander mit dem Ex irgendwann wieder besser werden kann. Da du zum ersten Mal hier schreibst: Herzlich Willkommen


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ich wünschte Deine Kernaussage würde hier im Forum mal groß drüber stehen. Gruss Chrissie