Mitglied inaktiv
Hallo! Es könnte ziemlich wirres Zeug werden, was ich hier schreibe (ich sitze hier mit über 40 Fieber in Jacke und Wollsochen), aber selten sehe ich so klar wie mit Fieber. Leider konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen, weil mir ziemlich übel ist und ich mir furchtbar leid tue. Keine Ahnung, wie ich den Tag rumbringe mit zwei Kindern, mein Ex nimmt sie maximal 2-3 Stunden, es ist mal wieder indisponiert. Vereinbart hatte wir, bisher leider nur mündlich, er will sich auf nichts schriftliches einlassen, das er die Kinder - oder seinen Sohn (2), meine Tochter (6) ist nicht sein Kind - jedes zweite Wochenende zwei Tage oder wahlweise jedes Wochenende einen Tag nimmt und einen Nachmittag in der Woche.
Das wird wohl ein Fortsetzungsroman, weil mir zwischenddurch übel ist. Also, mein Ex hatte sie bislang eine Nacht (wir wohnen seit dem 30.6. nicht mehr zusammen), und das auch nur, weil ich ihm das lange schmackhaft gemacht habe und ich sie erst abend bringen konnte und morgens wieder abgeholt habe (mit den Mahlzeiten fühlt er sich überfordert). Seine Wohnung ist immer noch eine Baustelle, obwohl er in eine frisch renovierte Wohnung eingezogen ist und sich ein Umzugsunternehmen bestellt hatte. Ich bin damals mit meiner Tochter (da war sie ein knappes Jahr alt) nur mit Hilfe von Freunden und ohne meine Tochter mal abgeben zu können, außerdem ohne eigenes Auto umgezogen und nach gut einer Woche stand die Wohnung, musste auch, weil ich wieder zur Arbeit musste. Ich glaube, seine Wohnung wird Baustelle bleiben, nur leider benutzt er das als Grund, die Kinder nicht oder nicht lange zu nehmen. Er hat 6 1/2 Wochen Urlaub (seine Bedingung dafür, das er überhaupt auszieht war, das es nur im Sommer geht - ich habe ein halbes Jahr lang sehnsüchtig auf seinen Auszug gewartet). Ich merke, dass man die gleichen Probleme, die man vorher miteinander hatte, irgendwie behält. Es war sein ausdrücklicher Wunsch, die Kinder so oft zu sehen. Ich habe mich ein bisschen darüber gewundert, aber ich finde es okay und kann und will das nur unterstützen. Nun merkt er, das es anstrengend ist (sein Sohn vorallem, der ist total in der Troztphase, schläft wenig und auch sonst ein ganz anderer Typ als seine Schwester). Meine Tochter ist eher pflegeleicht, ohne sie dabei wäre es für ihn noch schwieriger (will er auch gar nicht, weil er das weiß). Am liebsten holt er die Kinder ab, um sich hier erst einmal festzusetzen ("sei so nett und mach mir bitte mal einen Kaffee"), das versuche ich zu verhindern (weil er dann auch immer unterirdisch viel später kommt als vereinbart), indem ich die Kinder vorbeibringe (ist im selben Stadtteil). Meine Tochter will ihn zwar sehen, aber nicht so lange und oft und nicht zur Übernachtung. Mein Sohn sagt dazu noch nichts (ist gerade erst 2 geworden). Ich diskutiere das mit den Kindern nicht. Ich hatte gehofft, er würde weiterhin aktiv am Leben der Kinder teilhaben, er ist deshalb auch in den gleiche Stadtteil gezogen, aber nun sieht es so aus, das er nur gelegentlich mal auftaucht. Der Trennungsgrund war für mich (habe ihn Ende letzten Jahres gebeten, auszuziehen, die Wohnung läuft auf meinen Namen, ich habe hier schon gewohnt, als ich ihn noch garnicht kannte), die total ungerechte Aufgabenverteilung. Er hat sich von vorne bis hinten bedienen lassen, als ich das nicht mehr mitgemacht habe, wurde die Stimmung schlecht, er war total überfordert mit fast allem. Dann hat er doch ernsthaft versucht mit mir zu diskutieren, wer die Wohnung behalten darf. Letzendlich habe ich ihm klar machen können, das er da rechtlich keine Chance hat (Mietvertrag nur auf meinen Namen). Dann habe ich ihm eine neue Wohnug besorgt (über die Genossenschaft, in der ich bin), etwa so wie seine alte Wohnung vor seinem Einzug hier, aber mit viel besserer Wohnlage und gut 100 Euro weniger Miete (Genossenschaft halt). Trotzdem hat es gedauert, bis er davon überzeugt war (hat halt nur 60 m2 statt wie hier 86 m2). Aber er hat auf dem freien Wohnungsmarkt auch nichts besseres gefunden. Jetzt ist er der Meinung, das die Wohnung zu klein ist, das dort Kinder übernachten können. Es liegt nach meiner Meinung eher an seinem Chaos, das er nicht in der Lage ist, wegzuräumen. Das erste Jahr, in dem wir hier zusammen gewohnt haben, hat nur er gearbeitet, ich konnte nicht, weil wir keine Betreuung für unseren Sohn hatten. Ich hatte ihm freigestellt, wer zu Hause bleibt, er wollte nicht (hat sich das nicht zugetraut). Er hat sich anfangs total und nach etlichen Aussprachen und Kämpfen noch ziemlich bedienen lassen. Unser Sohn hat gut drei Monate nur geschrieen, bis er ein Jahr war sehr unregelmäßig geschlafen, ich war übermüdet, konnte mich mich kaum um meine Tochter kümmern. Hatte kaum Geld, musste vom Gespartem leben, da er auf Kostenteilung bestand. Elterngeld gab es noch nicht, für Erziehungsgeld war sein Einkommen zu hoch. Im Haushalt hat er garnichts gemacht (ich glaube, er hattte in der ganzen Zeit nicht einmal den Staubsauger in der Hand). Er bekam Essen gemacht, konnte nachts schlafen, hat am Wochenende ausgeschlafen, hat sich tagsüber nach er Arbeit (er ist relativ früh wieder da) zum Mittagsschläfchen hingelegt (das hat er mir nicht einmal gegönnt, als ich krank war), konnte weggehen (was er wenig gemacht hat, auch das überfordert ihn). Er benimmt sich in der Wohnung so, das man merkt, er wird sie nie sauber machen müssen (die ganzen Schweinereien erspar ich euch). In seiner alten Wohnung hat er keinen Besuch empfangen. Im zweiten Jahr hatten wir dann einen Kita- Platz und er hielt es "für dringend erforderlich, das er aufgrund seiner hohen Arbeitsbelastung Teilzeit arbeiten ging". Ich war da schon nicht mehr so begeistert von dieser Idee, wir hatten lange Diskussionen, er versprach, im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mehr Aufgaben zu übernehmen, ich konnte ihn nicht stoppen. Er hatte auch eine klare Vorstellung davon, wieviel ich arbeiten gehen sollte (schließlich muss ja Geld rein), ich habe dann aber gegen seinen Willen weniger gemacht (letzendlich hatte er eine etwa 55 % Stelle und ich 53 %). Er hat die freien Vormittage (die Kinder waren im Kindergarten) mit schlafen, schoppen, übertrieben vielen Arztterminen (in einem Monat mal 34! das geht auch nur als Privatpatiernt), verbracht. Gemacht hat er nicht mehr als vorher. Er ist furchtbar bequem, fährt nur mit dem Auto, sogar zum Bäcker um die Ecke. Außerdem ist er leicht depressiv, hat ständig irgendein körperliches Leiden, das er als Grund für seine Faulheit vorschiebt, und einen total ungesunden Lebensrhythmus. Meistens ist er tagsüber zu weing in der Lage (er ist gerne mit den Kindern zusammen, aber eher kurz, dann "muss er sich mal zurückziehen" und schon garnicht alleine ohne mich), er macht nach er Arbeit ein längeres Mittagsschläfchen, faulenzt dann stundenlang rum (hat Kopfschmerzen oder so und bekommt nichts auf die Reihe), muss dann noch etwas für die Arbeit tun (meistens so ab 22 Uhr), danach stundenlang fernsehn gucken, dabei schläft er dann ein, wacht in der Regel zwischen 2 und 6 Uhr vor dem laufenden Fernseher auf, zieht sich dann aus und geht bis 7 Uhr ins Bett. Am Wochenende sieht es auch nicht viel besser aus, nur das er dann länger schläft. Er macht wenig aus seiner vielen Zeit, geht nicht weg, hat kaum Freunde (einen genaugenommen), keine Bekannten. Ich habe bis heute noch nicht mit irgendjemanden über diese Schwierigkeiten gesprochen, zum einen, weil ich denke, das sich das kaum jemand vorstellen kann, zum anderen weil ich nicht schlecht über ihn sprechen wollte. Er hat auch seine guten Seiten, ich war mal in ihn verliebt und wollte mit ihm zusammen wohnen. Er war fast immer gesprächsbereit, ist fast nie unfreundlich geworden, hat die Schwirigkeiten nicht abgestritten, hat versprochen, im Haushalt mehr mit anzupacken (war ihm dann in der Praxis nicht möglich). Er hat sich bemüht (ich glaube es ihm wirklich, aber irgendwie hat er auch alles getan, den für ihn bequemen Zustand beizubehalten). Jetzt wohnt er wieder alleine, er ist, soweit ich das mitbekomme, mit seinem Alltagskram überfordert. Zu mir ist er unfreundlich, es ist aber eher ein seine schlechte Laune rauslassen. Ich bin froh, dass er hier nicht mehr wohnt. Es war in den letzten Wochen vor seinem Auszug nicht gerade angenehm. Er hat sich benommen wie ein kleines Kind, das trotzig ist, weil es seine Schuhe selber anziehen muss.
Er hatte auch seine guten Seiten. Wir haben wenig gestritten, die Streits verliefen meist in ruhiger Atmosphäre und fast nie vor den Kindern. Wir hatten eigentlich immer den selben Streitpunkt. In vielen Dingen haben wir eine sehr ähnliche Einstellung. Wir haben uns zum Beispiel nie über Kindererziehung gestritten. Wir haben viele Gemeinsamkeiten. Doch in einem Punkt unterscheiden wir und total: Er ist meiner Meinung nach faul und bequem, wird gerne bedient, fasst nicht mit an, ist lebensunpraktisch, schiebt gerne auf, ist dann aber auch häufig überfordert, übelgelaunt und ungerecht. Erwartet dann viel von mir an Hilfe. Ich bin gut durchorganisiert (lernt man, wenn man vorher AE war mit Job), manchmal sicherlich zu durchorganisiert, seiner Meinung nach erwarte ich zuviel von meinen Mitmenschen (speziell von ihm), bin rechthaberisch (kann sein, kann aber auch diplomatisch sein), entscheide fast alles allein (wenn ich ihn frage, hat er eh keine andere Meinung, fühlt sich mit der Entscheidung überfordert, wälzt Entscheidungen auch gerne auf mich ab). Er ist bei aller Überforderung in Alltagsdingen sehr gebildet und sprachlich gewandt, wer ihn weniger kennt, nimmt ihn als interlektuellen, höflichen und freunlichen Menschen wahr. Er ist sensibel, auch für andere (auch für die ungerechte Arbeitsverteilung zwischen uns, aber leider ohne praktische Konsequenz und sehr überlegt in seinen Entscheidungen. Er kommt gut mit den Kindern klar (im Rahmen seiner Möglichkeiten), die Kinder mögen ihn, für meine Tochter ist er auch nach seinem Auszug ihr Vater (für ihn ist sie sein Kind). Er behandelt sie nicht anders als seinen leiblichen Sohn. Beide Kinder bekommen aber seine Überforderung mit. Meine Tochter hat sich darüber, als er hier noch gewohnt hat, häufig laut beschwert (ich musste immer innerlich schmunzelt, wie klar sie ihm das sagen konnte und fand es mutig von ihr, das sie sich das getraut hat), sie hat ihn angefippen, wenn er die Wohnung mit seinem Chaos zugemüllt hat, wenn sie zuviel Verantwortung für ihren kleine Bruder übernehmen musste, weil er indisponiert war oder wenn ihr auffiel (und ihm nicht) das ich zwar Essen machen durfte, selber aber nicht Essen konnte, weil der Kleine als Baby stundenlange Schreiattacken hatte und ich ihn durch die Gegend tragen musste (weil er sich damit überfordert gefühlt hat). Irgendwann sind wir abends mal zusammen weggegangen, seine Schwester hat auf die Kinder aufgepasst. Wir haben und politisches Kabarett angesehen. Nach etwa der Hälfte er Zeit bin ich eingeschlafen (obwohl das Programm wirklich gut war, ich habe jetzt die DVD und finde sie gut). Zu dem Zeitpunkt habe ich schon wieder gearbeitet und er hat seine Arbeitszeit reduziert. Am Ende bin ich ungekippt, war total erschöpft und übermüdet. Wir sind dann, als er wieder ging, nach Hause gefahren. Trotzdem und obwohl ich es an dem Abend deutlich von ihm gefodert habe, musste ich und nicht er nachts und am nächsten Morgen aufstehen, er musste ausschlafen. Im Winter kam dann meine Krankheitswelle. Ich war ständig krank, teilweise wochenlang und mit hohem Fieber, teilweise im Krankenhaus. Eigentlich bin ich kerngesund, aber ich bekam einen Infekt nach dem anderen, wurde kaum gesund. Ich war überfordert und das ständige Aufstehen nachts war auch nicht gerade ideal. Er war völlig überfordert, hat sich dann auch immer mit krankgemeldet, war aber nicht körperlich krank, sondern überfordert. Die Kinder waren ewig im Kindergarten, am Wochenende mussten Freunde von mir ran. An den Haushalt hat er sich überhaupt nicht rangetraut, wenn kein Geschirr oder keine Wäsche mehr da war, war die Stimmung im Keller (ich habe viel gemacht und wir hatten eine Putzfrau). Die Kinder merken seine Überforderung. Meine Tochter spricht es offen aus. Auf meine Aufforderung, damit (z.B. Spielzeug reparieren) jetzt bitte zum Papa zu gehen sagt sie immer nur "Mama, du weißt doch, wie er ist, das ist ihm zuviel" oder "das wird nichts" oder "er ist ja schon nett, aber er kriegt wenig geregelt". Mein Sohn rennt immer zu mir, weigert sich teilweise, zu ihm zu gehen, schreit dann oder bockt. Er tut mir dann schon leid, weil er sich ja schon um die Kinder bemüht und auch kümmert. Obwohl ich nie mit ihnen darüber gesprochen habe, spüren sie, was los ist (meine Tochter hat sowieso ein feines Gespür dafür). Ich hatte gehofft, das ich mich mit seinem Auszug über diese Sachen nicht mehr aufregen muss. Ich wollte eine klare Umgangsregelung, ab liebsten schriftlich per e-mail und sonst selber wenig Kontakt zu ihm. Ich hatte mir vorgestellt, wir besprechen die Sachen, die die Kinder betreffen, bleiben sachlich. Statt dessen ist er unfreundlich und lässt seine schlechte Laune bei mir ab. Zweimal habe ich ihm die Kinder bislang gebracht (sonst war er hier um sie abzuholen), beide Male war er zum verabredeten Zeitpunkt nicht da (einmal tanken, einmal einkaufen). Im Moment ist seine Laune total daneben. Er fährt seit fast einem Monat sein Auto ohne TÜV durch die Gegend, weil er es nicht auf die Reihe bekommen hat, sich rechtzeitig darum zu kümmern. Mehrmals haben sie ihn schon erwischt, das Ganze ist ziemlich teuer. Er könnte fast alles mit dem Rad machen, er wohnt eher zentral. Er kommt mit seinem Geld nicht aus. Ich weiß nicht, ob er Unterhalt für sein Kind zahlen kann. Aber ich muss auch neue Möbel kaufen, er hat seine Sachen und zum Beispiel auch den Kühlschrank mitgenommen. Er verdient noch nicht mal so schlecht. Seit zwei Jahren redet er davon, die Mitfahgelegenheit seiner Kollegen zur Arbeit zu nutzen (lohnt sich schon bei fast 100 km am Tag), er müsste dafür aber 5-10 Minuten früher aus dem Haus und etwa 200 Meter laufen. Er sieht sich dazu nicht in der Lage. Dabei ist er der einzige aus seinem Kollegium, der sich dieser Fahrgemeinschaft nicht anschließt. Er hat Angst im fremden Auto zu unbequem zu sitzen. Ich könnte noch 1000 Merkwürdigkeiten von meinem Ex aufschreiben, aber ich denke, irgendwann wird es langweilig. Es tut mir gut, das ich das alles einmal aufschreiben kann. Gruß, Sabri
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