Elternforum Alleinerziehend, na und?

Behindert?

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Hallo Ihr Lieben, ich bin noch ganz wuschig im Kopf. Habe fast durch Zufall eine Organisation aufgetan für Seltene und Neuromuskuläre Krankheiten. Eben waren zwei Damen davon hier. Die kennen sich aus und haben mir auch gute Tipps gegeben bezüglich Neurologen usw. Ich hatte ihnen vorab in einem ausführlichen Telefongespräch schon meine Situation beschrieben. Sie raten mir dringend dazu, einen Behindertenausweis zu beantragen und über diese Schiene zu versuchen, eine Festanstellung zu bekommen. Stress ist bei dieser Krankheit absolutes Gift und meine Tage bei der Dolmetscherei (nach der Weltgesundheitsorganisation offiziel als drittstressigster Beruf der Welt eingestuft) sind wohl gezählt. Dieser aktuelle Mega-Schub hat am 9. September angefangen. Vor einem Monat. Da habe ich mir noch nicht vorstellen können über Behindertenausweis oder Invalidität nachzudenken. Und jetzt bin ich mittendrin. Aber die gute Nachricht ist, Polyneuropathie ist erstmal nicht lebensverkürzend. LG Yola


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Hallo Yola, ich will Dir ja nicht alle hoffnungen nehmen,aber ob man mit einem behindertenausweis wirklich bessere Aussichten auf eine Festanstellung hat,würde ich mal bezweifeln. Zumindest hier in D ist das nicht so. Ich habe selbst eine Behinderung von 30% und bin mit Schwebehinderten gleichgestellt. Aber die prozente bekam ich,als ich schon in meinem Job und bei meinem jetzigen Arbeitgeber war. Ich gehe davon aus,das der mich nicht eingestellt hätte,wenn ich die Prozente schon vor der Einstellung gehabt hätte. Und jetzt,mit fast 40,und nem Behindertenausweis,glaube ich würde mich niemand mehr fest anstellen. Aber vielleicht schaut das ja bei Euch in L ganz anders aus ?? Und man hat dort bessere Chancen. Ich hoffe es zumindest für Dich. Gruß Birgit


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Ach, hier in Deutschland sieht es auch sehr unterschiedlich aus, kommt ganz auf die Behinderung und die praktischen Auswirkungen im Berufsalltag an! Bei uns werden sogar ganz gerne Behinderte eingestellt, man will schließlich gut dastehen, was die Behinderten-Quote betrifft. Und wenn man dann z.B. einen Behinderten hat, der nur noch eine Niere hat, sonst aber keine Einschränkungen, dann sind solche Behinderte eigentlich ganz beliebt bei der Einstellung...


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Hallo Yola, das ist ein Schock, gell? Auch wenn man vorher theoretisch informiert war und sich in die Krankheit eingelesen hat - das ist ein Tritt in die Magengrube. Bei mir stand auch mal ein GdB im Raum, als ich gekündigt werden sollte. Aber das wäre eine psychische Behinderung gewesen, und das macht sich gaaanz schlecht. Ich kann Dir sagen, wie es in D ist, Ob es in L anders ist, weiß ich natürlich nicht. Ob ein GdB ein Vor- oder ein Nachteil ist, hängt vom Beruf und von der Behinderung ab. In D müssen große Unternehmen eine Quote erfüllen, sonst muß man Strafe zahlen. Wenn ein Behinderter also sonst keine Einschränkungen für DIESEN Beruf hat, wird der gern genommen, um die Quote zu erfüllen. Ich hatte in fast jeder Büro-Abteilung gehbehinderte Kollegen. Wir saßen sowieso den ganzen Tag auf den Schreibtischstühlen und schauten in unsere Bildschirme ;-). In D darf man beim Einstellungsgespräch auch nicht nach dem GdB fragen und man muß ihn auch nicht angeben, ES SEI DENN, der GdB hat Auswirkungen auf genau den Job. Wenn Du also eine Gehbehinderung hast und ein Vorstellungsgespräch wegen einem Bürojob hast, mußt Du es nicht sagen, aber wenn Du Dich für einen Job als Briefträger bewirbst, mußt Du es sagen. Man kann das so bissi herumlavieren und versuchen, herauszubekommen, ob man mit dem GdB eher Vor- oder Nachteile hat, und es notfalls verschweigen, bis der Vertrag unterschrieben ist. (Gut, u.U. hat man dann irgendwo verschissen, aber das muß man halt abwägen. Bei einer großen Firma wäre mir das grad wurst, wenn die Personaltussi dann sauer auf mich wäre. Wenn der direkte Vorgesetzte sauer ist, ist das schon blöder.) Soweit die rechtliche Seite in D. Ich denke aber, daß Dir diese Leute auch für L gut raten können, welche Vor- oder Nachteile Du durch so einen Schein hast. Bei Behörden gibt es oft noch mal extra Regelungen. Ob das auch für EU-Behörden gilt, weiß ich nicht, das müßte aber zu eruieren sein. Wenn so ein Schein Dir hilft, einen festen Vetrag zu bekommen, dann mach das. Ich weiß, daß das psychisch nicht einfach ist, so was zu beantragen. Meine Freundin hat ein behindertes Kind. Obwohl sie auf Tausende von Euro Fördermittel verzichtete, hat sie es erst dieses Jahr geschafft, einen Ausweis für das Kind zu beantragen, da war der Junge schon fast 7 und die Behinderung stand schon reichlich 5 Jahre fest. Sie konnte es einfach nicht, sie konnte nicht in irgendein blödes amtliches Forumar schreiben: "Mein Kind ist behindert." Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung für Dich und die Kinder. Ganz besonders liebe Grüße, Elisabeth.