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Bammel vor den Fragen...

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Liebe Mamis! Ich hätte gerne euren Rat: mein kleiner Sohn ist eineinhalb Jahre alt und hatte bis jetzt regelmäßigen kontakt zum vater. wir beide hatten es in einem erneuten anlauf noch einmal probiert, ob es nicht doch klappt, aber es geht einfach nicht. obwohl er seinen kleinen sehr liebt, will er keine familie! da ich sehr wütend auf ihn bin, hab ich ihm erst einmal das besuchsrecht verwehrt, aber er wird es wieder bekommen, denn schließlich kann ich das umgangsrecht nicht ganz kappen, auch wenn ich ihn NIE mehr sehen möchte. aber ich denke, ihr kennt das allesamt: am liebsten möchte man diese männer nie mehr sehen, aber da sie die väter sind, muss doch kontakt bestehen. meine frage: wie soll ich reagieren, wenn der kleine irgendwann (ich denke bald) anfängt nachzufragen. warum wohnt papa nicht bei uns? wo ist er? warum fährt er wieder? warum kommt er nicht mit rein? warum kommt er nicht öfters? ja, vor all diesen fragen hab ich bammel... meinem kleinen fehlt weder materiell noch ideell etwas, da ich selbst aus einer großen familie mit onkel, oma, opa, uroma etc komme und einen großen bekanntenkreis habe, aber trotzdem vater bleibt nun mal vater! bitte um ratschläge! vielen dank und einen schönen sonntag, soweit das bei diesem sauwetter möglich ist. melanie


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du schreibst Vater bleibt Vater - kappst aber dennoch aus eigenem Ärger heraus das derzeitige Besuchsrecht . Kann ich nicht verstehen, daß man das Kind benutzt um sich am Partner zu rächen.


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liebe faya! das besuchsrecht liegt nur derzeit auf eis, damit ich über ihn hinwegkomme. wenn es so weiterginge wie bisher, zerbreche ich noch ganz. in absehbarer zeit wird er wieder kontakt mit dem kleinen haben. wie soll man sich sonst von jemandem lösen? vielleicht hast du ein paar tipps, ich bin nämlich überfragt! liebe grüße!


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Ist denn der Zeitraum, den Du Dir geben willst, um "über ihn hinwegzukommen" irgendwie definiert? Ich hätte halt Angst, daß es sich dann "ohne Papa" einpendelt und man keinen Einstieg mehr für "mit Papa" findet. Außerdem gibt es Möglichkeiten, dem Kind einen Kontakt zum Vater zu ermöglichen, ohne daß man selber allzu viel mit ihm zu tun hat. Ich habe meinem Ex damals diverse Vorschläge gemacht. Zum Beispiel hätte er die Kinder direkt von KiGa/Hort abholen können, so daß wir uns bei der Abholung nicht begegnet wären. Er hätte sie dann auch dirket am Montag wieder hinbringen können, dann wäre der Kontakt auch beim Wiederbringen weggefallen. Oder man macht eine Übergabe durch eine neutrale Person wie Tante/Onkel/Pate/Freundin/Oma/Opa. Mein Ex hatte dann die Version "Glienicker Brücke", die ich absolut dämlich fand, aber ihm zuliebe bis heute für die seltenen Kontakte durchziehe: Er ruft auf Fumis (!) Handy an, wenn er im Park am Spielplatz steht. Dann bringe ich die Kinder runter in den Park. Allerdings muß ich diesseits der Spielplatzwiese stehen bleiben und er wartet jenaseit der Wiese, die Kinder gehen alleine rüber. Bei der Rückgabe bringt er die Kinder wieder zum Spielplatz. Früher habe ich sie unten abgeholt, inzwischen kommen sie von dort alleine nach Hause. Was das Beantworten der Fragen angeht: Ich bin absoluter Fan von Ehrlichkeit. Und wenn Du eine Frage Deines Kindes nicht ehrlich beantworten kannst, dann heißt es, daß Du etwas tust, was Du vor Deinem Kind nicht rechtfertigen kannst - also etwas, was nicht gut ist für Dein Kind. Ein absolut toller Indikator für "jetzt baue ich gerade Scheiße!". Gruß, Elisabeth.


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hi elisabeth! danke für deine antwort! ich denke, spätestens im neuen jahr wird wieder kontakt bestehen. was den wiedereinstieg betrifft, so glaub ich nicht, dass es probleme gibt, denn bis jetzt (mein sohn ist ja erst 1,5 jahre alt)war der vater meist abwesend, so dass er keine große rolle für ihn spielt. am wichtigsten ist der opa für ihn - ersatzvater! natürlich werde ich immer ehrlich zu ihm sein. ich weiß auch, dass man ein kind unter keinen umständen anlügen darf! wie hast du es denn geschafft, von deinem ex loszukommen? liebe grüße


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ER hatte (und hat, soweit ich weiß) die Probleme. Ich finde ein Jahr zu lang, GERADE in dem Alter. Mal eine Geschichte dazu, die mich gerade sehr bewegt: Meine Freundin S. hat einen Sohn J., inzwischen 11 Jahre alt, aus einer Beziehung, die schon in der Schwangerschaft zerbrach (und auch eigentlich gar keine war). Der Vater M. hat das Kind anerkannt und sehr regelmäßig gezahlt, es bestand aber keinerlei Kontakt - auch deswegen, weil er beruflich durch die Weltgeschichte zog und selten mehr als 2 Jahre an einem Ort wohnte. S. hat inzwischen einen anderen Mann geheiratet und mit ihm ein weiteres Kind, J. ist vom Stiefvater wie ein eigenes Kind behandelt worden. Allerdings wußte J. immer, daß er einen leiblichen Vater hat, irgendwo. Es bestand auch Kontakt zur Oma von M., also der Uroma von J., die unregelmäßig Postkarten schickte und auch welche (plus Photos) bekam. Vor einem knappen Jahr verstärkte die Uroma plötzlich den Kontakt und fragte S., ob sie nicht mal über sie mit M. in Kontakt treten wolle. S. war der Ansicht, daß das doch bitte M.s Aufgabe sei. Sie hatte das Gefühl, daß der Kontakt zwischen M. und J. eher ein Wunsch der Oma war als des Vaters. Im Sommer kam es dann sogar zu einem Besuch von S. und J. bei der Uroma, der recht nett verlief - auf einer höflich-distanzierten Ebene - was will man auch erwarten in so einer Situation? Kurz nach dem Besuch rief die Uroma bei S. an und druckste sehr herum. Schließlich platzte es aus ihr heraus: Sie hatte M. versprechen müssen, nichts zu sagen, aber sie könne das nicht. M. hat einen Tumor im Gehirn und die Ärzte geben ihm nur noch kurze Zeit. Er sei inzwischen auch verheiratet und habe ein kleines Kind. Mit seiner Frau und dem Kind wohne er wieder in der Stadt, die S. mit J. nie verlassen hat. Vor ein paar Wochen hat S. dann mit J. M. besucht. Er wohnt wirklich kaum 2 km von ihrer Wohnung entfernt. Er hat sie sogar auf der Straße gesehen und erkannt, sich aber nicht getraut, sie anzusprechen. Sie hat ihn - nach Chemo und allem - nicht erkannt, natürlich unterstützt durch die Tatsache, daß sie ihn hier auch nicht erwartet hätte. Sie dachte, er wohnt immer noch im Ausland. M.s Lebenserwartung wird von den Ärzten nur noch in Monaten gemessen. M. und J. verbleiben nur noch wenige Monate. Danach hat J. keinen Vater mehr. Sogar die Option "wenn ich groß bin, suche ich ihn und frage ihn nach seiner Sicht der Dinge" fällt komplett weg. J. ist komplett neben der Spur, das nimmt ihn stark mit. Und auch S. macht sich so ihre Gedanken. Natürlich wäre es M.s Aufgabe gewesen, Interesse an seinem Kind zu bekunden. Aber sie hatte auch oft das Gefühl, daß sie ihm zumindest mal eine Brücke bauen könnte - und hat es immer vor sich her geschoben. Sie hat immer gedacht: "Im Moment paßt es nicht!" Mal war in ihrem Leben gerade für sowas kein Platz, mal war J. gerade in einer Phase, wo sie ihm das aufwühlende Erlebnis, seinen Vater das erste Mal zu treffen, nicht zumuten wollte. Wenn die Oma nicht sehr eigenmächtig gehandelt hätte, wäre es zu spät gewesen. Ich wage gar nicht,m mir auszumalen, was das mit J. gemacht hätte, wenn er sich irgendwann auf die Suche nach seinem Vater gemacht hätte und erfahren hätte, daß er nur wenige km von ihm entfernt jämmerlich an einem Gehirntumor verstarb. Bitte, brich den Kontakt nicht komplett ab. Finde einen Weg, der Dir nicht allzu weh tut. Aber es ist unendlich schwer, einen einmal eingeschlafenen Kontakt wiederzubeleben. Viel schwerer, als ihn jetzt aufzubauen. Weil man IMMER eine Ausrede findet, warum der Zeitpunkt, den Kontakt wiederzubeleben, genau jetzt nicht günstig ist. Gruß, Elisabeth.