Elternforum Alleinerziehend, na und?

Alleinerziehende und Karriere

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Angeregt durch die untenstehende Diskussion um die Papawochenenden möchte ich mal eine Umfrage starten: Ist eine unter euch, die das Gefühl hat, als Alleinerziehende dennoch Karriere zu machen? Für mich definiere ich "Karriere" so: - ein Job der mir liegt - ein Einkommen, mit dem ich meine aktuellen Kosten tragen kann, die späteren Ausbildungskosten meiner Kinder und bei dem ich mir einen angenehmen Lebensabend ersparen kann Viele Grüße Petra


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nur weil AE bin will ich ja nicht auf kosten andrer leben,deshalb geb ich mien bestes:-)


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hallo petra, es kommt immer drauf an, was man unter "karriere" versteht, wie hoch das möglicher erzielbare einkommen ist, und vermutlich auch, wo man wohnt. es wäre mir nie in den sinn gekommen, mich wegen dem nachwuchs auf staatskosten auszuruhen und mir einen schönen lenz zu machen. an meiner mutter habe ich lange genug beobachten können, wie das ist, wenn frau der kinder wegen daheimbleibt, der mann die knete ranschafft, und die frau irgendwie in ein "abhängigkeitsverhältnis" vom mann gerät. (das heisst nicht, dass meine mutter nicht meinem vater paroli bietet, aber im grossen und ganzen gibt sie ihm zuliebe dann doch klein bei). hätte ich von anfang an jedoch einen liebenden partner an meiner seite gehabt, hätte ich mir durchaus vorstellen können, mir für die ersten jahre nach der geburt eine teilzeitstelle zu suchen (z.b. 30 std). was den verdienst angeht - da könnte es doch IMMER irgendwie mehr sein als das, was man bekommt. für das, was ich an arbeitsaufwand in meinem job habe, bin ich sehr, sehr gut bezahlt - soviel verdient manch anderer facharbeiter nach 20 berufsjahren und mit steuerklasse III nicht. andererseits muss ich in absehbarer zeit mit einem einkommen auch 4 personen (2 kinder, 1 au pair und meine wenigkeit) ernähren. gruss, martina


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Unter Karriere verstehe ich das, was auch ein Mann darunter verstehen würde. :) Nicht auf Staatskosten angewiesen zu sein, fällt nicht darunter. Ich versuche es mal mit dieser Definition: Eine Karriere ist das, worauf man auch stolz wäre, wenn man keine Kinder hätte.


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Denke, dass ich darunter "falle". Hätte ich keine Kinder, wäre ich genauso selbstständig wie jetzt auch mit meiner Rasselbande! LG Arthouse


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na, dann hab ich wohl nie "karriere" gemacht. für mich hat jemand karriere gemacht, der eine verantwortungsvolle, ggf. leitende position hat, und dem evtl. noch viele menschen unterstellt sind. das war leider noch nie meins - ich bin eher ein team-player und habe nicht wirklich führungsqualitäten. ellbogen waren noch nie mein ding. aber ich bin überzeugt, dass mutterschaft (auch alleinerziehend) und das, was du *karriere* nennst, sich nicht zwangsläufig ausschliessen. kommt halt auf jeden einzelnen an. mit meinem job bin ich allerdings mehr als glücklich. lg martina


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Na ja, wenn Spiky sich, zwei Kinder und ein Au Pair davon ernährt, ist es sicher bissi mehr als "nicht auf Staatsknete angewiesen sein". Ich selber habe 20 Jahre meine Familie ernährt, und zwar üppig ernährt. Offiziell war ich davon 2 Jahre AE, inffoiziell schon viel länger. Mein Ex hat hin und wieder mal ein bissi dazuverdient, aber er hat zu keinem Zeitpunkt mehr verdient als er selber verbrauchte. Jetzt bin ich seit einem Jahr arbeitslos, aber ich bin der festen Überzeugung, daß das kein Dauerzustand sein wird. Im Moment bekomme ich noch ALG1 (was ja - im Gegensatz zu ALG2 - eine Versicherungsleistung und keine Staatsknete ist *lach* - fühlt sich aber trotzdem blöd an), und bald habe ich sicher wieder einen Job, der meine Kinder und mich mehr als ernährt. Ich glaube, daß es für Frauen mit Kindern generell schwer ist, Karriere zu machen. Da ist es völlig egal, ob man AE ist oder nicht. Wenn ich die Männer unter meinen ehemaligen Kollegen anschaue: Die waren entweder kinderlos oder hatten eine Frau, die ihnen den Rücken freihielt. Gut, manche verdiente dann noch auf 20-Stunden-Basis was dazu, aber es war halt immer "was dazu", nicht das, was man unter Karriere versteht. Und wenn das Kind krank war oder der Hund zum Tierarzt mußte, war es immer die Frau, die sich frai nahm. Und die Frau organisierte auch immer die Kinder-zur-Betreuung-Verbringung. Gut, manchmal springt Papa ein und bringt Kind auf dem Weg zur Arbeit zur Schule, weil er da eh' vorbeifährt. Aber die Last der Verantwortung lag immer bei der Frau. Insofern fällt es mir heute, als AE, sogar etwas leichter. Ich bin gar nicht erst versucht, mich auf GG zu verlassen. Ich regle den Laden alleine, und ich entscheide, wo in einer konkreten Situation die Prioritäten liegen. Ich habe mir ein Netzwerk geschaffen, in dem wir uns gegenseitig helfen. Aber ich merke, daß die verheirateten Frauen in dem Netzwerk im Grunde nicht besser dastehen als ich: Wenn sie unverhofft Überstunden machen müssen, rufen sie mich genauso an wie die AEs im Netzwerk. Weil Männe ja sowieso nicht zur Verfügung steht. Eine Freundin von mir - verheiratet, zwei Kinder im gleichen Alter wie meine - klagt fast täglich darüber. Männe arbeitet seit ein paar Wochen von zu Hause aus, weil er selbstständig ist und aufgrund seiner miesen Auftragslage sein aushäusiges Büro aufgeben mußte. Jetzt hat sie einen Job mehr, nämlich Kinder in der Wohnung ruhig halten, damit Männe nicht gestört wird. Aber wenn der große Sohn mittags von der Schule kommt, ist Männe nicht in der Lage, dem Kind mal ein Spiegelei in die Pfanne zu werfen. Näää. Solange es kaum (Ehe-)Männer gibt, die ihren Frauen GENAU SO den Rücken freihalten wie viele, viele Frauen es für ihre Männer tun, solange ist es genau piepegal, ob Du AE bis oder einen Egon zu Hause hast, zumindest was die Kinderbetreuungssituation angeht. MEIN Männe hat halt noch zusätzlich Arbeit gemacht, weil ich noch mehr Wäsche waschen, sauber machen und kochen mußte (die Kinder und ich aßen immer in der Betreuung bzw. im Büro und konnten deswegen abends gut mit ein paar Stullen mit Brot und Salat leben, aber mein Ex bestand abends auf einem warmen Essen, weil er ja mittags nix Anständiges hatte, das hätte er sich ja selber kochen müssen). Deswegen bin ich konkret jetzt als AE besser dran als mit Mann. Es SOLL ja Männer geben, die auch mal die Spülmaschine ausräumen oder die Waschmaschine füllen können. Die machen zumindest brutto keine zusätzliche Arbeit. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Frage ist falsch gestellt. Eine Mutter, die MIT Mann Karriere machen kann, kann das sicher auch OHNE Mann. Die Frage ist, kann man als Mutter Karriere machen? Ich denke, es ist schwer, aber nicht unmöglich. Die meisten Frauen stehen sich eher selber im Weg, weil sie (anerzogene oder eingeredete) Skrupel haben, die Kinder fremdbetreuuen zu lassen oder keine bzw. eine schlechte Ausbildung haben. Manchen steht wohl die fehlende Kinderbetreuung in D im Weg, aber das Problem haben verheiratete Frauen auch. Gruß, Elisabeth.


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Bin AE ! Auch schon innerhalb der Ehejahre gewesen. Arthouse


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Also bei mir wäre es wohl so, dass ich Karriere gemacht hätte, wäre ich nicht schwanger geworden. Dadurch wurde auf meinem Platz jemand eingestellt und ich mußte nachher die Abteilung wechseln. Da werde ich zwar auch weitergebildet, aber das ist nicht dasselbe. Das hat jetzt allerdings nichts mit alleinerziehend zu tun sondern wirklich nur mit der Tatsache, dass ich Mutter geworden bin! Ich könnte jetzt nochmal eine Ausbildung machen, da würde ich dann irgendwann sicher mehr verdienen, aber wir müssen ja jetzt auch von irgendwas leben. Außerdem ist dieser Job nicht der, der mir liegt, den mach ich halt, weil er gut bezahlt wird und relativ sicher ist. Das ist dann das wo ich sagen würde, mir steht meine Situation irgendwie im Weg! Gruß von Cat


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Sicher wäre mein beruflicher Werdegang ohne Kinder anders gelaufen. Mein Job sichert gerade unseren Lebensunterhalt. Karriere war/ist aufgrund der Tatsache, dass ich keine Schicht mehr arbeiten und keine Fortbildungen, die außerhalb Dresdens sind, besuchen kann schlecht möglich. Allein den Normalschichtarbeitsplatz auf 30h Basis zu bekommen war ein Glückstreffer. Bin aber zufrieden und trauere der Karriere nicht hinterher. LG Sylvia


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Ich denke, im Prinzip sehe ich es ganz genauso wie Elisabeth - das Problem liegt bei der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Karriere, relativ unabhängig von Alleinerziehend oder nicht. Ich selbst war beim ersten Kind die ersten vier Jahre AE, mittlerweile bin ich verheiratet und habe insgesamt drei Kinder (99/03/05 geboren), und ich habe bei jedem Kind spätestens nach einem Jahr wieder angefangen zu arbeiten, allerdings nur Teilzeit. Derzeit arbeite ich 2/3 Tage pro Woche voll, und an den Tagen ist mein Mann dafür zuständig, die Kinder zur Betreuung zu bringen und abzuholen (ganz so schlimm, wie's Elisabeth beschreibt, sind also nie alle "Egons", grins). Allerdings könnte ich auch nicht mehr arbeiten, weil er nicht an mehr als 3 Tagen die Kinder bringen und holen könnte, er muss schließlich auch auf seine Arbeitszeit kommen... Wir haben beide studiert, aber er verdient als Informatiker in der freien Wirtschaft wesentlich mehr als ich als Dipl.Fin. im Staatsdienst - seufz. Da stecke dann doch lieber ich beruflich zurück, als dass wir uns auf weniger Geld beschränken würden... und mehr "Fremdbetreuung" ist nicht drin, bei den KiGa-Plätzen ist es hier sehr eng, und gerade der Mittlere klammert sehr an mir, da hätte ich ihm gegenüber zu sehr ein schlechtes Gewissen... mein Problem, ich weiß. Ob ich nun mit Kindern (früher auch als AE) "Karriere" gemacht habe - na ja, ich habe einen Job, der mir Spaß macht und den ich liebe, und das Einkommen ist an sich auch nicht verkehrt (auch wenn's in der freien Wirtschaft definitiv mehr wäre, aber so habe ich einen sicheren Arbeitsplatz und große Flexibilität bei Arbeitszeit/Umfang etc., was auch sehr viel wert ist). Und verglichen mit männlichen (übrigens kinderlosen) Kollegen, die mit mir bei uns im Amt angefangen haben, stehe ich beruflich übrigens nicht schlechter dar, trotz Kinder-Pausen. Ich wurde gleichzeitig befördert etc., kann also wirklich nicht klagen! Wenn ich allerdings Karriere hätte machen wollen, hätte ich entweder weiter studieren oder in die freie Wirtschaft wechseln müssen, und beides hätte viel Zeit und Engagement gekostet bzw. würde es dauerhaft fordern - das kann ich mir für mich neben meinem Nachwuchs nicht vorstellen. Aber wahrscheinlich bin ich eh nicht der Typ, der Karriere machen möchte, mir ist ein Job, der mir Spaß macht, ganz anständig bezahlt wird und mich trotzdem nicht auffrist, sehr viel lieber!