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wer erinnert sich an meinen jungen melanompatienten vor einem jahr?

wer erinnert sich an meinen jungen melanompatienten vor einem jahr?

Leewja

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ich bin die gedanken an ihn nicht losgeworden, in zwei wochen jährt sich sein tod das erste mal... ich überlege, den bruder (mit dem ich auch viel gesprochen hatte damals) zu kontaktieren, einfach, um mal zu sagen, dass ich den jungen mann nicht vergessen habe und vielleicht auch um rauszufinden, wo er beerdigt leigt, ich glaube, es würde mir helfen, ein paar blümchen hinzulegen.... wärt ihr entgeistert, wenn eine ärztin das machen würde? oder wäre das ok? Danke für feedback


dr.snuggles

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Antwort auf Beitrag von Leewja

nein, ich würde mich total freuen! ich find das ganz toll. das wird auch dem bruder in seinem gefühl bestätigen, dass sein bruder ein ganz besonderer war. grüßt ganz herzlich snuggles


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von dr.snuggles

Ich finde das auch schön und auch nicht seltsam oder so vom Arzt, sondern feinfühlig.


Blueberry

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Antwort auf Beitrag von dr.snuggles

Ich schließ mich bei snuggles an, fänd sowas auch ganz toll. Denke allerdings, dass du da eine der wenigen Ärzte bist, die sowas machen. Zumal es für die eigene seelische Gesundheit sicherlich auch besser ist, wenn man nicht jedes Schicksal mit nach Hause nimmt, also innerlich. Aber wie gesagt, ich finds super. :-)


KlaraElfer

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Antwort auf Beitrag von Leewja

Machen Gut für dich und kann eigentlich niemand anderem schaden und sonst? LG


Leena

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Antwort auf Beitrag von Leewja

...ich fände es grundsätzlich sehr schön, auf diese Weise so deutlich spüren zu dürfen, dass mein toter Angehöriger zumindest für einen Arzt eben nicht nur "das Melanom von Zimmer 7" war, sondern ein Mensch, der eine Spur hinterlassen hat... ...wobei es sicherlich auch Tage gäbe, wo ich mit dieser Konfrontation unter Umständen nicht umgehen könnte. Aber wieder Tage später - wäre der Gedanke an und für sich doch wieder sehr tröstlich. Alles in allem - tue es!!!!! Wäre zumindest mein feedback.


Leewja

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Antwort auf Beitrag von Leena

gleich so einstimmig und schnell antworten, ihr seid alle toll!


Morla72

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Antwort auf Beitrag von Leewja

Ich schließe mich an! Hätte irgendeiner der Ärzte noch nach dem Tod meines Vaters sich gemeldet, hätte mich das sehr gefreut.


sojamama

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Antwort auf Beitrag von Leewja

Hallo, ich würde ihn nicht persönlich kontaktieren. Aber ich würde ein Päckchen fertig machen, eine Karte mit meinen GEdanken und Wünschen an die Familie schreiben und einen schönen kleinen Engel, Gedenkstein o.ä. dazu legen. Das kann die Familie dann zum Grab bringen. Ist nicht zu persönlich, aber auch nicht so anonym. Ich glaube, ein Anruf und die Frage nach der Grabstelle wäre mir ZU persönlich, zu viel oder fast schon vielleicht aufdringlich. Eine Grußkarte und eine kleine Beigabe ist für mich ein Zeichen, er wird nicht vergessen, aber man möchte sich nciht aufdrängen. Aber da gehen die Meinungen immer weit auseinander bei sowas. melli


Leena

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Antwort auf Beitrag von sojamama

...genau das ist ja das Problem bei solchen Dinge - das, was für Person A goldrichtig ist, wäre für Person B komplett verkehrt. Ich würde z.B. auf ein Päckchen mit "einen schönen kleinen Engel" o.ä. ziemlich entsetzt reagieren - während andere genau darüber unendlich gerührt wären... Aber Leewja schreibt ja, dass sie mit dem Bruder damals viel gesprochen hatte - so gesehen wird sie sicherlich schon einschätzen können, welche Art des Kontakts vielleicht eher trifft. Puh, schon ein Jahr ....


DecafLofat

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Antwort auf Beitrag von Leena

machen. ob persönlich anruf oder eine karte kannst nur du einschätzen. ich als angehörige wäre gerührt weil ich es schön fände dass die ärztin, von der man eigentlich denkt, sie hält sowas fern und das ist "nur" ein weiterer fall den sie behandelt, doch in gedanken bei einem ist.


Mami-Franzi19

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Antwort auf Beitrag von Leewja

kommen ärzte oft wie gefühlslose Menschen vor, die einen nur so schnell wie möglich loswerden wollen. Finde ich. Ich würde es sehr schön finden mal einen Arzt zu erleben dem seinen patient auch was "bedeutet".


Sakra

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Antwort auf Beitrag von Mami-Franzi19

ich finde es auch ganz toll!!!! vor 2 jahren ist meine lieblingspatientin auch verstorben und ich muss gestehen, ich denke sehr , sehr oft an sie und ich werde sie auch mit sicherheit niemals vergessen.


tequila sunrise

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Antwort auf Beitrag von Leewja

Weil ich weiß, wie sehr man in diesen jobs auf sich achten muss, um nicht unter die räder zu kommen. Auch wenn das manchmal gefühlskalt rüberkommt, man darf diese patientenschicksale nicht mit nach hause nehmen. Ich bin auch oft in versuchung, einen zu nahen kontakt aufzubauen, weiß aber, dass das nicht gut ist und ich bremse mich da auch immerwieder selbst. Ich bin in der onkologie tätig und das sterben von krebspatienten gehört quasi zum alltag. Es reicht aber schon, wenn man schlimme schicksale mal ein paar tage privat gedanklich mit sichherumträgt. Ich würde nie kontakt zu angehörigen nach dem tod aufnehmen, aus reinem selbstschutz. Du weißt nicht, was da aufdich zukommt, und was es für auswirkungen auf deine berufsausübung hat. Auch nächste woche kommen wieder (lebende) patienten zu dir, die deine ganze kraft brauchen. Pass auf dich auf ! Der job ist so schon schwer genug. Und den müssen wir gut machen. Die seelsorge der angehörigen können wir nicht auch noch übernehmen. Wenn dir der patient nicht aus dem kopf geht, sprich lieber mit einem kollegen drüber oder mit deinem mann. Meine meinung ...


Leewja

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Antwort auf Beitrag von tequila sunrise

Ich bin in der Derma und bei uns sterben nun mal nicht so viele.... die wenigen gehen uns allen näher, als es vielleicht für einen Onkologen oder Intensivmediziner tragbar wäre, aber ich denke, die "pillepalle-Fälle", ohne dass ich jetzt deren leidensdruck kleinreden will, aber sie sterben nun mal nicht, schonen uns da so sehr, dass es eben schwerer ist, copingstrategien für schlimme schicksale zu entwickeln. das dennoch hin und wieder der ein oder andere, meist doch recht alte mensch bei uns stirbt, wirft mich auch nicht so nieder. aber dies ist ein spezieller fall, ich weiß nicht, ob du damals mitgelesen hattest---es ging um Zelboraf, welches hier noch nicht zugelassen war und ihm aber, wäre es rechtzeitig gegeben worden, noch einiges an zeit hätte erkaufen können. inzwischen verteilen wir es ganz regelmäßig, es ist schon fast nicht mehr spannend---sogar ein wenig ernüchterung ist dabei, weil eben nebenwirkungen große probleme machen oder weil es doch nicht anschlägt... aber gerade weil ich mittlerweile wöchentlich ein, zweimal ganz easy ein Kassenrezept ausfülle und "mal eben" 20.000 euro verpulvere, denke ich im moment viel drüber nach, warum damals soviel verbohrtheit und gleichgültigkeit und bürokratie auf vielen verschiedenen ebenen da war... die kollegen haben viel verständnis für mich, die familie ist da zurückhaltender, da fehlt aber halt auch die ahnung, wie es laufen kann im KKH. das ist jetzt in 7 jahren der zweite fall, der mir so nahe geht, ich bange noch um eine junge frau mit melanom, die ihr kind und das ihrer brustkrebskranken schwester zu versorgen hat, das würde mir auch sehr nahe gehen---sie bekommt aber das zelboraf und verträgt es und ist-toitoitoi-metastasenfrei (von voher Leber, lunge, haut!)... vielleicht lass ich mir die paar zu nahe gehen, ja. aber es sind halt so wenige und davon nur die allerschlimmsten... das ist dann doch auszuhalten.... trotzdem, danke, ich überdenke das unter dem gesichtspunkt auch noch mal