Nurmalsoeben
Ich weiß nicht, wer von euch die Bilder vom Frühlingsfest 2026 von vor zwei Tagen in China gesehen hat (ich habe in den letzten zwei Tagen auch keine Abendnachrichten verfolgt und weiß nicht, was da gesendet wurde): Was man hier (https://www.youtube.com/watch?v=mUmlv814aJo) sieht, ist ein irrsinniger technischer Fortschritt gegenüber dem, was die westliche Welt aktuell an Robotertechnologie zu bieten hat. Die Choreografien sind zwar wohl eingehend und sehr zeitaufwändig trainiert (Menschen trainieren da die KI-gesteuerten Roboter), aber es ist allein von der Geschwindigkeit, vom Gleichgewicht und von den Bewegungsabläufen der Roboter absolut bahnbrechend, was man da sieht. Und das ist nur der zivile Teil der Robotik, den China der Welt stolz präsentiert, wir wissen also nicht, wie der militärische (sicher noch weiter fortgeschrittenene) Teil der Robotik aussieht. Dagegen können Elon und andere westliche Konkurrenten mit ihren Robotern einpacken. Ich weiß nicht, ob das jede*r*m hier klar ist, was das technisch bedeutet: China ist uns in dem Bereich technisch um Jahre voraus. Natürlich ist es auch eine Machtdemonstration, solche Bilder auf dem Frühlingsfest der Welt zu präsentieren, aber den in KI und Robotik sehr investierten Herrschaften aus dem Silicon Valley dürften die Augen herausgefallen sein (gut, manches war vielleicht schon von Fachmessen theoretisch bekannt, aber dass damit so ein langes, mit menschlichen Tänzern flüssig interagierendes Spektakel möglich ist, dürfte auch manchen Fachmann überraschen). Ich schwanke zwischen Faszination und Besorgnis, wenn ich das sehe. Wie geht es euch damit?
Die EU ist jedenfalls raus: Genialen Köpfen (und die sind alles was wir haben, weil Bodenschätze und billige Arbeitskraft sind es nicht) wird ausschließlich das Leben schwer gemacht mit Bürokratie und Überregulierung. Als jüngstes Bsp Peter Steinberger, der Gründer von OpenClaw, der in die USA geht und zum Abschied noch ein grauenerregendes Interview mit Armin Wolf (ZIB2 ) mit auf dem Weg bekam. https://www.wiwo.de/politik/deutschland/peter-steinberger-warum-der-openclaw-gruender-europa-verlaesst/100201257.html
Es sind nicht nur die Bürokratie und die Überregulierung (das sind so Schlagworte, die mir nicht gefallen, weil es schon Regulierung braucht, aber nicht so fehlgeleitete, wie die EU sie oftmals aus ihrem konservativen und selbtbezüglichen - und ergo wenig global orientierten - Tenor heraus verhängt). Es ist auch schlichtweg so, dass die Chinesen etwas haben, das die USA in der aktuellen politischen Konstellation nicht aufbieten können: konsequente technische und wissenschaftliche Innovations- und Investitionsbereitschaft nicht nur vor dem Hintergrund von neomerkantilen Aspekten, sondern als langfristige Erfolgsstrategie. China bleibt technologisch nicht nur stärker am Ball, sondern ist auch weniger abhängig von fossilen Technologien und von weltanschaulichen Aspekten, denen sich die USA beugen (müssen). Das ist natürlich einer der Vorteile in einer vollendeten Diktatur, so lange sich der Staatschef nicht gegen wissenschaftliche und technische Expertise wendet, weil ihm gerade ein entsprechender Unfug durch die Rübe geistert. Die EU sollte insofern auch größtes Interesse daran haben, sich mit China zumindest in puncto technisch-wissenschaftliche Kooperation gut zu stellen, weil da langfristig mehr zu gewinnen sein wird als in Zusammenarbeit mit den USA und dem (ohne Krieg ohnehin dahinsiechenden) Russland. Ein Punkt mehr, weshalb die von Carney in Davos verkündete Strategie klug ist. Nicht, weil China so ein toller Freund ist, mit dem man so viele gemeinsame Werte teilt, sondern aus rein wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen. So, wie es aussieht, gehört die Zukunft definitiv China. Ich hoffe, dass das unsere europäischen Regierungen ebenso realistisch sehen wie Kanada und sich entsprechend orientieren.
Das wären aber keine Schlagworte, sondern 1 konkretes und topaktuelles Bsp. Welche EU Innovationen fallen Dir denn so ein?
Ich habe deinen Artikel gelesen, bin aber skeptisch, ob es allein mit dem in den USA üblichen Modell "Wir gestalten deinen Arbeitsplatz wie eine Spielwiese, damit du dich so wohlfühlst, dass du nicht mehr nach Hause gehst" funktionieren wird, dass "der Westen" konkurrenzfähig bleibt. Denn auch Open AI, Google, Musk und Meta sind gewaltig hintendran, was für diese Firmen und ihre Gründer auch finanziell zum Risiko wird. Die Chinesen sind auch in puncto Automatisierung ihrer Prozesse viel weiter. Ich bin natürlich nicht up to date, was EU-Innovationen im einzelnen angeht, aber ich meine schon, dass es da in manchen Bereichen der Automobiltechnologie und auch im Bereich Elektronik noch Dinge gibt, wo z. B. Deutschland immer noch Marktführer ist und auch nicht so ohne weiteres ersetzt werden wird. Ich müsste aber nachsehen, was das ist, das habe ich jetzt nicht parat. Dass das nicht reichen wird, um Deutschlands Überleben als Exportnation und das wirtschaftliche Überleben der EU-Länder zu sichern, ist auch klar. Unser wirtschaftliches Überleben nicht sichern dürfte aber erst recht nicht diese "Klein-klein-Denke", die z. B. unsere Bundesregierung praktiziert: Dass man mit längeren Arbeitszeiten, gestrichenen Feiertagen und noch mehr Ausbeutung der produzierenden und dienstleistenden Branchen die Wirtschaft wieder vom Hintern auf die Füße stellt. Denn, wie du schon richtig sagst, die klugen Köpfe haben wir hier, das weiß man auch in Übersee und in China. Statt uns alle guten Leute abwerben zu lassen und hier weiterhin auf toten Pferden wie dem Verbrenner, Atomkraft oder anderen fossilen Technologien herumzureiten, sollten wir eine ganz andere, innovationsfreundliche und zukunftsorientierte Wirtschafts- und Finanzpolitik entwickeln. Niemand würde sich mehr freuen als ich, wenn das auch mit dem aktuellen politischen Personal möglich wäre, nur leider sehe ich da ein bisschen schwarz. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren. Vor allem bräuchte es Leute an der Spitze, die es schaffen, die Bevölkerung mit solchen Vorstößen mitzunehmen, statt sie permanent zu dissen und wie Arbeitssklaven zu behandeln.
Ach Du meinst der Herr Steinberger könne das nicht beurteilen?
Und Sklaven werden a) gezwungen und b) nicht bezahlt.
Sorry, ich war jetzt länger unterwegs, heute Abend war mein "feministischer Buchclub", wo wir übrigens über den Iran geredet haben... "Ach Du meinst der Herr Steinberger könne das nicht beurteilen?" Das wollte ich damit gar nicht sagen. Ich denke schon, dass es für jemanden, der die eingeengten Sichtweisen europäischer Betriebe kennt, reizvoll/verlockend sein kann, in die US-Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Zumal ihm dort ganz andere finanzielle Vorteile winken, aber auch die Freiheit, sich auszuprobieren. Kann aber auch sein, dass er (es klang zumindest in dem Artikel an) als jemand mit vorbestehender Burnout-Problematik in ein System hineinrutscht, das seinem Workaholismus zwar entgegenkommt (so etwas hat man ja gern "im System"), ihn aber tatsächlich auch ausbrennen lässt. Vielleicht hat er gute Strategien gelernt, um in sich selbst hineinzuhorchen und rechtzeitig "stopp!" zu sagen, aber seine Abrechnung und Verächtlichmachung der vermeintlichen "Begrenztheit" europäischen Denkens klingt für mich nicht so. Wäre er mein Bekannter, würde ich mir wohl auch Sorgen machen, so wie er redet. In China hat da ja mittlerweile auch eine Gegenbewegung der jungen Leute eingesetzt, die sich dem Druck der Arbeitswelt auf noch krassere Weise entziehen als die GenZ hierzulande, indem sie ganz einfach im Bett liegen bleiben - also nix mit Work-Life-Balance, sondern Totalverweigerung. Offiziell sind die ausbeuterischen Arbeitszeiten, bei denen es ja auch zu Todesfällen durch Überarbeitung gekommen ist, auch seit Ende der 2010er Jahre in China verboten, inoffiziell existieren sie trotzdem weiter. Das Silicon Valley, in dem seit einigen Jahre viele Jobs in der Hightech-Branche verloren gehen, hat diese ausbeuterischen Arbeitszeiten sogar von der chinesischen Konkurrenz übernommen, NACHDEM sie in China längst offiziell verboten waren, um eben technologisch nicht ins Hintertreffen zu geraten. Musk, Thiel, Altman, Zuckerberg und Gates stehen unter extremem Druck durch die chinesische KI-Konkurrenz, die nicht nur finanziell, sondern auch politisch massiv gefördert wird und die USA zunehmend abhängt. Joe Biden hat ja versucht, das mit den neu aufgelegten Finanzprogrammen aufzufangen (mir ist nicht bekannt, ob und inwieweit die unter Trump noch weiterlaufen oder teilweise auch im Rahmen von DOGE und "Sleepy-Joe"-Hass rückabgewickelt wurden), aber das lief ja gerade erst an, und Trump macht volkswirtschaftlich und finanzpolitisch einfach total viel falsch. Auch das dürfte einer der Gründe sein, weshalb die Freundschaft zwischen Musk und Trump nach so kurzer Zeit in gegenseitige Verachtung umgeschlagen ist. Musk hatte sich vom Abzweigen von Personendaten auf seine eigenen Server im Rahmen von Doge sicher auch größere wirtschaftliche Vorteile erhofft, als er sie jetzt letztendlich verbuchen kann. Trump ist eben niemand, den man für die eigenen Belange einspannen kann, der wendet sich immer dahin, wo der größtmögliche Profit für ihn herauszuholen ist, und das sind im Moment die territorialen Expansionen mit Zugriff auf/Kontrolle über fossile Reserven. Musk et al. dürften aber auch, dass die Zukunft nicht im Rollback zu fossilen Technologien liegt und Trump für sie zwar machtpolitisch wichtig ist, volkswirtschaftlich und finanzpolitisch aber eine Katastrophe für die USA ist. Auch deshalb ist Carney als Personalie so interessant, weil der als ehemaliger Zentralbankdirektor einen sehr guten Überblick über die globale Verquickung von Finanz- und Machtpolitik hat - viel mehr Überblick und Weitlick als Trump sowieso, aber wahrscheinlich auch als Musk, Zuckerberg et al., die vor allem die Froschperspektive ihrer eigenen KI-Investitionen im Blick haben dürften...
China ist ein kommunistisches Regime, welche Gegenbewegung erwartest Du Dir da? Ich fand schon die Begeisterung im Forum (abgesehen davon dass China die Pandemie höchstwahrscheinlich verursacht hat) zu Coronazeiten zur Behandlung der Bevölkerung dort gruselig. Errungenschaften MINT betreffend sind USA, Japan etc führend, die kreativen Köpfe der EU wandern aus, China produziert eben billig.
Das mit den Errungenschaften in Bezug auf MINT und USA, Japan, Taiwan o.ä. stimmt so eben nicht mehr ausschließlich. China hat ja massiv fähige Köpfe von überallher abgeworben, und diese abgeworbenen Ingenieure leben in China auch genauso in einer privilegierten Bubble wie die nschnell wachsende Schicht von Hochvermögenden und (Multi-)Milliardären. Unabhängig davon, welche Ideologie dem chinesischen System zugrunde liegt, ist es eben nicht mehr nur eine "kommunistische Diktatur, die billig produziert", sondern vor allem eine den Weltmarkt vor sich hertreibende Kraft, weil das alte Rezept mit dem chinesischen Billiglieferanten, der gleichzeitig als riesiger Absatzmarkt für den Westen dient, nicht mehr funktioniert. Du kannst Xis autoritäre und die Bevölkerung unterdrückende Entscheidungen gruselig finden wie du willst, aber diese grausame (und rassistisches, by the way) Diktatur existiert eben neben einem volkswirtschaftlich äußerst erfolgreichen Modell, mit dem die USA nicht mehr mithalten können. Das kann man unfair finden, weil China ein Unrechtsstaat ist, es bringt aber auch nichts, die Augen vor der Realität zu verschließen. Inzwischen ist es sogar so, dass ein Großteil des BIP in China nicht mehr von Menschen, sondern von Dark factories erwirtschaftet wird, da wird kein einziger Mensch mehr ausgebeutet, das läuft fast komplett automatisch mit Stichprobenkontrollen und höchsten vereinzeltem Wachpersonal. Von dieser Effizienz sind die USA meilenweit entfernt. Ich sage gar nicht, dass ich so ein System erstrebens- oder verteidigungswürdig finde, aber es vom hohen Ross des Westens aus quasi als "kommunistisches Planwirtschaftsmodell ohne Zukunft" zu verachten, greift einfach zu kurz. Und MAGA-Land befindet volkswirtschaftlich und vom Kapitalmarkt her im Sinkflug. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, wenn Gavin Newsom als neuer Präsident gewählt werden sollte. So schnell reißt man in einem raubtierkapitalistisch heruntergewirtschafteten Land das Ruder nicht herum, schon gar nicht mehr jetzt, nachdem sich die Elite für alle Welt sichtbar in einen Kinderschändersumpf verstrickt hat... Möglicherweise liest Herr Xi jeden Abend ein Stückchen aus den geleakten Epstein-Files und lacht sich ins Fäustchen...
Mir fällt dazu der Industrieroboterhersteller Kuka ein - Sitz in Augsburg, gehört mittlerweile komplett einem chinesischen Unternehmen. Es ist also nicht so, dass deutsche Ingenieurskunst nichts mehr zu bieten hätte, es gehört "uns" halt nur nicht mehr. Sorgen mache ich mir keine, davon wird es nicht besser.
Ich bin ja auch eigentlich unverbesserliche Optimistin - so sehr, dass ich mir sogar Friedrich Merz als EU- und Weltdiplomat schönrede und ihm zutraue, das deutsche A*D-Problem zu lösen. Um die deutsch Volkswirtschaft mache ich mir aber schon Sorgen, weil ich die aktuelle Berliner Polittruppe als zu stark von der konservativen und Konzernlobby gesteuert betrachte und darin auch eine "Wertegemeinschaft" mit MAGA-Land erkenne - in einer BBC-Doku wurde dieses System kürzlich als "vulture capitalism" bezeichnet. Friedrich Merz kopiert zwar manches, was Habeck ihm vorgemacht hat und jetzt Macron ihm vormacht, ich habe aber nicht den Eindruck, dass er den transatlantischen Traditionskurs der CDU/CSU ernsthaft in Frage stellt, sondern dass er die Ära Trump als "vorübergehende Phase" einschätzt, nach der dann "alles wieder gut" wird. Und daran habe ich wiederum große Zweifel. Auch wenn Trump (sofern es noch Midterms gegeben wird und die Demokraten einen Erdrutschsieg verbuchen) gekippt werden sollte, haben Project 2025 und die zugehörigen volkswirtschaftlichen und finanzpolitischen Weichenstellungen der US-Wirtschaft doch schon nachhaltigen Schaden zugefügt, und es wird sicherlich lange dauern, bis sich das Land davon erholen wird. In dieses wirtschaftspolitische Vakuum dürfte China stoßen, und ich bin inzwischen relativ überzeugt, dass China mit seiner Energietechnologie, seinen generellen Fortschritten im Bereich der Elektronik und auch seiner weltpolitischen Stellung in Ländern des globalen Südens, u. a. in vielen afrikanischen Ländern, zumindest die unmittelbare Zukunft gehört. Das ist in Anbetracht des diktatorischen Systems in China und des dortigen Wertesystems keine so gute Nachricht für die Welt, und wir müssen als Europäer wirklich zusehen, dass wir da einen besseren Zugang finden, als es z. B. Wadephul biher gelungen ist....
So richtig viele Sorgen mache ich mir eigentlich nicht. Militärisch geht einiges in Europa, dank des Ukrainekriegs, vor allem was die Drohnentechnik angeht. Das China der große Player wird ist ja schon lange klar, zumindest mir. Technologie wurde ja genügend dorthin transferiert, Hauptsache die Gewinne unserer Autoindustrie waren entsprechend hoch. Und die braucht in China jetzt keiner mehr, da sie die letzten Jahrzehnte so gut vom Westen supportet wurden, dass sie jetzt niemanden mehr brauchen. Clevere Außenpolitik, wie in Afrika kommt noch hinzu, während sich die USA und Europa mit nationalistischen Trotteln ins Abseits schießen. Gepaart mit einem Haufen Arroganz, wie toll wir doch sind, eine etwas ungute Konstellation. Es könnte aber sein, dass es dem ein oder anderen so langsam dämmert, das die fetten Jahre vorbei sind.
Militärisch mache ich mir auch keine Sorgen, da hoffe ich auch, dass uns Pistorius längerfristig als Verteidigungsminister erhalten bleibt, auch gern über die aktuelle Regierung hinaus. Und dass die Militärtechnik uns auch in Bezug auf Halbleiter- und Drohnentechnologie insgesamt wirtschaftlich weiterbringen wird, glaube ich auch. Was mir - neben der Zwangspartnerschaft mit einem Unrechtsstaat wie China - Sorgen bereitet, ist dass dieses "vulture capitalism"-Modell leider vorsieht, fossile Energieträger noch so lange zu nutzen, wie es irgend geht. Wenn ich mir dann im Vergleich dazu ansehe, wie sich selbst die pessimistischsten Klimaberechnungen als zu weit in der Zukunft angesiedelt herausstellen, einige Kipppunkte schon in greifbarer Nähe sind und ich mir europäische Regierungen ansehe, die immer noch nicht kapiert haben, dass wir vor allem ein massives Gerechtigkeitsproblem in allen Gesellschaften haben, dann frage ich mich schon, wie es weitergehen wird. Es ist ja nicht mal so, dass man jetzt besonders "visionär" sein müsste, um diese Dinge zu wissen, die Wissenschaft und inzwischen auch die Wirtschaft warnen da ja seit Jahrzehnten (nicht nur in Bezug auf das Klima, sondern auch in puncto Verteilungsgerechtigkeit). Aber speziell in der EU haben wir nun mal auch politische Mehrheitsverhältnisse, die dafür sorgen, dass jeder Schritt in die richtige Richtung mühsam und gegen massive politische und lobbyistische Widerstände erkämpft werden muss. Das geht mir alles eindeutig zu langsam, und dann setzt bei mir auch der Punkt ein, wo ich mich wieder extrem darüber ärgere, dass wir eine CDU/CSU-geführte Regierung und mit von der Leyen und Manfred Weber zwei ausgewiesene Lobbypolitiker in Brüssel und Straßburg sitzen haben.
Huhu, China ist uns nicht nur in diesem Bereich Welten voraus, die ganze Alltags-Elektronik ist sehr viel weiter entwickelt als bei uns. Europa und auch Deutschland sind hier schwerfällig und einfallslos, die USA sowieso. Die USA hatten zwar immer schon den Ruf, besonders fortschrittlich zu sein, dabei hängen sie uns seit Jahrzehnten deutlich hinterher. Ich bin oft drüben, weil ich dort Verwandtschaft habe, und ich wundere mich immer, wie vorsintflutlich Heizungen, Küchengeräte, Autos und vieles andere dort sind Fazit: Der Westen müsste schon langsam mal aufwachen. LG
Ich bekenne, ich suchte aktuell chinesische Filme. Und ja, absolut sicher ist dort nicht alles echt was dort so gezeigt wird oder eben rg beschönigt. Da mache ich mir nichts vor. ABER, das was dort gezeigt wird an ganz alltäglichen Dingen wie Autos, Straßenbau, Technik in den Wohnräumen usw - da habe ich so manches Mal schon gedacht, wow. Warum wir nicht? Alleine dadurch wird einem durchaus bereits bewusst, wie weit voraus die uns sind. In Japan und Taiwan sieht es ähnlich aus, auch die haben uns lange abgehängt. Ich feiere übrigens durchaus auch so kleine Dinge wie zB mit Jod gefüllte Wattestäbchen zum Desinfizieren von Wunden, Kannte ich so vorher nicht. Und ich muss sagen nach den testen - die Teile sind genial. Mich nervte immer schon das hantieren mit viel zu großen Flaschen wo man dann irgendwann die Hälfte von wegkippt weil zu alt. Wir haben hier bald die Frage, macht das älteste Kind Austausch USA oder China - ich hoffe das Kind China wählt. Weil ich dort weit mehr Zukunft sehe.
Auch wenn ich in beiden Fällen besorgt wäre, wenn meine Kinder einen Austausch dort machen würden - China ist sicherlich berechenbarer, was potenzielle Gefahren angeht. Sollte Trump nicht - was ich befürchte - der nächsten Rezessionswelle zum Opfer fallen und abgelöst werden, weiß man eigentlich nicht, was Reisende dort erwartet. Im Rahmen eines organisierten Austauschprogramms mit enger (schulischer) Begleitung geht das vermutlich, einen Studienaustausch würde ich versuchen, dem Kind auszureden - ein bisschen so, wie meinem großen Kind seinerzeit das Austauschjahr in Beirut, das es gern gemacht hätte.
Es geht um Schüleraustausch - Schule hat in mehrerene Ländern Partnerschulen. Seit vielen Jahren.
Das was da heute so schön hüpft, spioniert morgen aus. China steckt Milliarden in Robotik, vor allem humanoide Robotik. Immer mit Hintergedanken. In einem solchen System lenkt die Partei. Nicht eine Sekunde will ich da und so leben. Ich sehe das mit einer morbiden Faszination. Es sind unsere Arbeitsplätze die da gehen und die unserer Kinder. KI machts möglich, dass der Roboter hüpft und sich ausbalanciert, aber auch unsere bisher gekannte Selbstverständlichkeit ins wanken bringt.
Nicht jeden Job kann man durch Roboter ersetzen. Davon ab, auch zum Roboter bauen, entwickeln usw werden wieder leute benötigt. Es wird einfach neue Jobs geben oder bestehende sich verändern. ist das nicht der normale Lauf der Dinge? Du nutzt doch selbst auch Technik die vor 50 Jahren noch verteufelt wurde. Oder wie genau bist du jetzt hier im Forum online unterwegs?
Wir vergessen doch allzuschnell, zu welchen Lasten der chinesische Fortschritt geht. Was wir mühsam erungen haben, wird dort mit Füßen getreten.
Nein, nicht vergessen. Ich denke aber auch, deren Mentalität ist eine andere. Davon ab geht es doch hier im Thread um Technik, Fortschritt usw. Nicht um Dinge wie Menschenrechte. Ich habe im weiteren Bekanntenkreis eine Familie, die jahrelang in Tokio gewohnt haben. OK, ist nicht China, sondern Japan. Aber die werden definitiv nicht hier in Deutschland bleiben - sagen alle aus der Familie. Sobald der AG wieder die Versetzung in den asiatischen Raum ermöglicht, werden die gehen. Die sehen null Zukunft hier in Deutschland. Die aktuelle politische Entwicklung hier in Deutschland empfinden die als absolut besorgniserregend. Also denke ich mal, wir sind - in andren Dingen - eben wenig besser oder schlechter. Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile.
Ich finde hopsende, mit Menschen im Tanz interagierende oder Autos bauende Roboter oder KI weniger besorgniserregend als KI, die über LLMs kreative, gestalterische und gedankliche Prozesse übernimmt. Vielleicht habe ich da einen Tunnelblick als jemand, der selbst im kreativen, gestalterischen, von der eigenen Gehirnleistung abhängigen Bereich arbeitet, das will ich gerne einräumen. Ich habe aber lieber Arbeitsroboter oder solche, die man als drollige Maskottchen oder zur Interaktion einsetzt als KI-Prozesse, die Gehirnleistungen simulieren und nicht nur dafür sorgen, dass jede Form von Kunst, Musik, Text oder Wissenschaft inhaltlich immer mehr abflacht und sich auf Massentauglichkeit und Zweckorientierung einpendelt, sondern auch dem Menschen Bereiche abnehmen, die das Menschsein ganz zentral ausmachen - Sinn für Schönheit, Kreativität, das Finden eigener Lösungen, den Erwerb von Fähigkeiten, um Dinge zu verstehen, bewerten zu können, dazuzulernen. Natürlich sind auch Industriearbeitsplätze wichtig, keine Frage, auch in der Fertigung arbeiten Menschen, die in diesen Tätigkeiten Sinn und Erfüllung finden und stolz darauf sind. Trotzdem scheint mir Arbeit doch ein Konzept zu sein, das man in einer Gesellschaft, die vielleicht irgendwann keine menschliche Arbeit mehr braucht, durch andere, freiwillige Tätigkeiten ersetzen kann. Das, was Menschen als fühlende, denkende Wesen ausmacht, möchte ich aber nicht durch Maschinen ersetzt wissen... Okay, das ist jetzt natürlich ein philosophischer Exkurs gegenüber dem eigentlichen Thema das Threads, aber ich finde solche Gedanken schon auch wichtig...
"Davon ab geht es doch hier im Thread um Technik, Fortschritt usw. Nicht um Dinge wie Menschenrechte." Ich sehe das komplett anders als Du. Für mich gehört das zusammen. Warum investiert China so sehr in diese Technik der Humanoiden? Über 35 Milliarden Euro spuckt Google aus. Das was jetzt lustig tanzt, kann Dich auch erschießen. Alle rauf auf ein Schiff und ab nach Taiwan. Und dann? China ist ein Kontrollstaat unter der Fuchtel der Partei. Ein Japaner bleibt nicht in Deutschland. Da bin ich bei Dir. Aber das liegt an der Kultur, an der Sozialisierung und es geht ihm nicht automatisch hier besser. Ich kenne Asiaten denen geht es hier besser als im Geburtsland. Die bleiben hier.
Ich glaube, dass China weniger militärische Interessen (im Sinne von Angriffskriegen) verfolgt als tatsächliche Machtinteressen, vor allem gegenüber den USA. China ist auch sicher kein Land mehr, das (wie Russland) Abnutzungskriege mit viel Material- und (sorry für die grausame Ausdrucksweise, aber so sieht es Putin sicher) und Menschen-Verschleiß führen würde. Imperialistische Interessen hat es sicher in Bezug auf Taiwan (das aus chinesischer Sicht zur Volksrepublik gehört). Aber China hat über BRICS so großen Einfluss auf die Weltwirtschaft, das es sich sogar leisten kann, Putin die kalte Schulter zu zeigen, wenn der nicht nach seiner Pfeife tanzt. Das Dominanzverhältnis ist da eher umgekehrt, als wir es als Europäer wahrnehmen. Russland ist ja mehr Entwicklungsland mit Atomwaffen und sterbendem Volkswirtschaftsmodell. Ich glaube auch nicht, dass es China nötig hat, Menschen unter Waffengewalt nach Taiwan zu entführen. Das wird man eher mit entsprechenden finanziellen Anreizen und einem luxuriösen Leben in einer Expat-Bubble lösen, falls man jemanden aus dem Westen haben möchte. Oder man löst das über Knebelverträge mit Austauschstudierenden, die technologischen Fortschritt an hiesigen oder US-Unis lernen. Ich habe in meinem derzeitigen Bekanntenkreis keine Menschen aus Fernost (ach doch, eine Vietnamesin, aber die haben einen Laden und mit der gesamten Familie ihr Auskommen hier, sind auch schon seit Jahrzehnten da), deshalb kann ich wenig dazu sagen, wie sich Chinesen, Japaner, Koreaner o.ä. hier fühlen würden. Ist sicher auch noch mal ein Unterschied, ob sie in einer Großstadt oder im ländlichen Raum untergekommen sind und in welchen Vierteln sie dann leben... Ob man sich als Mensch wohl und willkommen fühlt, hängt ja von mehr ab als davon, ob man Elemente der Heimatkultur hier vorfindet.
Was genau meinst du denn mit "mühsam errungen"? Vieles, was wir aktuell als selbstverständlich empfinden, haben wir (als Deutsche zumindest) gar nicht selbst "errungen". Es war eine Mischung aus unter einem Schutzschirm von außen stehen, zur Hälfte erlassenen Reparationszahlungen und massiver Wiederaufbauhilfe durch Maschinen der Alliierten (und Zwangsarbeiter), die das Land nach dem letzten Weltkrieg und unserer letzten Diktatur wiederaufgebaut haben - im Westen. Im Osten war es wiederum eine Mischung aus Wiederaufbauhilfe aus dem Westteil des Landes und der EU, teilweise aber auch ein ungeliebtes Überstülpen einer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, deren wirtschaftliche Vorteile man gerne mitnahm, deren "Zumutungen" (sich auf die eigenen Hinterbeine stellen, sich mit politischen und demokratischen Zusammenängen auseinandersetzen, nicht bei einer Bedienmentalität verharren) man aber auch abgelehnt hat. Und genauso schnell kann das, was wir gerade genießen und dessen erste Grundvoraussetzung Freiheit ist, uns wieder weggenommen werden. Es gibt ja auch hier im Forum genug Leute, die von autoritären Zuständen träumen, also dass "endlich mal wieder jemand durchgreift" - ohne auch nur die leiseste Ahnung davon zu haben, was das auch für sie selbst bedeuten würde.
Nix mit Japaner - es sind Deutsche - alle absolut urdeutsch hier geboren. Aber extrem hoher Bildungsstand. Da ist nichts mit ein bisschen Fremdsprache nebenher ...
Danke, so sieht es aus.
Ich empfinde es als erschreckend, wie viele Leute auch KI generierte Archtektur nicht erkennen - nichts mit räumlichen Denken ua. da wird mir so manches mal über. Oder KI generierte Tiervideos. Ja, manches ist richtig gut, aber mit ein bisschen Allgemeindenken und etwas nachdenken sollte doch eigentlich klar sein, das keine Katze selbst den Fisch oder die Maus in eine heiße Grillpfanne legt ....
Das ist aber auch eine Frage des Trainings. Man muss lernen, worauf man achten sollte (bei Tiervideos z. B. seltsam menschenähnliche Zähne, Hände oder Verhaltensweisen, bei Bildern oft zu viele oder zu wenige Gliedmaßen oder seltsame Schriftzeichen auf Büchern). Aber: Auch das wird sich schnell verbessern, bis wirklich nur noch Profis die Fälschung erkennen. Besonders perfide sind ja auch Deepfake-Videos, auf die auch schon Politiker wiederholt hereingefallen sind (zuletzt habe ich es von Wadephul gelesen).
Ich frag mich ja, wer eines Tages die KI trainiert, wenn es nur noch Generationen gibt die von der KI gelernt haben.
"Was genau meinst du denn mit "mühsam errungen"?" Vorrangig dachte ich da an die Gewerkschaft und deren Erungenschaften.
Das wird nicht passieren, denke ich - also dass es nur noch Generationen gibt, die ausschließlich von KI (bzw. in dem Fall LLM) gelernt haben. Dazu weiß man inzwischen schon zu viel darüber, was bei der Auslagerung von Wissen und Lernerfahrungen in LLM mit Gehirnen passiert. Ich denke, das wird beides noch eine Weile parallel laufen und sich dann auf einem gewissen Level einpendeln. Es ist ja auch massive Gegenwehr vorhanden, weil die meisten Menschen nicht bereit sein, ihre (erfüllenden) Tätigkeiten, Fähigkeiten und körperlichen Merkmale (wie z. B. die Stimme oder die Optik) komplett an Technologieunternehmen zu veräußern. Die großen Konzerne versuchen das zwar, aber dagegen gibt es ja massive Proteste.
"Ich glaube auch nicht, dass es China nötig hat, Menschen unter Waffengewalt nach Taiwan zu entführen." Das meinte ich auch nicht. Aber ein Humanoide kann statt Menschen nach Tauwan schippern. Eine Flotte KI und zack führst Du einen Krieg. Weit davon ist China technisch gesehen nicht mehr.
Ach so, da habe ich dich falsch verstanden. Ich dachte, du beziehst dich auf Demokratie und Menschenrechte. ;-)
"Nix mit Japaner - es sind Deutsche - alle absolut urdeutsch hier geboren. " Warum wollen die ins Land ihrer Eltern? Ich glaube, dass weder ich noch Du statistisch tauglich für Gründe wären. Ich kenne Asiaten. Chinesen und Vietnamesen. Keine:r will zurück, was über den Besuch des Landes ihrer Eltern hinaus geht. Die sind hier verwurzelt und sozialisiert.
China weiß aber auch, wenn es sich jetzt Taiwan krallt, dann war's das mit den guten Beziehungen zu Kanada und zur EU. Und die wollen ja Absatzmärkte für ihre E-, Energie- und KI-Technologie erschließen oder behalten. Sie wollen zwar keine Einmischung in ihre Politik oder ihr (fehlendes) Verständnis für Menschenrechte (ich rede jetzt von der politischen Führung, nicht von der Bevölkerung), aber Absatzmärkte, Technologie-Transfer und Humankapital schon. Ich habe zwar nicht viel Ahnung von China (ich habe nur zwei Mal nach kurzer Zeit gescheiterte Versuche unternommen, Chinesisch zu lernen - gescheitert bin ich daran, dass mir die sozialen Codes zu fremd und zu umständlich waren), aber ich halte China als Land zwar für verteidigungsbereit, aber nicht für kriegsaffin. Wo liegt der Nutzen von Militärinterventionen, wenn man sich eine wirtschaftliche und technologische Führerschaft sichern kann? Kriege sind doch teure Materialschlachten, da muss das Ergebnis am Ende stimmen.
Es sind Deutsch - noch einmal. Hier geboren, die Eltern hier aufgewachsen, die Kinder teils in Deutschland, teils in Japan, teils auch in der USA aufgewachsen. Nichts mit Zurück ins Land der Eltern. Wie gesagt, die sehen hier absolut keine Zukunft. Aus den verschiedensten Gründen. Ausländerfeindlich, Bildungsfaul, Engstirnigkeit, miese Infrastruktur - einige Sachen die sie scheinbar stören.
Mein Mann ist ständig in Usbekistan, nun zwar nicht China, aber Central Asien, Austausch BRD und Usbekistan. Wirtschaftlich und auch Studenten bzw. Auszubildene.....Sie sind teilweise so entsetzt, was hier in D alles nicht funktioniert. LG maxikid
Off Topic.... Usbekistan steht ja auch noch auf meiner bucket list, bevor ich zu alt zum Reiten bin. Da würde ich mich dann noch einmal melden, wenn´s so weit ist (und ich darf 🤗. Heuer ist mal Äthiopien dran. Und auf das freue ich mich schon total. LG
Äthiopien klingt interessant. Gestern bin ich hier an einem Reisebüro vorbeigelaufen....10 tätige Rundreise durch Usbekistan....fand ich witzig. Ja klar, melde dich. Oft sind wir in Berlin in der Usbekisischen Botschaft zu kast. Immer tolle Erlebnisse, Konzerte etc. Viele Interessante Menschen kennengelertn. Auch viele andere Deutsche (Firmen), die dort geschäftlich verwickelt sind. LG maxikid
Unsere ehemaligen Nachbarn waren aus Usbekistan, gehörten aber zur russischsprachigen Minderheit. Meine Ex-Stiefmutter (mein Vater ist ja schon lange tot, wir haben keinen Kontakt mehr) ist (ebenfalls russischsprachige) Kasachin. Meine Tochter war ja schon in einigen Kaukasusrepubliken, aber ich glaube, auf die andere Seite des Kaspischen Meers hat sie es noch nicht geschafft...
Danke dir. So ein Besuch in der usbekischen Botschaft ist sicher auch ein bissl wie eine kleine "Reise". Stelle ich mir lustig vor. Die Kirgisen habe ich noch in herzallerliebster Erinnerung.
"Sie sind teilweise so entsetzt, was hier in D alles nicht funktioniert." Und doch sind sie zum Studium oder Austausch in Deutschland. Ganz ehrlich. Ich kann das nicht mehr hören. Ich war ja schon in so vielen Ländern, trotzdem fand ich noch keines, indem ich bleiben wollte.
Nach 6 Monaten gehen sie zurück in ihr Land. Sind ja oft Pflichtprogramme....ihrer Unis. Wir würden nach DK auswandern....Usbekistan ist mir viel zu heiss... LG
Es kommt ja auch ein bisschen auf den Fokus an, den man hat. Als Austauschstudierende*r sind einem wahrscheinlich unkomplizierte Behördengänge (möglichst onlilne), leichter Zugang zu Wohnraum (aus dem asiatischen Raum wahrscheinlich auch am liebsten organisiert auf einem Campus mit entsprechendem Programm für Gäste), gutes Internet und guter Handyempfang wichtig. Das sind alles Schwachstellen in Deutschland. In Hamburg dürfte gerade Wohnraum ein Riesenproblem sein, und in den (oft von Investoren aufgekauften und dann vor sich hinrottenden) Studi-Wohnheimen würden wir unsere Kinder wahrscheinlich auch nicht haben wollen. Das hat nichts mit "Undankbarkeit" zu tun, die Leute leben einfach in einer anderen Tranche der Realität als du (oder ich).
Nurmalsoeben, so ist es. Schon, dass es so sehr oft schlechten Handyempfang etc. gibt.....ist/war für die immer eine große Überraschung. Das kennen sie halt nicht. An der Uni läuft es eher wie in Skandinavien. Und alle gehen zurück in ihr Land, bekommen sehr viele Kinder. Bauen das Land noch mehr auf. In den letzten 10 Jahren hat sie die Bevölkerung sehr stark verjüngt. Das Gegenteil, was bei uns gerade Stand der Dinge ist. Gut, irgendwann, wird sich das dort auch wieder ändern, denke ich. Ich finde das auf jeden Fall sehr spannend und interessand. LG maxikid
Ich bin weit von "entsetzt" zu sprechen, wenn ich in Hamburg mal keinen guten Handyempfang hätte. Mein Kind klein wohnt im Studentenwohnheim - das ist kein Luxus, aber solide. Und es kostet halt ein Bruchteil von dem auf dem freien Markt. Und natürlich ist das darin inkludierte W-LAN nicht immer g'schmeidig, aber kostenlos. Hier haben im Übrigen Austauschstudent:innen einen Ansprechpartner direkt für sie an der Uni und Vorrang als Kondingent im Studentenwohnheim. Wenn ich als "entsetzt" lese, frag ich mich, was der Studierende denn vergleicht. Und ob das so passt was er da bejammert.
Mein Mann hat ja in DK und D studiert, ist schon lange her. Aber damals lagen da schon Welten zwischen den Ländern. In D läuft ja vieles gut, aber das heisst ja nicht, das man evtl. noch besser werden könnte. Hamburg hat eigentlich ein ganz gutes Handynetz...da gibt es schlechtere. LG maxikid
Es geht ja nicht um Studi-Wohnheime im allgemeinen - natürlich gibt es da auch solide Sachen und bescheidene, aber saubere Zimmer. Ich habe vor Urzeiten auch mal in Südfrankreich und in Freiburg in welchen gewohnt und habe mich da wohl gefühlt. Ich gehe bei dir aber davon aus, dass du das Zimmer gemeinsam mit deinem Kind ausgesucht oder dir zumindest angeguckt hast. Meine Tochter hat sich kürzlich für einen Erasmus-Austausch mit Südkorea beworben, und da wäre es als Austauschstudentin eher unüblich, dass man sich allein (oder mit Eltern) selbst ein Zimmer sucht. Da gibt es feste Zimmerkontingente für die Erasmus-Studierenden. Ich weiß natürlich nicht, ob das im Fall der Austauschstudierenden, die Maxis Mann kennt, umgekehrt auch so ist. Bei meiner Tochter war es letztendlich so (sie hat sich parallel auch noch in Istanbul beworben), dass sie froh war, dass es nicht Südkorea geworden ist, weil sie gerade nicht so ein abgeschiedenes Campusleben haben, sondern sich selbst eine WG suchen wollte. Das ist in einer westlicher geprägten Stadt wie Istanbul dann einfacher.
Meine Große wohnt ja in einem Schwesternwohnheim...2 in einem Zimmer. Wir waren zum Zimmerangucken dabei.....Die Wohnheimleiterin hat uns da ziehmlich blöd angeguckt, als wir da mit auftauchten. War da wiederum total unüblich. Die Studenten von meinem Mann, sind da eher sehr behütet. Die Eltern spielen eine extrem große Rolle. LG maxikid
"Ich gehe bei dir aber davon aus, dass du das Zimmer gemeinsam mit deinem Kind ausgesucht oder dir zumindest angeguckt hast." Falsch. Nix vorher ansehen für's Studentenwohnheim. Anmelden, grob auswählen, nehmen oder lassen und wenn lassen, wieder ans Ende der Bewerberschlange kommen. Von daher noch einmal, natürlich gibt es überall und in jedem Land Dinge über die ich jammern kann. Aber wenn da so ein Student "entsetzt" ist, hab ich tatsächlich nicht so viel Verständnis dafür.
Vielleicht bist du auch einfach schon so schwäbisch sozialisiert (oder sind ostdeutsch sozialisierte Mütter auch so?), um dir so gepamperte Studierende vorzustellen. Wenn du mal wieder in Leipzig bist, gehen wir mal nach Schulschluss an der International School vorbei, da kannst du dir den Umgang asiatischer Upperclass-Eltern mit ihren Schützlingen ja mal angucken - gut die sind jünger, aber trotzdem sind die sehr anders drauf im Umgang mit ihrem Nachwuchs als wir typisch deutschen Vom-alten-Schlag-Mütter, denen echter Überschwang selten über die Lippen kommt. Meine Kinder hauen mir das übrigens heute manchmal um die Ohren, deine dir auch? Wobei - auch hier der Disclaimer - ich natürlich immer noch nicht weiß, wie die Schützlinge von Maxis Ehemann drauf sind. Wir bewegen uns hier also im absolut Spekulativen und Ungefähren.
Die Schützlinge sind schon sehr beschützt, durch ihre Eltern und der Uni. Prof. sind immer da .....Die Eltern fordern auch sehr viel mehr ein vom der Uni. Praktisch wird eine 24/7 Betreuung erwartet. Die Eltern haben sehr starken Einfluss. LG
"Die Schützlinge sind schon sehr beschützt, durch ihre Eltern und der Uni. Prof. sind immer da .....Die Eltern fordern auch sehr viel mehr ein vom der Uni. Praktisch wird eine 24/7 Betreuung erwartet..." Und das bekommt man in Usbekistan? Diese hohe Erwartungshaltung die dann entsetzt?
"Meine Kinder hauen mir das übrigens heute manchmal um die Ohren, deine dir auch?" Ich weiß nicht so genau was Du meinst. Aber bei einem neulichen Treffen zum grillen und gutem reden mit unseren jahrelangen Freunden in geselliger, inspirierender Runde, meinten meine Zwei, dass sie ganz zufrieden sind mit mir. Und sie verstehen mittlerweile sehr gut, warum ich manches in ihrem Leben tat oder eben auch nicht.
Ich meinte damit, dass meine Kinder kritisch mit mir sind. Sie hinterfragen, wie ich als Mutter oder wir als Eltern im Vergleich zu anderen Eltern waren und üben Kritik an Dingen, die sie nicht gut fanden, die ihnen nicht gut getan haben oder wo sie finden, dass ich (oder ihre Väter) Fehler gemacht haben. Liegt aber vielleicht auch daran, dass meine noch etwas älter sind als deine. Das heißt nicht, dass sie nicht grundsätzich zufrieden wären oder wir uns gegenseitig nicht lieben würden, das tun wir sehr. Wir haben ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis und können auch über schwierige Dinge offen reden. Aber sie sind auch nicht zurückhaltend, wenn ihnen etwas nicht gepasst hat oder jetzt nicht passt. Ach so: Solche Gespräche finden auch nicht statt, wenn wir in trauer Runde mit Freunden sitzen, das sind wirklich Gespräche unter vier oder sechs Augen. In Gegenwart anderer bleibt das mehr an der Oberfläche.
Interessant finde ich vor allem, dass China es ohne nennenswerte Zuwanderungsbewegungen schafft, den Rest der Welt quasi abzuhängen, während Deutschland mit seinen Millionen importierten, ach so toll ausgebildeten Fachkräften aus Afrika und asiatisch-islamischen Ländern in die Röhre schaut und seine Wirtschaft bzw. sämtlichen Fortschritt in der Richtung selbst in Grund und Boden richtet. Seltsam.
Oh, hallo Sonnenschein, welcome back! Was Zuwanderungsbewegungen nach China betrifft irrst du, aber das drösele ich dir nicht auseinander, ich möchte gern meinen Kaffee austrinken und dann meinen Balkon bepflanzen. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet aber genügend faktenbasiertes Material - interessante Lektüre für einen gelangweilten Sonntag. Kleiner Spoileralarm: In China leben sogar - Trommelwirbel - Afrikaner, man glaubt es kaum. Wo ich dir aber zustimme ist, dass wir die rassistischen und diskriminierenden Anteile der Einwanderungspolitik der Volksrepublik als demokratischer Rechtsstaat nicht nachahmen sollten, da bin ich voll bei dir. Im Übrigen war es dein Idol Wladimir Putin, das uns mit seinem Eingreifen im Syrienkrieg 2015/2016 so große Flüchtlingsbewegungen aus Syrien und angrenzenden Gebieten beschert hat, und es ist auch Wladimir Putin, der dafür gesorgt hat, dass in der Stadt, in der ich lebe, neben geflüchteten Syrern die zweitgrößte migrantische Community bilden. Immerhin will Dobrindt die Menschen, die hier ankommen, ja nun schneller in Lohn und Brot bringen, das lässt mich hoffen, dass die Union noch nicht ganz auf rechtsradikal-ideologischen Abwegen ist.
Upsi, da fehltim letzten Absatz ein "Ukrainer*innen", sorry.
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