Elternforum Aktuell

@Caot (und Mehtab und Jana, falls sie möchten)

@Caot (und Mehtab und Jana, falls sie möchten)

Nurmalsoeben

Beitrag melden

"Eigentlich dachte ich bisher, dass die Politiker und Politikerinnen für das Volk arbeiten." Jein. Das Problem, das wir alle beobachten und das einen als Wählerin oder Wähler so wahnsinnig frustriert, ist das Ergebnis von PROFITLOBBYISMUS - also von Interessenvertretern, die aus reinen Profitgründen Einfluss auf die Politik nehmen. Profitlobbyismus ist das, was Nico Semsrott und Martin Sonneborn (das sind die bekanntesten, deshalb erwähne ich sie, unabhängig von persönlicher Sympathie) auf EU-Ebene seit Jahr(zehnt)en kritisieren. Wir werden in demokratisch gewählten Institutionen von Poltikerinnen und Politikern vertreten, die sog. Interessenskonflikte haben, von denen "das Volk" nichts oder nur wenig erfährt. Es ist auch kein Zufall, dass Nico Semsrott und Martin Sonneborn gleichzeitig Satiriker sind - für Satire gilt Kunstfreiheit, das erweitert das Spektrum des öffentlich Sagbaren massiv, ohne dass man politisch gleich wieder kaltgestellt wird, also keine öffentliche Reichweite mehr hat. Ich will jetzt nicht in Verschwörungsgeraune verfallen oder sagen "Das System ist so kaputt, es hat überhaupt keinen Sinn mehr zu wählen und sich demokratisch zu beteiligen". Denn Demokratie ist immer noch das beste System, das wir haben, weil sie uns auch als "Fußvolk" die Möglichkeit bietet, überhaupt noch mitzubestimmen. Aber die Demokratie ist schon lange wahnsinnig unter Druck. Das System spült nicht die nach oben, die das "Wohl des Volkes" am meisten im Auge hätten, sondern die, die von diesem System am meisten profitieren. Deshalb haben wir - auch das sind nur wieder die bekanntesten Beispiele und die Aufzählung noch lange nicht vollständig- - einen Food-Influencer und McDonalds-Fan als bayrischen Ministerpräsidenten - eine Bundestagspräsidentin, die früher von Nestlé gesponsert wurde - eine Energieministerin, die aus der Bundespolitik zu einem der größten Betreiber von Gaskraftwerksnetzen und wieder zurück in die Bundespolitik gewechselt ist - einen Bundeskanzler, der beim größten Investmentkonzern der Welt im Aufsichtsrat war und jetzt wieder in die Politik zurück gewechselt ist und Jens-Maskenskandal-Spahn, der wegen seines flexiblen Rückgrats zwischen Politik und Profitlobbyismus schon Unsummen an Steuergeldern versenkt hat, ohne dass er bisher seinen Hut nehmen musste. Und von Alice Weidel ist bekannt, dass sie privat gut mit dem Müllermilch-Chef Theo Müller befreundet ist, dessen Molkereikonzern (der viel mehr als nur Milchprodukte vertreibt) die AfD mit Großspenden unterstützt. Parteien wie die AfD oder das BSW und deren teilweise große Stimmanteile bei Wahlen sind neben einer Gefahr für die Demokratie (weil undemokratische ausländische Akteure von außen Einfluss auf nationale Politik nehmen) natürlich auch ein Symptom dafür, wie kaputt das System ist. Was kann man nun als "Fußvolk" tun, statt nur frustriert und überfordert vor dem Wahlzettel zu stehen und zu sagen: "Die sind doch eh alle korrupt und machen sowieso keine Politik für mich?" Da helfen tatsächlich die von mir genannten Tools. Ja, die arbeiten auch mit KI, also mit "Maschinen", weil das schneller und effizienter ist. Aber das heißt nicht, dass man damit seinen Verstand ausschaltet oder auslagert, sondern dass man Technik effizient für etwas nutzt, bei dem man sich  für den sonst "zu Fuß" rettungslos verzetteln würde. In diesem Fällen steht aber hinter den Tools kein Profitlobbyismus, sondern zivilgesellschaftliche Akteure, denen demokratische Transparenz wichtig ist und die dem "kleinen Bürger" unkomplizierte und schnelle Hilfe leisten wollen. Der Real-o-Mat ist von Frag den Staat, einer von Arne Semsrott (dem Bruder von Nico Semsrott) gegrundeten NGO. Er ist im Gegensatz zum Wahl-o-Mat so programmiert, dass er einem konkret anzeigt, welche Parteien in den jeweiligen Parlamenten in der Vergangenheit wie abgestimmt und sich für welche Themen eingesetzt haben. Abgeordnetenwatch ist zum einen eine Möglichkeit, mit Politikern direkt zu kommunizieren, aber auch ihr Abstimmungsverhalten bei namentlichen Abstimmungen anzugucken (bei der Mercosur-Abstimmung konnte man das da zum Beispiel genau sehen), und die Plattform enthält Investigativrecherchen und betreibt Kampagnen, die direktere Demokratie fördern. Über solche NGOs, die der konzernnahe Flügel der CDU/CSU und die AfD ganz bewusst als "linksgrün" framen und ihnen die Gemeinnützigkeit aberkennen wollen (die Steuervereinfachung und bürokratische Entlastung) und der Wähleröffentlichkeit den Floh ins Ohr setzen, dass diese Organisationen aus öffentlichen Mitteln finanziert würden (obwohl sie größtenteils von Spenden und Crowdfunding leben) haben wir als demokratisches Fußvolk die Möglichkeit, Zusammenhänge zu erkennen und politischen Einfluss zu nehmen. Der Wahlzettel allein ist zwar auch wichtig - weil man damit Parteien wählen kann, die Transparenz und Gemeinnützigkeit fördern, statt sie zu unterdrücken - aber er reicht schon lange nicht mehr aus. Es ist ja kein Zufall, dass die besonders kompetenten und begabten Politiker und Politikerinnen über kurz oder lang aus dem parlamentarischen System aussteigen und als "Aktivisten" mithelfen, so etwas wie eine Paralleldekomkratie aufzubauen. Deshalb werden Ex-Politiker wie Joschka Fischer und Robert Habeck Berater für Universitäten und Thinktanks, Kevin Kühnert ist zu der Finanz-Gegenlobby "Finanzwende" gegangen, und Ricarda Lang berät seit kurzem zusammen mit Kevin Kühnert den Deutschen Gewerkschaftsbund, um einen Vorschlag für ein grundsätzlich neu gedachtes Rentensystem aufzubauen, das für mehr Gerechtigkeit sorgt. Deshalb habe ich hier im Forum früher auch in Dauerschleife dafür appelliert, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren, friedlich demonstrieren zu gehen und Akteure zu unterstützen, die echte basisdemokratische Arbeit leisten. Gestern ist übrigens Marco Bülow gestorben, ein ehemaliger Bundespolitiker der SPD, der aus den vorgenannten Gründen irgendwann zu "Die Partei" gewechselt ist und parallel dazu zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützt hat. Der hat in Interviews immer sehr klar und gut erklärt, wie Politik auf Bundesebene funktioniert und woran sie scheitert, z. B. hier: https://www.ardmediathek.de/video/swr1-leute/marco-buelow-oder-ex-spd-bundestagsabgeordneter-oder-deshalb-sind-viele-menschen-unzufrieden-mit-der-politik/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyMDg5OTQ


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

Ach ja, wie immer der Disclaimer, wenn ich schnell und viel schreibe und mir dabei manches nicht so ganz zusammenhängend gerät: Ich arbeite parallel in einem anderen Tab, deshalb passen manche Satzanschlüsse nicht so ganz, weil ich zwischendurch Pause gemacht habe oder hin- und her kopiert habe. Außerdem habe ich heute ein ziemlich großes Schlafdefizit, weil ich meiner kranken Tochter nachts mit einem Motivationsschreiben für eine Erasmus-Bewerbung geholfen habe, mein Gehirn ist also etwas kraus verschaltet heute und unkonzentriert.


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

Hallo @nurmalsoeben. Mir ist bewusst, dass Du es recht nett meinst und mit Sicherheit nicht aus deiner Erklärhaut kannst, aber, zumindest ich, habe bei deinen langen Erklärungen, die ich in ihrer Richtigkeit nicht absprechen möchte, immer wieder den Eindruck, dass Du denkst, ich sei zu blöd.  Und ich fühle mich ein bisschen belehrt.  Hast Du den Eindruck, dass ich die Zusammenhänge nicht verstehe? Kannst Du nicht mal kurz schreiben, ohne lang zu erklären und dem Gegenüber das Gefühl der Dummheit zu vermitteln? Ich möchte von der Politik mitgenommen werden, in Höhen und in Tiefen. Ich werde aber nur noch für dumm von der Politik verkauft.  Ich hab tagtäglich mit Menschen unterschiedlicher Couleur zu tun. Eins eint sie, ich muss sie mitnehmen, erklären, einbeziehen und nicht über deren Köpfe und zu meinen Gunsten entscheiden. 


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

Ich habe das schon öfter geschrieben, ich halte hier niemanden für "blöd". Wir sitzen alle in einem Boot, ich bn genauso kleine Bürgerin und keine Multimillionärin wie alle hier. Der lange Text kommt hier zustande, weil ich mein Argumente in mehreren Schritten aufbaue. Das geht einfach nicht "in kurz". Das ist ja Teil des Problems, dass sich viele von differenzierten Erklärungen abwenden, weil sie "zu lang" sind und man gern in ein paar kurzen und plakativen Sätzen gesagt haben möchte, was Sache ist. Erstens ist das Sich-Kurzfassen keine besondere Begabung von mir, auch das schrieb ich schon oft. Und zweitens darfst du alle Redundanzen, die du sowieso schon weißt (ich weiß ja nicht, was du weißt) gerne überlesen. Auf eine kurze Formel eingedampft bedeutet das, was ich sagen wollte: Echte demokratische Mitbestimmung als "kleiner Bürger" geht heute nur noch über zivilrechtliche Akteure. Und dafür muss man sich außerhalb des Wählengehens anstrengen und selber einbringen.


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

" Ich möchte von der Politik mitgenommen werden, in Höhen und in Tiefen. Ich werde aber nur noch für dumm von der Politik verkauft." Das kannst du als Wunsch zwar formulieren, aber es wird nicht passieren, ohne dass du dafür kämpfst. Wegen der Zusammenhänge, die ich oben erklärbärmäßig aufgelistet habe. Weil Politik als System nicht so funktioniert, auch wenn Politiker im einzelnen es teilweise tun. Deshalb auch mein mantraartiges Wiederholen von Handlungsempfehlungen, die keiner aufgreifen muss, die sind ein Angebot, kein Zwang. Wer hier was weiß und wie informiert ist, kann ich überhaupt nicht beurteilen, dazu hänge ich hier inzwischen zu selten ab. Und ich vergesse natürlich auch Dinge über User wieder, die ich mal wusste.


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

"......aber es wird nicht passieren, ohne dass du dafür kämpfst." Das sehe ich komplett anders.  Oder muss ich dafür kämpfen, dass der von mir beauftragte Elektriker den Schalter richtig einbaut? Wenn er das nicht macht, müsste ich dann dafür kämpfen, damit er es tut?  Ich erwarte, dass der Handwerker seinen Job macht. Macht er es nicht, nehme ich ihn nicht mehr. Übertrage ich das auf die Politik, muss man sich nicht wundern, dass der Alternative so viele Wähler:innen zulaufen.


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

Einzelne Politiker machen ihren Job ja. Wer seinen Job, die Interessen der "kleinen Bürger" besonders gut zu vertreten, aber besonders gut macht, der kommt in der Politik irgendwann nicht mehr weiter, sondern wird vom System kaltgestellt. Ganz gut beobachten kann man das an Robin Mesarosch, den du wahrscheinlich kennst. Der ist ein wahnsinnig ehrlicher, grundsympathischer, linker SPD-Politiker (noch dazu mit Migrationshintergrund und junger Vater), der Politik wahnsinnig gut erklären kann und im Bundestag viele flammende Reden gehalten hat, die Profitlobbyismus entlarven und sich gegen Ungerechtigkeit einsetzen. Heute sitzt er nicht mehr im Bundestag, weil er sein Direktmandat gegen Thoma Bareiß verloren hat. Thomas Bareiß, das kannst du bei Wikipedia genauer nachlesen, ist insofern ein typisch konzernnaher CDU-Politiker, als er ein massiver Profiteur von Profitlobbyismus ist. Deshalb hat er sich im Wahlkampf gegen Mesarosch durchgesetzt. Weil Geld und Profitlobby-Kontakte über politischen Erfolg entscheiden. Das meine ich mit "Politik als System" vs. "einzelne Politiker". Deshalb plädiere ich persönlich auch dafür, die CDU/CSU nicht zu wählen, weil da der konzernnahe Flügel viel stärker ist als der linke, der Bürgerinteressen vertritt.  Und noch mal: Du kannst dir von Politik als System wünschen oder erwarten, was du willst. Es wird nicht umgesetzt werden, wenn du deine eigenen Interessen nicht selbst in die Hand nimmst. Das heißt nicht, dass das System "böse" wäre. Es setzen sich nur am Ende die Interessen am meisten durch, die am meisten Geld und die meisten einflussreichen Kontakte haben. Gerade bei der CDU/CSU und bei der AfD, die die allermeisten Großsspenden aus der Profitlobby bekommen. Diese Spenden finanzieren eine Politik, die ihnen nützt.


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

"Übertrage ich das auf die Politik, muss man sich nicht wundern, dass der Alternative so viele Wähler:innen zulaufen." Wen "wundert" es denn, wenn Leute Protestwähler werden? Und wem erzählst du das? Ich wohne in Ostdeutschland und höre die Leute jeden Tag beim Bäcker in der Schlange oder in der Straßenbahn reden. Es ging mir auch nicht um das Thema Protestwähler oder nicht - darüber schreiben wir hier seit mindestens zehn Jahren, das wird so langsam langweilig - sondern es ging mir um deine Aussage, dass du dieses Jahr wählen sollst und nicht weißt, was, weil du mit allem unzufrieden bist. Und dass dich nur deine Vernunft davor bewahrt, Extremisten zu wählen. Deine Schlussfolgerung ist: "Die Politik macht mir kein Angebot, also bin ich gefrustet, denn so sollte es nicht sein." Das ist eine valide Aussage, über die wir uns in diesem Forum noch weitere zehn Jahre unterhalten können. Das Bedürfnis verstehe ich, es hat eine Entlastungsfunktion, sich mit Gleichgesinnten gemeinsam aufzuregen, dann fühlt man sich nicht so allein, hat seine Gefühle abgeladen und kann danach wieder mit seinem Alltagsleben weitermachen. Es wird auch niemand gezwungen, sich demokratisch über das Wählengehen hinaus zu engagieren, aber dann bestimmt diese Person eben auch nicht viel mit. Das ist mit "Demokratie ist kein Zuschauersport" gemeint. Du hast anderswo geschrieben, dass es den Leuten noch zu gut ginge, um sich zu engagieren, und dass du keine guten Erfahrungen mit Engagement gemacht hast. Hast du dich selbst gemeint? Das ist nämlich genau der Punkt, an dem es anstrengend wird und keinen Spaß mehr macht. Es macht keinen Spaß, bei Eiseskälte in Riesa zu stehen und einen Parteitag zu verzögern. Es macht keinen Spaß, abgeführt und die Personalien festgestellt zu bekommen, weil man eine friedliche Sitzblockade abgehalten hat. Das ist anstrengend und kostet Zeit, die man auch besser verbringen könnte. Es macht keinen Spaß, Mehrheiten für Petitionen zu organisieren, die dann im Petitionsausschuss in die Tonne geklopft oder ausgelacht werden. Es macht keinen Spaß, Politikern Briefe zu schreiben, nur um dann eine 0815-Antwort im Stil von "Vielen Dank, wir haben Ihren Brief erhalten und freuen uns sehr, wenn Bürger ein lebhaftes Interesse an unserer Politik bekunden" bekommt. Aber es gibt viele, denen es genauso geht, und wenn sich die zusammentun, dann geht auch viel, und dann entsteht auch die Schwungmasse, die du so albern findest. Hier im Forum wird immer so getan, als wären Demonstrationen und zivilgesellschaftliches Engagement ein schräges Hobby für Leute, die nichts besseres zu tun hätten oder sich als etwas Besseres fühlen. Das bin ich ziemlich leid.


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

Mich stört, dass Du Dinge verdrehst, die ich so nicht geschrieben habe. Zum wiederholten Mal. Ich finde lächerlich, wenn jede:r im Geschäft erst einmal das Produkt scannen muss. DAS ist lächerlich. Wenn dagegen der z.B. Supermarkt sich positioniert und klar auszeichnet was regional, EU oder gar US ist, finde ich das nicht lächerlich! 


Jana287

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

" Es macht keinen Spaß, bei Eiseskälte in Riesa zu stehen und einen Parteitag zu verzögern. Es macht keinen Spaß, abgeführt und die Personalien festgestellt zu bekommen, weil man eine friedliche Sitzblockade abgehalten hat." Es ist verfassungsrechtlich festgeschrieben, dass Parteien Parteitage abhalten dürfen. Und solange die AFD nicht verboten ist, sind diejenigen die Antidemokraten, die diese Parteitage verhindern. Zum Rest: ich habe Deine Romane nur überflogen, es ist mir einfach zu viel, zu ausladend, zu belehrend. Ich mach's kurz: ich lese die Wahlprogramme und entscheide danach, wer meine Stimme bekommt. Bisher war das meist die CDU. Aber nachdem Merz quasi alle seine Wahlversprechen abgeräumt hat, ist das definitiv keine Option mehr. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Ich hatte gehofft, die Merkel-CDU sei vorbei.  Dem ist nicht so, zu den vorhandenen Problemen haben wir nun auch noch weitere Schuldenlasten. Die großen Probleme werden nicht angegangen.


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Jana287

"Es ist verfassungsrechtlich festgeschrieben, dass Parteien Parteitage abhalten dürfen. Und solange die AFD nicht verboten ist, sind diejenigen die Antidemokraten, die diese Parteitage verhindern." Verhindert hat ihn auch niemand, nur mit friedlichem Protest verzögert. Das ist nicht antidemokratisch, wenn Demonstrationen angemeldet werden. Entsprechend groß war auch das Polizeiaufgebot. Etwas anders war das beim Politischen Aschermittwoch der Grünen 2024, der musste abgesagt werden, weil die Stimmung so aufgeheizt war, dass sich die Polizei nicht imstande sah, die Teilnehmer der Veranstaltung zu schützen. Der Unterschied war, dass da die Demonstranten mit Traktoren kamen und Polizisten und Dienstwagen von Politikern direkt angegriffen haben. Oben in der Titelzeile steht eindeutig "und Mehtab und Jana, wenn sie MÖCHTEN". Du möchtest nicht, das ist dein gutes Recht.


mariaT

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

Jana verbringt lieber viel Zeit  mit Ein-und ausloggen, damit sie ihre Beiträge liken kann 😉


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von mariaT

Ich habe ja manchmal den Eindruck, es gibt ein paar Forums-Urgesteine, die sich gar nicht mehr zu erkennen geben und nur noch Beiträge nach Usernamen mit Likes pushen wie in anderen sozialen Medien. Auch ein schönes Hobby für Leute, die bei Wahlentscheidungen der KI misstrauen, hier aber bereitwillig einen Algorithmus manipulieren, um lästige Userinnen zu "bestrafen".


Jana287

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von mariaT

In meinem echten Leben passiert genug, so dass ein paar Herzchen in einem Muttiforum mir ziemlich egal sein können. Genauso egal ist mir Deine Meinung zu meiner Person oder meinem Standpunkt.


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Jana287

Noch mal in eigener Sache, weil hier persönlicher Austausch besser funktioniert: Ich bin nicht euer Feind, und ich mache hier auch keine Wahlwerbung, habe ich noch nie gemacht - das wäre lächerlich ineffizient. Wenn ich das wollte, wäre ich Polit-Influencerin, da hätte ich mir in zehn Jahren deutlich mehr Reichweite aufgebaut. Dass ihr mich lästig und teilweise unverschämt findet, weil ich rassistische und klassistische Äußerungen als das benenne, was sie sind, weiß ich auch. 'Aber ich bin doch nicht das Problem, und ich will eure Community weder aufmischen noch hier niemanden vergraulen. Aber wenn hier inzwischen Leute wie Caot, die zwar geschulte Kommunikationsskills hat, aber praktisch nie über echte Inhalte referiert (außer über ihre Kinder, ihren Mann und ihren Job) plötzlich zu den letzten "Stimmen der Vernunft" werden, dann ist das auch ein Warnsignal. und sorry, Caot, das ist kein persönlicher Diss, ich finde dich immer noch nicht blöd, aber du schreibst hier vor allem über Kommunikations- und Umgangsformen, und das finde ich in der politischen Lage, in der wir uns befinden, für ein Aktuell-Forum doch ziemlich dürftig. Ihr diskutiert hier immer kleinteiliger, es geht nur noch darum, wer welchen Ton gegenüber wem angeschlagen hat, ob jemand poltiisch links oder rechts steht oder Dinge schreibt, die ihr auch so empfindet, damit ihr diese Leute gut findet. Genau diese Kleinteiligkeit und diese flauschige Selbstberuhigung, indem man sich unter Gleichgesinnten austauscht, bremst euch aber auch aus. Wie gesagt, keiner zwingt euch, auch ich nicht. Aber heute Morgen stand in der BILD das hier (ja, auch mir wird die manchmal im Feed zugespielt): "▶︎ Mütterrente, Rente mit 63 und Grundrente (Aufstockung für Geringverdiener) sollen gestrichen werden. Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt und über die beschlossenen 67 Jahre hinaus erhöht werden. ▶︎ Krankenversicherung: Auch Zahnarztbehandlungen sollen privat abgesichert werden, der Wirtschaftsrat will sie aus dem Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen streichen. ▶︎ Wörtlich heißt es in dem Papier: „Krankenversicherung: Überprüfung des Leistungskatalogs: Verschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen.“ ▶︎ Unfälle auf dem Arbeitsweg will der Rat komplett aus der Unfallversicherung nehmen." (Quelle: https://www.bild.de/politik/inland/cdu-wirtschaftsrat-will-zahnarztbesuche-als-kassenleistung-streichen-697e31d8f0e62064809e0692) Der Bundesvorstand des Wirtschaftsrats der CDU setzt sich fast vollständig aus Geschäftsführern, Vorstandsvorsitzenden und Referenten großer internationaler Konzerne und Holdings zusammen. Dort sitzt u. a. die Gastro-Konzern-Erbin Christina Block, die wir alle aus der Klatschpresse kennen. Diese Frau hat ein geschätztes privates Nettovermögen von 300 Millionen Euro. Dafür muss man mit dem deutschen Jahresnettoeinkommen von rd. 30.000 Euro 10.000 Jahre arbeiten und hat noch gar nichts bezahlt. Ganz unten  heißt es in dem Artikel: "Eine „überbordende Steuer- und Abgabenlast“ würde heutzutage „die Aufstiegsmöglichkeiten für die fleißige Mitte“ aushöhlen. Deshalb braucht es laut Wirtschaftsrat eine Agenda, die Leistung belohnt und das Aufstiegsversprechen erneuert." Die Leute, die euch das erzählen, sind keine "Leistungsträger", sondern Erben, Adelige, hochbezahlte Manager. Die "fleißige Mitte", das seid ihr, und für euch gibt es schon lange kein "Aufstiegsversprechen" mehr, sondern Leistungskürzungen an allen Enden, Auslagerung in die private Absicherung und kostenlos dazu ein verlogenes Narrativ, dass der Volkswirtschaft die Sozialausgaben über den Kopf wachsen und sie sich deshalb "die Armen" nicht mehr kann. Dabei könnten Leute wie Christina Block von ihren vielleicht 10 bis 15 Millionen Zinseinnahmen jährlich sehr gut 1 bis 2 Prozent abgeben.  DAS sind die Leute, an denen ihr euch abarbeiten und mit euren Wahlentsheidungen dafür sorgen solltet, dass sie nicht so viel Einfluss auf die Politik nehmen.


hamburg74

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

Ich bn bin sehr sehr sicher, wenn man den Reichen, wie der Block Familie 1 Prozent, abnimmt.....wird diese Geld bzw. diese Gelder zu 100 Prozent irgendwo versacken, aber bestimmt niemals nie in Sozialwesen investiert werden. Ich denke, das wird ein Wunschtraum bleiben....LG maxikid


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von hamburg74

Na ja, die SPD pllant ja - ist natürlich sehr fraglich, dass sie das mit dem Koalitionspartner überhaupt durchbekommt - die Vermögensbesteuerung an die Kommunen auszuzahlen. Also zumindest ist das Konzept meines Wissens gedacht. Unser Bürgermeister hat darüber auf dem Städtetag in Dresden gesprochen. Denn es sind ja die Kommunen, die chronisch unterfinanziert sind, weil sie teilweise über die Hälfte ihres Budgets für soziale Leistungen aufwenden müssen. Und weil Mittel für Pflege, Bildung und Grundsicherung Vorrang haben, ist kein Geld mehr für Infrastrukturprojekte da. Hier in Leipzig sieht man das z. B. am Zustand der Straßen, die nach A, B und C priorisiert sind, in den C-Straßen wird nicht ganzflächig asphaltiert, wenn Löcher gegraben werden, sondern nur angeflickt, und an den Stellen reißt es im Winter dann auf, und es gibt Schlaglöcher. Die Geldflüsse müssten also transparent und akribisch nachverfolgt werden. Das geht auch nur mit kompetenten Politikern vor Ort, die gut vernetzt sind und wissen, wie Prozesse in der Stadt funktionieren. Mit zusammengestoppelten Rechtsextremen aus der Pampa oder, was das BSW betrifft, ebenfalls eilig rekrutierte Leute aus der 4. oder 5. Reihe einer linken Bewegung, die vor allem "Frieden mit Putin" will, wird das auch schwierig.


Shanalou

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von hamburg74

Deshalb kann man es ihnen trotzdem abnehmen. Versacken tut auch anderes Geld. 


Leena

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

Die Forderungen aus der CDU, z.B. die Zahnarztkosten aus dem Leistungen der allgemeinen Krankenversicherung zu streichen oder die abschlagsfreie Rente nach 45 (!) Beitragsjahren oder die Herausnahme von Wegeunfällen aus der Unfallversicherung, das habe ich heute morgen beim Frühstück auch in der Zeitung gelesen und habe gedacht: Wie asozial kann man denn sein?!? Offenbar will man Verhältnisse wie in den USA, wo man finanzschwachen Menschen schon an den Zähnen ansieht, dass sie arm sind...  Schon heute muss man oft einen Großteil der Zahnarztkosten selbst bezahlen oder sich teuer zusätzlich versichern oder mit Notlösungen leben, wenn Zahnarzt (immerhin Teil der Daseinsfürsorge!) komplett gestrichen würde, wäre das menschenunwürdig. Ich finde das absolut asozial und zum Kotzen!  


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Leena

 "Ich finde das absolut asozial und zum Kotzen! " Geh streiken und kämpfe um deine Rechte! 🫶😉


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Leena

"Wie asozial kann man denn sein?!?" Es ist auch deshalb zynisch, weil sich diese "Tegernsee-Connection" rund um Friedrich Merz, Wolfram Weimer, Katherina Reiche & Co. den "Kanzler der sozialen Marktwirtschaft" Ludwig Erhard als Vorbild ans Revers heften. Das klingt alles irgendwie nett und schön nostalgisch für die echte Boomergeneration, die den Erhard in ihrer Kindheit noch als Kanzler erlebt hat und sich nach den "guten alten" Wirtschaftswunderzeiten zurücksehnen. Nur fehlen heute alle Rahmenbedingungen, die damals gegolten haben. Das Schlimme daran finde ich, dass die das natürlich alle genau wissen. Die verkaufen ein Bild von der Realität, von dem sie selbst wissen, dass es aus der Zeit gefallen ist. Und - das ist ja auch das, worüber sich inzwischen alle aufregen - immer ist jemand anders schuld. Vor einem Jahr waren es noch die Afghanen, die uns die Zahnarzttermine wegnahmen - jetzt sollen wir den Zahnarzt lieber gleich aus der eigenen Tasche bezahlen. Wer da kein Muster erkennt, ist selbst schuld. Und dabei muss man sich immer vor Augen halten, dass Deutschland das Land mit den viertmeisten Milliardären der Welt ist, noch vor Luxemburg und der Schweiz. Das wird hier nur nicht so an die große Glocke gehängt. Natürlich "leisten" die sich auch karitative Projekte oder fördern hier und da etwas. Unsere Volkswirtschaft hat darüber aber keinerlei Kontrolle und keinen Zugriff darauf, sodass mit diesem Geld, das im Überfluss vorhanden ist, nicht geplant werden kann. Wer sagt, da könne die Politik "leider nichts machen", der lügt. Denn das konnte die Politik zu Ludwig Erhards Zeiten auch, wo es Vermögensabgaben und Zwangsanleihen gab, die "dem Staat" das nötige Geld in die Kassen gespült hat. Vor diesem Hintergrund ist die Vorstellung absolut haarsträubend, dass auf deutschen Straßen wie in den USA oder Osteuropa arme Leute mit halb vergammelten Gebissen herumlaufen oder irgendwann vielleicht auch noch beinamputiert auf Rollbrettern durch die Gegend fahren, weil das Geld für Rollstühle oder Prothesen für die ganzen "Sozialschmarotzer" leider, leider nicht mehr reicht.


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

".....nie über echte Inhalte referiert...." Das ist doch nicht dein Ernst?  Meine Zeit und mein Wille schriftlich hier zu referieren ist marginal. Ein Referat ist ein einseitiger Vortrag. Mir ist bewusst, dass Du das gerne machst, aber mein Anspruch hier im Mütterforum ist tatsächlich einfach ein bisschen Austausch. Ohne zu referieren. 🦄


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

Verstehe, du bist beleidigt und hängst dich wieder mal an der Wortwahl auf. Schön, dass du selbst bestätigst, was ich meinte.


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

Wer sagt dir, dass sie das nicht tut? ;-)


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

"Geh streiken und kämpfe um deine Rechte! 🫶😉" Guten Morgen, werte Mitdiskutant*innen! Ich wollte gerade Emojis zählen kommen und bin doch etwas enttäuscht von euch Low Performerinnen.  Der obige Beitrag von Caot hat nur 8 Likes! Außerdem ist mir leider aufgefallen, dass meine Antwort von gestern Abend nicht in erkennbarem Zusammenhang mit dem oben zitierten Posting steht (was ich hiermit nachhole), und mir ist außerdem der äußerst peinliche Lapsus unterlaufen, zwischen "streiken", nicht "demonstrieren" nicht zu unterscheiden. STREIKEN darf Leena ja als Beamtin nicht, Ordnung bei der Wortwahl muss sein. Also hier die Korrektur, um alles nur ja richtig und unmissverständlich zu machen, auch mit Absatz, damit es gut lesbar bleibt:  "Woher weißt du eigentlich, dass Leena (oder andere hier) nicht demonstrieren geht/en und um ihre Rechte kämpft/en? (genau genommen auch "FÜR ihre Rechte kämpft/en", denn "UM etw. kämpfen" bezieht sich auf persönliche Dinge oder Beziehungen, nicht auf Abstraktes. Ich hoffe übrigens, es geht wenigstens ohne Sarkasmus-Emoji.


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

"Wer sagt dir, dass sie das nicht tut? ;-)" Keine Ahnung. Aber wenn ich so lese was sie alles macht, um wen sie sich kümmert und wie voll ihr Tagesprogramm doch ist, tendiere ich dazu, anzunehmen, dass da nicht wirklich viel Raum für demonstrieren ist.  Wenn ich allerdings Herr Merz wäre, würde ich sagen, so als Teilzeit-Hippie sollte sie mal etwas mehr arbeiten. So kann sie dann auch die zukünftige Zahnzusatzversicherung locker stemmen.  😉🤪


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Nurmalsoeben

"Verstehe, du bist beleidigt...." Nein. *entrüstet dreinblickender Smiley* Ich musste tatsächlich schmunzeln, als ich deine Antwort las.  Für den Fall, dass ich Dir hier auf den Sack gegangen bin - sorry. Aber ich will eigentlich nur ein bisschen netten Austausch. Wir sind in einem Mütterforum. Ich möchte weder referieren noch seitenlang erklären und rechtfertigen schon mal gar nicht. In einem Forum funktioniert das nämlich nicht. Kommunikations-Binsenweisheit - hängt mit den 4 Seiten einer Botschaft zusammen. Und das Forum ist ein klassisches Beispiel dafür.  Ich diskutiere schon gerne. Aber halt in Gesellschaft die ich ansehen kann. Wo aufkeimender Fehlinterpretation gleich Einhalt geboten werden kann. Oder eben tiefer in die Gegensätzlichkeit eingedrungen werden kann. Dann passt das auch besser bei Missverständnissen. Unmöglich ist das in schriftlicher Form oder eben ein langer Prozess. Aber dafür hab ich gar keine Zeit. Ich muss raus aus der Lifestyle-Teilzeit, weißt ja. Also, alles g'schmeidig bei mir. 🫶 Wie gefällt Dir der Leipziger Zoo?


Leena

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

Als Beamte bin ich eh nicht gesetzlich versichert. Und da mir die Beihilfe sowieso nur 13€ pro Zahn und Behandlung zahlt, habe ich schon seit vielen Jahren eine Zahnzusatzversicherung.  Und wie Nurmalsoeben schon ganz richtig schrieb, darf ich als Beamte nicht streiken. Aber ich darf in meiner Freizeit demonstrieren, ich darf Mitglied einer politischen Partei sein, ich darf mich in der Lokalpolitik engagieren und ich darf nächsten Monat sogar wählen. All das tue ich, weil ich es für wichtig halte. Zudem habe ich 5 Nachkommen, mir ist also aus gutem Grund nicht egal, wie die Welt meiner Kinder und Enkel eines Tages vielleicht aussehen wird. Also engagiere ich mich - ganz einfach.


Caot

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Leena

"Aber ich darf in meiner Freizeit demonstrieren, ich darf Mitglied einer politischen Partei sein, ich darf mich in der Lokalpolitik engagieren und ich darf nächsten Monat sogar wählen." Freut mich, wenn Du politisch engagiert deine Heimat gefunden hast. Respekt. Wenn Du damit das bewegen kannst, was bewegt werden muss. Ich hab's nach drei Versuchen leider sehr frustriert aufgegeben. Auch weil unbewegliche Beamte oder deren Apparat einem Steine in den Weg legten. Ich engagiere mich daher in zwei Ehrenämtern. Ganz einfach. 🫶


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

Nein, "auf den Sack gehen" trifft es nicht richtig. Wahrscheinlich finde ich nur das Thema generell nicht so passend, um darüber zu lästern. Ich gehe aber auch schon mein Leben lang demonstrieren. und habe mich immer in einem Umfeld bewegt, in dem das ganz normal war, unsere Kinder sind auch damit aufgewachsen. Bei den Omas gegen Rechts bin ich aber nicht. ;-) Im Leipziger Zoo war ich bisher erst einmal mit einer Freiburger Freundin, die mich hier besucht hatte. Die Anlage ist superschön, aber da meine Freundin erst nachmittags Zeit hatte, kamen wir in eine Phase rein, in der gerade die Fütterungen vorbei waren und sich alle Tiere zum Dösen verkrochen hatten. Wir mussten also ein bisschen auf die Suche gehen. Auch am Völki war ich noch nie. In meiner Freizeit (wenn nicht gerade ein fester Programmpunkt wie Chor oder Buchclub ansteht) nutze ich lieber das Kulturangebot, das finde ich richtig toll, und man bekommt im Gegensatz zu Berlin oft auch noch Karten für Konzerte oder Kabarett-Gastspiele. Letztes Jahr war ich z. B. bei Simply Red in der Quarterback Arena. Ich habe sogar eher das Problem, dass es hier so viel gibt, wo ich gerne hingehen würde, dass ich das alles gar nicht schaffe oder manchmal auch erst zu spät mitbekomme. An diese Größe und Schnelligkeit muss ich mich immer noch gewöhnen. Ich habe für meine Verhältnisse (ich mag Neuanfänge eigentlich sehr) aber sowieso lange gebraucht, um mich hier einzugewöhnen, da merke ich einfach mein Alter. Ich habe auch erst jetzt, also nach 1,5 Jahren, einen passenden Büroplatz in einem der leipzigtypischen alternativen Kulturzentren gefunden. Vorher war es mir gar nicht so unrecht, zu Hause zu arbeiten. Jetzt freue ich mich aber darauf, ab nächster Woche halbtags da zu sein. Was für mich auch eine Umstellung ist, ist das Gefühl, ziemlich privilegiert zu sein. Das ist mir nicht besonders angenehm, auch wenn ich in der südlichen Hälfte der Stadt lebe, in der es viele relativ gut situierte Alt- und Jung-Hippies gibt. An das Sächsische habe ich mich übrigens total gewöhnt. Es gibt hier für mein Gefühl sogar mehr Leute, die Hochdeutsch allenfalls mit einer ganz leichten Färbung sprechen als in meiner alten Heimat. Und so richtig blöden Leuten oder offensichtlich rechtsextremem Dummvolk bin ich auch noch nicht begegnet. Die Leute motzen nur direkter - andererseits komme ich aber auch schnell ins Gespräch, ich finde viele Leipziger ziemlich offen und auch hilfsbereit.


Nurmalsoeben

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Caot

Guten Morgen - ich habe noch mal darüber nachgedacht, warum mich deine Art in diesem Zusammenhang so ankäst, denn das tut sie. Denn du schaffts es irgendwie immer, alles herumzudrehen und Diskussionen in eine Richtung zu lenken, die DIR passt. Und das wiederum passt nicht zu deiner Aussage, du wolltest dich hier nur "nett" austauschen. Der Weg stünde dir ja offen, dein Diskussionsstil ist aber nicht "nett" und auch nicht, wie du oft für dich in Anspruch nimmst, neutral. Du verteidigst dein Denkmodell mit Zähnen und Klauen und mauerst - und harkst so lange weiter, bis der Thread an dem Punkt angekommen ist, wo DU ihn haben willst. Dabei hat dich niemand angegriffen. Ich schon nicht mit meinen langen Erklärungen oben, aber Leena erst recht nicht. Das ist genau das, was ich meinte: Es fängt mit einem Inhalt an (politischer Frust, was soll ich wählen, Politiker machen eh, was sie wollen, ich fühle mich nicht abgeholt), und am Ende landen wir erst auf der kommunkativen Metaebene und dann doch bei Lästerei, wenn sich eine Userin über soziale Ungerechtigkeit empört. Findest du das nicht problematisch? Es geht hier auch durchaus um ein "Mütterthema", weil unsere erwachsenen Kinder ja vielleicht woanders landen als auf der Schwäbischen Alb bei einem Zuliefererbetrieb von Porsche. Meine durch Scheidung abgelegte Ex-Familie hat Kinder, die in Halle oder Erfurt studieren. Meinst du nicht, dass es da ein bisschen relevant ist, wie sich das politische Klima dort verändert? Nicht unbedingt in den Großstädten direkt, aber doch im Umland. Wie ist das mit Eltern, deren studierende Kinder keine weiße Hautfarbe haben? Oder irgendeine sichtbare Einschränkung? Oder sichtbar queer? Denkst du über so was manchmal nach? Übrigens wurde heute im Thüringer Landtag von der AfD ein Misstrauensvotum gegen Mario Voigt beantragt, den CDU-MP, bei dem  irgendwelche Nichtigkeiten in seiner Doktorarbeit gefunden wurden. Der alternativ (harhar) zur Wahl stehende Kandidat wäre der Hitler-Nachahmer Björn Höcke. Höchstwahrscheinlich wird der Antrag nicht durchkommen, weil die AfD keine ausreichende Mehrheit hat und ein paar BSW-Abweichler wohl die 45 Stimmen nicht vollmachen werden. Aber du weißt schon, was es für Thüringen bedeuten würde, wenn das klappen würde? Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber das ist die Realität, mit der auch junge Menschen in einigen ostdeutschen Regionen leben und vor denen sie Angst haben. Ein bisschen weniger als nur "nettes Geplänkel" finde ich da auch im Muttiforum sehr angebracht, Schulz-von-Thun hin oder her.