Leena
Um mal aus der "Tagesschau" zu zitieren: " 'Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit' - so heißt der Antrag, den die Mittelstands- und Wirtschaftsunion auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart Ende Februar einbringen will. Damit will der CDU-Wirtschaftsflügel den gesetzlich festgeschriebenen Rechtsanspruch auf Teilzeit abschaffen - er soll nur noch bei "Vorliegen einer besonderen Begründung" gelten, heißt es im Antrag." Ich arbeite Teilzeit, seit mittlerweile über 25 Jahren (davon 2,5 Jahre Elternzeit). Und ja, ich weiß, was das für die Versorgung im Alter bedeutet. Aber ich verdiene mit Teilzeit (mehr als 50%) mehr als der Durchschnitt in Vollzeit, liege somit niemandem auf der Tasche - und Zeit ist mir persönlich mittlerweile wertvoller als Geld. Mit dem Geld komme ich klar - Zeit fehlt. Ich will im Moment nicht mehr arbeiten. Ich habe in dieser Zeit 4 Kinder großgezogen. Das Jüngste hat noch ein paar Jahre bis zum Schulabschluss, Nr. 3 ist auch noch regelmäßig hier, die beiden Großen nicht, aber dafür das Enkelkind. Meine Mutter hatte ich betreut, aber sie ist vor einigen Jahren gestorben. Es hängt nicht an der Kinderbetreuung und an der Pflege auch nicht mehr, dass ich nicht mehr arbeiten könnte. Das Enkelkind hole ich einmal pro Woche vom Hort ab, das ginge auch irgendwie mit Vollzeit. Mein Jüngster braucht soweit keine "Betreuung" mehr, möchte aber gerne regelmäßig gefüttert und versorgt werden und ab und zu ein Ansprachpartner ist eigentlich auch wichtig. Ich habe den Haushalt (mit 3 - 5 Personen). Außerdem bin ich noch freiberuflich tätig, als Nebentätigkeit, arbeite z.T. für eine Zeitschrift etc. Damit verdiene ich nicht viel, aber es macht Spaß und öffnet Türen - was ich beides von meinem Hauptberuf im Moment nicht mehr sagen könnte. Da sind die Arbeitsbedingungen schwierig geworden. Außerdem merke ich, dass ich nach all der Zeit und mit mittlerweile 50 Jahren nicht mehr so belastbar bin. Irgendwie bin ich "grund-erschöpft", stecke 10-Stunden-Arbeitstage nicht mehr locker weg und will manchmal einfach nur noch meine Ruhe. Das letzte, was ich derzeit will, ist es, meine Arbeitszeit aufzustocken oder wirklich wieder Vollzeit zu arbeiten. Ich bin nach 25 Jahren Dauer-Stress nicht mehr so belastbar. Aber für jemanden wie Friedrich Merz oder die Mittelstands- und Wirtschaftsunion falle ich damit wohl unter "Lifestyle Teilzeit", ich könnte ja mehr arbeiten (Stichwort: Fachkräftemangel), ich will aber nicht. Andere mögen das locker stemmen - ich nicht (mehr). Ich habe auch viele Kollegen, die Teilzeit arbeiten - entweder, weil sie so mit finanziellen Abstrichen eine Work-Life-Balance mit Familie und Beruf hinbekommen, die sonst nicht möglich wäre (so wie bei mir) oder weil sie gesundheitliche Baustellen haben und Vollzeit eben nicht mehr schaffen. Aber um Friedrich Merz insoweit zu zitieren: „Mit Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können“, es müsse wieder mehr gearbeitet werden. Na, danke...
Hallo Leena, für mich ist die Teilzeit grundsätzlich eine zweischneidige Sache, und abhängig von vielen Faktoren. Wenn du auch im Alter mit dem Geld zurechtkommst, ist mir das egal, aber gerade viele Frauen, die lange Zeit ganz wenige Stunden gearbeitet haben, jammern dann, dass das Geld im Alter nicht reicht und müssen dann mit sozialen Leistungen unterstützt werden. Das finde ich dann gleich nicht mehr so prickelnd. So eine Teilzeit muss man sich erst einmal leisten können. Außerdem hängt das alles auch vom Arbeitgeber ab. Für kleine Unternehmen, die z. B. nur eine Mitarbeiterin haben, kann die Teilzeit der Beschäftigten schon zum Problem werden. Die haben auch keinen Anspruch auf Teilzeit. Du hättest ja auch noch Gründe, die eine Teilzeit rechtfertigen würden, weil du eine Familie versorgst ... Ich denke, dass es nicht viel bringt, jemanden, der nicht will, zu zwingen, Vollzeit zu arbeiten. Das gleiche Problem sehe ich, wenn es immer heißt, dass man bis 70 Jahre arbeiten soll. Wie viele können denn das wirklich? Allerdings schließt die Beendigung des Rechts-anspruchs auf Teilzeit ja eine Teilzeitbeschäftigung nicht aus. Den Rechtsanspruch gibt es ja eh erst seit ein paar Jahren. Vorher haben auch schon viele Teilzeit gearbeitet. Ich sehe die Abschaffung des Rechtsanspruches deshalb nicht als so dramatisch an, allerdings gefällt mir die Argumentation unseres Kanzlers ... auch nicht, denn da hört es sich immer gleich so an, als seien wir alle stinkfaul und müssten erst das Arbeiten wieder lernen.
Es darf ja jeder weiter ohne besonderen Grund Teilzeit arbeiten, wenn er das individuell mit seinem Arbeitheber aushandelt. Bloß der Rechntsanspruch soll in diesen Fällen entfallem. sondern es wird wie früher einen individuelle Verhandlung. Schwierig finde ich Fälle, wenn Teilzeit gearbeitet und parallel Sozialleistungen bezogen werden. Bei Pflege und kleinen Kindern ok, aber sonst sollte doch jeder zunächst für sich selbst verantworlich sein. Wenn ich an die Diskussion mit dem Rentensoli denke, dass höhere Renten niedriegere bezuschussen sollen und gleichzeitig diverse Kolleginnen mit erwachsenen Kindern sehe, die ihre Stunden nie wieder aufgestockt haben, um Zeit für Garten und Sport zuhaben, dann finde ich es zutiefst ungerecht. Oder auch die Fälle, wo genau gerechnet wird, dass eine Stundenreduizierung mit Wohngeld ausgeglichen werden kann und ähnliches. Von daher fände ich es sehr gerecht, wenn es klar definierte Fälle mit Rechtsanspruch und voller gesellschaftlicher Solidarität gibt, wie kleine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige und alles andere dann Privatsache ist. Also individuelle Verhandlung mit dem AG, kein Anspruch auf Sozialleistungen und Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge nach fiktivem Vollzeitgehalt. Damit kannst Du weiterhin ganz genau Dein Modell leben, welches du ja auch selbst finanzierst und das sollte eigentlich selbverständlich sein. Ist es aber leider heutzutage nicht mehr
"......diverse Kolleginnen mit erwachsenen Kindern sehe, die ihre Stunden nie wieder aufgestockt haben, um Zeit für Garten und Sport zuhaben, dann finde ich es zutiefst ungerecht." Wieso ist das ungerecht? Die Quittung kommt spätestens beim Rentenbezug, oder etwa nicht?
Du solltest schon den gesamten Kontext zitieren. Nämlich, dass es um die Aufstockung der aus diesem Grund niedrigen Rente geht. Jeder kann gerne dauerhaft Teilzeit arbeiten aber dann auch dauerhaft mit den Konsequenzen und der niedrigen Rente leben. Wenn die Allgemeinheit aus diesem Grund die Rente aufstocken soll, dann fühlt sich das für mich falsch an
"Wenn die Allgemeinheit aus diesem Grund die Rente aufstocken soll, dann fühlt sich das für mich falsch an" Von wieviel reden wir denn, die aufstocken? Die paar Betroffenen, überwiegend Damen, retten jetzt das kaputte System? Und wer von den Damen die Leena heißen 🫶, betrifft die Altersarmut mit Aufstockung? Führen wir hier nicht eine populistische Diskussion?
Nein Caot, es geht hier eben gerade nicht um Leena, die wahrscheinlich auch im Rentenalter mit dem von ihr verdienten Geld auskommen kann. Die Grundrente erhält z. B. jede Frau, die über eine längere Zeit ein paar Stunden gearbeitet hat. Um die gleiche Renten zu erhaloten, müssen andere, die nicht so gut verdienen, viele Jahre Vollzeit arbeiten. Außerdem reicht die Grundrente auch nicht, wenn man z. B. in München lebt. Da muss dann schon noch einmal aufgestockt werden. Die Ungleichbehandlung bzw. Besserstellung niedriger Renten belastet das Rentensystem oder das allgemeine Sozialsystem durchaus. Das sind nicht nur ein paar wenige!
Zweck dieses Wordings der CDU scheint jedenfalls zu sein, im Mittelbau der Gesellschaft wieder Selbstrechtfertigung und Gerechtigkeitsdebatten anzustoßen und davon abzulenken, dass sie überhaupt kein Konzept hat, um "Mittelstand und Wirtschaft" in irgendeiner Weise sinnvoll zu fördern. "Interessant" finde ich diese Ausdrucksweise im Hinblick darauf, dass die CDU in diesem Jahr vier wichtige Landtagswahlen zu bestreiten hat. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gelingt es vielleicht, damit Punkte gegenüber den grünen und roten Mitbewerbern zu machen. In Sachsen-Anhalt wird es eher dazu führen, dass die Alternative gegen Deutschland stärkste Kraft wird. Oder die CDU mit zwei kremlnahen Chaotenhaufen in einer Koalition landet.
Ich arbeite keine Minute länger, solange andere unbehelligt gar nicht arbeiten - ganz einfach.
Also aus Sozialneid freiwillig in Armut? Oder geht's dir dann dank staatlicher Hilfen dann doch ganz gut?
Also ich orientiere mich eigentlich an dem, wovon ich denke, dass es für mich passt. Wenn ich mehr Geld wollte, müsste ich mehr arbeiten. Was hat das mit irgendjemand anderem zu tun..? Verstehe ich nicht...
Nee Du, nix geerbt, erziehe 2 Kinder, pflege und bin berufstätig. Mein Mann ebenso. Dein Kommentar ist unzutreffend und gehässig. Menschen wie ich werden in diesem Land gnadenlos ausgenommen. Sollen keine Kranktage nehmen, sollen nicht zum Facharzt, sollen Vollzeit arbeiten und das gefälligst bis 70. Während andere unbehelligt bleiben und gar nicht arbeiten. Und das nennt man dann soziale Gerechtigkeit.
Inwiefern wirst du gnadenlos ausgenommen? Erklär das mal ohne deine Polemik dabei. Du willst nicht mehr arbeiten, wegen der Anderen und wirst trotzdem ausgenommen? Von nix kommt nix, so einfach ist das.
@jana, ich sehe das wie du, ich arbeite nur noch minijobmäßig mehr und gebe das dann auch woanders aus 🤪
"Was hat das mit irgendjemand anderem zu tun..?" Klassismus, das verblüffende (und populistisch angefütterte) Phänomen des Sozialneids nach unten.
Absoluter Schwachsin. Wenn Du so arm bist, beantrage Sozialleistungen. Bekommst du die nicht, dann wohl weil es dir nicht soooo schlcht geht. Also dann jammern auf hohen Niveau. Oder wie gewohnt einfach nur Hetze und Neid
Es wäre nett, wenn Du Dich an die Nettikette hältst. Warum unterstellst Du, ich sei arm? Ich habe lediglich begründet, dass ich nicht MEHR arbeiten werde, weil mir dann noch mehr weggenommen wird. Und dass ich ungerecht finde, dass immer diejenigen noch mehr arbeiten sollen, die sowieso schon arbeiten - während andere unbehelligt über Jahre gar nicht arbeiten.
Naja, du behauotest gnadenlos ausgenommen zu werden. Auch ich gehe arbeiten, ich bin Pflegeperson, habe Kinder. Mein Mann fällt nahezu komplett raus - aus allem. Aber als gnadenlos ausgenommen - nein so würde ich mich nie betiteln. Ich habe auch keine Angst bis 70 arbeiten zu müssen - körperlich bereits extrem unwahrscheinlich. Bin froh wenn ich die 60 erreiche, dann geht es - was absolut absehbar ist aufgrund meines Jobs - recht wahrscheinlich in die Erwerbsunfähigkeit. Insofern, statt neidvoll in die Richtung anderer zu schauen, vielleicht einfach das eigene Leben genießen.
"Ich habe lediglich begründet, dass ich nicht MEHR arbeiten werde, weil mir dann noch mehr weggenommen wird. Und dass ich ungerecht finde, dass immer diejenigen noch mehr arbeiten sollen, die sowieso schon arbeiten - während andere unbehelligt über Jahre gar nicht arbeiten." Dein Zorn richtet sich trotzdem gegen die Falschen, das lässt sich im Vergleich der nackten Zahlen sehr schnell feststellen. Und daran ändert sich auch nie etwas, wenn man beharrlich die Parteien wählt, die dieses ungerechte System am Laufen halten und immer wieder "sachpolitische Zwänge" (gerade ist es die geopolitische Machtverschiebung) vorschieben, um den Status Quo aufrechtzuerhalten.
Wen soll ich denn wählen, wenn die aktuelle Situation von Grün, Rot, Schwarz verursacht ist? Ganz links oder ganz rechts? Im Übrigen finde ich schon, dass mein Zorn sich gegen diejenigen richten darf, die es sich im System gemütlich machen und für die ich mitarbeiten muss!
Natürlich darfst du dich über alle Leute ärgern, die es sich "im System gemütlich machen", aber du ärgerst dich ja vor allem über Migrant'innen und Sozial"schmarotzer", die belasten aber den Bundeshaushalt aber um den Faktor 1000 geringer als geschickte Steuer"gestalter". Wen du wählen solltest, kann ich dir doch nicht vorschreiben. Auf jeden Fall sollte man aus meiner Sicht keine Parteien wählen, die darauf abzielen, den Rechtsstaat auszuhöhlen, aus der EU auszutreten und sich von autoritären Staaten direkt abhängig zu machen. Die letzten beiden Punkte gelten sowohl für die AfD als auch für das BSW, nur unter verschiedenen Vorzeichen. Schwarz, rot, grün haben die Situation zwar schon in gewisser Weise gemeinsam verursacht, aber federführend war da trotzdem die CDU/CSU - die waren ja mit großem Abstand am längsten in der Regierung. Für das Ausmaß der Veränderungen seit der Wiedervereinigung hat sich die CDU/CSU einfach viel zu wenig bewegt. Auch deshalb wirkt ein Kabinett, das sich ich relevanten Teilen aus der "Ludwig-Erhard-Connection" der CDU/CSU speist wie ein Anachronismus. Das heißt aber nicht, dass Friedrich Merz das nicht wüsste - das weiß er mit Sicherheit. Die Alternativen dazu zu wählen halte ich trotzdem für falsch, weil es außer Chaos und Unregierbarkeit nichts bringen wird. Weder das BSW noch die AfD können im Politikbetrieb ernsthaft bestehen, weil sie so viel völlig unerfahrenes (und auch inkompetentes) Personal haben. Abgesehen davon kann man nicht mit Parteien regieren, die leugnen, dass Russland die Ukraine überfallen hat und nicht umgekehrt. Da gibt es einfach keine gemeinsame Basis. Und auch die Linke hat (teilweise) außenpolitische Ansichten, bei denen einem die Haare zu Berge stehen.
Man müsste sich mal anschauen, wie viele Teilzeitstellen überhaupt betroffen wären, also wie viele AN Teilzeit arbeiten und dieses Recht in ihren Betrieben auf Grund des Gesetzes durchgesetzt haben. Ich vermute mal, dass das eh nicht so viele sind. Die Kinderbetreuung und Ähnliches sind ja weiterhin erlaubt. Aber das ist so ähnlich, wie mit dem Elterngeld. Missbrauch gibt es immer und manchmal braucht es eben eine Regulierung. Die Kommunikation ist allerdings wieder mal unterirdisch.
Da wäre ich mir nicht sicher. Schaue ich mich in meinem Kollegenkreis um dann betrifft das etwas die Hälfte alle TZ-Kräfte - Studies und Schhüler jetzt mal ausgenommen. Kollegen mit kleinen Kindern haben wir nur noch 2 - und wir sind etwa 30 Leute nur in dem Bereich des Betriebes. Und klein bedeutet hier bereits älteres Kindergartenkind. Die hat zudem auch noch ein Grundschulkind. So wie ich auch und ein Kollege. Sie und ich arbeiten TZ, Kollege nicht. Schaue ich mir den Rest an, dann sind da 10 Leute mit VZ und alle anderen in TZ. Und das sind ALLES Frauen. Und keine davon hat noch Kinder im Schulalter. Es muss auch keine davon pflegen. Ehrenamt oder anderes - davon wüsste ich auch nichts. Bei einer könnte man noch sagen, sie hilft ua noch dem Mann im Büro bei dessen Firma, Aber alle anderen .... Da es auch Niedriglohnsektor ist, die ein oder andere keinen gut verdienenen Partner hat, dürfte es im Alter doch etwas knapp aussehen. Ich persönlich sage aber, wir alle sind erwachsen, jeder ist für sich und seine Lieben selbst verantwortlich und muss sich am Ende des Tages alleine vor sich rechtfertigen. Wenn jemand da also TZ arbeiten will - soll er. Solange es finanziell dann wirklich passt. Ob mit oder ohne Rechtsanspruch ist mir da latte. Wer es sich nicht leisten kann, sollte aber eine sehr gute Begründung haben, wie zB Krankheit, Pflege, Ehrenamt, kleine Kinder. So meine Meinung.
Schon klar, dass es diese Teilzeitkräfte gibt, aber es geht ja um das Gesetz, dass man Anspruch auf Teilzeit hat. Wer hat das in deinem Betrieb auf dieser Basis durchgesetzt? Teilzeit aushandeln ist ja was anderes. Jeder darf Teilzeit arbeiten, wenn er sich mit dem Chef einig ist. Es geht aber um den Anspruch.
"Schaue ich mich in meinem Kollegenkreis um dann betrifft das etwas die Hälfte alle TZ-Kräfte -....." Dann frag sie doch mal, warum sie TZ arbeiten. Ich kenne z.B. keine Arbeitenden mehr die TZ arbeiten. Alle sind mehr oder weniger wieder in Vollzeit. Die, die gerne TZ arbeiten würden, haben viele gute Gründe für das warum. Hört man Herrn Fratzscher mal zu, dann ist ein überwiegender Teil der TZ-Arbeitenden Schüler, Studenten und Rentner. Andere pflegen Alte oder Junge. Das was übrig bleibt, ist die Diskussion nicht wirklich wert.
Weil irgendwann mal wegen der Kinder in TZ gewechselt oder angefangen und einfach dabei geblieben. Man hat sich halt im Laufe der Jahre dran gewöhnt und keinen Bock mehr aufzustocken. Das wird so auch klar gesagt. Theoretisch also überwiegend Leute ohne rechtliche Gründe, sondern aus Bequemlichkeit. Was OK ist - wenn es eben dann finanziell hinhaut. Es zerschießt aber mitunter den Dienstplan - das ist die andere Seite dieser Münze. Den zu Zeiten wo es mal Mehrarbeit gibt und Leute fehlen, ist es eben dann doch ein riesen Problem. Komischerweise und das ist dann eben das eigentlich traurige, springen dann am ehesten die Leute mit Kindern ein. Oder Vollzeitkräfte. Was ich extrem erstaunlich finde ist, das du niemanden kennst der in TZ arbeitet. Wie gesagt, in unserem Bereich ist das überwiegend der Fall. Höre ich mich im Bekanntenkreis so um, dann muss ich sagen, deckt sich da meine Beobachtung. gerade bei den Frauen. VZ - spätestens mit Kindern ist das vorbei und zwar in 90% der Fälle bis zur Rente. Und wir reden hier von TZ zwischen 15 und 25 Std. Zieht sich durch sämtliche Branchen und gesellschaftlichen Stellungen. Aber spätestens bei Einzelhandel, Pflege, Erzieher macht das hier niemand mehr in VZ. Nicht wenn man nicht absolut muss.
"Was ich extrem erstaunlich finde ist, das du niemanden kennst der in TZ arbeitet." Nein, tatsächlich haben hier alle die ich kenne, wieder Vollzeit. Meine Kinder sind nicht mehr klein und auch ich nehme immer mehr Projekte an. So wurden Stunden oder Deputate wieder erhöht. Mir ist jedoch bewusst, dass das nicht statistisch tauglich ist. Aber so ist es ja generell. Unser kleiner eingeschränkter Blick ist nicht automatisch übertragbar.
Das stimmt, liegt sicherlich wie gesagt auch an der Branche. Ich kann mir gut vorstellen, da es in einigen üblicher ist als in anderen wieder in VZ zu gehen. Bei körperlich anstrengenden Jobs wird dann eher TZ gewählt - verständlicherweise. Weil soooooo jung bin ich dann doch nicht mehr. Hätte mein Mann auf mich gehört, könnten wir jetzt wohl Enkelkinder betreuen statt die eigenen Kinder 😂. Daran liegt es also eher nicht, zumal die Kollegen quer Beet vom Alter sind. Da sind von Berufsanfänger bis zu gehen jetzt in Rente alles dabei.
In meinem Dunstkreis, war TZ auch bei sehr kleinen Kinder 30 Stunden, eher normal und nicht die Ausnahme. Viele haben trotzdem 3 Kinder schnell hintereinander bekommen. So einige haben sich wärend der Kleinkinderzeit beruflich selbstständig gemacht und so auch mehr als normal zu tun gehabt. Es war auch sehr üblich, spätestens nach einem Jahr wieder einzusteigen..... LG maxikid
Populismus kann eben jede Partei. Solche sinnlosen Anstöße zu Debatten die man nicht in der Tragweite unterlegen kann, sind nicht besser als eine Pappe mit Zinsen drauf. Ich verfolgte neulich eine Debatte, da erklärte die Ministerin wie viele alte Leute denn noch im Arbeitsprozess gebraucht würden. Auf Nachfragen, doch bitte einfach Details zu nennen, wich sie aus. Ich fasse also mal zusammen. Junge Menschen sind alles faule Säcke, alte Menschen auch, es mangelt uns lediglich am Willen. Man müsse sich doch nur zusammenreißen, sich nicht so anstellen. Nun gut. Ich gehe ja davon aus, wenn ich sehe wer hier und was hier in BaWü gerade den Job verliert, dass sich solche Debatten in Kürze von alleine erledigen.
Ich verstehe deine Gründe für die Teilzeitarbeit, aber ich verstehe nicht ganz, was du mit deiner Geschichte sagen möchtest. Denn zum einen soll es ja weiterhin die Teilzeitmöglichkeit geben, wenn man als Mutter eines oder mehrere Kinder großzieht. Und zum zweiten wird Teilzeit ja nicht verboten. Sondern wenn der Arbeitgeber einverstanden ist, wird man weiterhin in Teilzeit arbeiten dürfen. Viele Stellen werden ja sogar nur als halbe oder dreiviertel Stellen ausgeschrieben, schon von vornherein. Für dich würde sich ja nur etwas ändern, wenn du die Teilzeit gegen den Willen deines Arbeitgebers erzwungen und durchgesetzt hättest – war das denn wirklich so ...? In der Regel hat man seine Stundenzahl einvernehmlich festgelegt. Ich selbst finde es befremdlich, dass man sich auf eine Vollzeitstelle bewerben kann, um dann nach der Probezeit zu sagen: "Ha ha, reingelegt, ich will jetzt nur Teilzeit arbeiten." Dies war ja offenbar bisher möglich (das wusste ich gar nicht). Ich wäre auch dafür, das abzuschaffen, da es unfair gegenüber dem AG ist: weil man nämlich die Einstellungsvoraussetzungen (Vollzeitstelle) kannte und sich bewusst darauf beworben hat. Dass man bei Kindern oder auch pflegebedürftigen Eltern oder Krankheit in der Familie etc. in Teilzeit gehen darf, finde ich dagegen selbstverständlich, und dies soll ja auch so bleiben. LG
Ich glaube, was mir so gegen den Strich geht, ist die Bezeichnung "Lifestyle Teilzeit". Durch die Bezeichnung fühlt es sich für mich so an, als ob meine "Lebensleistung" nichts wert wäre, weil ich Teilzeit arbeite, obwohl ich vom "Betreuungsbedarf" her nicht mehr Teilzeit arbeiten müsste. An einer Familie, gerade einer größeren Familie, hängt doch auch viel "Care-Arbeit", das habe ich gemacht und mache ich immer noch. Und die Mehrfach-Belastung über Jahrzehnte hat mich erschöpft, ich will jetzt nicht auf Vollzeit umsteigen, wenn mein Jüngster in ein paar Jahren mit der Schule fertig sein wird. Irgendwie scheint es selbstverständlich, dass Frauen die Familienarbeit machen, aber wenn sie dann langfristig nicht Vollzeit arbeiten (wollen), werden sie als "faul" angesehen, und dann ist es privater "Lifestyle", nur Teilzeit zu arbeiten. Ich fühle mich durch den Begriff"Lifestyle" abgewertet. Klar, mein Problem, nicht das von Merz oder der Wirtschaftsunion. Aber eigentlich doch blöd von denen, weil sie damit ganz vielen Leuten wie mir ohne Not auf die Füße treten...
Ja Leena, da kann ich dich schon verstehen. So ein "bisschen" Haushalt macht sich nicht von alleine, auch wenn alle Mitglieder volljährig sind und keine Betreuung mehr brauchen. Wahrscheinlich ist das Ganze eh nur ein völlig unnötiger Sturm im Wasserglas, weil mächtige CDU und CSU-Politiker, wie z. B. der bayerische Ministerpräsident und der Innenminister, schon abgewunken haben. Von SPD-Politikern will ich erst gar nicht reden, bei denen ist eh klar, dass die das nicht wollen. So wie es aussieht, hat die Koalition keine Mehrheit für die Abschaffung des Rechtsanspruches auf Teilzeit. Das ist das, was mich aufregt, die richten da einen richtig großen Schaden an mit ihren völlig unausgegorenen Ideen. Off topics: Mit den Fahrschulen ist es das Gleiche. Die haben jetzt massive Anmeldungseinbrüche und niemand weiß, wie der Führerschein wirklich billiger werden soll. Aber der Verkehrsminister hatte eine tolle Idee. Wieso überlegt man sich denn das nicht vorher?
Bei der "Lifestyle-Teilzeit" hat sich unser Bundeskanzler genauso unglücklich ausgedrückt wie beim "Stadtbild". Man weiß, was er eigentlich meint, aber er hat es ungeschickt gesagt. Reflektierte Sprache ist nicht so seine Stärke. Ich bin bei Kevome: Der Teilzeitanspruch soll in Fällen von Kindererziehung und Pflege erhalten bleiben, in allen anderen Fällen ist eine Stundenreduzierung einvernehmlich zwischen AG und AN zu vereinbaren, der AG kann sie verweigern. Passt das dem AN nicht, muss er sich halt anderweitig umsehen. Finde ich absolut fair.
"Bei der "Lifestyle-Teilzeit" hat sich unser Bundeskanzler genauso unglücklich ausgedrückt..." Naja, der Ausdruck kommt ja vom Wirtschaftflügel der CDU. Die Herren (wieviel Damen sind da denn so drin?) denken wohl nach wie vor, dass wir Damen einfach nur faul sind und sich das bisschen Haushalt, Kinder, Pflege und oder die eigene Krankheit nebenbei zu wuppen ist. Passt doch zu Herrn Würth. Er geht noch mit 90 Jahren ins Büro. Mich würde mal interessieren ob der seine Unterhosen selber wäscht? Und nicht zu vergessen die faule junge Generation. Ich fasse mal zusammen. Wir sind alles faule Säcke und Säckinnen. Da hilft nur mehr arbeiten und natürlich länger. Mich dünkt, dass die Politiker und Politikerinnen null Ahnung vom Leben ihrer Wählenden haben. Auf YouTube gibt es eine schöne Anlayse von Herrn Fratzscher zum Vorwurf der Lifestyle-Teilzeit.
Da muss ich sagen, sind aber vieel Frauen selbst dran schuld. Tretet halt dei Männer in den Arsch und nehmt die in die Pflicht auch was im Haushalt zu machen. Jammern die machen nichts, gleichzeitig aber nicht wirklich einfordern, da ist eben nicht wirklich ernst zu nehmen. da macht sich Frau selbst mit lächerlich.
Stammt der Ausdruck vom Bundeskanzler selbst? Ich dachte, das Papier, das die Mittelstands- und Wirtschaftsunion vorgelegt hat, wäre so überschrieben. Jedenfalls hat sich gerade eben in der Straßenbahn eine Gruppe von jüngeren Frauen, die vom Alter her Kita- oder Grundschulkinder haben dürften, genau über diese Ausdrucksweise unheimlich aufgeregt, weil es so klingt, als würde seine Exzellenz Fürst Friedrich seine Untertanen mal wieder verbal niedermachen.
"Da muss ich sagen, sind aber vieel Frauen selbst dran schuld. Tretet halt dei Männer in den Arsch..." Ist doch vollkommen egal ob Mann oder Frau.
Ja und nein. es sind nun mal überweiegend Frauen in TZ und es sind die selben Frauen welche sich darüber auslasten, das sie eben noch neben Arbeit auch Kinder und Haushalt machen. Weil Mann ja in Vollzeit. Also finde den Fehler. Ist ähnlich wie die Diskussion Frauen MÜSSEN EZ nehmen, weil sie ja deutlich weniger verdienen, weil Männer nicht stillen können (und dann gibt Frau die Flasche), weil Frau ja nur Steuerklasse 5 hat, Frau muss immer Kinderkrank nehmen usw. Alles selbst gewählte Sachen. Den alles kann man - wenn man denn dann wirklich will und entsprechend sich drum bemüht - eben ändern. Niemand muss,. jeder kann.
"Passt doch zu Herrn Würth. Er geht noch mit 90 Jahren ins Büro. Mich würde mal interessieren ob der seine Unterhosen selber wäscht?" Herr Würth gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Der macht schon sehr lange gar nichts mehr selbst, worauf er keine Lust hat und geht mit 90 noch in die Firma, weil die sein Lebenswerk und sein Baby ist. Den ganzen Tag auf einer Yacht herumzuliegen oder Extremshopping zu betreiben, wäre ihm sicher auch zu stillos.
Die Abschaffung dieses Teilzeit-Anspruchs ist für mich gar nicht der Aufreger bei dem Thema. Praktisch finden die Arbeitgeber sowieso jetzt schon Mittel und Wege, um den unerwünschten Teilzeitarbeitnehmern die Arbeit so unangenehm zu machen, dass die freiwillig gehen. Der Aufreger ist für mich, dass dieser Bundes-Sklaventreiber da oben mal wieder meint, Menschen beschimpfen zu dürfen, die einfach nur irgendwie versuchen, zu überleben. Genau wie die "Blaumacher" mit der telefonischen Krankschreibung, allgemein die ganzen "faulen Arbeitnehmer, die zu wenig Bock auf Arbeit haben" und die "Massen" von Arbeitslosen, die sich weigern, mit dem Arbeitsamt zusammen zu arbeiten. Die Leute, die Teilzeit arbeiten ohne kleinere Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu haben, haben, in der Regel, andere Gründe dafür, als dass sie nachmittags auf den Golfplatz oder ins Cafe gehen wollen. Alle von diesen angeblichen "Lifestyle-Teilzeitlern" ohne kleine Kinder oder pflegebedürftige Angehörigen, die ich kenne, machen das, weil ihr Job sie so kaputt gemacht hat, dass sie mit 50 aufwärts keine Vollzeit mehr schaffen. Viele Jobs sind Knochenmühlen bzw. die Arbeitgeber streichen massenhaft Stellen, so dass viele Arbeitnehmer heute den Job von 1,5 bis 2 Mitarbeitern machen. Neben den körperlich fordernden Handwerksberufen, machen auch Pflegeberufe mit Schichtdienst und die extrem stressigen Berufe des Lehrers und der Erzieherin die Leute in Vollzeit auf Dauer krank. Und auch nicht wenige Bürojobs, bei denen heutzutage ein Druck gemacht wird, als ginge es nicht um irgendwelchen Kram, der drei Wochen später auch noch reicht, sondern um Menschenleben, machen Vollzeit krank. Nicht umsonst gehen die Burnout-Raten in den Bürojobs durch die Decke. Außerdem gibt es kaum jemanden über 40, der im Büro arbeitet und keine mehr oder weniger massiven Rückenprobleme hat. Wir Frauen haben ja ca. ab Mitte 40 auch noch "Späßchen" mit den Wechseljahren. Wegen Wechseljahresbeschwerden kündigen viele Frauen ihren Job oder reduzieren Stunden. Aber wir sollen halt mal aufhören zu heulen und weiter Vollzeit ran klotzen. Unser Bundeskanzler ist ja schließlich auch schon älter und heult nicht. Ich habe arbeite seit 2007 20 Stunden, erst wegen der Kinder, dann bin ich, trotz 20 Stunden in einem "leichten" Bürojob fast im Burnout gelandet. Jetzt, mit 50, arbeite ich 20 Stunden im Einzelhandel und schaffe schlicht nicht mehr, obwohl die Arbeit mir zum ersten mal in meinem Leben wirklich Spaß macht. Nachmittags kämpfe ich mich durch den 4-Personen-Haushalt mit Hund, Garten, Haus, Einkäufen, Organisieren und Durchführen von xy usw., damit mein Mann in Ruhe seinem Vollzeit-Job nachgehen kann. Nix mit Lifestyle-Tralala. Meine Belastbarkeit hat in den letzten Jahren leider stark nachgelassen, vermutlich aufgrund unerkanntem ADHS (ohne Diagnose mangels Fachärzten, aber mit Sohn mit Diagnose) im Zusammenspiel mit den Wechseljahren. In Vollzeit wäre es nur eine Frage von wenigen Monaten bis ich zusammen klappen würde. Das interessiert aber natürlich kein Schwein und schon gar nicht den Bundes-Sklaventreiber. Was die Rente angeht, muss man dafür durchgehend bis 67 Vollzeit arbeiten UND gut verdienen. Ansonsten gibt's sowieso nur den Basis-Betrag. Wer ein paar Jahre in Teilzeit oder arbeitslos war, muss schon einen super bezahlten Job an Land ziehen, um das auszugleiche. Zum Beispiel bei Black Rock... Ich hatte übrigens früher einen Job, wo ich in 20 Stunden so gut verdient habe, wie andere in 40. Teilzeit ist nicht gleich Teilzeit. Abgesehen davon, hat man von der Rente auch nichts mehr, wenn man sich mit dem Arbeitsleben die Gesundheit ruiniert und wahrscheinlich früher stirbt. (Aber klar, es passt der Bundesregierung natürlich bestens ins Konzept, wenn die Schergen da unten früher ins Gras beißen.) Mich macht die Arroganz von diesen Typen da oben gegenüber der arbeitenden Bevölkerung super sauer. Was bilden die sich eigentlich ein?! Wenn hier zu wenig gearbeitet wird, liegt das an den häufig stark verbesserungsbedürftigen Arbeitsbedingungen, an sinnfreien Abzügen, die Mehrarbeit nicht belohnen und an dem maroden, realitätsfernen System für die Betreuung pflegebedürftiger Personen und nicht daran, dass wir hier alle faule Mimosen sind. Man könnte übrigens eine Menge Geld sparen, wenn man die echten Probleme dieses Landes angehen würde, anstatt ständig Nebelkerzen zu werfen und verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen, lieber Herr Merz und Konsorten!
in meinen augen ist das gesetz tatsächlich überholt. wer heute tz arbeiten will, zumal als fachkraft, wird einen tz-job finden. aber es gibt ein großes aber: das gesetz komplett abzuschaffen gäbe ein ziemlich blödes signal, gerade vor den wahlen. sehr dumme idee. es durch ein "100-ausnahmen-gesetz" zu ersetzen ist aber auch keine gute idee. wie weise ich das recht auf tz nach? kinder bis welches alter? pflege ab welchem pflegegrad? gesundheitliche voraussetzungen beim an selber? das gibt ein gesetzmonster und erzeugt in folge massen an neuen anträgen auf pflegegrad, gdb, besonderen bedarf beim kind, whatever.... und dann wird jedes detail durch alle instanzen geklagt. reicht es wenn z.b. beim kind eine behinderung nach §34 droht, oder muss sie schon eingetreten sein? ist der gdb beim bürojob anders zu bewerten als in der produktion? das gibt erst ein hickhack ohne ende bei der ausarbeitung in der koalition und dann ein gesetz das erst durch endlose gerichtsurteile definiert werden muss. why???? einerseits will man bürokratie abbauen, und dann bastelt man ein bürokratiemonster? will die connemann wirklich noch jemanden bei hr einstellen der die anträge prüft und das notfalls dann auch durch alle instanzen des arbeitsgerichts trägt? ich beschäftige übrigens fast nur tz-kräfte und kann daher sicher sagen: 2 halbtagskräfte sind produktiver als 1 ganztagskraft. dazu gibt es auch studien die das belegen. ab der 4. stunde sinkt die produktivität messbar. just saying....
Ei, sieh an: Die CDU Baden-Württemberg bietet im Parlament gerade eine Lifestyle-Stelle an. Mag sich eine der Damen im Stuttgarter Großraum bewerben, um den Rest ihrer Lebenszeit sinnvoll auszufüllen?
Ich denke, dass die Politiker:innen es nicht mehr schaffen, mit den Wählenden Politik zu gestalten. Da muss man sich letzten Endes nicht wundern, dass viele Wählende zur vermeintlichen Alternative abwandern. Ich fühle mich schon seit ein paar Jahren nicht mehr mitgenommen. Von keiner der Partein, auch wenn Herr Gysi meint, dass es ja immer so sei, das nicht alles passt. Aber selbst wenn mir das natürlich bewusst ist, verspüre ich ein starkes Gefühl, dass keine Partei mehr wählbar ist und jede Partei ihren eigenen Klüngel auslebt. Ich darf in Kürze wählen und frage mich - wen? Mich hindert mein Gewissen und mein Verstand es nicht allen zeigen zu wollen, aber wer bleibt noch wählbar? Keine einzige Partei nimmt mich noch mit.
Genau dieses Problem habe ich auch, und Jana hat das oben auch schon geschrieben. Schwarz, Rot und Grün haben in den letzten Jahrzehnten so Vieles versaut, dass sie eigentlich nicht mehr wählbar sind. Die Alternativen (AfD, Linke und BSW) sind für mich auch nicht wählbar, und dann bleibt nichts mehr übrig. Soll ich jetzt die Tierschutzpartei wählen, weil die wenigstens kein größeres Unheil anrichtet? Für mich wird mittlerweile jede Wahl zur Qual. Zuerst bestelle ich mir die Briefwahlunterlagen, schau sie an und lege sie wieder weg, weil ich keine Partei wählen will. Das mache ich dann mehrere Male. Ich gehe alle größeren Parteien durch und finde keine, die ich wählen könnte. Der Wahltermin kommt immer näher, und das Wahlrecht wurde erkämpft. Ich kann nicht einfach nicht wählen. Letztendlich muss ich dann einfach eine Partei ankreuzen, auch wenn ich die eigentlich nicht will, aber das Risiko nicht zu wählen, ist mir dann doch zu groß, weil die extremen Parteien ihre Wähler gut motivieren können und die AfD gefährlich hohe Zustimmung hat. Was ist nur aus unserem Wahlrecht geworden? Das kann es doch nicht sein!
"Was ist nur aus unserem Wahlrecht geworden? Das kann es doch nicht sein!" Das Wahlrecht hat sich ja nicht verändert, die Informationsdichte über Verfehlungen, Kommunikationspannen und Hinterzimmerdeals in der Politik ist nur viel größer geworden. Früher musste frau als Wähler viel mehr darauf vertrauen, dass die Vortänzer in Bonn und später Berlin ihre Sache schon irgendwie zum Wohle Deutschlands gut genug machen, und es gab viel weniger mediales Geschrei online und offline von allen Seiten. Auch deshalb ist es für Schwarz, Rot und Grün so schwierig geworden, stabile Mehrheiten und regierungsfähige Koalitionen zu bilden. Bei den Wahlen 2021 haben im Rückblick relativ geringe Verfehlungen von Armin Laschet und Annalena Baerbock dazu geführt, dass Olaf Scholz, die wandelnde Aktentasche der SPD mit CumEx-Gedächtnislücken, plötzlich zum Hoffnungsträger wurde. Diese Hoffnungen erfüllt hat er dann leider nicht - wessen Schuld das letztendlich war, darüber gibt es wieder Geschrei von allen Seiten. Vielleicht hat sich die aktuelle unionsgeführte Regierung auch deshalb das Werfen von Nebelkerzen für das gemeine Volk und die Intransparenz in Bezug auf ihre Interessensverflechtungen zum Programm gemacht? Die Hinterzimmerkungelei erreicht da jedenfalls ganz neue Dimensionen.
"...und jede Partei ihren eigenen Klüngel auslebt." Na ja, "Klüngel" ist natürlich auch das Wesen von Politik. Ohne Mentoren, einflussreiche Fürsprecher, Förderung durch parteinahe Stiftungen oder Networking-Events schafft es kein Politiker an die Spitze. Je nach Partei muss man da auch regelmäßig auf Netzwerktreffen von Investoren und Lobbyvertretern auftauchen. Das aktuelle Bundeskabinett der Union ist ja das beste Beispiel für den Drehtüreffekt. Trotzdem ist es als Wähler ja nicht egal, mit welchen Interessengruppen und Lobbyvertretern bevorzugt zusammengearbeitet wird. Nur wenn man sich damit genauer beschäftigt, kann man Muster erkennen, die problematischer sind als andere. Es wird zwar in diesem Forum von vielen nicht gern gelesen, aber bürgernahe Politik - es sei denn, man ist nicht nur Bürgerin, sondern auch Multimillionärin mit Schlosspark und privater Gerhard-Richter-Sammlung - ist grundsätzlich immer links der Mitte. Das ist kein Framing, sondern eine Tatsache. Und heißt auch nicht unbedingt, dass die CDU unwählbar wäre, die hat ja auch einen linken Flügel. Natürlich ist es mühsam, sich vor allem auf lokalpolitischer Ebene durchzuwursteln, wer für was steht, aber zum Glück gibt es ja Tools, die einem bei der Wahlentscheidung helfen und Transparenz bieten. Ich wäre ohne Real-o-mat und Abgeordnetenwatch letztes Jahr auch total überfordert gewesen in einer neuen Stadt. Aber ich glaube, es war auch Gregor Gysi (oder Ilko-Sascha Kowalczuk?), der gesagt hat: "Demokratie ist kein Zuschauersport". Und wenn man alle aktuell etablierten Politiker doof findet: Wer sagt denn, dass die Kleinstpartei, die einem vielleicht am meisten zusagt, definitiv keine Chance hat, Abgeordnete zu stellen? Bis zum Wahlabend ist das Ergebnis ja offen.
"Natürlich ist es mühsam, sich vor allem auf lokalpolitischer Ebene durchzuwursteln, wer für was steht, aber zum Glück gibt es ja Tools, die einem bei der Wahlentscheidung helfen und Transparenz bieten. " Eigentlich dachte ich bisher, dass die Politiker und Politikerinnen für das Volk arbeiten. Und das ich anhand ihrer Habdlungen sehe, wer passt besser für mich, wer weniger. Jetzt sind wir also schon so weit, dass ich eine Maschine fragen muss, die mir vielleicht das bisschen noch heraus filtert, was ich wählender finde und übrig blieb. Ich traue mir schon noch zu, so rein intellektuell, Politik einzuordnen. Ich will keine Maschine befragen, sondern erleben. Und das Erlebnis, das mitgenommen werden ist weg. Damit bin ich nicht alleine, denn aus reinem Sachverstand würde man nicht die A*D wählen. Wenn der Wählende sich nicht mehr mitgenommen fühlt, wählt er dich nicht mehr. Im realen Leben wäre man den Job los, in der Politik wählt man dann extrem.
Hallo ohne jetzt die anderen Antworten alle gelesen zu haben: ich kann auf der einen Seite die Sicht der Politiker verstehen, die der Meinung sind wer TZ arbeitet zahlt z.B. weniger in die Krankenkasse, holt aber wenn er krank ist die gleichen Leistungen raus wie der VZ Arbeiter.... Daher sollte - nach Meinung der Politiker - jeder der nicht aus Betreuungsgründen der Kinder o. Pflege von Angehörigen gar nicht die Möglichkeit hat VZ zu arbeiten, eben nicht in TZ sein... soweit die Theorie.... Allerdings wären wir z. B. als kleiner Arbeitgeber auch die Dummen wenn wir nur noch VZler hätten. Das darf man nicht vergessen. Mit TZ haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, habe z.B. lieber 2 TZ-Kräfte, die sich auch mal gegenseitig vertreten können o. die mal kurzfristig in der Hochsaison VZ arbeiten, dafür aber in der Nebensaison auch mal wieder weniger Std. arbeiten. Überstd. werden selbstverständlich bezahlt. Aber auf 40 Std. kämen sie eben nicht..... wie soll man das in der Praxis machen? Beide müssten dann nochmal 10-15 Wochenstd wo anders arbeiten.... Einer der beiden TZ-ler geht im Herbst in Rente, der andere möchte gerne dann auf 30 Wochenstd. aufstocken. Müssen wir ihn dann zwingen noch mehr zu machen???? Der bald-Rentner möchte gerne ein paar Wochenstd noch arbeiten o. auch mal Vertretung machen. Für uns wäre es so perfekt.... viele Grüße
Ich gibt es kein schwarz und kein weiß. Grundlos Teilzeit um dann mit was auch imemr aufzustocken finde ich nicht gut, wenn jemand aber mit dem Geld auskommt und später mit der Rente, wer soll ihn dazu denn zwingen ? Wir haben hier kene Arbeitspflicht, woher soll eine Vollarbeitspflicht denn herkommen ? In meinen Augen sollte das jeder entscheiden wie er möchte aber dann auch nicht nach Unterstützung rufen Was ich aber schon sehe ist dass die Ansprüche wenig Stunden zu arbeiten, dafür viel Geld zu kommen nicht den Wohlstand bietet der erwartet wird von Vielen. Abstriche zu machen bei Auto, Urlaub, Handy und was auch immer kommt schwer in Frage, wo soll das Geld dazu aber auch herkommen ?
Ich möchte auch auf keinen Fall mehr aufstocken. Ich werde dieses Jahr runden, und möchte die letzten Jahre meines Berufslebens ( hoffe , nur noch 3,5 Jahre ) nicht noch eine Vollzeitstelle anfangen. Aber...wie ich immer schon schrieb : Es sind die Lebensumstände. Eine Frau MUSS halt 8 Stunden arbeiten gehen, wenn sie alleinerziehend ist,... wenn der Partner nicht viel verdient... oder, oder, oder ... es gibt 1000 Gründe. Wenn es eine Partnerschaft hergibt, dass die Frau reduziert arbeiten kann, dann ist es doch für alle Beteiligten in Ordnung. Wer will mir dann sagen, das Konzept geht nicht auf ? Muss meine Nachbarin, die schon seit Jahr und Tag nicht mehr arbeitet ( Mann verdient sehr gut ), dann auch arbeiten gehen ? Wird sie dann gezwungen ? Was passiert mit solchen Frauen ? Ich verdiene als TZ - Kraft weniger, bekomme weniger Rente, und muss halt mit den Konsequenzen später leben lernen. Bin ich deshalb faul, weil ich schon mein Leben lang ( bis auf 5 Jahre ) gearbeitet habe ? Es wird mit zunehmenden Alter immer schwieriger... sich die Neuerungen alle zu merken, alles umzusetzen... aber irgendwie passt man sich an... Und was nützt es dir, wenn du dich bis 70 abrackerst, und mit 71 Jahren dann im Grab liegst ? Da hast du nichts mehr von der tollen Rente... und deiner Freizeit. Ich jedenfalls genieße meinen stressigen Halbtagsjob... solange ich kann...und es meine Lebensumstände hergeben. Wenn irgendetwas dazwischen gerät, muss ich mir sowieso neue Gedanken machen... Und : Nur mal so... meine Kolleginen, die noch VZ arbeiten, die beneiden uns Halbtagskräfte... die würden auch gerne... können aber aus diversen Gründen nicht... das sollten sich auch einige Frauen mal klarmachen, die schreien, dass wir HZ-Kräfte unbedingt VZ arbeiten sollten.
Mir gehts vom Umfeld her andersrum, ich werde oft gefragt warum ich nur 20 Stunden arbeite und ob ich nicht mich langweile die restliche Zeit, man hätte imemr voll gearbeitet , auch gleich nach den Kindern. Liegt sicher eher wie man aufwuchs und was man gewohnt ist. Wobei mir das aber eh wurstegal sein kann, mein Leben, meine Entscheidung. Ich habe noch 8 lange Jahre, vom Geld ausgehen sollte ich dringend aufstocken und mich wegbewerben, aber das würde mich alles andere als glücklich machen. Und Geld ist nicht alles.... ABER: Wir suchen seit Jahren einen der sich meine Stelle mit mir teilt, niemals will halbtags arbeiten
hier auch wie bei Ellert.....LG
Echt merkwürdig... Ich kenne viele Frauen, die nur in TZ gehen. Vielleicht ist das von der Region und Bundesland abhängig ??? K. A.... Ich finde, jeder sollte sein Leben so leben, wie er es für richtig hält- und wie er glücklich damit ist. Ob VZ oder HZ-Kraft 😄
ja, so hat jeder seine ganz eigenen Erfahrungen. Daher kann man ja auch nie davon ausgehen, was bei einem im Umfeld normal und gängig ist, dass das überall dann auch ganz genauso ist.....Ich liebe meine Arbeit und bin bei 38 Stunden gut ausgefüllt und sehr zufrieden so.....Ja, jeder sollte das so machen, wie es am besten passt.... LG maxikid
In meinem freundeskreis und meinem alter arbeiten alle unverheirateten damen vollzeit und das auch schon seit einigen jahren. Nur zu zweit kann man in der rente in d gut rumkommen. Oder man hat haus und grund geerbt. Lieber trage ich aber dazu bei, dass ein tz-arbeitender, dem der zweite mensch abhanden gekommen ist, in der altersarmut unterstützt wird, als die, die nie etwas beigetragen haben. Diese ganze sinnlose debatte lenkt nur ab. Schwachsinn.
leider kann man nie verhindern dass vom System Leute profitieren die nie dazu beigetragen haben...
Nein, kann man nicht, aber wenig ist auch mehr als nichts. Das verrutscht grad alles.
"Diese ganze sinnlose debatte lenkt nur ab." Dem würde ich mich anschließen. Ist halt die Frage, wovon. Eventuell ist das Ding sowieso schon fast in trockenen Tüchern, und durch das Streichen des Aufregerbegriffs (selbst meine verstorbene, fast 90jährige Schwiegermutter hätte kapiert, dass "Lifestyle" ein Synonym für "faul und verwöhnt" ist) ebbt die mediale Erregung wieder ab, und der Gesetzentwurf geht genauso durch die Abstimmung. Unabhängig davon, wie sinnvoll er ist.
Es wird kaum was ausmachen und ist nichts anderes als Kosmetik. Es geht ja nicht darum TZ abzuschaffen, nur den Rechtsanspruch, wenn keine besonderen Gründe vorliegen. Darauf kann man getrost verzichten. In Kleinbetrieben gibt es diesen Anspruch sowieso nicht, da juckt es auch keinen.
Niemand muss sich für sein bevorzugtes Lebens- und Arbeitskonzept - soweit alle Umstände dieses überhaupt und immer zulassen - entschuldigen und gar über ständig neue hingehaltene Stöckchen springen, nur weil ein überforderter und ratloser Kanzler (dito Spahn, Reiche, etcetcetc.), dem es u.a. vor den ausstehenden Wahlen graut, eine ablenkende Scheindebatte nach der anderen vom Zaun bricht. Cui bono ist auch hier die Frage.
Es wirft eben jeder seine Ideen in den Ring wie sich die Situation ggf verbessern lassen könnte siehe auch Söder mit der Stunde längeren Wochenarbeitszeit etc. Über manches kann man wirklich nicht mal mehr den Kopf schütteln wie der Idee den Zahnarzt selbst zahlen zu müssen. Ich frage mich ob wir Bürger denn alle glauben wie bisher ginge es problemlos weiter, sprich dass keiner flächendeckend wird Abstriche machen müssen um das System am Laufen zu halten. Aber ob es die Welt rettet nun einen Feiertag abzuschaffen ? Dazu braucht es mehr als doofe Sprüche oder Ideen, da müssten alle Parteien ernstaft an einen Tisch sitzen und Lösungengemeinsam finden und dann auch durchsetzen ohne Angst um Wählerstimmen. Und das klappt nirgendwo ....
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