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Was spricht für die gesetzliche Quotenregelung Frauen in Führungspersonen?

Was spricht für die gesetzliche Quotenregelung Frauen in Führungspersonen?

Mitglied inaktiv

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Und was dagegen? Ich brauch für heute Abend noch ein bisschen Input. Und ich hoffe, das ich hie rnoch ein paar Gedankenanregungen bekomme, die mir noch nicht in den Sinn gekommen sind. Also bitte nicht, ob IHR dafür oder dagegen seid, sondern welche Argumente es gibt. Danke


Tippel33

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Welche sind DIR denn bereits in den Sinn gekommen?


shinead

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Einziges Argument dagegen ist m.E., dass nur aufgrund der Leistung bzw. des Können des Einzelnen entschieden werden sollte, ob er für eine Führungsposition geeignet ist, oder nicht. Allerdings sprechen die Zahlen jetzt dagegen, dass so entschieden wird. Ich gehe nämlich davon aus, dass viel mehr Frauen die entsprechenden Qualifikationen haben als derzeit in entsprechenden Positionen vertreten sind.


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Antwort auf Beitrag von shinead

Hier hatte ich vorhin eigentlich schon mal etwas hingeschrieben. Was gegen einer Quote sprechen könnte, wäre, das es eine Quote wäre. Also durch eine Regulierung von Außen (Quote) hat die Inhaberin der Frührungsposition vielleicht eher nur das Ansehen, als das sie nur wegen der Quote auf dem Stuhl sitzt. Also es wird nicht auf Grund ihrer Leistung entschieden, sondern weil sie eine Frau ist. Deshalb muss sie sich immer weider beweisen (und anderen auch), das sie trotz der Position "Quotenfrau" es schafft. Versteht ihr, wie ich das meine? Grüße


KlaraElfer

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Hab nur zwei Contraargumente. Zum Einen hat das Aufoktruieren einer Frauenquote nichts mit der Einsicht zu tun dass auch Frauen Führung können. Die Quote muss erfüllt werden, führt aber nicht zwingend zum Umdenken in den Köpfen. Zum Anderen gewährleistet das Erfüllen einer Quote nicht mehr, das der Geeignetste den Job macht. Ich zumindest würde lieber wegen meiner Eignung denn wegen meiner Brüste eingestellt werden.


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...dass die Männer der Führungsetage gerne unter sich bleiben wollen, weil es nach offiziellen Anlässen oft noch weitergeht und dann Frauen stören


Leena

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Für die Frauenquote spricht: Dass man es sich nicht leisten kann, Humankapital nicht zu nutzen bzw. nicht voll auszuschöpfen, nur weil es weiblich ist. Durch die Einführung einer sanktionsbewehrten Frauenquote von 40% in Norwegen vor rund 10 Jahren konnte die Frauenquote in Verwaltungsräten von vorher 7 auf nunmehr 39% erhöht werden, ohne dass ein "negativen Effekt auf das Unternehmensresult" der Firmen festgestellt werden konnte. Viele Entscheidungsträger sind Männer, die sich gar nicht vorstellen können, dass Frauen auch solche 'Jobs' gut machen können - von sich aus würden sie es also nie mit einer Frau versuchen, also muss man sie durch staatliche Instrumente quasi 'zu ihrem Glück zwingen', damit Frauen tatsächlich auch mal eine Chance bekommen, sich zu beweisen. Es gibt kein echtes Argument, warum über 50% der deutschen Bevölkerung Frauen sind - aber nur 3% der echten 'Spitzenjobs' (Stand 2000, etwa - soweit ich mich grob erinnere) von Frauen besetzt sind. Frauen sind nicht per se 'schlechter' als Männer, es gibt keinen Grund, warum sie faktisch schlechter gestellt sind. Gleichberechtigung endet nicht mit der Geburt des ersten Kindes. ;-) Gegen die Frauenquote spricht: Zu große Eingriffe der Politik in die freien Märkte führen zu einer Wettbewerbsverzerrung, zu Verschiebungen, Schieflagen etc., und zu fehlender Akzeptanz, vielmehr zu Widerspruch/-stand. Niemand möchte statt einem guten, fähigen Mann eine unfähige Frau einstellen müssen, nur weil sie eine Frau ist. Frauen sind nicht automatisch genauso 'fähig' wie Männer, Frauen haben ihre spezifischen Stärken oft in anderen Bereichen als Männer, und es ist unnatürlich, wenn Frauen schon ihre kleinen Kinder 'weggeben', um Karriere zu machen. Leider sollten 5 Frauen zu Hause bleiben, statt eine Tagesmutter für ihre Kinder zu beschäftigen, und nicht Männern die Arbeitsplätze wegnehmen, wir haben so viele Arbeitslose, da ist dieses unbedingte 'Frauen wieder in den Beruf' volkswirtschaftlicher Unsinn. Beruf und Familie ist sowieso nicht wirklich vereinbar, zumindest nicht für Frauen, bzw. das geht zu Lasten der Familien, insbesondere der Kinder. Ob dass jetzt aber "echte" Argumente sind, d.h. wie empirisch belastbar solche Behauptungen sind, wage ich allerdings zu bezweifeln. ;-)


Nikas

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Antwort auf Beitrag von Leena

D hat so eine miese Frauenquote in Vorständen, die nicht mal an die teppichkante reicht. und willst Du nicht, so zwing ich Dich mit Gewalt. ja.


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Leider ist mein Internet zur Zeit wackelig. Danke erst einmal, ich weiß nicht, wie lange die Verbindung hält


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Antwort auf Beitrag von Leena

Was jetzt noch ein Contra-Argument wäre: Instrumentalisierung der Frau (Mutter) durch wenige Feministinnen. Wollen Frauen überhaupt in die Führungsebene oder wollen das nur ein paar Frauen und argumentieren so laut und all den anderen Frauen über den Mund? Pro: Von Frauen geführte Unternehmen sind besser durch die Finanzkrise gekommen. (??) Ich hatte da mal was von "gehört" Danke


Petra28

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Zu von Frauen geführten Unternehmen kann ich nichts sagen, aber ich weiß von Studien, die nachgewiesen haben, dass Frauen im Durchschnitt besser Geld anlegen können. (Also auf Dauer eine höhere Rendite erreichen.) Trotzdem findest zu auf Zusammenkünften von Börseninteressierten (ganz gleich ob Laie oder Profi) mehrheitlich Männer. Hier liegen also Können und Wollen klar auseinander. Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei "Spitzenjobs" ebenso ist.


lastunicorn

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Antwort auf Beitrag von Leena

bezüglich berufstätiger Mütter. In Deutschland gibt es zu dem immer noch große Defizite in der Kinderbetreuungssituation, was sich bspw. durch Randzeitenbetreuung im nichtgroßstädtischen Bereich festmachen lässt. Es ist verdammt schwer, solche Möglichkeiten zu schaffen, weil es schlicht politisch nicht gewollt ist. Ich kenne da eine Chefin, die selber kinderloser Single ist und nur für Macht und Anerkennung im Beruf lebt. Sie hat ganz klar gesagt, dass sie es überhaupt nicht befürwortet, dass Mütter mit kleinen Kindern arbeiten und sie lässt ihre Mitarbeiterinnen diese Einstellung oft genug spüren. Dass die Dame jetzt noch im Kirchenvorstand ist und was sie dort vertritt, macht das Bild völlig rund: konservativer und reaktionärer geht's kaum. Aber nach außen hin ist sie bei der Überreichung eines Siegels für familienfreundliche Betriebe breit grinsend in der Lokalzeitung abgelichtet. Wie fadenscheinig das ist, wissen aber ihre Mitarbeiterinnen. Ich kenne nicht eine Mutter von kleineren Kindern bei uns in der ländlichen Gegend, die nicht empfindliche Defizite bezüglich ihrer Akzeptanz am Arbeitsplatz einstecken musste. Natürlich haben Eltern von Kindern unter 12 - im ÖD sogar unter 18 - Jahren das Recht ihre Arbeitsstunden zu reduzieren ohne einen neuen Vertrag unterschreiben zu müssen... ABER: ein Recht auf Beförderung haben sie dadurch eben nicht gesetzlich zugesichert bekommen. Wundert es denn, dass kaum Väter von dem Recht auf Stundenreduzierung Gebrauch machen? Noch haben sie ja den Ruf, dass sie durch Familie keine Abstriche machen müssen. Für Mütter gilt es immer noch als "unmöglich", die armen Kinderlein durch ihre eigenen beruflichen Ambitionen zu "vernachlässigen"... zumindest in der Provinz. Paradoxerweise haben scheinbar viele Arbeitgeber noch nicht realisiert, dass sie langsam aber allmählich immer mehr darauf angewiesen sind, entgegen ihrer moralischen Einstellung auch qualifizierte Mütter außerhalb der Schreibstuben zu beschäftigen. Erst, wenn die Erkenntnis, dass Frauen durch ihre Mutterschaft und ihre Bereitschaft Familie und Beruf zu vereinbaren nicht gesellschaftlich unerwünscht handeln, in den Köpfen angekommen ist, würde auch eine Quote nützen... aber dann braucht es diese nicht mehr. Kurz: bei uns würde eine Quote nur Augenwischerei bedeuten, denn die Frauen, welche sich bis nach oben auf den Chefsessel durchboxen, sind zwar für den Arbeitsmarkt präsent, gehen aber oft dem "Genpool" verloren, sprich: sie reproduzieren sich nicht... immer noch. Es wird in Deutschland sicherlich noch ein oder zwei Generationenwechsel in der Gesellschaft dauern, bis die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen tatsächlich in den Köpfen und nicht nur auf dem Papier angekommen ist. Solange würde eine Quote nur bewirken, dass sie sich entweder für die Karriere oder die Familie entscheiden müssten.


Leena

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Antwort auf Beitrag von lastunicorn

...ich gebe Dir völlig recht, dass die Akzeptanz gegenüber berufstätigen Müttern, insbesondere Müttern mit kleinen Kindern, ein ganz wesentlicher Punkt ist, an dem man gesellschaftspolitisch ansetzen muss. Ob die Aussage, dass es "schlicht politisch nicht gewollt" sei, z.B. die Kinderbetreuungssituation in der Randzeitenbetreuung im nichtgroßstädtischen Bereich zu verbessern, stimmt - weiß ich aber nicht. Okay, Großstadt ist ab 100.000 Einwohnern... Ich arbeite in einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern (sie 'Großstadt' zu nennen, tue ich mich allerdings schwer *grins*), in der die Situation eher anders herum ist: Es gibt -zig Betreuungsangebote, insbesondere mehrerer Organisationen, die für Schichtarbeiter komplette 24h-Kinderbetreuung (für oft weniger als 5 Euro/Std.) anbieten, teilweise in Kooperationen mit Firmen mit Schichtarbeit, Nachtarbeit, mit Polizei und Justiz etc., aber - die Nachfrage bleibt aus, die Eltern WOLLEN das nicht?!? Die Väter finden, ein Kind bis 3 Jahren (mind.) gehört NUR zur Mutter, und die Mütter wollen ihren Kindern unbedingt eine GUTE Mutter sein... Dieser "typisch deutsche Mutterkult" ist meines Erachtens jedenfalls massiv Teil des Problems, und genau da muss man sicherlich ansetzen. Ich bin mir aber nicht sicher, wie man da effektiv ansetzen kann - genauso, wie ich mir auch nicht sicher bin, ob bei Einführung einer echten Frauenquote (und keiner biegsamen Flexi-Quote, Frau Schröder sei Dank) es nicht vielleicht auch da im gesellschaftlichen Bewusstsein zu Bewegungen käme. Ich kenne übrigens auch "nicht eine Mutter von kleineren Kindern" bei uns in besagte 'Großstadt', die nicht 'empfindliche Defizite bezüglich ihrer Akzeptanz am Arbeitsplatz einstecken musste'. Bei Alleinerziehenden wird es ja noch "toleriert", da sie ja "arbeiten müssen", um nicht von Sozialleistungen zu leben, aber zu arbeiten, weil man arbeiten will, während die armen kleinen Kinder fremdbetreut werden müssen... furchtbar! (Wobei zumindest in unserem Bereich des öD mangelnde Beförderung bei Müttern kein Thema ist - es wird halt bewilligt, z.B. 20 Leute zu befördern, und da Mütter oft Teilzeit arbeiten, kostet die Beförderung von 20 TZ-Kräften den Landeshaushalt schlicht weniger als die Beförderung von 20 VZ-Beschäftigten. Vielleicht nicht gerade der Grund, aus dem man befördert werden will... aber immerhin, es ist nicht aussichtslos...)


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Gestern war also diese Podiumsdiskussion, ich war da aber nur als "Gast". Das Thema Kinderbetreuung kam natürlich auch schnell auf, obwohl es um die Quotenregelung in den DAX-Vorständen ging. Und irgendwann kam die Frage, wieso eigentlich bei Karrierewünschen von Frauen immer die Kinderbetreuung angesprochen wird und es bei Männern anscheinend auch ohne diese Fragestellung geht. Das ist sicher ein a-ha-Punkt. Auch hier, es sind berufstätige Mütter, die sich den Stress machen müssen (???), die Kinderbetreuung zu regeln. Nicht die Väter! (Ausnahmen jetzt mal außen vor) Ich hatte zum Schluss noch das Pro-Argument gebracht, das es volkswirtschaftlich einen Nutzen hat, da die DAX-Unternehmen mit Frauen in den Vorständen besser aus der letzten Krise gekommen sind. Leider hatte ich keine Zahlen dabei (ich war ja nur als Zuschauer da, nicht auf dem Podium, also möge man mir das verzeihen ;-)). Es wurde gleich von einen jungen Mann im Anzug, einer der wenigen Männder gestern, bestättigt. Nun ja, aber die Grundrichtung ging in der Diskussion in die Kinderbetreuung. Was aber auch bejahrt wurde, war meine These, das meine Generation (um die 40), sich nicht so kämpferisch zeigt, um eine wirkliche Gleichberechtigung einzufordern. Die älteren Frauen sind noch da (ü55), zumindest bei uns in der Region und mit da mein ich in der Politik, in der "Karriere", unterwegs halt, um die Welt mit zu gestalten. Aber meine Generation ist irgendwie zu "faul". Lange Gedanken, etwas wirr, ich würde lieber mit einigen von Euch Aug in Aug diskutieren wollen ;-) Grüße


like

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müsste man die Komponente "mit Kind" mit reinbringen. Ansonsten seh ich heutzutage keinen arg großen Unterschied mehr zwischen Frauen (ohne Kind) und Mänern ( leider mit ODER ohne Kind).


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da hast Du recht. Vor den Kindern fühlte ich mich so etwas von gleichberechtigt (und fragte mich, weshalb es eine Gleichstellungsbeauftragte überhaupt geben muss). JETZT sieht es ziemlich anders aus. Aber da liegen ja auch schon ein paar Jährchen Lebenserfahrung dazwischen, das darf man auch nicht vergesen. Als junge unabhängige Frau habe ich gedacht, ich kann alles errreichen, wenn ich nur will. Auch Danke


carla72

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Für die Quote spricht noch: - dass sich in den letzten 10 Jahren ohne sie fast nichts geändert hat, allen Beteuerungen zum Trotz; - dass sich ohne einen gewissen Frauenanteil in Führung die Kultur in Unternehmen nicht ändert, die dafür erforderlich ist, dass generell mehr Frauen dort Karriere machen können. LG, carla


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bin auch der Meinung, dass man auf Grund seiner Qualifikation eingestellt werden muss und sonst auch keinem anderen Grund. (bei uns damals in der Hochschule wurde eine ganz schreckliche Professorin eingestellt, obwohl der männliche Bewerber super gewesen wäre, weil die Quote es gefordert hatte...) ANDERERSEITS - wie sollen wir Frauen denn zeigen können, was in uns steckt, wenn wir bei Bewerbungen immer erst einmal hinten anstehen? Diese Diskussion ist schon uralt. Und ich kann mich sehr gut an ein Gespräch mit einem schwarzen Amerikaner zu diesem Thema erinnern. Das war vor ca 20 Jahren und ich war damals vehement gegen die Frauenquote. Er meinte dann zu mir, dass er mich zwar verstehen könne, aber dass sie früher dieses Problem in USA ja mit der dunkelhäutigen Bevölkerung hatten. Und wenn damals nicht die Quote eingeführt worden wäre, hätten die Schwarzen nie und nimmer die Chance bekommen. Heutzutage interessiert es doch wahrlich auch in USA niemanden mehr, welche Hautfarbe der Chef hat. Weil es dank der Quotenregelung überhaupt so weit kommen konnte. Ich denke eben so, dass irgendwann sich keiner mehr Gedanken darüber macht, ob Männlein oder Weiblein sich bewirbt. Da gehts nur noch um die Qualifikation. Wir Deutsche sind da eh ziemlich hintendran. In USA, in den skandinavischen Ländern, im Osten - nirgendwo wird sich Gedanken um das geschlecht gemacht. Nur in Deutschland. Ok, es gibt natürlich noch hinterwäldlerischere Nationen, aber mit denen möchte ihc uns nun gar nicht vergleichen müssen...