Mitglied inaktiv
Ich klicke mich hier durch die Live-Ticker, weil das Kind den Fernseher besetzt hält ("Star Wars - The Clone Wars" - ich steig da sowieso nicht durch, ich verwechsle immer die Guten und die Bösen, so ohne Darth Vader). In irgendeinem der Ticker, durch die ich mich so klicke, stand was vom Rücktritt Mubaraks. Aber jetzt hat er einen Vize ernannt - also war das wohl eine Falschmeldung. Oder? Ach ja, die Guten und die Bösen, fast wie im richtigen Leben....
ja, ausgerechnet den geheimdienstchef... ![]()
Oder daß das falsch geschrieben wurde. Ich finde die Meldung auch nicht mehr. Jetzt greift es auf Jordanien, Libanon und Jemen über, scheinbar. Ein Flächenbrand. Das wird noch lustig werden.....
Hi, ich habe zwar zu wenig Ahnung von den tatsächlichen Verhältnissen, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass nur die Wahl zwischen Demokratie und Ismamismus vom Übelsten sein wird. Hoffentlich schlägt das Pendel zum 21. Jahrhundert und der Aufklärung hin aus. LG Fiammetta
irgendwie drängt sich der verdacht auf, dass diese geschichten auch als "verschlimmbesserung" ausgehen könnten.
das ist auch meine Sorge, das es nur noch entweder oder oder gibt.
hab da mal was kopiert Nach dem Beginn der Unruhen in Tunesien fürchten Diktatoren in der arabischen Welt um ihre Macht. "Der Begriff Flächenbrand wäre etwas zu hoch gegriffen, doch auf jeden Fall ist der Effekt in der ganzen arabischen Welt zu spüren", sagte Professor Henner Fürtig, Direktor des GIGA Instituts für Nahost-Studien, "Welt Kompakt". "Das heißt nun aber nicht, dass es in jedem einzelnen Land von Mauretanien bis Irak zu Unruhen kommen muss", betont Fürtig, "aber gerade die Regime, die am meisten zu fürchten haben, nämlich die besonders langlebigen Autokratien, sind jetzt im Fokus. Und da müssen wir auch mit weiteren Unruhen rechnen."
Sie dürfen sich auch gerne befreien... Nur ich hoffe, das es eine Befreiung in eine Richtung wird, die den Weltfrieden nicht beeinträchtigt. Ich will jetzt gar nicht sagen: eine Befreiung in Richtung Westen, aber eben nicht in die Richtung "Unkalkulierbare Fundamentalisten bzw. Extremistenstaaten mit eigenen Anspruch auf Weltherrschaft des Islams"
Deswegen die Guten und die Bösen. Mubarak ist sicher kein Anakin Skywalker - aber ist er ein Darth Vader? Und was kommt danach? Vielleicht sind Mubarak, Ben Ali und Konsorten doch das kleinere Übel? Wobei das sicher auch auf den Blickwinkel ankommt....
hab ich auch gerade gedacht... die frage ist doch: für WEN ist er das übel? wer wäre für die westliche welt das kleinere übel?
Ich versteh nur Bahnhof. Meine politische Bildung lässt eh zu wünschen übrig, insofern metzelt mich ruhig nieder. Irgendwie hab ich bisher geglaubt, dass die Menschen sich wegen ihrer sozialpolitische Probleme wehren, gegen eine Regierung, der das Schicksal des Volkes, was existenzielle Dinge angeht, egal ist. Ich war sogar soweit, dass ich mich gefragt habe, ob wir hier in Deutschland in einigen Jahren vielleicht in der gleichen Situation sein werden. Seh ich da jetzt was falsch? Oder sprecht ihr über langfristige Folgen? Klär mich bitte mal jemand auf! LG Näppi
Ich denke nicht, daß wir hier mal die gleiche Situation haben werden. Was nicht heißt, daß hier in alle Zukunft Friede, Freude, Eierkuchen sein wird, aber SO wird es hier nicht werden. In Nordafrika regieren derzeit sehr viele Autokraten, meistens von Europas Gnaden. Die sind seit Jahrzehnten im Amt, korrupt, haben sich selber bereichert - aber sie haben über die Jahrzehnte eine gewisse Stabilität gewährleistet. Nicht zuletzt wegen der Wirtschaftskrise, aber auch wegen der Korruption, gehen diese Länder jetzt wirtschaftlich unter. Die Protestierenden wollen in erster Linie keine Demokratie - sie wollen Arbeit und Geld. Was nachvollziehbar ist, bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über 50% in allen diesen Ländern. Dazu kommt, daß Europa mehr und mehr dicht macht - also fällt noch die Option der Flucht ins reiche Europa flach. Nur: Wenn diese Länder tatsächlich morgen die Demokratie einführen - was ja schon mal per se schwer ist - werden die ganzen Arbeitslosen ja nicht übermorgen in Lohn und Brot stehen. Die Wirtschaft IST am Boden, das Tal der Tränen muß erstmal durchschritten werden, bevor es aufwärts gehen kann. Die Gefahr, die ich sehe: Die Völker haben keine Geduld, sie wollen schnelle Lösungen. Demokratie bietet per Definitionem keine schnellen Lösungen. Islamismus aber verspricht genau das. Werden sie der Versuchung erliegen? Werden sie - wenn das zu lange dauert mit der Wirtschaft - ihre Wut gegen die reichen westlichen Länder wenden? Das ist die Kurzzusammenfassung unter Auslassung der Kolonialzeit und diverser anderer "Kleinigkeiten".
Hi, wir sollten die Ägypter darin unterstützen, daß sie eine jahrzehntelange Diktatur loswerden wollen. Wer in Ägypten seine Meinung sagen will, sitzt im Knast. (wie auch in Tunesien, und anderen arabischen Ländern) Wenn dadurch irgendwie Israel bedroht werden sollte, sollten wir uns für Israel einsetzen. Es lebe das freie Tunesien (Vorbild für alles, was noch kommt in der arabischen Welt) Ciao Biggi