carla72
Ich hole das mal hoch, weil die letzten Beiträge, obwohl aktuell, doch schon nicht mehr auf der aktuellen Seite sind. Mich stört dieser Ansatz: die Besten schaffen es schon, und wenn das rein zufällig alles Männer sind, dann liegt es daran, dass die Frauen sich eben nicht genug anstrengen und nicht gut genug sind - das ist schließlich der Markt. Wer so denkt, hat wahrscheinlich noch nicht genügend Fallstudien betrieben oder gibt sich naiven Vorstellungen hin. Ist es wirklich eine Bestenauslese, deren Vertreter jetzt hier und da und dort vor Gericht stehen? Ich glaube nicht. Die - ich nenne sie mal Grundleistungen - müssen natürlich stimmen, aber die stimmen bei vielen, Männern und Frauen. Darüberhinaus spielen Beziehungen, Netzwerke und "wer mit wem gut kann" und natürlich Machtfragen die entscheidende Rolle. Es hilft, wenn man dieselbe Sprache spricht, und das tun Männer und Frauen oft nicht. Bekanntermaßen fördern Förderer am ehesten Menschen, die ihnen ähnlich sind. Und mit dieser Förderung kommt man eben weiter als ohne. Man bekommt einfach mehr Chancen: das beste Projekt, die namhaften Kunden, die größten Deals und hat erstmal Wohlwollen auf seiner Seite, und zwar von Anfang an. Hart ist es natürlich immer noch, keine Frage, aber für einige ist es eben härter als für andere. Lg, carla72
ich denke eher, dass es an den typischen weiblichen Charaktereigenschaften liegt, die von den allermeisten männern als störend empfunden werden. frauen haben nunmal den Ruf alles emotionell zu betrachen, weich zu sein, zickig, gefühlsbetont, sprunghaft uswusw. Die idealbesetzung in einer chefetage wäre für mich ein Duo aus mann und frau. Was den männern an organisationstalent und Emotionalität fehlt könnte prima durch die andere betrachtungsweise der meisten frauen ausgeglichen werden. der trend geht auch dorthin. Viele Firmen setzen inzwischen auf weibliche Imageberaterinnen weil sie gemerkt haben, dass in der rationellen Männerwelt der Führungsetagen der hauch von menschlichkeit und fehlt. Lg reni
Es gibt auch Frauen die sehr emotionslos sein können. Kommt immer auf den Charakter an. LG Traude
Frauen sind deutlich pragmatischer und infolgedessen oft auch emotionsloser als Männer wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Uraltes Vorurteil, von dem man oft nicht mehr weiß wo es herkommt. Mir fällt jetzt ad hoc kein wirkliches Bsp. ein. J
hab ich was anderes behauptet? ich bin die rationalität in person...allerdings ist das eine Außnahme und wird von den meisten männern erstmal mit Ungläubigkeit aus der entfernung ausgetestet. vielleicht sind es ja eher die emotionsloseren frauen die karriere machen...zumindest in der freien Wirtschaft. fr. merkel macht mir auch nicht gerade den eindruck eines gefühlsbetonten Weibchens:))))) lg reni
ja das stimmt, liegt aber denke ich eher daran, dass frauen eher in der lage sind strukturiert zu denken. Sie können im Kopf alle Pros und contas abwägen, sich ein klares bild verschaffen und dann eine vernünftige, sinnvolle Entscheidung treffen. Das hängt auch wieder mit dem organisationstalent zusammen. Wenn ich chaos am Schreibtisch und im Kopf habe..kann ich keine ordenliche entscheidung treffen. ich kenne wenig Männer die in der lage sind ein problem mit Struktur von vorne nach hinten durchzudenken.. lg reni
Reni, ehrlich gesagt wundert es mich, ausgerechnet von dir einen Kommentar zu der Thematik zu hören, aber was du schreibst, strotzt für mich auch von veralteten Vorurteilen. Zickigkeit und Stutenbissigkeit unter Frauen findet meiner Erfahrung nach eher in der unteren oder mittleren Ebene statt, gerne auch da, wo ein männlicher Chef die Abteilung leitet und die Frauen unter ihm sich anbiedern wollen. Die Frauen in verantwortlichen Positionen, die ich kenne, sind weder emotional einfühlsamer noch launischer als die Männer in entsprechenden Funktionen. Frauen in Führungspositionen zeichnen sich meiner Erfahrung nach eher durch große Zielstrebigkeit, hohes Verantwortungsbewusstsein und persönliche Stärke aus, bei den Männern würde ich das nicht vorbehaltlos so unterschreiben. Um weiterzukommen - egal, in welchem Bereich - sind einflussreiche Mentoren und Fürsprecher unerlässlich, und es stimmt leider, dass sich so etwas eher aufgrund von persönlicher Sympathie und Stallgeruch entscheidet als nach fachlicher oder persönlicher Kompetenz. Selbst in der Uniszene, in der sich mein Mann bewegt, sind nicht zwangsläufig Intelligenz, Führungsstärke und wissenschaftliche Verdienste Voraussetzung, sondern auch eben die Frage, ob man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, die richtigen Leute kennt und sich mit ihnen versteht. In seinem Umfeld gibt es außerdem durchaus viele Kollegen, die zwar wissenschaftlich hochqualifiziert sind, aber weder Management- noch Personalführungsqualitäten mitbringen, also die "politische" Seite der Arbeit nur völlig unzureichend erledigen. Solche Leute kann man höchstens irgendwann an eine Stelle "wegloben", wo sie weniger Schaden anrichten können. Worüber Frauen im Job meines Erachtens häufig stolpern, ist ihre selbstkritische Haltung und eine gewisse Geziertheit, wenn es darum geht, mehr als das unbedingt Notwendige einzufordern. Frauen sind also meist zu wenig selbstbewusst und zu bescheiden, während ihre männlichen Kollegen oft eher zur Selbstüberschätzung neigen und den dickeren Firmenwagen auch gern nehmen, selbst wenn sie ihn nicht "brauchen". Außerdem scheitern Frauen oft an ihrem selbstgemachten, aber gesellschaftlich auch verstärkten schlechten Gewissen - noch immer gilt es ja als unweiblich und unmütterlich, dem Beruf Vorrang vor der Aufzucht der Brut einzuräumen. Die Männer, die ihren Frauen dann aber den Rücken frei halten, indem sie sich selbst familiär stärker engagieren, die werden wieder bewundert und gelobhudelt. Frauen und Mütter sind eben immer noch die Dummen und an allem selber schuld. LG Nicole
Ja was denn jetzt Reni? Sind Maenner so emotionslos und rational, dass sie weibliche Imageberater brauchen um ein wenige Menschlichkeit in die Fuehrungsetage zu bringen oder sind sie irrational, dass sie keine Entscheidungen treffen koennen? Da schwirrt einem ja vor lauter sich widersprechender Klischees der Kopf.
Frau Merkel ist das beste Beispiel, wie man als Frau fachlich überlegene Männer durch Machtspielchen, Intrigen & Co. los wird (Merz, Koch, lange auf ihrer Liste ist Guttenberg). Und auch das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn man minderqualifiziert als "Quotenfrau" gepushed wird. Bitte, bitte: die ist nun wirklich eher als abschreckendes Beispiel zu verstehen und sicher nichts, was für mich als "Frau in Führungsposition" ein Beispiel sein sollte.
"ich kenne wenig Männer die in der lage sind ein problem mit Struktur von vorne nach hinten durchzudenken.." Naja, die trifft man auch nicht bei sich zu Hause am Küchentisch, bei einem netten französisch-polnischen Plausch.
Was für eine Quote und was für eine Minderqualifikation? So ein Unsinn! Kein Mensch muss ihre Politik gut finden, aber erfolgreich ist sie nun einmal. Meinst Du, Stoiber et al. haben aufgrund einer Quote "verzichtet"? Oder sind sie nicht einfach ganz klassisch unterlegen? Dito Merz und Koch, denen ihre Männerbünde auch nichts genützt haben. Außerdem (man mag von ihr halten, was man will) ist sie doch erfolgreich . Und wenn ich sie ihren Vorgängern gegenüberstelle - Kohl, Schröder, etc. fällt mir bei ihr kein besonderes Maß an Machtspielchen und Intrigen auf. Ist jetzt jede erfolgreiche Frau eine Quotenfrau? Auch ganz ohne Quote? Au backe, carla72
Was soll das jetzt? Schlecht geschlafen? Ich hab ja nichts gegen kleine Seitenhiebe aber ständig nervt es auch.
Was das soll? Wieviele Männer in Fürhungspositionen all der Männer, die eine solche inne haben kennst Du, um zu dem Urteil zu kommen, daß sie "ein Problem nicht strukturiert von Anfang bis Ende durchdenken" können. Das ist so ein pseudo-feministischer Bullshit das es kracht. Frauen sind Zicken, Männer können nicht strukturiert denken... Ziemlich engstirnige Küchenkalender-Weisheiten sind das.
Hab mich wohl nicht klar genug ausgedrückt...tippsel auch nur so nebenbei hier mit. Wenn man eine Entscheidung trifft, dann wird diese Entscheidungsfindung durch Dinge beeinflusst. meiner erfahrung nach klammern männer dabei den emotionalen teil aus und entscheiden rein zahlen/fakten. frauen beziehen Emotionen mit ein. bei dem anderen meinte ich, dass männer, wenn probleme auftreten ,schwierigkeiten haben das klar und strukturiert anzugehen. Kommt auf die Problemstellung an... ist ja ein unterschied ob es darum geht eine Entscheidung zu treffen mit welcher firma nun fusioniert werden soll oder ob es darum geht was man nun macht wenn ein nicht einkalkulierter Aktieneinbruch droht. Frauen haben in solchen Extremsituationen eher die gabe das ganze strukturiert mit allen Wenn und Abers durchzudenken während männer da gerne überfordert sind das ganze chaos zu ordnen. lg reni
hallo..nun komm mal runter!!! ich habe geschrieben: frauen haben nunmal den RUF alles emotionell zu betrachen, weich zu sein, zickig, gefühlsbetont, sprunghaft uswusw. Da steht mit keinem Wort, dass ICH das auch so sehe. Und ich denke, dass ich mindestens so viele männer in Führungspositionen kenne wie du. und das ist nunmal MEINE Erfahrung. keiner hier kann eine allgemeingültige Aussage treffen, weil KEINER hier alle kennt und einen durchschnitt ausrechnen kann. Wenn hier gepostet wird, kann jeder nur von seinen PERSÖNLICHEN erfahrungen sprechen..und das sind nunmal meine. ich denke nicht, dass man jetzt unter jedes post den Kommentar setzten muss: "Aber ich kann natürlich nur von meinen erfahrungen sprechen." Soviel gesunden verstand, dass das selbstverständlich ist setze ich dann schon voraus.
1. Es heißt "emotional". 2. Zu unten: Eine Aktie kann nicht einbrechen, nur ihr Kurs. Vielleicht erklärt Dir das mal eine der vielen Führungspersönlichkeiten, die Du so kennst. 3. Das Spielchen "wer kennt mehr", kannst Du mit Deinen Nachbarinnen spielen, dazu habe ich, nicht nur krankheitsbedingt, keine Lust. 4. Schreibe besser dazu, daß es sich nicht um DEINE Erfahrungen handelt, sondern um die, die Dein Mann macht und Dir erzählt, wenn er abends nach Hause kommt... Wenn er denn kommt.
ok, du bist krank....
das lasse ich mal als entschuldigung gelten...
und da soll nochmal einer sagen, dass frauen nicht zickig sind.
Knall dir ein Aspirin rein und werd wieder gesund...so macht das keinen Spaß!
Auf Korinthenkackerei hab nämlich ICH keine Lust!
Lg reni
Reni, so was gibt es nicht. Entweder, die Firma weiß, warum der Kurs demnächst einbrechen wird (wegen schlechter Zahlen zum Beispiel) oder sie wird überrascht.
iaaaah...meine güte..hängt euch doch nicht immer an so formulierungsmist auf... was ich damit sagen wollte....Akteineinbruch....Kacke am dampfen...was tun...man hat sich vorher damit nicht ernsthaft beschäftigt..schnelles handeln ist nötig... besser so? Ich tippsel hier inmitten von Lärm und chaos...kann alles vorher im Word schreiben und dann reinkopieren weil mir permanent die Verbindung abbricht und die beiträge weg sind..also etwas nachsicht bitte. Lg reni
Falls "man" sich vorher nicht damit beschäftigt hat und es tatsächlich negative Auswirkungen auf das Unternehmen hat, wenn der Kurs einbricht, dann wird das Management eh' seinen Hut nehmen müssen.
Kleiner Tip: wenn Du im Leben mehr als nur einen Haushalt führen willst, dann lerne auch in Lärm und Chaos weiblich strukturiert zu formulieren. Oder eben nicht über "nicht einkalkulierte Aktieneinbrüche" zu fachsimpeln, die suggerieren sollen, sie seien Dein täglich Brot oder zumindest das Deiner Führungsfreunde. "Trouble Shooting" (so nennen das "meine Führungsfreunde", wenn sie von Deiner dampfenden Kacke sprechen) ist tägliches Geschäft jedes Unternehmenslenkers. Jeder gottverdammte Tag in einer Führungsposition verläuft nicht so, wie man sich das noch am Frühstückstisch gedacht hat. Und das inmitten von weitaus mehr "lärmenden" Menschen um sich herum, als Du Dir vorstellen kannst.
ich weiß ja nicht in welchen Chaotenfirmen du so verkehrst aber in gut geführte Chefetagen sind weder lärmende menschen noch jeden tag "Trouble Shooting". kann es sein, dass deine geschäftsfreunde sich ein wenig zuu wichtig nehmen? lg reni
Ich "verkehre" nicht, ich arbeite. Verkehren ist doch eher Dein Fachgebiet, oder? In Deinen "gut geführten Chefetagen" braucht's natürlich Deine FRANZÖSISCHkenntnisse, damit es mit den Geschäften fluppt. Aber solange es dabei nur mit der Sprache hapert, macht's nix, wenn Du den Mund gern zu voll nimmst, darauf stehen die Jungs in den Führungsetagen, wenn die Kacke dampft: eine Frau, die t-o-t-a-l unemotionell einfach mal die Sachen in die Hand nimmt. Ich habe übrigens keine Geschäftsfreunde, ich kann das trennen.
ja:') dass du ARBEITEST merkt man gerade
Muss ja sehr viel zu tun sein in deiner firma...
Ja..ich "verkehre" wie du es so schön ausdrückst. Allerdings ohne meine französisch-kenntnisse., ab einem gewissen internationalen level ist die bürosprache englisch, wußtest du das nicht?
Aber vielleicht kannst du dich aus deiner lärmenden, chaotischen wasauchimmer etage irgendwann so weit hoch"arbeiten". Zur Not musst dus halt dann doch mal mit Französisch versuchen:)
lg reni
Ich bin, wie bereits erläutert, krank und mein Kind seit heute auch. Meine Langeweile außerhalb des normalerweise internationalen Levels verdinge ich mir hier gerade mit Dir und Deinem mehr als regionalen Level. Das ist übrigens kein Konsum von Wurstsorten, sondern DAS Amusement (das darfst Du nun aussprechen, wie es Dir beliebt und es Deinen diversen Fremdsprachenkenntnissen nahe kommt), welches Du doch sonst so gern hier mit anderen hast und suchst, hast Du darauf einen Alleinanspruch? Ich nagele Dich lediglich auf Deine Aussagen fest, aber Du windest Dich wie ein Fisch im Netz. ICH habe nicht behauptet, meinen männlichen Kollegen aufgrund meines Geschlechtes über- oder unterlegen zu sein. Du schon.
Ich halte dagegen und behaupte, dass viele Frauen den Preis nicht bezahlen wollen, um ganz oben mitzuspielen.
Es bleiben aber immer noch genügend Erfolgswillige übrig.
...
Worüber reden wir denn die ganze Zeit? Hohe Führungspositionen. Hängt im einzelnen von der Struktur ab: Aufsichtsrat, Beirat, Vorstand, Equity Partner, Managing Partner, Geschäftsführung, in Behörden weiß ich nicht so genau - Abteilungsleitung? Staatssekretärin, was weiß ich, CFO, CEO, meinetwegen auch CRO und was es sonst noch so gibt. Gerichte und Unis lasse ich jetzt mal außen vor.
Ich stelle mir grade vor, Männer würden untereinander über die geschlechtsspezifische Verteilung von Emotionen und sonstigen menschlichen Eigenschaften reden. Die würden in der Zeit ein paar wirre, nichtssagende ppt´s auf den Tisch knallen, schnell das Budget dazu absegnen, und dann eiligst ins WE verschwinden, um die "schönen Seiten" der schimmernden Kongreßstadt (die von den findigen Eventplanern genau zu dem Zweck gewählt wurde) zu erkunden. Die Art von "Zielorientiertheit" fehlt uns Frauen fürwahr noch ein bisschen. Arbeiten wir dran.
Und ich rede die ganze Zeit darüber, dass etliche Frauen, vermutlich die meisten, ein Leben als CEO gar nicht erstrebenswert finden. Das hat nichts mit erfolgsunwillig zu tun, sondern damit, dass ich dann (und auch dem Weg dahin) zum Beispiel auf ein etwaiges "Familienleben" verzichten muss. Ich sehe die Kinder dann eben nicht aufwachsen, das ist der Preis, den auch die nach Deiner Definition erfolgreichen Männer bezahlen. Und eins sollte nicht vergessen werden: Männer streben oft in solche Positionen, um ihr mangelndes Selbstwertgefühl aufzupolieren.
Frauen neigen gern dazu, die Dinge bis zum Atom zu sezieren und auszudiskutieren. Meist ohne wirkliches Ergebnis. Die Zeit nutzt Mann gern mit Taten. Und solang man sich selber in der "Opferrolle" sieht (und sei es nur durch solche Debatten hier), wird man auch Opfer bleiben. Handeln heisst die Devise. Und das Umfeld mit Tatsachen konfrontieren, nicht mit Bitten (wenn es zB um die Familien-Orga geht: wer passt aufs Kind auf, wer macht den Haushalt usw). Ich meine damit das Selbstmanagement. Etwas mehr Delegieren statt nur zu reagieren.
Es gibt genug Frauen mit hoher Quali und (gewollt oder ungewollt) ohne Kinder. Eine Frau ist nicht immer automatisch gleich das Muttertier ;)
Und ein Mann ist nicht automatisch das Vatertier. Trotzdem ist die Mehrheit daran interessiert, Kinder zu haben. Merkwürdigerweise habe ich bislang noch nie gehört: "Ich bin so hoch qualifiziert, habe auf Kinder verzichtet und man hat mich einfach nicht nach oben gelassen." Stattdessen hörte ich mehrfach: "Nun bin ich oben, aber im Grunde bereue ich es, keine Kinder zu haben."
Im Mittelstand liegt die Quote der Frauen an den Unternehmensspitzen bei, habe ich heute gehört, 40 %. Stellt sich die Frage: findet man im Mittelstand die "schlechteren" Leute oder liegt es vielmehr daran, daß Frauen gar keinen Bock auf "großes Kino", sondern auf "großes Bewegen" haben?
Das kann schon sein. Aber da ist die Definition von Mittelstand entscheidend. Ich habe das heute morgen auch im Radio gehört, da war aber so unklar von "Selbständigmachen" die Rede, dass ich den Verdacht habe, dass die Übersetzungsbüros, Blumenläden und Friseure mitgezählt haben. Ich sehe bei größeren Mittelständlern eher noch weniger Frauen in Führung (auch wenn man die Erbinnen mitzählt) als bei den Konzernen. LG, carla72
Nehmen wir jetzt mal die "Ich-AG"s u.ä raus, denn Mittelstand ist bei mir auch etwas anderes, dann kann ich diesen Eindruck aus meiner (beruflichen) Erfahrung nicht bestätigen. Wir suchen uns gerade aus dem Mittelstand in unserer Umgebung alle Geschäftsführer/Inhaber heraus. Ich kann da jetzt keine konkreten Zahlen liefern, aber vom "Gefühl" her würde ich schon sagen, daß wir da auf 40 % (eher minus als plus, zugegeben) kommen. Nun kann man natürlich anführen, daß im Mittelstand die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, erst recht für die "Erbinnen", besser funktioniert, als bei einem großen Unternehmen, bei dem der Weg nach oben vor dem Hintergrund der Länge weiter ist. Ich hatte auch einige dabei, die gerade in den Vorstand eines großen Unternehmens berufen wurden (ich wusele mich dabei noch durch die komplette Vita), daher habe ich einfach den, wenngleich subjektiven, da regional eingeschränkten, Eindruck, daß es so "beschwerlich" ist. Ich merke allerdings an meinen Kolleginnen, und habe es nicht zuletzt damals auch an mir selbst gemerkt, daß mit dem Kinderwunsch und "Kinderkriegen", der Biss einfach weg war. Natürlich "mutiert nicht jede zum Muttertier" aber eben viele schon und das ist eine freie Entscheidung. Wenn ich also nun eine Quote festlege, muß ich doch dabei letztlich auch berücksichtigen, daß der "Topf" der GEEIGNETEN Frauen eben deutlich kleiner ist als der der Männer, weil viele gern und bewußt diese Ambition nicht haben. MUSS man die haben? Und mein Kernproblem mit Quoten: wieso sollte man einem Unternehmer vorschreiben, wen er zur Führung seines Unternehmens einstellt? Der Staat hat darüber nicht zu entscheiden, sondern der, der das unternehmerische Risiko trägt. Ausländerquote, Behindertenquote, Frauenquote... Wieso wollen Frauen nicht benachteiligt werden, aber gern "bevorteilt"?
"Wenn ich also nun eine Quote festlege, muß ich doch dabei letztlich auch berücksichtigen, daß der "Topf" der GEEIGNETEN Frauen eben deutlich kleiner ist als der der Männer, weil viele gern und bewußt diese Ambition nicht haben. MUSS man die haben?" ===>Genau das meinte ich. "Ausländerquote, Behindertenquote, Frauenquote... Wieso wollen Frauen nicht benachteiligt werden, aber gern "bevorteilt"?" ==>Auch meine Meinung. Eben in einem Interview mit Rita Forst (Opel-Vorstand) gelesen: "Von der Quote halte ich gar nichts: Wenn es eine Frauenquote gäbe, hätte jede Frau in einer Führungsposition das Problem, dass sie unter Verdacht steht, nur über die Quote in die Position gekommen zu sein und nicht über Qualifikation und Leistung."
Naja, die Rita wäre ohne ihren Mann allerdings auch nicht da, wo sie heute ist... ;-) ABER sie macht ihren Job und wenn sie ihn schlecht machen würde, könnte ihr auch ihr Vitamin B nicht mehr helfen. Aber mir fällt auch auf, daß alle "Führungsfrauen" gegen die Quote sind. Ist das nun nur reine Stutenbissigkeit? Ich weiß das wirklich nicht und sie werden es mir nicht sagen, aber ich denke auch, der Weg kann nur sein, daß wir unsere besten Pferde ins Feld schicken und sie laufen lassen!
Hilf mir mal auf die Sprünge bezüglich des Manns von Rita Forst... Ansonsten kann ich das total verstehen, wer ist schon gern die "Quotenfrau". (Ich habe übrigens als einzige Frau unter lauter Männern den Vorteil, "aufzufallen" und finde das gar nicht mal unangenehm.)
Ich bewundere Euren Glauben an die Bestenauslese. Ich glaube das nicht so uneingeschränkt, hatte ich ja oben schon beschrieben. Meine Erfahrung,was die Quote angeht, ist eher, dass erfolgreiche, nicht mehr ganz so junge Frauen die Quote unterstützen. Im Spiegel war eine eindrucksvolle Liste von Unterstützerinnen. LG, carla72
Warum gehen eigentlich so viele offenbar automatisch davon aus, dass man nur Kind(er) ODER Karriere haben kann, bzw. für die Karriere einen entsprechenden Preis zahlen muss und seine Kinder (egal jetzt, ob als Vater oder Mutter) kaum noch wirklich sieht? Mittlerweile können es sich die meisten Unternehmen übrigens auch gar nicht mehr leisten, auf gute Leute leichtfertig zu verzichten, und da fängt, man glaubt es kaum!, langsam ein Umdenken an. Seit wir einen obersten Chef haben, der alleinerziehender Vater ist, ist mittlerweile "Führen in Teilzeit" tatsächlich von ganz oben gewollt! (Auch wenn ansonsten noch arg, arg viel Arbeit geleistet werden muss, um so manche eingefahrenen Denkmuster aufzuweichen. *seufz*)
Vielleicht sollten wir dann eine für alle verbindliche 20-Stunden-Woche einführen... Nein, aber im Ernst - in meinem Umfeld kenne ich keine einzige Führungskraft in Teilzeit, noch nicht mal jemanden, der, sagen wir, um humane 18:00 Uhr heimkommt, ganz unabhängig ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt.
"Nein, aber im Ernst - in meinem Umfeld kenne ich keine einzige Führungskraft in Teilzeit, noch nicht mal jemanden, der, sagen wir, um humane 18:00 Uhr heimkommt, ganz unabhängig ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt."
Ja, aber genau liegt doch auch ein Gutteil des Problems, dass viele automatisch "Führungskraft" mit 80-Stunden-Woche o.ä. gleichsetzen und automatisch unterstellen, als Führungskraft müsste man quasi 24/7 dem Job und der Karriere zur Verfügung stehen.
Wieso?
Wie gesagt, wir haben jetzt einen Chef (Minister), der alleinerziehender Vater ist - da geht plötzlich sehr wohl eine 20-Stunden-Woche auch für Führungskräfte.
(Womit ich nicht behaupten möchte, unser Minister arbeite nur 20 Stunden, aber z.B. enden jetzt entsprechende Konferenzen im Minsiterium i.d.R. sehr oft sehr wohl zu durchaus humanen Zeiten gegen 16 Uhr.)
--- ich denke auch, dass ein Grossteil des Problems darin liegt - wie Du schreibst: "Ja, aber genau liegt doch auch ein Gutteil des Problems, dass viele automatisch "Führungskraft" mit 80-Stunden-Woche o.ä. gleichsetzen und automatisch unterstellen, als Führungskraft müsste man quasi 24/7 dem Job und der Karriere zur Verfügung stehen." Ich denke, es müsste sich in viel grösserem Ausmass und egal, ob Führungskraft oder nicht, die Erkenntnis durchsetzen, dass Menschen halt nun einmal keine Arbeitsroboter, sondern auch soziale Wesen sind - dass sie, ob Mann oder Frau, in der Regel eine Familie oder andere Menschen haben, die ihnen wichtig sind und um die sie sich in irgendeiner Form (und in bestimmten Phasen auch intensiver - kleine Kinder, alte Eltern... etc.) kümmern und dafür Zeit brauchen. Damit müsste einfach gerechnet und geplant werden wie mit einer nicht zu leugnenden Tatsache. Solange man Familie, Kinder (oder den Wunsch nach ihnen) verschweigen und/oder wegorganisieren muss, um im Beruf "erfolgreich" zu sein, läuft etwas schief! Dabei ginge es durchaus anders... Meine Meinung.