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Job: Irgendwie find ich das bekümmernd

Job: Irgendwie find ich das bekümmernd

FrauKrause

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es macht mich wütend und traurig zugleich. Es geht um meinen Chef. Ich arbeite in einem kleinen Büro. Zwei wissenschaftliche Mitarbeiter, zwei studentische Kräfte teilzeit, div. Praktikanten, ich (Vorzimmer, Koordination, "Mädchen" für alles, jedenfalls da..) Mein Chef macht mir bei sich bietender Gelegenheit klar, dass ich in der Hierarchie ganz unten stehe, das hat er wörtlich zu mir gesagt (bin die älteste von allen, habe als einzige kein Studium), er macht sich über meine Frisur lustig (hihi, wer macht denn Ihre Haare, da war das vorher aber besser), lästert kichernd vor versammelter Mannschaft über meinen Gang, wenn ich im Stress bin und mich zügig bewegen muss (hinter meinem Rücken, wenn ich weg bin),verdreht die Augen, wenn ich nicht weiß und nachfrage, wo ein bestimmter Laden in der Nähe ist (gehe in der Pause nicht raus, weil ich nur eine halbe Stunde Pause habe). Das war, als ich für ihn und seinen Lieblingsstudie Essen für Mittag besorgen sollte. Ich arbeite dort auf 30-Stunden-Basis, muss mein Pensum schaffen, Überstunden wie die anderen kann ich nicht in dem Umfang machen, weil ich die einzige mit Famile bin; er hat eine Freundin, die aber nicht arbeitet und ein Kind mitgebracht hat, nicht seines. In Stoßeiten bin ich oft in Stress und Eile. Ich habe sehr viel Berufserfahrung, bin extrem zuverlässig und mache nur selten Fehler. Bin ich zu empfindlich? Ich muss dazu anmerken, er ist schon grob gestrickt im Allgemeinen, er mach keinen Hehl daraus, dass er Berliner nicht mag (er muss in Berlin arbeiten, kommt aber aus dem Schwabenland). Ich bin die einzige, dergegenüber der sich derart verhält. Der Job an sich ist toll, teilweise extrem interessant, fast aufregend, recht gute Konditionen. Fehler mache ich wie gesagt kaum. Aber wenn der Chef schlechte Laune hat, habe ich das Gefühl, dafür herhalten zu müssen, damit es ihm wieder besser geht. Das drückt mich manchmal gewaltig. Die anderen meinen, ich solle mir ein dickes Fell aneignen. Ich kann das nicht. Gib es Meinungen dazu? Wie würdet Ihr euch verhalten bzw. das empfinden? Wenn es ein extrem schlechter Tag war und ich kurz vorm Heulen war, was durchaus schon vorkam, bin ich am Stöbern bei den Jobanzeigen. Dann gibt es über Wochen wieder tolle Phasen, wo alles wirklich gut läuft und schön ist. Im Moment bin ich einfach nur wütend. Zu Unrecht? Ich muss dazu sagen, derartige "Probleme" hatte ich noch nie bei der Arbeit, ich war stets gut angesehen und wurde mit Respekt behandelt, auch von den Chefs. Es fällt mir extrem schwer, dieses Verhalten zu akzeptieren und runterzuschlucken... LG


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von FrauKrause

da kann ich nur sagen: das würde mir genauso gehen. respektloses verhalten ist generell schwer zu ertragen und von schwaben erst recht. leider kannst du ihn ja nicht deswegen aufziehen. vielleicht kannst du ihn mal in einer ruhigen stunde ansprechen, daß dir das weh tut.


Suschi

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Es ist definitiv nicht in Ordnung sich so zu verhalten. Entweder direkt mit ihm klären, ansonsten gibt es an Unis auch Anlaufstellen,wo Du dies schildern kannst und Dich beraten kannst.. Das ist Mobbing.


Mitglied inaktiv

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Hi, was dein Chef tut, ist respektlos - er muss eine ziemlich arme Wurst sein, wenn er seinen Frust so an dir auslässt. Den Schwaben an sich sagt man zwar nach, ziemliche Grantlmaier im Umgang zu sein ("net gschumpfe is scho gnueg globt") und wenig Spaß zu verstehen, aber dein Chef ist ja mehr als das, er scheint in dir sein persönliches Frustventil gefunden zu haben. Das würde ich mir auch nicht länger ansehen, würde aber (wenn er so grobstofflich ist, wie du sagst) nicht versuchen, an seine Gefühle zu appellieren. Eher solltest du ihn gekonnt ausbremsen und seine Bemerkungen (über Frisur, etc.) nicht so an dich herankommen lassen. Am besten, du überlegst dir in aller Ruhe, was du auf eine Frisuren- oder Statusbemerkung hin erwidern könntest und schreibst dir Zettelchen, die du in der Schreibtischschublade deponierst. Wenn du wegen seines Verhaltens heulen musst, ist da definitiv Handlungsbedarf! Lg Nicole


Mitglied inaktiv

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Hallo! Das ist mehr als bekümmernd und so darf kein Chef mit einer Mitarbeiterin umgehen. Und jemand, der jemanden geringer schätzt, weil der kein Studium hat oder anders geht oder oder oder, ist vom EQ her eine ganz arme Wurst. Es gibt ein ganz nettes Buch "Machos, Tussis, Nervensägen im Job". Ich glaube, mit Konfrontation kannst du nicht viel machen, was helfen könnte wäre, sich auf irgendeine Kleinigkeit, die an ihm positiv ist, zu konzentrieren, damit du aus der negativen Spirale rauskommst. Und wenn er nur schöne Schuhe hat oder so, darauf konzentrieren. Lg Fredda


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Habe per PN geantwortet


Mitglied inaktiv

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das ist zwar einfacher gesagt als getan, hilft aber enorm. blöderweise reagieren wir menschen auf solche kränkungen sehr emotional... Und genau das sieht man uns auch meistens an. so, wie du die situation schilderst, steht zu vermuten, dass dir deine getroffenheit deutlich anzumerken ist. dein chef scheint zu der sorte mensch zu gehören, die gerne auf "schwächere" einschlägt und auch noch mehrwert für sich daraus zieht, wenn er nachtreten kann. er hat massive selbstwertprobleme, wenn er sich immer so verhält. ziehst du weiterhin den kopf ein, macht er auch weiter... hältst du gegen, indem du seine sprüche verbal quittierst, mutiert er zum angstbeißer und zerlegt dich aus seiner übergeordneten funktion heraus endgültig. dir bleibt also nur eine variante eines mittelweges, die ihm seinen spaß an der traktiererei kostet, dich aber auch gleichzeitig als ziel seiner angriffe unbrauchbar für ihn macht. und genau das erreichst du, indem er bei dir nicht mehr die erwartete reaktion sehen kann. sprichst du das thema jetzt an und sagst ihm, wie sehr er dich mit seinem verhalten verletzt, kannst du dir defakto gleich einen neuen job suchen, weil du damit höchstwsahrscheinlich auch das letzte bisschen respekt zerschießt. aber wie soll man das anstellen? - du musst lernen, positiv zu denken und seine "attacken" an dir abperlen zu lassen. so etwas kann man lernen... es gibt coaches, die auf solche mobbingähnlichen konstellationen spezialisiert sind. google mal etwas...


dr.snuggles

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stimme malwine ebenfalls zu und empfehle zum ausdrucken "schwaben raus!". ein hübscher artikel über schwaben in berlin. http://www.sueddeutsche.de/panorama/berlin-schwaben-raus-1.374212


fiammetta

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Hi, ich stimme malwinchen zu - ein persönliches Gespräch begreift so ein Charakterschwächling nur als Aufforderung zum Draufhauen. Dir bleibt nur, eine schier unerträgliche Freundlichkeit und sanften Spott ("Geht`s Ihnen heute wieder nicht so gut? Warten Sie, ich mache Ihnen eine schöne Tasse Kaffee"), immer lächeln = Zähne zeigen = blockt ab, da manche Männer über die Evolutionsstufe des Tiers nicht herausgekommen sind (ich habe 14 Jahre lang Messen gemacht, glaub mir, das wirkt) und ansonsten abperlen lassen (was keineswegs einfach ist). Der Punkt ist doch, dass solche Jämmerlinge mit ihrem Verhalten auch bei anderen mit der Zeit Ekel erzeugen, d.h. der Typ bremst sich selbst aus. Lass ihn ins Leere laufen, such Dir Alternativen und jemanden, der Dir psychisch beisteht. LG Fiammetta


FrauKrause

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Antwort auf Beitrag von fiammetta

habt mich tatsächlich wieder ein wenig aufgebaut und zum größten Teil die Situation und das Machbare realistisch eingeschätzt. Und snuggles, ein sehr passender Artikel, nur wußte ich tatsächlich nicht um die Unbeliebtheit der Schwaben in der Hauptstadt, mußte schmunzeln. Ich habe eben nur gemerkt, dass die Schwaben die Preußen sehr wenig zu mögen scheinen..... Ja, es ist so und war so und wird es immer sein, ein Problem bei mir, dass mir bei solchem - sorry - saudämlichen Verhalten leider anscheinend das Gesicht entgleist (was ihm Spaß und Freude bereitet bzw. dazu reizt, weiterzumachen). Es ist mir verhaßt, von solchen Menschen abhängig zu sein. Biete ich jedoch Paroli, riskiere ich den Job. Da kann ich mich drehen und wenden, wie ich will... Jaah, abperlen lassen. Mit einem Lächeln, Ihr habt schon recht, aber was kann man dagegen tun, wenn es einem nicht gelingt, ich kann nicht grinsen, wenn ich ihm am liebsten ins Gesicht springen würde. Ich muss es halt weiter versuchen, aber ernsthaft, ich glaube, irgendwann knallt es gewalig und ich muss mir tatsächlich was Neues suchen. Das wäre sehr schade... Mist, das Ganze. Meine Vorgängerin ist übrigens nach Alkoholproblemen und langer Pause (halbes Jahr krankgeschrieben) gegangen, nachdem sie alles hat schleifen lassen. Man sagte, es läge an ihrer schlechten Beziehung... Wers glaubt... Ich werd auch das Trinken anfangen und dann die Flachmänner mit Wodka im Schubfach verstecken. Dann kann ich ganz gelassen auf alles reagieren *lach LG FrauKrause