fiammetta
Hi, s. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746654,00.html Auszüge daraus: "Damit geht es jetzt nicht mehr allein um den Vorwurf, Guttenberg habe sich für sein 475-Seiten Werk mit dem Titel "Verfassung und Verfassungsvertrag" freimütig bei anderen Autoren bedient, ohne diese korrekt als Quelle zu nennen. Es geht nicht mehr nur um einen etwas "aufgeblasenen" Lebenslauf, auf den die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hinweist, weil er ein paar Praktika zu bedeutenden beruflichen Stationen verklärt hat." Vielleicht hat er ja nicht mitbekommen, dass er dort nur ein Praktikum und nicht gleich die ganze Firma / Dienststelle geleitet hat? Hätte ihm doch `mal jemand sagen sollen... ***ironieoff*** "Hinter vorgehaltener Hand äußern sich viele Christdemokraten entsetzt über das Ausmaß der Plagiatsvorwürfe. Aufmerksam beobachten sie, wie die Zahl der angeblichen Copy-und-Paste-Fundstellen auf der Internetplattform "GuttenPlag" von Stunde zu Stunde wächst. Schon 268 Seiten der Arbeit sollen betroffen sein, am Montag wollen die Betreiber der Seite eine Zwischenbilanz veröffentlichen." Von 475 Seiten 268 - das ist schon a bisserle ... naja ... Hat dem Herren noch keiner gesagt, dass die Zeiten Vergangenheit sind, in denen man mit einem leistungsfrei bezogenen Adelstitel tun und lassen konnte, was man wollte? Hat er am Ende noch nicht mitbekommen, dass Adel verpflichtet - aber nicht zum Schreiben einer Doktorarbeit unter solchen Umständen? Hat ihm sein Papi nicht beigebracht, dass ein echter Herr solche Sachen nicht tut? LG Fiammetta
schau mal - dieses buch wurde tatsächlich von seinem großvater geschrieben - viele meinten der hatte ne vorahnung
Leider, leider vermute ich, daß genau sein Papi ihn so unter Druck gesetzt hat, daß ein Fertigstellen der Arbeit eine höhere Prio hatte als der Anstand - wobei der wahrscheinlich, als Mann des Prä-Internet-Zeitalters, ihm nicht gesagt hat, daß man sowas irgendwann merkt. Ich kenne persönlich einen Mann, der aus vergleichbaren "Kreisen" kommt und Anfang der 60er Jahre Jura studiert hat. Dann hat er geheiratet und bekam ein, zwei Kinder, mußte die Familie ernähren und sich beruflich etablieren - da blieb die Doktorarbeit auf der Strecke, schließlich hat er sie "offiziell" abgebrochen und das Thema zurückgegeben. Der Mann hat es dann doch beruflich zu etwas gebracht, gut verdient, war schließlich in prominenter Position (nun ja, kein Minister, aber doch recht weit oben) tätig, inzwischen ist er in Pension und arbeitet noch in diversen sehr offiziellen und repräsentativen Ehrenämtern. Aber damals bekam er richtig Ärger von seiner Familie, als er die Dissertation abbrach - das war eine Schande und man gab ihm das Gefühl, daß er damit die ganze Familie in den Dreck zog. Der Mann brauchte ziemlich viel Rückgrat, um das durchzuziehen. Vielleicht hat der Mann auch einfach nur Glück gehabt, daß "Copy & Paste" in den 60er Jahren noch nicht so einfach möglich war. Insofern: Ich verstehe, wie so eine Plagiatsarbeit zustandekommt und irgendwie tut der gute Gutti mir ein wenig leid. ABER - und jetzt kommt`s: Der Mann ist angetreten mit dem Anspruch, anders zu sein als "die anderen". Er war die Lichtgestalt, der Ich-habe-das-nicht-nötig-Politiker, der das alles nur aus reinem Altruismus tat und sich niemals auf die brackige, schlammige, schleimige Ebene des "normalen Politikers" begeben würde, der sogar eher alle Ämter niederlegen und zurück auf sein Schloß gehen würde, als jemals etwas gegen seine hohen Prinzipien zu tun. Das war sein Alleinstellungsmerkmal, sein Anspruch - und sein Magnetismus. Deswegen erstaunen mich die vielen Leute - auch hier im Forum - die seine Aktion mit einem "das machen die anderen Politiker doch auch" relativieren. Denn: Was bleibt dann noch vom Superman Guttenberg? Wenn er nicht mehr der Ehrliche ist, der Anti-Machtmensch, die "Ich trete eher zurück als etwas gegen meine Überzeugung zu tun"-Lichtgestalt - was ist er dann? Dann ist er doch nur noch der übliche Durchschnitts-Politiker, der über Leichen geht und seine Ellbogen rechts und links einsetzt, um seine Machtposition zu verteidigen, dem im Zweifel der Titel mehr zählt als die Ehre und sich rauslaviert, wenn es brenzlig wird. Auf Deutsch: Der Mann ist im deutschen Politik-Sumpf angekommen. Die Luft ist raus. Pffffftt Gruß, Elisabeth.
elisabeth, ich gebe dir recht in so ziemlich allen punkten. jedoch bleibe ich dabei: alle politiker/innen in den hohen ämtern haben ihre ideale verkauft. da ist niemand "ehrlich" im herkömmlichen sinne, da zählen parteiprogramm, entgegenkommen bzgl. lobbyisten, wirtschaftliche und persönliche interessen. mag sein, dass das nicht unmittelbar mit dem plagiatsthema des herrn von und zu und auf und davon zu vergleichen ist, aber lügen ist in diesen kreisen m. e. an der tagesordnung. ich denke mir das so oft bei den grünen... mit welch heroischen ansichten sind sie in den bundestag gezogen, ein joschka fischer war der revoluzzer in turnschuhen. und heute? im maßanzug als berater großer unternehmen.....
keine "verteidigung" für den verteidigungsminister sein *g* ich glaube keinem politiker, der von sich behauptet, ehrlich zu sein. seinen persönlichen vorteil sehe ich in seinem auftreten und in seiner rhetorik.
Nun ja, tolles Auftreten und klasse Rhetorik hatte Hitler auch - ohne Guttenberg jetzt auch nur in seine Nähe rücken zu wollen, selbstverständlich. Aber Auftreten und ausgefeilte Rhetorik sind für mich kein Sympathiefaktor. (Okay, so herumstammeln wie Stoiber sollte man dann doch lieber auch nicht - dazwischen was wäre nett. Wobei ich den Stoiber - bei aller Ferne zu seinen politischen und persönlichen Ansichten - für seinen schieren Fleiß durchaus bewundern kann. Aber das ist ein anderes Thema.....) Ich glaube, daß man ohne einen gewissen Anteil an Machtstreben und "Ellenbogigkeit" niemals Politiker wird bzw. es niemals da zu was bringt. Feddich. Das darf man bedauern - aber so ist es einfach. Es geht dann wohl eher um das "Wie?" und "In welchem Ausmaß?" als um das "Ob?"
ich meinte nur, dass er sich gut rausreden kann *g* das nimmt vielen leuten gleich mal den wind aus den segeln. stell dir vor, ein stoiber würde so am pranger stehen. diese ausrede (im klassischen sinne) wäre ja grausam! stoiber war ein fleißiger politiker, das sehe ich auch so. aber äußerst beratungsresistent bzgl. rhetorik und coaching. viele haben versucht, ihm da zu helfen, aber er war wohl total stur. ist ja manchmal auch von vorteil ;-)
Tja, man fragt sich, wie Gurkenbert äh Googleberg äh Gutenberg sich da noch rausreden will. Vermutlich damit, dass er vorträgt er habe die Dissertation ja gar nicht geschrieben :-). Man darf auch gespannt sein, wie es ihm am Ende doch gelingen wird, seinen Posten als Verteidigungsminister zu behalten. Interessant auch folgende Notitz über KTvGs Doktorvater: "Zufälligerweise bekam Häberle am 11.07.2007 von Edmund Stoiber den Bayerischen Verdienstorden. Dieser Orden wird ohne Benennung eines konkreten Grundes verliehen. Zufälligerweise wurde Guttenberg im Jahr 2006(Vermerk auf S. 4) promoviert." http://www.augsburger-allgemeine.de/community/forum/2011/02/08/thema-des-tagesUni-Bayreuth-gibt-Guttenberg-14-Tage-Frist-id13812521/13813216--id13813216.html
Hi, nein, da besteht kein, aber auch überhaupt kein Zusammenhang, unter gar kein Umständen, niemals! Wie war das mit der doppelten Verneinung? Direkt rentiert sich der ja nicht. Wikipedia schreibt zu dem Orden: "Die Ordensträger erhalten einen unbegrenzt gültigen Ausweis der sie zusammen mit einer Begleitperson berechtigt, unentgeltlich alle Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und der staatlichen Museen, Sammlungen und Sonderausstellungen zu nutzen, soweit diese der Öffentlichkeit zugänglich sind. Auch die freie Nutzung der staatlichen Schifffahrt auf dem Ammersee, Königssee, Starnberger See und Tegernsee ist darin enthalten." Ein Mensch mit echtem, nicht nur vor sich hergetragenem Anstand würde jetzt allmählich die Konsequenzen übernehmen und sich gewaltig schämen. Und wenn er`s schon nicht alleine schafft, dann sollte wenigstens die Frau Gemahlin Einfluss nehmen. LG Fiammetta
Ja, schämen sollte er sich. Schrieb ich schon so an anderer Stelle. Ein absolut ehrloses Verhalten, dass in vollkommen disqualifiziert als Vertreter des Volkes und des Landes. Und es möge keiner damit kommen, es sei noch nichts bewiesen. Die entsprechenden Textstellen finden sich in Zeitungen und im www. und sind so zahllos, dass in der Doktorarbeit eigentlich nur zwei Anführungszeichen fehlen, eines vorne und eines hinten.