Elternforum Aktuell

jetzt libyen

jetzt libyen

dr.snuggles

Beitrag melden

Kairo (dapd). Libyen steht offenbar kurz vor einem Bürgerkrieg: Am Montag haben sich die tagelangen gewaltsamen Massenproteste gegen den langjährigen Staatschef Muammar al Gaddafi auf die Hauptstadt Tripolis ausgeweitet. Die zweitgrößte Stadt des Landes, die Hafenstadt Bengasi, scheint unterdessen in der Hand der Protestbewegung zu sein. Die Demonstranten setzten Regierungsgebäude und Polizeireviere in Brand und brachten das Sicherheitshauptquartier der Stadt, die Katiba, unter ihre Kontrolle. Auf dem Gerichtsgebäude der Stadt wurde Augenzeugen zufolge die Fahne der alten Monarchie gehisst. Teile der Sicherheitskräfte sollen sich der Protestbewegung angeschlossen haben. Anwohner befürchten eine weitere Eskalation der Gewalt, nachdem sich Regierungsgegner und -anhänger bewaffnet haben. Augenzeugen berichten von geplünderten Waffengeschäften und Arsenalen der Polizei. Angesichts der blutigen Unruhen wandte sich Gaddafis Sohn, Seif al-Islam, in der Nacht zum Montag erstmals an die Öffentlichkeit: In einer 40-minütigen, teilweise unzusammenhängenden Ansprache im Staatsfernsehen versprach er „historische„ Reformen, drohte aber zugleich damit, sein Vater werde „bis zum letzten Mann„ kämpfen. Der Ölreichtum des Landes stehe auf dem Spiel, sagte er. Das Regime sei bereit, einige Restriktionen aufzuheben und eine Diskussion über die Verfassung zu beginnen. Er bot Veränderungen an einer Reihe von Gesetzen an, darunter die Medien- und die Strafgesetze. Gaddafi bestätigte, dass die Demonstranten einige Militärstützpunkte, Panzer und Waffen unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Die Streitkräfte stünden aber weiter hinter seinem Vater, der sich im Land aufhalte. „Wir sind nicht Tunesien und Ägypten„, sagte er mit Blick auf die dortigen Volksaufstände. „Muammar Gaddafi, unser Führer, führt den Kampf in Tripolis und wir sind an seiner Seite. Wir werden bis zum letzten Mann, bis zur letzten Frau, bis zur letzten Kugel kämpfen.„ Zwtl: Schwere Auseinandersetzungen in Tripolis Ferner räumte Gaddafi ein, dass die Streitkräfte während der Proteste gegen die Regierung Fehler gemacht hätten. Grund sei, dass die Soldaten nicht für den Umgang mit Demonstranten ausgebildet seien. Die jüngsten Angaben über mehr als 200 Tote bezeichnete er jedoch als übertrieben und gab die Zahl der Opfer mit 84 an. Während Gaddafi im Fernsehen an das Volk appellierte, kam es Augenzeugen zufolge zu den bisher schwersten Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Tripolis. Heckenschützen hätten von den Dächern aus auf Regierungsgegner geschossen. Es habe erneut Opfer gegeben, genauere Angaben lagen nicht vor. Zwtl: EU ruft zu Ende der Gewalt auf Die EU verurteilte das blutige Vorgehen der libyschen Regierung gegen die Protestbewegung und rief zu einem Ende der Gewalt auf. „Die EU fordert die Behörden zu Zurückhaltung und Ruhe auf. Sie sollen sich ab sofort weiterer Gewalt gegen friedliche Demonstranten enthalten„, hieß es in einer am Sonntagabend nach einem informellen Außenministertreffen in Brüssel verbreiteten Erklärung. Die US-Regierung zeigte sich tief besorgt über die blutigen Zusammenstöße in Libyen. Man habe deutliche Kritik am gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten geäußert, sagte Außenamtssprecher Philip Crowley am Sonntag in Washington. In Gesprächen mit libyschen Regierungsvertretern, darunter Außenminister Musa Kusa, habe Washington „die Bedeutung der Grundrechte betont, darunter die Meinungs- und die Versammlungsfreiheit„.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von dr.snuggles

Wahnsinn, nicht? Wie bei einem Dominospiel...


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

aber Hauptsache, bei ebay gibts große Klamottenpakete


dr.snuggles

Beitrag melden

Antwort auf diesen Beitrag

das hört sich alles gar nciht gut an


streepie

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von dr.snuggles

Ein Lauffeuer geht durch die Arabische Welt.... In den ersten Laendern ging es ja noch recht friedlich zu, aber jetzt setzten sich die Herren, die sich in ihrer Macht bedroht sehen, ja doch recht heftig zur Wehr (ich hab meinen Ohren nicht getraut, als es hiess, in Libyen schiessen Scharfschuetzen auf Trauerzuege...) Time Magazin hat dem ganzen ein ganzes Heft gewidmet http://www.time.com/time/magazine/europe/


Alba

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von dr.snuggles

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1358834/China-quashes-pro-democracy-Jasmine-Revolution-force.html?ITO=1490


babyfelix

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von dr.snuggles

Mir macht das alles schon auch Angst, weil ich es nicht einordnen kann. Wie groß werden die Kreise sich noch ziehen? Wer zieht da überhaupt welche Strippen? Und warum? Was kommt "danach"? Vor allem merke ich mal wieder, wie wenig von der Welt ich eigentlich weiß und wie uninformiert ich doch eigentlich in dieser scheinbar so voll medial erschlossenen Welt bin.


streepie

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von babyfelix

Anscheinend ziehen sich die Kreise so weit, weil die Welt eben so medial erschlossen ist - und die Menschen sich fragen - warum gibt es Laender, in denen man die Regierung alle 4, 5 Jahre demokratisch waehlen kann, und andere nicht? Was danach kommt, kann man nicht wissen - oder wusstest du, was in Suedafrika nach der Wahl 1994 kommt, oder in D nach der Wiedervereinigung? Oder nach dem Zusammenbruch der Sovjetunion? Man kann nur hoffen - und ich glaube gerade an die Demokratie ;-) LG Connie


babyfelix

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von streepie

Ja, hoffen tu ich das auch. Und ich bewundere jeden, der nun mutig dafür aufsteht. Allein... mir fehlt der Glaube. Sollte ich wirklich quasi so einen Scheideweg der Geschichte miterleben (zumindest: mitansehen), wo sich tatsächlich mal etwas wirklich zum Guten wendet? Schön wäre es.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von babyfelix

Wir haben wirklich wenig Ahnung. Aber eins könnten/müssten wir wissen: dass wir immer wieder "Volksvertreter" wählen, die die Verbrecherstaaten und Tyrannen stützen, fördern, gar selbst installieren. Und Gretchenfrage immer wieder: Woher kommen die Waffen? Woher das Geld? Im Wüstensand wächst das alles nicht, schon gar nicht von alleine.


Emmasmamma

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von dr.snuggles

ich ärger mich, dass die EU wieder einmal so lange still hält. Bei dem Fakt, dass der Alte Söldner aus Nachbarländern holt, damit die auf das eigene Volk schießen, wird mir schlecht. Leider hat Gaddafi geschichtlich gesehen ein blutigen Umgang mit seinem Volk. Naja, hauptsache Libyen liefert Öl.