FrauKrause
Für Euer Mitgefühl und Euren Trost, das hilft. Heute geht es ETWAS besser, bin nicht nur mehr den ganzen Tag mit Tränen in den Augen. Auch Nachts konnte ich etwas schlafen, aber man wacht auf und es fällt einem SIEDENDHEISS ein.... Mir wurde ja von seiner "Verlobten" und auch ihm noch im Juli 10 der Kontakt "verboten" (sie - wie alle anderen auch! - sei ja sooo eifersüchtig, aha), es waren ohnehin nur kurze Telefonate und mal sms... und zwar ziemlich rüde. Ich war ehrlich gesagt, sauer. Ich wollte einfach immer nur, dass es ihm gut geht, dass er glücklich wird. Ich wollte seine Freundin bleiben, sonst nichts. So, nun wollte er wohl heiraten und alles wird gut. Das hat mich beruhigt. Es war eine trügerische Ruhe. Hätte ich mal weiter gemacht, so wie viele Jahre lang. So habe ich tatsächlich auf gelegentliche Mails oder sms nicht reagiert, hielt es für richtig, er wollte ja schließlich, es war nicht zu entnehmen, dass es ihm so schlecht ging, im GEGENTEIL. Noch im Januar erhielt ich eine SMS mit Neujahrswünschen aus Hawai, es sei so toll.... Es ist furchtbar. Nun ist er tot, und SIE war AUCH nicht bei ihm... Ich bereue sehr. Vielleicht würde er noch leben, hätte ich mich NICHT an sein Verbot gehalten LG Fraukrause, die der Meinung ist, in seiner Hinsicht zu viel falsch gemacht zu haben... PS: Ich werde heute anrufen in seiner Wohnung (die Nr. seiner Eltern habe ich leider nicht mehr), vorsichtig nach Hilfe oder Gesprächen anfragen und danach, dass ich mir so gerne ein kleines Andenken aus seiner Wohnung aussuchen würde, vielleicht etwas aus der Zeit, in der wir zusammen waren, meint Ihr, das kann man machen? Ich weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist.
Hallo I., ich denke, es ist normal, sich nach dem Freitod eines geschätzten Menschen zu fragen, ob man etwas hätte tun können, das diesen Schritt verhindert hätte - es gehört dazu, weil es so unbegreiflich ist, dass dieser Mensch einfach weg sein soll. Aber selbst mit mehr Kontakt hättest du wahrscheinlich nicht viel ausrichten können - zu einem Selbstmord gehört eine so abgrundtiefe Verzweiflung, das selbst Therapeuten an so etwas scheitern. Dass du etwas haben möchtest, das dich an ihn erinnert, kann ich gut verstehen - ich glaube aber, dass ich darum nicht telefonisch bitten würde. Wenn du kannst, würde ich eher vorbeifahren und die Eltern direkt darum bitten, der persönliche Kontakt Auge in Auge wäre mir in dem Fall wichtig. Alles Liebe dir, und rede dir bitte keine Schuldgefühle mehr ein... Nicole
Weißt du, die Sache mit richtig und falsch ist sowieso so schwierig. Frag nach einem Andenken. Du findest schon den richtigen Ton, so wie du dich hier liest. Es ist eine beschissene Situation. Für alle. Aber denk dran: Für ihn nicht mehr. Für die, die noch da sind. Du bist nicht dafür verantwortlich, ob jemand lebt oder stirbt. Du bist für dich verantwortlich (und für so hilflose Wesen wie Kinder und Haustiere, klar). Wenn du magst, schau mal bei www.youaregodalso.com - da kann man eine Karte ziehen. Mir hat das schon oft weitergeholfen. Lg Fredda
Erstmal mein aufrichtiges Beileid!Genau dasselbe passierte uns auch.Deshalb konnte ich dir neulich nicht antworten.Vor 12 Tagen nahm sich ein lieber Freund mit 45 Jahren das Leben.Er war immer gut gelaunt,immer lustig,sorgte überall für Stimmung und gute Laune und plötzlich:alles vorbei.Keiner weiß,warum?Wir sahen uns neulich und er war sooo schlecht drauf.Und nein,ich fragte ihn LEIDER nicht,was los ist,dachte nur:Jeder hat mal einen schlechten Tag.Und nun-alles zu spät und vorbei.Mir kommen auch oft Gedanken,wie:Hätte ich... .Nein,wir sind nicht Schuld.Menschen,die das planen,reden nicht darüber.Ich frage mich nun ständig,wie ,Abgrundtief`verzweifelt ein Mensch sein muss???Sein Sohn,seine Mutter,Freunde...alle sind nun geschockt und so Rat-und Sprachlos. Am Samstag ist die Trauerfeier.Ich bekomme gerade wieder Gänsehaut.Es wird sehr schwer. Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!!Was bleibt,sind wunderbare Erinnerungen,die uns Keiner nehmen kann!!!
auch mein mitgefühl, frau krause. bei mir reißt das erinnerungen und wunden auf, deswegen habe ich nichts geschrieben. meine freundin warf sich 1989 vor die s-bahn. ich kenne genau deine gedanken, bei mir war es nicht mal ein verbot, daß ich nicht nahe war, sondern meine unfähigkeit mit ihrer krankheit ( immer wieder psychosen ) umgehen zu können. das hat mich seinerzeit abstand nehmen lassen.... es ist so wie es ist und es ist mühsam sich mit versäumnisgefühlen zu plagen. man kann in solchen fällen nichts verhindern. du kannst alles machen, was dir den abschied erleichtert. ich bin damals zur mutter gegangen und wir haben bilder angeschaut...stundenlang...und zusammen geweint....
jemand, der Suizid begehen möchte, hat so eine starke Todessehnsucht, dass er das tut. Egal, ob "jemand bei ihm gewesen wäre" oder nicht. Diese Menschen finden immer Mittel und Wege und wenn es eben zu einem anderen Zeitpunkt ist. Deswegen noch mal bitte (!!!!), es ist niemand SCHULD!!! Fahr, wenn du das kannst, zu den Angehörigen. Als mein Mann damals verstarb, war ich glücklich um alle die, die sich nicht (aus Angst) zurückgezogen haben. Letztes Jahr ist ein ganz lieber Mensch verstorben. Ich bin, (weil ich das Bedürfnis hatte), einen Tag später zu seiner Mutter gefahren. Sie war dankbar!