Elternforum Aktuell

Fragebogen Wehrdienst

Aktuell
Fragebogen Wehrdienst

DecafLofat

Den Fragenbogen sollen zwar alle 18 jährige erhalten, aber männliche sind verpflichtet, ihn zurück zu senden, habe ich das angedachte Konzept korrekt verstanden? Wie lange wird es dauern, bis die erste Klage wegen AGG deshalb erfolgt?    


Lauch1

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

Was glaubst Du denn wer im Falle einer Mobilisierung in Deutschland eingezogen werden würde? Kein "Konzept", sondern steht im (ausgesetzten/nicht abgeschafften) Wehrpflichtgesetz.  


Ellert

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

Warte ab was wirklich kommt. Eines sollte man sich klarmachen, die Wehrpflicht ist nicht abgeschafft nur ausgesetzt so dass es für mich keine Frage wäre wenn die Fragebögen kommen sollten als vereinfachte Musterung vorab. Kein Land kann es sich leisten ohne Armee dazustehen, woher sollen die Leute im Notfall kommen ? Ich fände es allerdings gerechter ALLE anzuschreiben, auch junge Frauen denn er in allen Punkten nach Gleichberechtigung ruft sollte sich da auch angesprochen fühlen. Rosinen rauspicken finde ich nicht die beste Lösung. Was die bessere Frage wäre, kommen durch solche Fragebogen wirklich ausreichen Freiwillige ? Oder brauchts am Ende doch wieder die Wehrpflicht wie früher


DecafLofat

Antwort auf Beitrag von Ellert

Ich bin voll dafür, dass alle ein Jahr generell der Allgemeinheit Dienst leisten sollten. Zivi und solche Späße aber bitte nicht, denn damit sparen sich die Anbieter nur "echte" Arbeitsplätze. Meine Kinder (männlich und weiblich) wären alle dafür, die Grundausbildung zu machen, wir haben aber, meiner army brat Biographie geschuldet, kein schlechtes Bild der Armee. Ich habe mich nur gefragt, wie lange es dauert, bis eben ein männlicher Empfänger der Postkarte klagt, weil er qua Geschlecht zur Antwort verpflichtet ist. Ja, man wird sehen, wie und wann was kommt. Ein Wiedereinführen der Wehrpflicht braucht rund 10 Jahre, da man die ganze Infrastruktur dafür erst wieder hochfahren muss, das war bei Maischberger vor einiger Zeit mal Thema. Warum ist Deutschland in sowas eigentlich so unfassbar lahm? Dann wäre meine jüngste 23.


selen348

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

da muss ein allgemeines Dienst Jahr her, für alle Geschlechter gleich. Das man wahlweise entweder bei der Bundeswehr, beim THW, bei der Feuerwehr oder Zivildienst ableisten kann. Dann wird sich evtl ein Großer teil der Frauen eher für zivildients entscheiden, aber das ist halt dann eine Persönliche entscheidung. Und das wo es am meisten an Personal Mangelt, fördert man eben durch bessere Bezahlung oder kürzere Zeiten als die anderen Dienste, so kann man steuern wieviele sich wofür entscheiden.


Ellert

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

Verrate ich hier ein Geheimnis wenn ich sage dass man die Rservisten in Hotels unterbringt weil kaum mehr Unterkünfte mehr in den Kasernen sind ? Wo sollten dann die Wehrpflichtigen schlafen - ja es dauert ewig bis das alles was man abgeschafft hat wieder aufgebaut wird und kostet sehr viel Geld welches Herr L. nicht hat. Heute ist man gescheiter, man hätte vieles nicht abschaffen sollen


Ellert

Antwort auf Beitrag von selen348

Wäre der beste Ansatz - wer vom System profitieren möchte ( sei es nun Bürgergeld, Bafög, Kindergeld für eigene Kinder, was auch immer der sollte auch einen Dienst für sein Land leisten und ihm ein Jahr seines Lebens widmen. Viele würde dabei reifen, gebraucht werden viele, auch jetzt das THW in der Flut oder Feuerwehren sind unverzichtbar


selen348

Antwort auf Beitrag von Ellert

ja, und dass militärdienst für Frauen genauso funktioniert, kann man ja in Israel sehen, deren Armee ist ja jetzt nicht gerade als ineffektiv bekannt. und da wir nicht so viele Soldaten brauchen werden, ist das doch eine Super chance andere Dienste wie THW und Feuerwehr zu stärken, oder Personal bei der Pflege oder krankenhäuser zu entlassten oder auch in Kindergärten... werden wir alles brauchen.


Everdin

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

Beide Mädels haben ihre Postkarten schon lange bekommen, und zwar mit 16 Jahren (!!!) Ich weiß jetzt nicht wirklich, was sich mit diesem Musterungskrams ändern soll, vielleicht wäre es super, wenn erst junge Leute ab 18 Jahren von der Bundeswehr Post bekommen würden und nicht schon mit 16 Jahren. Diese komischen "Werbepostkarten" gibt es doch schon für alle so ab der 10 Klasse. Natürlich würde es Klagen geben, wenn nur junge Männer verpflichtet werden, die Wehrpflicht light auszufüllen. Zu Recht!   Ich verstehe aber auch nicht, was man mit 20.000 Soldat*innen mehr überhaupt wuppen möchte, das ist das an Blutzoll, den die Russen in drei Wochen verlieren (keine Ahnung, wie hoch die Ukrainer bezahlen) Von der Logistik will ich gar nicht reden. Keine Kasernen, keine Toiletten, keine Schuhe, keine Fachkräfte, um den PVC-Boden im Schlafsaal zu verlegen, keine Ausbilder und Ausbilderinnen. Ich würde ja erst einmal anfangen, die Bauanträge für Kasernen zu stellen.


Rachelffm

Antwort auf Beitrag von Ellert

sie schreiben doch alle an, nur die männer sind eben verpflichtet zu antworten, die frauen nicht.


kuestenkind68

Antwort auf Beitrag von Ellert

Viele Kasernen sind unwiderbringlich weg. Unser Haus steht in einem Neubaugebiet auf einem Gelände auf dem früher eine große Kaserne war. Hier kannst du keine Rekruten mehr einziehen lasse und ausbilden...    


luna8

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

Es ist doch schon mal gut, dass es Wehrdienst und nicht Wehrpflicht genannt wird. Es entwickelt sich.   Ich finde Ellerts Ansicht gut ( ich weiß, dass ihr Mann im Militär ist).   Mädchen sollen aber auch ein Jahr in den Dienst für ihr Land gehen.   Deine Frage kommt erst in ein paar Jahren auf uns zu. Es fließt viel Wasser.....


Kerstin123

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

So wie ich es verstanden habe ist die Wehrpflicht nur ausgesetzt und nicht abgeschafft und die Wehrpflicht betrifft aktuell nur Männer, deshalb ist es nur für Männer verpflichtend den Fragebogen abzugeben  ich finde den Ansatz eigentlich ganz gut, so ist jeder gezwungen, zumindest mal darüber nachzudenken bzw. sich damit auseinanderzusetzen.. Freiwillig bleibt es ja trotzdem Frauen erhalten den Brief übrigens auch, Dh, falls sie Interesse haben können sie den beantworten.  die werbepostkarte für die Bundeswehr hat meine Tochter auch jetzt schon bekommen. ich denke, dass ist nur der erste Schritt, als nächstes kommt wahrscheinlich ein verpflichtendes Jahr für alle, aber dafür müssen erst mal die Strukturen und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. das og Konzept ist wohl auch am schnellsten umsetzbar   


sarahT

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

So habe ich es auch verstanden. Zurzeit sind immernoch nur männliche Personen wehrpflichtig (Frauen waren es ja noch nie und es war ja damals schon großer Aufschrei, als Frauen überhaupt zum Bund zugelassen worden sind). Zurzeit müssen sie dieser Pflicht nicht nachkommen, aber es wird ja immer Mal wieder mit dem Gedanken gespielt es wieder zu aktivieren. Aber deshalb müssen die männlichen Personen ihn zurück schicken, die weiblichen dürfen es als Werbung erachten. Mein Mann und ich sprechen in letzter Zeit immer Mal wieder darüber, ob ein verpflichtendes Jah für die junge Generation gut wäre. Nicht nur an sich selbst denken, Dinge einfach mal machen müssen, sich nicht einfach vor etwas drücken können, Dinge aushalten, die man blöd findet, pünktlich sein, Menschen sehen, denen es schlechter geht als ihnen selbst, aber auch sehen, das man im Team etwas erreichen kann, dass die Kraft, die man investiert, etwas bewegen kann, jemand anderem zu Nutze sein kann. Wir denken, dass es jedem jungen Menschen egal welchen Geschlechtes gut tun würde mal aus der eigenen Komfortzone gehen zu müssen. Ich habe keine konkrete Idee zur Umsetzung, aber Möglichkeiten gibt es genug denke ich.


ak

Antwort auf Beitrag von sarahT

Früher habe ich mich für alle Jungs gefreut. Mittlerweile denke ich... dass der Wehrdienst der Jugend gar nicht mal so schaden würden. Disziplin, Ordnung, Sauberkeit.. das alles wird den jungen Leuten dort nochmals vermittelt. Und keine Widerworte... denn das käme nicht gut.  Entschuldigung... ich höre und sehe einfach zu viele junge Männer... die sind solche Schluffen... und kommen nicht aus dem Quark. Wenn ich die schon am Telefon habe.. weiß ich... wo der Hase herläuft. Natürlich sind nicht generell alle so. Es gibt auch ältere Leute... die es einfach nichts geregelt bekommen. Mein Mann sagte gestern noch.. in allen Berufen sollen Frauen bevorzugt werden... nur jetzt sollen sie verschont bleiben ? Ich weiß nur nicht, wie Frauen sich im Krieg so behaupten sollen. Vielleicht vertue ich mich da auch. Ich habe da eine zwiegespaltene Meinung zu.  Wir haben auch so viele Migranten, die ja nicht arbeiten dürfen.. vielleicht täte es denen ja auch ganz gut, sie einzuziehen. Sie sollte man nicht außer Acht lassen. Sie hätten etwas um die Hand, und bräuchten sich in den Unterbringungen nicht die Köpfe einschlagen.  


EinTraumWirdWahr

Antwort auf Beitrag von ak

Du möchtest, dass Menschen, die unter Umständen aus Kriegsgebieten oder aus kriegsähnlichen Verhältnissen kommen, bei uns im Militär dienen? Wow! Dass auch sie nützliches tun können, ob im Pflegebereich oder an Schulen oder auch im Bereich der Landschaftspflege - da wäre ich dafür und finde das wichtig. Als Win-Win für alle, denn dass die Menschen in den Unterkünften sinnvoll beschäftigt sein sollten, das ist glaube ich recht unstrittig.    Aber das Militär halte ich für den falschen Ansatz, auch wenn es dort Gottseidank nicht ausschließlich Dienst an der Waffe gibt. Ich komme aber aus einer Offiziziersfamilie und würde aus dem Grund Migranten (zumal wenn noch nicht integriert und in den Unterkünften lebend) dort absolut raushalten. Zu deren psychischen Schutz vor allem.  generell halte ich so ein Gesellschaftliches Jahr für alle sehr wichtig. Ob jünger oder älter. Pflicht an der Waffe sehe ich etwas kritischer.   


WonderWoman

Antwort auf Beitrag von ak

genau dieser corpsgeist - keine widerworte, disziplin - hat aber dem militär nachhaltig geschadet und ich finde es auch etwas billig die geringer werdende "wehrfreude" jetzt der politik anzulasten. die bw hat sich ja skandalmäßig nicht nur mit ruhm bekleckert und ich habe nie so wirklich irgendwas selbstreflektierendes auf die skandale gehört oder gesehen. nur immer "tja, das gehört halt dazu und war schon immer so!" mein onkel1 erinnert sich hauptsächlich an die besäufnisse in der kaserne, onkel2 an die demütigungen durch die vorgesetzten & kameraden. so macht man keine werbung für neue rekruten. wenn man die pflicht wieder einführen muss weil man es nicht schafft die bw als wertschätzenden und karrierefördernden arbeitgeber zu etablieren sollte man sich schämen.


Quack123

Antwort auf Beitrag von WonderWoman

und genau deshab wäre es wichtig, dass es für alle Geschlechter gilt, denn genau damit bricht man solche Struckturen auf


Ellert

Antwort auf Beitrag von WonderWoman

Wann waren denn Deine Onkel beim Militär ? Ich kenne auch noch die Geschichten aus den Altengeneration die zur Strafe mit der Zahnbürste Klos putzen mussten - aber das ist schon seeeehr lange verboten. Auch ist saufen seither vom Tisch seit die Herren nicht mehr in der Kaserne wohnen und dort abends die Langeweile bekämpfen. Allerdings ist das auch das Hobby mancher Feuerwehrleute wenn sie Montags zusammensitzen und genug gelöscht haben. Eigentlich geht es auch nicht darum Langzeitdiener zu suchen, es sollen erstmal Viele eine Grundausbildung bekommen für den Fall der Fälle. Auch dann in den ehemaligen Zivisparten, man braucht im Verteidigungsfall auch eine große Menge an Menschen die Verletzte versorgen können, die Schutt wegschaffen, Dämme neu bauen etc


ak

Antwort auf Beitrag von EinTraumWirdWahr

Du möchtest, dass Menschen, die unter Umständen aus Kriegsgebieten oder aus kriegsähnlichen Verhältnissen kommen, bei uns im Militär dienen? _______________________________________ Vielleicht sehe ich das auch zu locker. Kann sein. Aber... irgendwie sollten sie sie beschäftigen... das finde ich nicht verkehrt... bevor sie auf dumme Gedanken hier kommen. Und warum sollten unsere Kinder nur an die Waffe ? Wenn wir hier Krieg bekommen, müssen unsere Kinder doch auch an die Front.  Findest du es dann immer noch richtig, die Geflüchteten daraus zu halten ? Denn unsere Kinder würden dann genauso ein Trauma bekommen. Da dürften dann m.E. auch keine Unterschiede mehr gemacht werden.      


WonderWoman

Antwort auf Beitrag von ak

tatsächlich gibt es mit ausländischen dienstverpflichteten oft ein dilemma. sollen dann auch russen an die waffen wenn putin auch in der nato einmarschiert, z.b.? wie prüft man ob das ein anti-putin-russe ist oder ein pro-putin-russe der dann innerhalb seiner kompanie leute auf die falsche seite zieht? einfach freundlich fragen wird kaum zum erwünschten ergebnis führen. die menschen die du meinst sind ja auch noch nicht als asylbewerber anerkannt (denn wenn sie anerkannt sind dürfen sie arbeiten - und tun das auch meistens). da haben wir dann auch den (potentiellen) islamisten an der waffe. ernsthaft? nicht umsonst wurden auf allen seiten im ww2 bestimmte bevölkerungsgruppen nicht eingezogen. in usa waren z.b. die japaner außen vor, auch wenn sie schon seit generationen im land wohnten (sie wurden stattdessen kaserniert - anderes thema). warum wohl?


Caot

Antwort auf Beitrag von ak

Keine Widerworte. Mal so richtig den Männern zeigen wo der Hase lang läuft? Und den Frauen natürlich auch.    Ich sehe das ganz nüchtern. Es bedarf keiner Pflicht wenn es die BW schaffen würde wie ein normaler Arbeitgeber seine jungen Leute zu umwerben, zu unterstützen und zu ertüchtigen. Aber mit fairen, gerechten, mutigen Vorbildern, Unterstützern und motivierenden Vorgesetzten. Helfende Hände. Dann klappt das auch mit der Motivation. Mein dualer Student wird auch von seinem AG gefordert, aber auf Augenhöhe. 


Neverland

Antwort auf Beitrag von ak

Nur das viele bereits ihre Dienstzeiten in ihren Ländern hatten. Aber dann bitte gleiches Recht für alle, Deutsche welche meinen sich ins Ausland absetzen zu müssen, sollten dort auch derden Wehrpflicht komplett durchlaufen und bitte auch in Krisenzeiten verpflichtet werden. 


kuestenkind68

Antwort auf Beitrag von sarahT

Ich denke, auch vielen Älteren würde ein Jahr Dienst für die Allgemeinheit gut tun. Es gibt ja eine Generation die weder Wehr- noch Ersatzdienst leisten musste. Und die Zuwanderer könnten ja auch ein Jahr für die Gesellschaft arbeiten. Dann würden sie die Sprache lernen, sich qualifizieren und besser integriert werden...


WonderWoman

Antwort auf Beitrag von Ellert

hä? oben sagst du dass erst kasernen wieder hergerichtet werden müssen und jetzt wohnen die gar nicht mehr drin? was denn nun? meine onkel mussten den ganz normalen wehrdienst leisten damals. die sind jetzt mitte/ende 40, also wann wird das gewesen sein? meines wissens wird der grundwehrdienst immer noch in der kaserne abgeleistet. ja das ist abends öde und dann baut man scheisse. ein verbot hält da auch nicht so richtig davon ab. beim kurzen googeln habe ich einen welt(!)-artikel von 2004 gefunden über damals aktuelle fälle und eine studie. zitat: "Knapp 60 Prozent der befragten Männer über 18 Jahren gaben demnach an, während ihres Militärdienstes "schikaniert, unterdrückt, schwer beleidigt oder gedemütigt" worden zu sein." 60%!!!!!!! und das ist die generation die jetzt jugendliche kinder hat und denen die bw schmackhaft machen soll. ich verstehe ja dass du ein besseres bild von der bw haben willst wenn dein mann da arbeitet. aber es hilft doch nicht die augen davor zu verschließen. gab es jemals eine interne aufarbeitung? wenn die bw ein interessanter und gesuchter arbeitgeber sein möchte helfen keine bunten werbebildchen und -filmchen, da gehört auch auf die dunklen stellen geschaut.


Ellert

Antwort auf Beitrag von WonderWoman

Ich bin selbst bei der Bundeswehr, daher nicht so weit weg wie Du denkst vom Thema. Drum kenne ich die aktuellen Regelungen und Zustände gut. Es gibt wenige Unterkünfte in der Kaserne, viele Soldaten sind "Heimschläfer" sprich pendeln jeden Abend, auch die FWDL. Reservisten braucht man heute mehr als früher weil man die Arbeit nicht mit den Aktiven schafft ( zu wenig) und auch die pendeln oder werden wegen Unterkunftsmangel in  Hotels untergebracht. An Lehrgangsorten kann man unterkommen in der Kaserne aber durch den Umbau auf kleinere Stuben mit Nasszelle etc fallen da natürlich viele Kapazitäten weg. Den Umbau aber brauchts wegen der von Dir geforderten Attraktivität. Im Vergleich zu 1990 zB wird deutlich weniger versetzt, es wird bei eigenem Hausstand TG bezahlt statt wie früher einen Umzug zu fordern, es gibt mehr Stellenbündelungen etc.  Was Du nie wirst vermeiden können ist das Prinzip Befehl und Gehorrsam - es gibt kein "könnten Sie bitte wenn sie denn wollen strammstehen" Und da ist auch das Thema Demütigung weit gefasst. Vor 30 Jahren war in allen Männerberufen zB. das Schwulsein ein Grund von allen gemobbt zu werden, Bundeswehr, Feuerwehr, Fußball  - das ändert sich. Les den Fall "Anastasia Biefang" - auch sowas geht bei der Bundeswehr heute. Ich kenne auch die Wehrbeauftragtenberichte, aber auch die Berichte von Menschen (oft Frauen) die in großen Unternehmen sich an den Hintern fassen lassen mussten etc - wo Macht ist wird diese missbraucht. Ich wehre mich gegen die Vorstellung dass beim Bund alles Nazi-Männer sind die Rekruten quälen und daran Freunde haben. Es ist ein Arbeitgeber wie viele andere auch mit Vorteilen und eben auch vielen Nachteilen. Mein Schwager ( schon Rentner)  übrigens erzählt heute noch von seiner tollen Wehrpflichtigenzeit und dem Zusammenhalt, leider auch den Besäufnissen die er toll fand. Märsche über viele km mit Blasen an den Füßen und danach das Grillen  - damit lockt man allerdings keine Jungen hin die schon beim Schulausflug statt im Schwarzwald zu wandern lieber in den Europapark wollen. In einer Spaßgesellschaft heute ist Pflicht und Dienen out - ein Jahr für die Allgemeinheit für beide Geschlechter wäre ein guter Einstieg ins Erwachsenenleben. Das mit nicht Bundeswehr sein, auch Soziales in den Blaulichtorganisationen, Altenheimen etc  


Maya7

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

Ich bin in diesen Zeiten von Fachkräftemangel und langzeitstudierenden definitiv für eine Art "Dienstjahr". Jeder der von der Schule abgeht, egal ob nach dem Abi, oder nach der Realschule, egal ob männlich oder weiblich muss ein Jahr investieren. Das kann bei der Bundeswehr sein, das kann in Form von Freiwilligendienst (FSJ/BFD) sein.  wie schon geschrieben, jeder will Gleichberechtigung bitte sehr kann man haben. So darf die Frau auch Wehrdienst machen, wenn sie möchte, der Mann aber auch als FSJ zb. in der Kita "dienen" wenn er will.  Gerade im Bereich Kinderbetreuung/Altenpflege/Krankenhäuser fehlt es doch auch an Hilfskräften.  Wenn eine Kita 2 Fachkräfte und 3 Hilfskräfte hat, ist es zwar immer noch nicht gut, aber es kann zumindest eine Betreuung stattfinden die nicht jeden Tag in den Notbetrieb muss, weil kein Erwachsener da ist. Mit kleinen Kindern spiele spielen kann nach einer kurzen Einarbeitung sicherlich jeder. Ich selbst habe meiner Zeit nach dem Abi ein FSJ gemacht in einer Grundschule und würde sagen, davon kann jeder profitieren. 


WonderWoman

Antwort auf Beitrag von Maya7

lanzeitstudierenden?? die studiendauer sinkt seit jahren kontinuierlich. ich habe ein fsj im altersheim gemacht. ich finde ein verpflichtendes "dienstjahr" nicht verkehrt. wer zeit hat in neuseeland schafe zu scheren hat auch zeit in deutschland dämme zu bauen gegen das hochwasser. nur sollte man nicht glauben dass man den fachkräftemangel damit behebt. irgendwo (im spiegel??) las ich kürzlich dass die betreuungsqualität nachweislich sinkt wenn irgendwelche heiopeis in kitas eingesetzt werden statt qualifizierter kräfte. mehr misshandlungen, weniger förderung.


Caot

Antwort auf Beitrag von Maya7

Wieviel Langzeitstudierende oder andere faule Säck:innen kennst Du denn, denen Du die Rute des Drills und der Demütigung verpflichtend gönnen würdest.    Mit den Füllwörten "nie, immer, alle, jede:r" sollte man bedacht umgehen. Mich schaudert bei deinem Blick auf die Arbeit der Erzieher:innen. Schräger geht das kaum noch. Im Kontext, dass alle faule Säcke sind und es jede:m gut töte mal so richtig zu marschieren, Frage ich mich, was deine Lebenserfahrung geprägt hat.


misssilence

Antwort auf Beitrag von Maya7

Keine Ahnung, wie du dir Kitas vorstellst, aber du scheinst sie mit etwas größeren Play Dates zu verwechseln...Das, wofür es tatsächlich Personal in einer Kita braucht sind zwischenmenschliche Bereiche, die nichts mit ein bisschen spielen zu run haben: respektvoller Umgang mit Ausscheidungen; trösten (echtes trösten, kein ablenken!)); halt und Sicherheit geben, das Kind seiner entwicklungsgerecht ansprechen, etc. Schon Fachkräfte mangeln da oft dran, da Ausbildung zu lange her und nicht mehr up to date, oder sonstwas. Bei deinem vorgeschlagenen Schlüssel mit 2 Fach- und 3 Hilfskräften ist die Betreuung auch nicht gesichert; so MUSS (in NDS) zB immer ein:e vollwertige:r Erzieher:in anwesend sein. Azubis und Freiwillige zählen idR (zurecht!) gar nicht mit.


Neverland

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

Auf welcher Grundlage den eine Klage?  Es gibt nun einmal für die deutschen Männer eine Wehrpflicht. In den letzten Jahren war lediglich die Einberufung ausgesetzt. Meines Wissens nach hat die Wehrpflicht als solches aber immer noch Bestand. Ich würde sie allerdings um die Mädels erweitern - willkommen im Zeitalter der Gleichberechtigung. Udn wer nicht tauglich ist oder es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, muss halt entsprechend andere Dienste erfüllen - welche im Krisenzeiten benötigt werden könnten. Also nichts von wegen ich mach mal rein einen auf Naturschutz oder Altenpflege. Sinnvoller wäre soi etwas wie Aufbau, Infrastruktur und versorgung ua auch mit Lebensmitteln usw. Natürlich auch Krankendienste. 


WonderWoman

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

weil er hinter der bezahlschranke ist stelle ich hier mal komplett eine kolumne aus dem spiegel ein, die ich zu dem thema absolut lesenswert finde. "Wehrpflicht den Anfängen Eine Kolumne von Samira El Ouassil Kostenfreier Führerschein, Sprachkurse und Verbesserung des NC: Die Bundeswehr soll für junge Menschen noch attraktiver werden. Aber dieser Vorschlag ist eine mit Camouflagemuster bemalte Mogelpackung. 14.06.2024, 12.33 Uhr Kriegstüchtig müsse Deutschland werden, so der Plan des Verteidigungsministers Boris Pistorius. Nun fehlen jedoch der Bundeswehr seit dem Aussetzen der Wehrpflicht im Jahr 2011 die Reservist:innen und Rekrut:innen, um diese Kriegstüchtigkeit nach den Vorstellungen der Regierung erreichen zu können. Stell dir vor, der Kriegsdienst ist freiwillig und keiner geht hin… Die russische Invasion in der Ukraine hat die Angst vor einer mangelnden Verteidigungsfähigkeit wieder verstärkt mobilisiert und damit auch Überlegungen über den seit 2011 ausgesetzten Grundwehrdienst in Stellung gebracht. Am Mittwoch präsentierte Pistorius in der Bundespressekonferenz sein neues Konzept, irgendwo zwischen »freundliches Fragen« und Nudging durch verlockende »Anreize«. Es ist angelehnt an das schwedische Modell und entspricht einem sogenannten »Auswahl-Wehrdienst«. Wie in einem grimmschen Märchen bekommen alle 18-Jährigen eines Jahrgangs eine E-Mail der Regierung, ein als Fragebogen getarnter »Bundeswehr-Existenz-Reminder«, der in Erfahrung bringen soll, ob die gerade volljährig gewordenen Bürger daran Interesse hätten, ihr Land im Kriegsfall zu verteidigen – oder erst mal zumindest bei einem freiwilligen, sechsmonatigen Grundwehrdienst mit Verlängerungsmöglichkeit mitzumachen. Für Männer wäre es Pflicht, den Bogen auszufüllen, Frauen könnten ihn ignorieren. (Um die Beantwortung des Fragebogens auch für Frauen verpflichtend zu machen, müsste man das Grundgesetz ändern, aber Gleichberechtigung würde bedeuten, den Bogen auch für Männer nicht verpflichtend zu machen.) Zum Dienst an der Waffe wird in diesem Entwurf also kein Mann gezwungen, aber immerhin dazu, einmal amtlich verbrieft darüber nachzudenken, ob man sich den Dienst vielleicht nicht doch vorstellen könnte. Was jedoch nicht heißen würde, dass diejenigen, die positiv antworten, automatisch genommen werden. Man möchte sich also die Option offenhalten, aus den Nicht-Abgeneigten nur die geeigneten Rekruten auszuwählen. Doch grundsätzlich soll die Bundeswehr erst mal noch attraktiver werden: Die jungen Bürger:innen sollen mit der Möglichkeit gelockt werden, kostenfrei den Führerschein zu machen, Sprachkurse zu belegen und ihren NC durch die geleistete Zeit zu verbessern, um folglich nach Dienstende bessere Chancen für Studienplätze zu haben. Wenn man sich für länger als sechs Monate verpflichtet, gibt es noch 5000 Euro obendrauf – und wenn man gleich noch heute unterschreibt, kriegt man zusätzlich eine Ausgabe des E-Books »Die 100 verzweifeltsten Mittel der Bundeswehr, um junge Menschen zu rekrutieren« gratis dazu. Ein kosmetischer Versuch Na, das klingt doch alles gar nicht so schlimm, oder? Im Grunde wurde also erklärt, dass man plane, die personelle Korrosion der Bundeswehr durch Regierungs-Spam mit Lesebestätigung zu lösen. Je nach Wohlwollen in der Betrachtung ist dieser Vorschlag eine mit Camouflagemuster bemalte Mogelpackung oder eher komplett unausgegoren. Eine Mogelpackung deshalb, weil aktuell in der Ampel zurecht niemand eine Revitalisierung der Wehrpflicht unterstützt. Und das bisschen Verpflichtung, als männlicher 18-Jähriger den Staat nicht zu ghosten, ist eher der kosmetische Versuch, mehr Nachdruck bei der Akquise von Rekruten und Reservisten zu inszenieren. Die Regierung möchte nicht nur, dass Menschen etwas machen sollen, was sie offenbar nicht machen wollen, sie sollen dieses Sollen auch bitte freiwillig machen wollen. Auf Freiwilligkeit wird gegenwärtig ja schon gesetzt – aber anscheinend fehlen dennoch um die 20.000 Soldaten. All das freundliche Hinweisen, die Inszenierung von Nahbarkeit, Werbekampagnen, abenteuerliche Imagefilme, haben nicht gereicht – und nun sollen eine behördliche E-Mail und eine E-Mail-Beantwortungspflicht diese Lücke füllen? Laut Pistorius sollen im ersten Versuch 5000 Soldat:innen rekrutiert werden. Werde diese Zahl nicht erreicht, dann müsse man dauerhaft über »eine verpflichtende Option nachdenken; das versteht sich von selbst«, und erklärt, dass es ohne Pflichtanteile nicht gehen werde. Das Kleingedruckte läuft also darauf hinaus: Wenn abzusehen sein sollte, dass nettes Fragen und ein paar Scheine hinhalten nicht ausreichen, dann wird früher oder später wieder über einen verpflichtenden Grundwehrdienst gesprochen werden. In Schweden wurden Menschen bereits zwangsrekrutiert. Statt die Idee der Bundeswehr und ihre jetzige Form strukturell zu überprüfen, sowie die Frage zu stellen, warum Bürger nachvollziehbarerweise keine Staatsbürger:innen in Uniform sein möchten, wiederholt man das Mantra, dass es darum gehe, das »Mindset« zu ändern. Die Erzählung, mit der die Wehrdienstpläne politisch verkauft werden sollen, ist die einer sinnstiftenden, solidarischen Arbeit, schließlich habe man hier die erfüllende Möglichkeit, der Gesellschaft endlich wieder etwas zurückzugeben. Politisch reagierte man verhalten bis gemischt auf den Entwurf von Pistorius. Marie-Agnes Strack-Zimmermann will unüberraschenderweise, dass der Fragebogen auch für Frauen verpflichtend ist. Insbesondere nach dem Wahlergebnis der EU-Wahl ist die Diskussion über eine neue Wehrpflicht die vielleicht abwegigste Reaktion. Nach diesem Schock über die politischen Orientierungen bei den 16- bis 29-Jährigen, die von Zukunftsängsten und Regierungsablehnung geprägt zu sein scheinen, verharrt man ernsthaft nach wie vor in dem »Was kannst du für dein Land tun?«-Modus? Nur: Was hat denn das Land, sagen wir mal, die letzten vier Jahre für junge Menschen getan? Beispielsweise in puncto Wohnraum, Lebenshaltungskosten (erinnert sich noch jemand an die Energiepreispauschale für Studierende?), Klimapolitik und Nachhaltigkeit oder Generationengerechtigkeit? Wie ist man mit den heute 18-Jährigen während der Pandemie umgegangen? Und man denke allein an das neue Rentenpaket (Hahaha!). Diese 18-Jährigen müssen für die verschlafenen Klimaschutzmaßnahmen zahlen, das defekte Rentensystem ausgleichen, die Schuldenbremse kompensieren, die entschiedener verteidigt wird als ihre Zukunft – und nun sollen sie sich zum Dank auch noch in den Dienst dieses Landes stellen? Die Regierung hat bei der EU-Wahl eine deutliche Quittung erhalten. Und jetzt möchte sie trotz dieser Rückmeldung darüber diskutieren, welche gesellschaftlichen Verpflichtungen für junge Menschen sinnvoll sind? Im Englischen gibt es den Ausdruck des Catch-22, eine Redewendung, die benutzt wird, um ein Dilemma oder eine Zwickmühle zu beschreiben, die durch widersprüchliche Umstände entstehen. Der Begriff stammt von dem 1961 veröffentlichten gleichnamigen Roman des amerikanischen Autors Joseph Heller. Darin folgen wir Captain John Yossarian, einem Bombenschützen der US-Luftwaffe, der versucht, während der Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg seine geistige Gesundheit zu bewahren. Da er um die tödliche Gefahr der Flugeinsätze weiß, will er sich vom Fliegen freistellen lassen. Damit dies jedoch erfolgen kann, muss ihn der Fliegerarzt als unzurechnungsfähig einstufen. Unzurechnungsfähigkeit wird allerdings nur jenen attestiert, die mit Wissen um einen wahrscheinlichen Tod trotzdem unbedingt fliegen möchten. Sich also zum Selbstschutz vom Fliegen freistellen lassen zu wollen, wird als Zeichen von Zurechnungsfähigkeit gewertet, weshalb man folglich nicht als fluguntauglich eingestuft wird. Die jungen Menschen, die sich nach diesen letzten Jahren nicht für ihr Land rekrutieren lassen wollen, machen das aus großer Zurechnungsfähigkeit."