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Geschrieben von Heidi71 am 15.06.2004, 14:22 Uhr

Nach 1 Jahr Elternzeit schon 30 Stunden arbeiten?

Hallöchen,
ich bin in der 26. Woche und stehe vor folgenden Überlegungen:
Mein Mann und ich wollen uns die Kinderbetreuung nach 1 Jahr teilen - er ist Lehrer und kommt mittags nach Hause, ich würde dann nachmittags arbeiten wollen; möglichst auf meinem alten Arbeitsplatz.
Mein Chef ist nicht so begeistert, möchte mich am liebsten Vollzeit oder mindestens 30 Stunden pro Woche haben und überhaupt auch nur vormittags.

Jetzt stehe ich vor den Entscheidungen:
- Fremde Kinderbetreuung suchen und 30 Stunden wöchentlich vormittags auf dem alten Arbeitsplatz arbeiten
- 20 Stunden wöchentlich nachmittags irgendwo anders im gleichen Unternehmen arbeiten, Kind wird von meinem Mann betreut
- erst später wieder arbeiten, dann mit 30 Stunden einsteigen

Ist es eher förderlich oder hinderlich, das Kind bereits mit 1 Jahr halbtags in total fremde Hände zu geben?

Im Moment weiß ich irgendwie gar nix... :(

 
6 Antworten:

Re: Nach 1 Jahr Elternzeit schon 30 Stunden arbeiten?

Antwort von HeiJak am 15.06.2004, 15:20 Uhr

Hallo Heidi,
das Problem dürfte eher darin bestehen, eine zuverlässige Betreuung für 30 Std. pro Woche zu finden als darin, das Kind "fremd betreuen" zu lassen. Die Betreuung ist schon bald nicht mehr fremd für Dein Kind, sondern einfach eine andere. Und ich gehe fest davon aus, dass Du Dein Kind nicht einem x-beliebigen in die Hand drücken wirst, sondern einer Person, die Dein volles Vertrauen geniesst! Ansonsten hast Du eh keine ruhige Minute!!

Ich bin nach vier Monaten wieder drei Tage pro Woche arbeiten gegangen und erhöhe jetzt (Tochter ist 16 Monate alt)auch auf 30 Stunden. Zum Glück haben wir einen Krippenplatz!! Bedenke, dass 30 Std. pro Woche auf 5 Tage verteilt im Schnitt 6 Stunden täglich bedeuten, plus Fahrzeiten! Da dürfte es eh nix werden mit "nur vormittags" oder "nur nachmittags". Kannst Du evtl. einen Teil von zu Hause aus machen?

Hast Du Deinen Chef mal gefragt, was so schlimm an "nur nachmittags" wäre? Wenn es um die Arbeitsabläufe geht, das lässt sich alles organisieren. Meine Erfahrung: je offener Du mit Deiner zeitlichen Restriktion umgehst, desto eher werden Deine Kollegen Verständnis haben.

Meiner Tochter bekommt die Krippe sehr gut: sie ist sehr offen und kontaktfreudig und hat bisher jede Fremdelphase souverän übergangen. :-) Sie liebt den Trubel mit anderen Kindern und ist gern unter Leuten. Je mehr, desto besser. Ihr Lieblingsgeräusch: unsere Haustürklingel!! Sie weiss ganz genau, dass dann Besuch kommt - und läuft freudestrahlend Richtung Tür...

Auch oft berichtet - und ich kann es nur bestätigen: je früher die Kinder lernen, auch mal ohne Mama auszukommen, desto leichter für alle Beteiligten.

Entscheide für DICH, ob 20 oder 30 Stunden und auf welchem Arbeitsplatz. Wenn Dir Dein jetziger zusagt, würde ich dabei bleiben - die Alternative fällt gern schlechter aus...

Alles Gute, Johanna

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Re: Nach 1 Jahr Elternzeit schon 30 Stunden arbeiten?

Antwort von Heidi71 am 15.06.2004, 15:59 Uhr

Hallo Johanna,
danke für die ausführliche Antwort. Für meine Überlegungen ist vor allen Dingen hilfreich, dass die Betreuung nix mit Rabenmutter oder Abschieben des Kindes zu tun hat, sondern auch als positiv empfunden wird.

Mein Chef hat argumentiert, dass vormittags am meisten passiert und die meisten "Brände gelöscht" werden. Nun ja... Heimarbeit kommt allerdings auf diesem Arbeitsplatz nicht in Frage, da geht ein Großteil an Kommunikation und Information verloren, und alle müssen häufig auf die gleichen Unterlagen zugreifen.

Aber auf Krampf an diesem Arbeitsplatz festhalten möchte ich nicht. Zum Glück ist die Firma so groß, dass ich auch problemlos woanders eingesetzt werden kann. Denn ich tendiere schon sehr stark zu 20 Stunden, die ich dann nach und nach steigern möchte.

Ach so, wie lange hat denn die Eingewöhnungszeit an die neue Betreuungsperson gedauert? Sind 3-4 Wochen realistisch?

LG
Heidi

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Re: Nach 1 Jahr Elternzeit schon 30 Stunden arbeiten?

Antwort von toopsy am 16.06.2004, 15:29 Uhr

Also, ich bin bei meinem 1. Kind nach 6 Monaten wieder mit 30 Stunden in den Job eingestiegen. Der Kleine kam in eine Kinderkrippe - eine Eingewöhnungszeit mit Mama gab es dort nicht. ICh musste ihn morgens dort abgeben und man hat mir versprochen, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche bis ich ihn um 16 Uhr wieder abholte. Und so war es auch. Es war für den Kleinen überhaupt kein Problem - er hatte sogar viel Spass und gelacht. Mir fiel dann auch ein Stein vom Herzen - ich dachte, er würde vielleicht nur weinen oder so.
Jetzt ist mein 2. Kind auch 6 Monate alt und ich gehe in 4 Wochen wieder die 30 Stunden arbeiten. Diesmal kommt ein Aupair-Mädchen und passt auf die Kleine tagsüber auf. Mal eine andere - aber auch günstigere Lösung als die Krippe. Mal sehen, ob es gut klappt. Ich fühle mich aber auf keinen Fall als Rabenmutter. Nicht die Quantität zählt, sondern die Qualität. Die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe, ist sehr intensiv und entspanned (oft gibt es ja super genervte Mütter, die zuhause sind und unglücklich mit ihrer Situtation sind und ob das besser ist....???? ich weiss nicht).
Jedenfalls liebt mich mein Sohn, der inwzischen fast 3 Jahre alt ist, genauso sehr wie die Kinder anderer Mütter, deren Kinder zuhause sind. Die Beziehung ist trotzdem sehr intensiv.
Also, mach Dir keine Sorgen über das Thema "Rabenmutter" - auch, wenn es einige gibt, die dann so etwas behaupten. Jeder hat seinen eigenen Stil. Im Ausland (z.B. Frankreich, Schweden usw.) ist es ja sogar üblich, die Kinder mit 2!! Monaten in eine öffentliche Krippe zu geben und dann schon wieder arbeiten zu gehen.
Alles Gute
Kerstin

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Re: Nach 1 Jahr Elternzeit schon 30 Stunden arbeiten?

Antwort von Sylvia1 am 17.06.2004, 13:45 Uhr

Hallo Heidi,

es stimmt, was meine Vorschreiberinnen gesagt haben, mit einer guten Betreuung ist das alles gar kein Problem! Das Problem ist halt nur, die gute Betreuung zu finden, und da rate ich dir, dich frühzeitig umzuhören, am Ball zu bleiben und immer wieder nachzufragen. (Jugendamt nach Adressen von Kitas/Krippen fragen, Kind so früh wie möglich in mehreren Einrichtungen anmelden, immer mal wieder nachfragen, Wartezeiten sind lang; Jugendamt auch nach möglichen Tagesmüttern befragen).

Habe jetzt leider nicht viel Zeit, hab aber früher hier schön häufiger zu solchen Fragen geantwortet. Es gibt viele Beiträge zu diesem Thema hier in dem Forum. Du kannst sie schnell finden, wenn du über die Suchfunktion rechts am Rand folgende Betriffe eingibst: "krippe" "kita" "altersgemischt" "fremdbetreuung" "schlechts Gewissen" ... appropos schlechtes Gewissen: Lass dir das bloß von niemanden einreden!

Es gibt übrigens viele gute Bücher zu dem "Rabenmutterthema", einige Titel fallen mir spontan ein (es gibt aber auch noch andere), du kannst sie im Buchhandel oder im Internet bestellen:

"Gute Müter arbeiten" von Regine Schneider
"Wieviel Mutter braucht der Mensch?" von Herrad Schenk
und dann lese ich gerade noch ein Buch, das heißt "Die Kunst, in Deutschland Kinder zu bekommen" - und das ist wirklich sehr gut und aktuell! Leider fällt mir der Nachname der Autorin (Vorname: Karen ...) im Moment nicht ein, aber das Buch ist ganz neu erschienen (von 2004), und ich hatte es vor wenigen Wochen bei Amazon bestellt.

Meine jetzt 6jährige Tochter war seit dem sie 8 Monate alt war von ca. 08:00 - 16:30 Uhr in einer kleinen altersgemischten Gruppe in einer AWO-Kita und wir haben sehr gute Erfahrungen mit dieser Betreuungsform gemacht. Sie ist immer noch in ihrer Gruppe und kommt demnächst zur Schule.

Viele Grüße
Sylvia

P.S. Entschuldige, dass ich etwas durcheinander schreibe, habe im Augenblick leider nicht viel Zeit ...

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Kleine Korrektur wegen dem Buch ...

Antwort von Sylvia1 am 17.06.2004, 22:21 Uhr

Hallo,

ich nochmal, das Buch, welches ich vorhin meinte, heißt:

"Die Kunst, in Deutschland Kinder zu haben"
Autorin: Karen Pfundt
ISBN 3-87024-593-X
2004 Argon Verlag Berlin GmbH

Klappentext: "Deutschland ohne Nachwuchs? In Schweden oder Frankreich ist es kein Problem, ein Kind zu haben, denn dort gibt es gesellschaftliche und staatliche Zusammenhänge, die es jungen Familien oder jungen Müttern ermöglichen, Beruf, Karriere und Kind miteinander zu vereinbaren. In Deutschland ist das nicht der Fall. Karen Pfundt hinterfragt das traditionelle deutsche Familienbild und zeigt, wo es einer kinderfreundlichen Entwicklung im Wege steht."

Sehr lesenswert!!!

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Re: Nach 1 Jahr Elternzeit schon 30 Stunden arbeiten?

Antwort von ingrid72 am 20.06.2004, 10:55 Uhr

Hallo Heidi,

informiere Dich frühzeitig über die Betreuungsmöglichkeiten vor Ort. (Krippe-Tagesmutter)
Frage beim Jugendamt oder falls vorhanden Tageselternverein nach.
Schau Dir in Ruhe alles an und entscheide dann.

Bei uns in der Gegend gibt es keine Kinderkrippen und leider auch noch keinen Verein.
Wir arbeiten aber fleißig daran !!!

Ich arbeite selbst seit knapp 2,5 Jahren als Tagesmutter und ich weiß sehr gut, daß es sehr schwer ist eine geeignete Tagesmutter zu finden.
Falls Du Dich näher mit dem Thema Tagesmutter beschäftigen möchtest, dann lege ich Dir die Internet-Seite http://www.laufstall.de ans Herz. Dort stehen alle Infos die Du benötigst. Die Seite enthält zudem auch eine Vermittlungsbörse.

Wünsche Dir viel Glück !!!

Übrigens bist Du garantiert keine Rabenmutter, nur weil Du evtl. 30 Std. arbeiten gehst.

Die Eingewöhungszeit von ca. 3 Wochen sollte nach Möglichkeit bei einer Tagesmutter eingeplant werden. Es gibt Dir und dem Kind die notwendige Sicherheit, daß es gut aufgehoben ist !!!

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