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Geschrieben von Ulli am 23.02.2003, 21:44 Uhr

@Anja76

Hallo Anja,

schön, dass Dein Mann zu Hause bleiben will. Aber man soll sich nicht immer drauf verlassen, dass das so klappt. Mein Freund und ich (jetzt verheiratet) haben das erste Kind auch noch (geplant) im Studium bekommen (Okt 99). Er wollte zu Hause bleiben, ich arbeiten. Prüfung habe ich April 00 abgelegt und ab Juni auch gearbeitet. Er blieb zu Hause, Kind dann in der KiTa und er schrieb MA-Arbeit. Beim zweiten Kind war uns klar: Wir sind das wandelnde Klischee und fühlen uns als progressive Familie mit umgekehrte Rollen nicht wohl. Nun arbeite ich 1/2Stelle und mein Mann voll, er kam mit dem Haushalt und einem Kind nicht klar, ich kam nicht damit klar, mein Kind abends nur ein Stündchen zu sehen.
Bitte fühl Dich nicht angegriffen oder so, ist bloß meine Erfahrung.

Viele Grüße
Ulli

 
5 Antworten:

Re: @Anja76

Antwort von RenateK am 24.02.2003, 16:14 Uhr

Hallo Anja,
also ich würde mich schon drauf verlassen, dass es klappt. Wenn die Frau zu Hause bleibt, dann wird ja auch nicht gesagt, mal gucken, ob ihr das gefällt. Mein Mann ist auch 1 Jahr zu Hause geblieben, dann hatten wir einen Kita-Platz. Das war so abgesprochen, und das hatte so zu sein. Warum sollte man da Männer anders behandeln als Frauen. Das hätte übrigens auch für mich gegolten. Mir hats nun mal nichts ausgemacht, das Kind nur abends zu sehen, aber mein Mann hätte bestimmt nicht auf seinen Erziehungsurlaub verzichtet, nur weil ich auf einmal trotzdem hätte zu Hause bleiben wollen. Also, solche Absprachen müssen gültig sein, sonst stimmt was nicht.
Gruß, Renate

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@Renate

Antwort von tinai am 24.02.2003, 17:01 Uhr

Hallo Renate,
ich schätze deine Beiträge immer sehr. Dieses Mal finde ich aber, bist Du zu rigoros. Jeder kann sich einmal irren und es ist eine Riesenumstellung, wenn man aus 100% Arbeit in 100% Hausmann/Hausfrau und Erzieher wechselt. Das kann man vorher nicht ganz sicher wissen. Ein Kind zu haben war für mich die größte und einschneidenste Veränderung (überwiegend sehr positiv, aber eben auch manchmal sehr anstrengend). Ich habe auch immer gesagt, ich arbeite nach Mutterschutz, das klappt alles - organisatorisch hat es auch prima geklappt, aber am Anfang hat es mich fast zerrissen und ich wäre froh gewesen, hätte ich einfach sagen können, so habe ich es mir nicht vorgestellt, ich komme in einem halben Jahr wieder (das war unabhängig von meinem Mann und hatte mehr etwas mit Pflichtbewusstsein meinen MItarbeitern gegenüber zu tun).
Ich finde es gut, wenn dann nicht einer auf der Abmachung besteht, sondern man gemeinsam überlegt, wie man diesen "Fehler" bzw. diese eigene "Fehleinschätzung" korrigieren kann. Ehe und Partnerschaft besteht ja auch zum großen Teil daraus, Kompromisse zu finden und sich auch gegenseitig einmal aufzufangen, dazu gehört für mich, dass man nicht auf Abmachungen besteht, wenn einer darunter leidet, sondern versucht andere Lösungen gemeinsam zu finden.
In diesem Fall muss es ja auch gar nicht der "Rollentausch" sein, sondern ein dritter kann bei der Betreuung einspringen.
Gruß Tina

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@tinai

Antwort von RenateK am 25.02.2003, 9:03 Uhr

Hallo Tina,
ich geb es zu, es kam was krass rüber. Ich hatte mich halt geärgert und dann kann so was vielleicht passieren. Es ging mir nur um folgendes: dass eine Frau nach der Geburt des Kindes zu Hause bleibt, wird als selbstverständlich angesehen, kaum einer - jedenfalls sehr wenige - kommt auf die Idee, es könnte nichts für sie sein und dann müsste der Mann einspringen. Umgekehrt geschieht das aber sehr oft - "ob der Mann das schafft usw. usw." - gerade auch von Frauen übrigensn nicht von Männern. So kam auch bei mir der Beitrag von Ulli an.
Also, dass man überlegt, wenn etwas nicht klappt, wie man es gemeinsam besser machen kann, ist natürlich richtig und wichtig, da gebe ich Dir völlig recht. Aber dieses Ungleichgwicht, dass oft gemacht wird zwischen Männer und Frauen, das stört mich. Für Frauen ist die von Dir genannte Umstellung genauso schwierig wie bei Männern, nur wird sie von Frauen selbstverständlich verlangt, von Männern nicht. Irgendwie kommt mir da noch immer rüber: Frauen sind für die Kinderbetreuung geschaffen und das hat mich halt geärgert.
Ich persönlich war übrigens nach 8 Wochen Mutterschutz völlig fertig und hab mich richtig befreit gefühlt wieder ins Büro zu gehen. Bei uns war das allerdings vor der Schwangerschaft geklärt, dass ich nicht zu Hause bleibe, auch nicht halbtags - sonst hätte ich kein Kind bekommen, das gebe ich ehrlich zu, so wichtig mir mein Kind jetzt auch ist. Also habe ich sehr wohl von meinem Mann erwartet, dass er sich an die Abmachung hält. Wobei ich allerdings keine Probleme gehabt hätte, schon vor dem ersten Geburtstag des Kindes eine Kinder oder zur Not Tagesmutter zu suchen, wenn mein Mann nicht so lange hätte zu Hause bleiben wollen. Der älteste Sohn meiner Freundin kam mit 4 Monaten in die Kita und es war auch kein Problem. Insodern ist Dein Hinweis mit der dritten Person, die die Betreuung übernehmen kann sehr wichtig.
Also mein Beitrag war wohl wirklich ein bisschen undifferenziert, war aber halt eine spontane Reaktion.
Gruß, Renate

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Dann sind wir uns ganz einig. was die Erwartungshaltung an Frauen und Männer angeht, hast Du mir aus der Seele gesprochen.

Antwort von tinai am 25.02.2003, 11:02 Uhr

Gruß Tina

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@alle :-)

Antwort von Anja76 am 25.02.2003, 19:11 Uhr

Ihr seid ja putzig, da entbrennt eine ganze Diskussion ohne daß ich es mitgekriegt habe...
Ja, was soll ich sagen, ich bin einfach froh, daß ich so entspannt in eine Schwangerschaft reingehen konnte, klar kann es pasieren, daß einer von uns (oder beide) die Meinung noch ändern, dann müssen wir eine Lösung finden. Ich fühle mich selber auch noch jung (was ich ja nicht unbedingt bin, Jg. 76, hier sind ja viele gaaanz junge in den Foren) und hätte sicherlich noch kein Kind bekommen, wenn mein Freund nicht ein so überzeugter Erziehungsurlaubnehmer gewesen wäre.
Er meint (sehr richtig :-) daß es wichtig für uns beide UND für das Kind ist, daß beide Eltern zufrieden mit ihrem Leben sind, und deshalb soll ich arbeiten können, wenn ich das will.
Ich gehe davon aus, daß ich mich darauf verlassen kann, aber wie gesagt, vielleicht überlege auch ICH es mir anders wenn Knöpfchen da ist, dann werden wir uns arrangieren.
Huch, so lang geworden...
Lieben Gruß
Anja

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