Baby und Job

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Geschrieben von marit am 22.09.2003, 13:06 Uhr

Alternative Familienpolitik, Diskussionsvorschlag

Liebe Forum-Teilnehmerinnen (leider nur Frauen obwohl das Thema Beruf und Baby doch viel häufiger Männer betrifft...),

nachdem ich mich nun eine Weile mit Familien- und Rentenpolitik beschäftigt habe, kommt mir die derzeitig praktizierte Familienpolitik komplett fehlgeleitet vor. Darum möchte ich ein alternatives Modell zur Diskussion stellen.

1. Einerseits wird beklagt, daß es zu wenig Kinder gibt, andererseits werden Frauen durch das Erziehungsgeld geködert, ihren Arbeitsplatz zu verlassen. So kümmern sie sich zwar um die Rentenzahler von morgen, zahlen aber keine eigenen Beiträge mehr in die Rentenkassen. Das wiederum kann doch eigentlich nicht erwünscht sein, statt das "Zuhausebleiben" müßte doch viel eher das Modell "im Beruf bleiben" begünstigt werden. Als Nebeneffekt der unguten Entwicklung verlieren viele Frauen gänzlich den Anschluß an ihren Ausbildungsberuf. Auch dies schmälert ihre späteren Rentenansprüche und steigert die finanzielle Abhängigkeit (von Mann oder Staat).

2. Weil vor allem Frauen das Erziehungszeitmodell nutzen, kommt es vor allem für die anderen Frauen (ob Mütter oder auch nur potentielle Mütter) zu Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt.

3. Männer haben es schwerer, für Familienarbeit ihren Job einzuschränken und leichter, sich im Gegenzug um die Familienarbeit herumzudrücken. Beides ist keine gute Entwicklung...

4. Verläßliche Ganztagsbetreuung ist notwendig, sozialer Kontakt ist wichtig für Kinder, aber schon im Babyalter 13 Stunden am Tag fremdbetreut zu sein, tut sicher keinem Kind gut...


Ich habe deshalb über folgendes nachgedacht: Wenn man sowohl das Erziehungsgeld als auch das Ehegattensplitting, als auch Eigenheimzulagen für Familien (warum soll es sinnvoll sein, Anlageformen zu fördern, die wegen der demographischen Entwicklung ohnehin rasch an Wert verlieren werden) STREICHEN würde, dann wäre eine Menge Kapital eingespart, das folgendermaßen eingesetzt werden könnte:

- Statt der Elternzeit ist es Eltern (Vätern UND Müttern)von Kindern unter 3 Jahren ohne berufliche Nachteile erlaubt, bei vollem Lohnausgleich nur noch 30 Stunden in der Woche zu arbeiten. Die Unternehmen werden im Gegenzug aus einer Subventionskasse versorgt, die den 30 Stunden-Job zum Vollzeitjob aufstockt. D.h. das Unternehmen zahlt dann auch nur die 30 Stunden, der Rest kommt vom Staat. Selbständige können diesen Subventionstopf natürlich auch für sich selbst verwenden. Das hätte zur Folge, daß niemand leichtfertig aus dem Job herauskommt, wer allerdings aussteigt muß eben überlegen, ob er/sie sich das leisten kann, es ist eben kein Verhalten mehr, das subventioniert wird (weil es ja auch nicht das gesellschaftlich sinnvolle Verhalten ist).

Zugleich könnten und müßten Männer und Frauen die Familienarbeit gleichmäßig unter sich aufteilen, so daß kein Kind länger als 6 Stunden täglich in einer Einrichtung sein müßte.

Mit dem Rest des eingesparten Geldes werden die Betreuungseinrichtungen erweitert und besser ausgestattet. Da so allerdings sicher gestellt wäre, daß beide Partner ein volles Einkommen haben, würden die Tagesstätten ohnehin höhere Einnahmen haben, weil sich die Sätze ja nach dem Einkommen richten.

Was haltet ihr von diesem Modell? Wäre es vielleicht etwas für den Petitionsausschuß des Bundestages? Oder wo könnte man es sinnvoll einbringen?

 
25 Antworten:

Re: Alternative Familienpolitik, Diskussionsvorschlag

Antwort von krissie am 22.09.2003, 14:00 Uhr

Hallo Marit,
ich kann viele Deiner Überlegungen nachvollziehen, aber grundsätzlich würde Dein Modell doch bedeuten, dass Familien (zumindest finanziell gesehen) wieder keine Wahl hätten. Ich finde schon, dass FAmilien mit gutem REcht entscheiden können sollten, dass sie ihre Kinder die ersten drei Jahre nicht fremdbetreuen lassen wollen (auch wenn ich persönlich mich nicht so entschieden habe).
- Das ERziehungsgeld finde ich absolut berechtigt, denn es ist ein (allerdings sehr geringer) finanzieller Ausgleich dafür, dass man seinen Job ruhen lässt oder teilzeit arbeitet, um ein Kind aufzuziehen. Das ist schließlich auch Arbeit, und zwar eine anspruchsvolle, gesellschaftlich relevante Arbeit. Allerdings kommen meiner Meinung nach wegen sehr geringer Verdienstgrenzen zu wenige Familien in den Genuß von Erziehungsgeld.
- Ehegattensplitting finde ich auch ungerecht, zumal es auch kinderlose Ehen betrifft und Familien ohne Trauschein benachteiligt. Und wenn ich schon Frauen höre, die erzählen, das ARbeiten würde für sie ja eh nicht lohnen... Es wäre m.E. sinnvoller, pro Kind einen entsrpechend hohen Freibetrag zu gewährleisten.
- über Eigenheimzulage denke ich ähnlich wie Du
- Rente: zumindest drei Jahre lang wird ja weiter für eine Frau (oder einen Mann) im ERziehungsurlaub in die REntenkasse gezahlt, und zwar orientiert am deutschen Durchschnittsverdienst, wenn ich mich nicht sehr irre.
Ich fände es auch schön, wenn es Frauen und Männern leichter möglich wäre, Kinder und Beruf zu vereinen, durch Teilzeitmodelle, gutes Betreuungsangebot etc. STaatlich subventionierte Teilzeitstellen fände ich nicht unsinnig. Und mehr Männer müssten für die Erziehungsarbeit gewonnen werden, das sehe ich auch so. Vielleicht geht auch das nur mit etwas staatlichem Druck, zum Beispiel indem ein TEil des Erziehungsurlaubes verfällt, wenn er nicht von Männern wahrgenommen wird. ABer lassen sich die Menschen zum ihrem "Glück" zwingen?
Du kannst Deine Ideen am leichtesten einbringen, wenn Du in eine Partei gehst, aber auch dann ist es sehr sehr schwierig und deprimierend!
Liebe Grüße
Kristina

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zu Wahlfreiheit

Antwort von marit am 22.09.2003, 14:52 Uhr

hallo Krissie,
grundsätzlich hast du ja recht mit der Wahlfreiheit, das Problem ist nur, daß die traditionelle Prägung viel stärker wirkt als die Vernunftsentscheidung. Wenn es so wäre, daß Männer und Frauen tasächlich gleiche Rechte und Pflichten hätten, und daß ein Mann mit Kind für einen Arbeitgeber nichts anderes darstellt, als eine Frau mit Kind, dann wäre eine freie Entscheidbarkeit klasse. Im Moment ist es aber so, daß sich viel mehr Frauen fürs Zuhausebleiben entscheiden, was auch noch nicht schlimm wäre, wenn es nicht so schlimme Folgen für alle anderen Frauen hätte, die darum zumindest von Mitte 20 bis Mitte 30, also gerade in der Zeit, wo sich Karrieren entscheiden, deshalb berufliche Nachteile haben. In meinem Bekanntenkreis bekommen die wenigsten länger als ein halbes Jahr Erziehungsgeld und bleiben danach doch noch weiter zu hause.
Zuhausebleiben ist ja auch nach meinem Modell möglich, wenn man von einem Einkommen leben kann. Wenn man NICHT von einem Einkommen leben kann, ist das bißchen Erziehungsgeld doch eh nur ein Schöhnheitspflaster, oder nicht?

Im Moment ist Wahlfreiheit NICHT in jedem Fall gegeben, weil es vielerorts an adäquaten Betreuungseinrichtungen mangelt und weil viele Frauen, sobald sie Kinder bekommen (oder sogar, wenn der Arbeieitgeber DENKT, dass sie bald Kinder bekommen) beruflich benachteiligt sind. Nach meinem Modell gäbe es doch Wahlfreiheit: Man kann sich ohne geldwerten Nachteil für Vollzeit oder Teilzeit entscheiden und man kann auch ganz aussteigen, nur das muß man sich dann eben auch leisten können.

Für Familien, die ein traditionelles Modell vorziehen ohne es sich leisten zu können, gibt es ja immer noch ergänzende Sozialhilfe, Wohngeld etc., nur eben nicht mehr die Version "sozialhilfe PLUS Erziehungsgeld".
Gerade für Alleinerziehende, die weiter arbeiten wollen, wäre das Modell eine Riesenmöglichkeit. Diese Gruppe hat derzeit fast keine andere Wahl, als 3 Jahre in Sozialhilfe zu leben, weil eine Halbtagstelle oft nicht reicht, um Lebensbedarf und Betreuung über dem Sozialhilfesatz zu verdienen. Nach dem Modell, das ich vorschlage, hätten diese Mütter ein ganz normales volles Gehalt...

Also ich finde, das bietet viel mehr Wahlfreiheit, als das alte Modell. Die einzige Einschränkung, daß es eben nicht mehr geht, daß das "Zuhausebleiben ohne Notwendigkeit" subventioniert wird. Wie gesagt, es wird nicht verboten, sondern bloß nicht subventioniert. Ich denke, wenn beide Elternteile bloß 30 Stunden arbeiten müßten (und die Arbeitszeiten sind ja in der Regel nicht genau deckungsgleich, dann läuft das für die Kinder auf Betreuungszeiten von höchstens zwischen 5,6 Stunden täglich hinaus, vielleicht sogar viel weniger oder gar nichts, wenn z.B. die Mutter montags, freitags und mittwochs arbeitet, der Vater dienstags, donnerstags und samstags...

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die mutter gehört zunächst allein zu ihrem kind ;-)

Antwort von eulalie am 22.09.2003, 16:05 Uhr

moin mädels,

findet ihr die aussage reaktionär? ich fürchte ja ;-)

mein modell wäre folgendes (nur skizzenhaft):

jede mutter kann mindestens 2 jahre elternzeit nehmen. das dritte jahr (bis zum 8. lebensjahr, s. heutige gesetzeslage) muss vom vater genommen werden.

berufstätigkeit der mutter innerhalb der ersten 6 monate = verboten ( verlängerter mutterschutz)

finanzielle einbuße, weil z. b. der mann mehr verdient als die frau, übernimmt der staat.

zum wiedereinstieg wird für frauen und männer alles getan, damit dieser möglichst problemlos gelingt (fortbildung, einarbeitung ohne zeitdruck, ...)

teilzeitarbeit

alles in allem sollten sich unsere bedingungen unter denen wir leben nach den bedürfnissen der menschen richten - noch können nur wir frauen gebären und stillen - und nicht umgekehrt. diese von der biologie vorgebenene fähigkeit gilt es zu würdigen, zu unterstützen, dass mutter und kind die zeit bekommen, die sie füreinander brauchen, auch mit focus auf den artgerechten ;-) umgang mit babys. frau und mann sind in diesem punkt nunmal nicht austauschbar. der staat täte gut daran, dieses endlich einzusehen und entsprechende rahmenbedingungen s. o. zu schaffen, statt aus frauen die besseren karrieremänner machen zu wollen.

1a betreuungsplätze, top schulen und hochschulen, haushaltshilfen, stillberaterinnen, elternschulen mit 1 a programm, statt mainstream-mist, ...
all inclusive ;-)

ich jetzt mal eben so aus der hüfte geschossen ;-) ...

lg
e.

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Re: die mutter gehört zunächst allein zu ihrem kind ;-)

Antwort von marit am 22.09.2003, 16:47 Uhr

Hallo Eulalie,

na ob das mit den Jägern und Sammlern so stimmt, was du gerne als Argument anführst?
Bei Affen z.B. beobachtet man, daß Kinder durchaus von "Freundinnen" der Mutter oder Tanten versorgt werden, während ihre Eltern auf Nahrungssuche sind. Auch ist die Zeit, als sich die ersten festen Lager, Höhlen und Lehmhäuser zusammengruppierten, und die kräftigen Personen zur Nahrungssuche auszogen, während die älteren sich um die Kinder kümmerten inzwischen hinreichend lange her, daß sich das auch evolutionär ausgewirkt haben dürfte. der völlig irrationale Drang zum "eigenen kleinen häuschen" scheint mir ein evolutionäres Relikt dieser Zeit zu sein. Und wenn dein Mann sich für sein Fremdgehen breit grinsend damit entschuldigt, daß die Natur das bei ihm nun mal so angelegt habe, dürfte er sicher auf wenig Verständnis hoffen, oder?

Wir sind nun mal keine Nomadenkultur mehr (vielleicht werden wirs wieder, wenn die Mobilitätserfordernisse noch größer werden)und darum erziehen wir mittlerweile seit 1000en von Jahren unsere Kinder so, daß sie auch mal Trennungen auf Zeit aushalten. Die sogenannte "traditionelle" Familienstruktur ist ja so traditionell nicht, sondern eine Erfindung der Romantik, die sich eigentlich erst um 1950 durchgesetzt hat. Mag sein, daß nicht alle Kinder gleich gut damit klarkamen, daß viele im Laufe dieser Zeit Bindungsprobleme hatten; aber gerade die haben sich dann vielleicht auch weniger vermehrt und so hat die Evolution dieser entwicklung sicher durchaus schon Rechnung getragen...

Der technische Fortschritt wird in vielerlei Hinsicht begrüßt. Wir freuen uns über Waschmaschinen, Spülmaschinen, Staubsauger, Einkaufszentren... und dann sollen wir die so gewonnene Zeit (die früher ja auch nie den Kindern zur Verfügung stand, sondern eben diesen harten Arbeiten) etwa nicht beruflich nutzen??? Wir freuen uns also über all das, aber Milchpumpen sind Teufelswerk???

Also mal ehrlich, ich finde es stellt keine Grausamkeit für ein 7 Monate altes Kind da, wenn der Vater sich ihm mit Muttermilch im Fläschchen und einem Mama-T-Shirt überm arm liebevoll widmet. Zumal dann nicht, wenn er auch beim normalen Stillen häufig in der Nähe gesessen hat, und das Kind so auch seinen Geruch mit einer Mahlzeit verbinden kann.
Daß aber nach einem oder 2 Jahren (wobei 2 Jahre in wissenschaftlichen Berufen z.B. gar nicht möglich sind...)auf einen Schlag die Bezugsperson wechselt, ist vermutlich viel schwerer zu verkraften.

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Re: Alternative Familienpolitik, Diskussionsvorschlag

Antwort von u_hoernchen am 22.09.2003, 20:16 Uhr

Hallo Marit,

leider hab ich grad keine Zeit, Dein Posting ausführlich zu beantworten. Nur eine kurze Anmerkung zu Deiner Frage, wo du dich mit deiner Idee gut hinwenden kannst: geh mal auf www.buergerkonvent.de,

das ist eine recht erstzunehmende Organisation, die quasi außerparlamentarisch zur Meinungsbildung unter dne Bürgern beitragen will. ich glaub, da ist das ganz gut aufgehoben!

ULrike

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Re: zu Wahlfreiheit

Antwort von krissie am 23.09.2003, 8:42 Uhr

Das trifft sicher alles zu, mit den schlechteren Karrierechancen für Frauen, wenig Engagement der Männer in der ERziehung (und nicht zu vergessen: dem Haushalt) etc. Finde ich persönlich sehr traurig, obwohl ich weiß, dass es viele (gerade auch Frauen) ganz in Ordnung so finden, weil es vielleicht auch weniger Druck für Frauen bedeutet, finanzielle Verantwortung zu übernehmen? Weiß nicht... ABer ich finde trotzdem, dass Frau oder Mann, die oder der zu Hause bleibt in den ersten Lebensjahren des Kindes dafür auch eine finanzielle Anerkennung bekommen sollte. Wenn nicht über das ohnehin sehr geringe Erziehungsgeld dann eben über einen hohen Steuerfreibetrag pro Kind (oder entsprechendes Kindergeld, wenn das Steueraufkommen gar nicht so hoch ist)? Den bekäme jede, ob arbeitend oder nicht, und könnte damit so umgehen, wie er möchte, also Fremdbetreuung bezahlen oder eben sich das zu Hause bleiben leisten. Eulalies Vorschlag mit dem dritten Erziehungsjahr, das von Männern genommen werden sollte, finde ich sehr gut. Zwei Jahre zu Hause bleiben ist jedoch in etlichen Berufen sicherlich beruflicher Selbstmord, ich denke da nur an den Wissenschaftsbereich, weil ich mich da auskenne, wird wo anders ähnlich sein.
Liebe Grüße
Kristina

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Wahrscheinlich hast du recht,..

Antwort von andrea70 am 23.09.2003, 8:54 Uhr

aber ich behaupte, daß es in unserer Berufswelt in einer gehobenen Position nicht möglich ist, den Mutterschutz zu beanspruchen, ohne dafür beruflich Einbußen hinnehmen zu müssen (die frau sich als Ernährer der Familie nicht leisten kann). Das von dir vorgeschlagene halbe Jahr "Zwangspause" ist deshalb leider nicht durchführbar, obwohl es für Mutter und Kind sicher das beste wäre.

LG Andrea

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wenn wir nur wollten ...

Antwort von eulalie am 23.09.2003, 11:03 Uhr

interessant eure vorschläge :-)

moin moin mädels,

es heißt doch immer so schön - prioritäten setzen ;-)

jede mutter, jeder vater weiß wie anstrengend das leben mit säuglingen und kindern allgemein sein kann.
ich denke nur an die nächte.
im beruf muss frau und mann ausgeschlafen sein. das ist eine grundvoraussetzung um überhaupt leistung bringen zu können. warum soll ich mein kind z. b. einem fiesen schlaftraining unterziehen, damit mein/e chefIn eine mitarbeiterin hat, die auf 150 touren brummt?
ich finde es einfach ummenschlich, was so mancher insbesondere frisch gebackener mutter zugemutet wird oder was sie sich selber zumutet. beispiel: führungskraft/wissenschaftlerin/selbständige.

wenn wir in unserer gesellschaft einen konsens hätten, der da lautete - unsere kinder sind das liebste und wichtigste, was wir haben. sie sind unser aller zukunft. und dann kommen erst eure argumente von wegen raus aus dem job, wenn ... wiedereinstieg unmöglich, weil ...
ich denke, es wäre alles lösbar, wenn wir nur wollten!

ich wäre jedenfalls wirklich stolz auf unser land, wenn alle welt uns beneiden würde um unsere möglichkeiten, kinder, mütter und väter mit dem ihnen gebührenden respekt und mit selbstverständlicher rücksicht zu begegnen und darüber hinaus - die besten kindergärten, schulen, hochschulen - die klügsten köpfe unter der sonne wachsen auf in unserem land :-) wäre das nicht schön? und wir würden alle davon profitieren. denn alles was wir haben ist - innovativ besser sein als andere, dann machts gar nix, wenn produkte und dienstleistungen dafür teuer sind.

ach ja *seufz* eulalie träumt mal wieder vom haus, autos und pferden *ggg*

lg
e.

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Re: wenn wir nur wollten ...

Antwort von andrea70 am 23.09.2003, 11:21 Uhr

Hallo,
ich hoffe du willst mir und anderen arbeitenden Müttern nicht unterstellen, daß wir unsere Kinder einem "fiesen Schlaftraining" unterziehen. Unser kleiner liegt bei mir im Bett, der große auf der anderen Seite in seinem Kinderbett. Schlafen würde ich das nicht nennen, was ich die letzten Monate praktiziere und trotzdem muß ich meine Leistung bringen, vielleicht nicht 150% aber in so einer Zeit reichen auch mal weniger.
LG Andrea

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Re: wenn wir nur wollten ...

Antwort von marit am 23.09.2003, 11:25 Uhr

Hallo eulalie,
deine Vision schön und gut; aber polarisierst du nicht ein wenig nach dem Motto "berufstätige Mütter sind Ferber-Mütter"? Ich bin es allein schon durch meinen Beruf gewohnt, auch mal eine Nacht durchzuarbeiten, davon profitiert auch ein Kind.Außerdem sollte es selbstverständlich sein, daß wenn der eine am nächsten Tag wichtige Termine hat, der jeweils andere das nächtliche Trösten übernimmt.Es gibt einfach unterschiedliche Naturelle und Motivationen. Ich bin im Beruf perfektionistisch, darunter leidet dann vielleicht der Haushalt, aber nicht zwangsläufig das Kind. Es gibt auch genug Hausfrauen, die neurotisch und wenig kindgerecht mit ihren Kindern umgehen, weil sie einen schmutzigen Teppich als Katastrophe empfinden...

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@marit und andrea

Antwort von eulalie am 23.09.2003, 12:32 Uhr

moin ihr beiden :-)

ich hab mich zu allgemein ausgedrückt. sorry! so ist es natürlich quatsch. ich kenne auch genügend full-time-mütter, die auf ihren feierabend pochen und das kind muss sich damit abfinden. basta!

dennoch ist die gefahr sicher nicht zu unterschätzen, denn die doppelbelastung ist stress pur und in solchen situationen reißen schon eher die nerven, sprich frau ist ungeduldiger, vielleicht unbeherrschter als sies eigentlich will, etc.

klar kann der vater auch das trösten übernehmen. meine kinder haben in diesem punkt aber beide eine ganz klare rollenverteilung, die durch nix (außer viel frust und seelenschmerz bei den beiden) aufzubrechen wäre. wenn sie krank oder müde sind, bin ich zuständig.
ich habs mir wirklich so nicht ausgesucht von wegen mutters machtrevier ;-)

ich finde übrigens auch, der haushalt kommt zu letzt dran ;-)

alls klar?!

lg
e.

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Re: Alternative Familienpolitik, Diskussionsvorschlag

Antwort von bine+tom am 23.09.2003, 13:50 Uhr

Hallo Marit,

grundsätzlich halte ich ein Umdenken in diesem Bereich für zwingend nötig und Du zeigst auch ein paar tolle Ansätze.

In einigen Dingen bin ich jedoch anderer Ansicht:
--1. Einerseits wird beklagt, daß es zu wenig Kinder gibt, andererseits werden Frauen durch das Erziehungsgeld geködert, ihren Arbeitsplatz zu verlassen. So kümmern sie sich zwar um die Rentenzahler von morgen, zahlen aber keine eigenen Beiträge mehr in die Rentenkassen. --
Mit dem Erziehungsgeld "ködert" man Niemanden, schon garnicht zum Zuhausebleiben. Zumal man das nach dem 7. LM des Kindes nur noch bekommt, wenn der Mann knapp über Sozialhilfesatz verdient. Es ist wohl eher ein Schweigegeld.

---2. Weil vor allem Frauen das Erziehungszeitmodell nutzen, kommt es vor allem für die anderen Frauen (ob Mütter oder auch nur potentielle Mütter) zu Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt.---
Meine vollste Zustimmung, hier muss seitens der Politik dafür gesorgt werden, dass man Beruf und Familie vernünftig unter einen Hut bringen kann
und da kommen wir gleich zu Deinem Punkt 4
---4. Verläßliche Ganztagsbetreuung ist notwendig, sozialer Kontakt ist wichtig für Kinder, aber schon im Babyalter 13 Stunden am Tag fremdbetreut zu sein, tut sicher keinem Kind gut... ---

Oder auch Wahlfreiheit (hatten wir ja vor ein paar Tagen schon einmal). Dass der Bedarf für eine vernünftige und verlässliche (ganztags)Betreuung gegeben ist, beweisen a) die Elterninitiativen, die in Westdeutschland mangels staatlichen Einrichtungen überall zu finden sind und b) die (über)belegten Krippen und Kitas, die (wenn überhaupt vorhanden) dem Ansturm der Anfragen kaum gewachsen sind.
ME muss man das Rad auch nicht neu erfinden, es gibt genug Modelle, wo eine gut funktionierende (Früh- und Fremd-)Betreuung in Verbindung mit arbeitsplatztechnischen Lösungen speziell für Familien große Erfolge erzielt werden, siehe Skandinavien, Frankreich oder auch die Schweiz. Ab wann und wie lange die Kinder in Betreuung sind/bleiben, hängt sicher vom jeweiligen Job der Eltern ab und sollte auch den Eltern überlassen bleiben (ganz nebenbei sind 13 Stunden auch unzulässig, die Höchstgrenze liegt bei 11 Std. tägl., empfinde ich persönlich aber auch als zuviel).
Ich denke, niemand, der seine Kinder liebt, wird sie freiwillig länger als nötig fremdbetreuen lassen.

Zu Deinen anderen Gedanken:
---Ich habe deshalb über folgendes nachgedacht: Wenn man sowohl das Erziehungsgeld als auch das Ehegattensplitting, als auch Eigenheimzulagen für Familien (warum soll es sinnvoll sein, Anlageformen zu fördern, die wegen der demographischen Entwicklung ohnehin rasch an Wert verlieren werden) STREICHEN würde, dann wäre eine Menge Kapital eingespart...---
Das Erziehungsgeld ist mE nötig, um wenigstens die ersten Monate ohne zweites Einkommen über die Runden zu kommen und sich anders zu organisieren. Ich finde auch, dass es (zumindest für 6 Monate) weiterhin gezahlt werden sollte, nicht unbedingt länger, da stimme ich Dir zu.
Zur Eigenheimzulage: meine Zustimmung! Vor allem finde ich es unfair, dass clevere Häuslebauer bis zu 4x absahnen können (1xHausbau, +1xEinliegerwohnung, +1xDachbodenausbau, +1xWintergartenanbau und und und...) DAS ist UNSINN und mE Missbrauch.
Doch die EHZ ist nur eine von unheimlich vielen Subventionen, die man streichen könnte, mir fallen da reihenweise andere unsinnige Subv. ein: Argrarsubventionen (allem voran TABAK-,Fleisch-, Eier-, Butter-, Milch-usw usf.), Fördermittel zum Sozialen Wohnungsbau, bei Leerständen von 1/4 des verf. Wohnraumes in versch. Städten oder Fördermittel für kulturelle Bauten (die manchmal wirklich allem spotten und dafür horrend teuer sind). Aber da gibt es sicher noch bessere Beispiele.

Diese Gelder sollten in den Umbau des Schulsystems und den Ausbau bzw. Aufbau eines funktionierenden Betreuungssystems für Kleinst- und Kleinkinder (Krippe u. KiGa) verwendet werden. Genug Geld ist vorhanden, es muss nur umverteilt werden. Das nicht alles von heute auf morgen funktionieren kann, ist sonnenklar, aber man muss immer einmal anfangen und das dann sukzessive fortführen. Leider sind gute Gedanken immer nur bis zu einer Wahl aktuell, danach verschwinden sie meist in der Versenkung. Heute denkt doch kein Politiker über einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren, sondern max über 4 Jahre Legislaturperiode.

Um wirklich etwas zu verändern wäre es sinnvoll, Politiker für Ihre Taten haftbar zu machen, bzw. sie für den Mist, den sie verbockt haben, zur Verantwortung zu ziehen. Überall in der Wirtschaft passiert das, nur nicht in der Politik. Ich denke, wenn sich das ändern würde, würden manche Herren anders eintscheiden.

In diesem Sinne
Viele Grüße
bine

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Re: die mutter gehört zunächst allein zu ihrem kind ;-)

Antwort von Acorna am 23.09.2003, 19:56 Uhr

Da hätte Papa Staat aber eine Menge Probleme mit mir, weil ich mit Abstand die Hauptverdienerin bin... In Frankreich erhalten übrigens 90%der Familien DREI Jahrelang 500 € pro Monat... da hätte ich vielleicht noch ein bischen länger zu Hause bleibeb können als die ersten 6 Monate.

Zumindest wenn frau stillt, denke ich auch, dass frau die ersten 6Monate beim Kind bleiben sollte, damit das ganz gut klappt, ansonsten sind Väter aber genausogut!!!

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Re: die mutter gehört zunächst allein zu ihrem kind ;-)

Antwort von ulitka am 23.09.2003, 23:43 Uhr

*Wir sind nun mal keine Nomadenkultur mehr (vielleicht werden wirs wieder, wenn die Mobilitätserfordernisse noch größer werden)und darum erziehen wir mittlerweile seit 1000en von Jahren unsere Kinder so, daß sie auch mal Trennungen auf Zeit aushalten.*
Marit, das hätte ich noch vor drei Jahren unterschrieben, jetzt aber nicht mehr, denn wir haben einen Sohn, der mit seinen fast 17 Mon. mit Trennungen sehr schlecht klar kommt. Und glaube mir, es liegt nict an meiner Unfähigkeit ihn loszulassen(das wäre echt schön), es liegt am Kind. Meine Große könnte ich ohne Bedenken mit einem Jahr in eine Kindereinrichtung schicken, der zweite Sohn kam mit zwei in den Kiga, war auch fast unproblematisch, der Kleinste wäre ein richtiger Alptraum für eine B
berufstätige Mutter, die ihn aufgrund der Staatsfamilienpolitik mit 1 Jahr in due Krippe geben MÜSSTE. Oder meinst, si ekönnte dann wirklcih gute Leistungen bringen, wenn sie monatelang nicht mehr als 4-5 Stunden pro nacht schläft und dann auf dem Arbeitsplatz nur daran denken muss, warum ihr Baby bloss wieder stundenlang ohne jegliche Grund nur geschrieen hatte? Ich bin echt froh diese Möglichkeit zu haben, bei meinem Kleinen drei Jahre bleiben zu können und ihn langsam in die Aussenwelt zu begleiten. Ich hätte es ungeheuer gemein meinem so sensiblem Kind gegenüber empfunden, wenn er so früh in den Kiga gehen müsste, nur weil mich Politik in die Arbeit zwingt.
ÜBrigens komme ich aus dem LAnd, wo dies sehr lange praktiziert wurde, und ob du glaubst oder nicht, hier hab ich noch nicht so viele frustrierte Mütter und einsame Kinder gesehen wir dort.
Ich bestehe auf mein Recht zu wählen, ob ich so früh wie möglich wieder arbeiten gehe oder mich die ersten Jahre voll und ganz auf mein Kind konzentriere.
Hoiffentlich, war das nicht zu wirr:/

LG Margarita

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Hab mal gelesen...

Antwort von flosmama am 24.09.2003, 1:20 Uhr

Hab mal gelesen (weiß aber nicht mehr wo), daß besonders bei arbeitenden Müttern die Anzahl der Familienbettler hoch ist.

Die Meinungen ginen auseinander, ob daß im schlechten GEwissen begründet ist, weil man seine Kinder tagsüber anderen Leuten überlassen oder weil sie nicht um Distanz von den Kindern und ihren eigenen Raum kämpfen müssen.

Für mich gilt letzteres.

Gruß

Sybille

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Re: die mutter gehört zunächst allein zu ihrem kind ;-)

Antwort von marit am 24.09.2003, 10:28 Uhr

Liebe Margarita,
nein, ich kann deine Beweggründe gut verstehen... aber bekommst du denn wirklich auch noch im dritten Jahr Erziehungsgeld? Dann bist du ohnehin eine der wenigen, die vom jetzigen System profitieren. Eine längere Pause könntest du ja auch nach meiner Modellüberlegung nehmen, nur wäre eben der andere Weg der subventionierte. Für diejenigen, die zu hause bleiben und eh keine vollen drei Jahre Erziehungsgeld bekommen, würde das also gar keinen Unterschied machen, außer dem, daß der Vater etwas mehr Freizeit hätte und einspringen könnte.
Es spricht ja nichts dagegen, nur von einem Familieneinkommen zu leben, wenn es ausreichend ist. Ist es nicht ausreichend, und man möchte diesen Weg dennoch gehen, springt ja die Sozialhilfe ein. Ich bin nur dagegen, daß gerade dieses Modell staatlich subventioniert wird, während bei berufstätigen Eltern ein kompletter Verdienst durch schlechtere Versteuerung und hohe Betreuungskosten wegfällt. Wie du in der Diskussion weiter oben sehen kannst, führt das bei einigen Frauen dann dazu, daß sie, bloß wegen einer Situation die 3 Jahre andauert (danach ist die Betreuung dann ja billiger und unproblematischer)30 Jahre berufliche Zukunft und finanzielle Unabhängikeit gefährden. Und das schuldet man einem Kind eben auch, vielleicht vor allem einem Mädchen, daß man ihm ein Leben vorlebt, in dem man seine Zukunft selbst in die Hand nimmt und in dem es auch Chancen jenseits von "Haushalt" ODER "Karriere" gibt.


Natürlich wäre ein System ideal, wo man, unabhängig davon, wie man nun sein Leben mit Kind gestaltet, einfach pro Kind eine Art Kopfgeld von 300 Euro bekommt, das wäre ja auch realen Bedürfnissen ein wenig angepaßter. Aber daß das in der momentanen Lage nicht drin ist, ist wohl auch allen klar. Darum habe ich mich bemüht, etwas zu überlegen, was nicht teurer wäre, als das jetzige Modell. Langfristig würde es sich vielleicht sogar refinanzieren über die höheren Eingänge von Sozialabgaben und Steuern.
eine alleinerziehende Mutter hat heutzutage nur die Möglichkeit "Sozialhilfe" oder "Halbtagsjob", das bedeutet zugleich, daß Alleinerziehende dazu verurteilt sind, ewig knapp über der Armutsgrenze zu leben und daneben auch noch permanent berufliche Nachteile einstecken müssen. Keine Schwangere sollte im Falle des "alleine Dastehens" vor die Entscheidung entweder Kind bekommen, Karriere begraben, auf relativ unabsehbare Zeit nur das Existenzminimum haben" oder "Kind abtreiben, Karriere retten, lebenslang Schuldgefühle" treffen müssen. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind sollte allein von der Frage geleitet sein, ob man glaubt, gut mit einem Kind umgehen zu können, ob man es als Bereicherung empfindet, ob man selbst ihm etwas zu geben hat, etc. Ich habe in letzter Zeit leider auch viele sehr junge Schwangere und junge Mütter kennengelernt, die plötzlich kurz vor ihrem Schulabschluß auf die Idee kommen, ein Kind zu bekommen bedeutet erst mal einen finanziell recht gut abgesicherten Aufschub vor der Frage, was man denn langfristig mit seinem eigenen Leben anfangen will (für ein Mädchen, das eben noch Schülerin mit 50 euro Taschengeld war, ist Sozialhilfe plus Erziehungsgeld, plus kleinere Hilfen der Eltern nebenher eine riesige Summe). Wenn man den Erhalt von Subventionen nach einem halben Jahr an Arbeitsleistungen koppelt würde man auch solchen Entscheidungen vorbeugen. Dann müßte nämlich zwangsläufig die Frage, was man mit dem eigenen Leben anstellt, getroffen werden, BEVOR man ein neues Leben in die Welt setzt.

Es mag sein, daß ich etwas anders darüber denke, wenn ich eigene Kinder habe. Derzeit lebt meine Nichte werktags bei uns (meine Schwester ist eben eine dieser unbedachten Mütter, die ihrem Kind nachher unbewußt vorwirft, daß es ihr Leben nicht zum Besseren gewendet hat).Und an jedem zweiten Wochenende kümmern wir uns um den behinderten Bruder meines Mannes. Doch die beiden sind 10 und 16 Jahre und brauchen natürlich nicht mehr in dem Maße Rundumbetreuung wie ein Säugling...

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nur mal so eine zahl aus der zeitung von heute ...

Antwort von eulalie am 24.09.2003, 12:49 Uhr

moin moin mädels :-)

finanzieren, refinanzieren, steuern und freibeträge und haushaltslöcher, negativ wachstum, blabla ;-)

richtig ist, der staat verdient nicht mehr so gut wie früher an seinen bürgern.
und dennoch - wer eine lobby hat, der schwimmt scheinbar im geld.
nehmen wir mal die autofahrer.
hamburg will 1000 neue parkplätze für 27 mio. euro bauen. nettes sümmchen oder?
gerne soll es meinswegen in hamburg neue parkplätze geben, aber doch nicht jetzt, wenn angeblich allen das wasser bis oberkante unterkiefer steht!!!
geld wurde gerade ordentlich eingespart mit der einführung des neuen kita-systems. kinder müssen zu hause bleiben, weil sie keinen anspruch auf einen platz mehr haben, mütter müssen ihre zugesagten jobs abblasen, weil sie z. b. als neuantragsteller keinen platz mehr bekommen haben, etc. pp.

1000 neue parkplätze. super wichtige investition in die zukunft unserer stadt. bananenrepublik deutschland!
soll mir bitte keine/r erzählen, dass die kassen leer sind :-p

lg
e.

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@marit

Antwort von ulitka am 24.09.2003, 21:13 Uhr

im großen und ganzen bin ich der gleichen Meinung, nur möchte ich auch die Möglichkeit immer zu gunsten meiner Kinder zu entscheiden. Nur das wollte ich sagen:) Ich war auch eine beruftätige Mutter und kannsehr gut nachvollziehen, worum es dir geht und ich finde deine Gedanken an sich richtig, vielleicht nur einbisschen einspurig;) Aber kann sein, dass ich dich auch nicht 100% richtig verstanden hatte, so wie es halt ist in den Foren. Auf jeden Fall soll sich die Politik mehr für berufstätige Mütter interessierne und in dieser Richtung arbeiten, aber wie jemand schon sagte, wir haben leider nicht ausreichenden Lobby:( Vielleicht wird es tatsächlich besser, wenn es mehr Frauen wie dich geben wird, die ihre Interessen vertreten könnten. Hast du schon mal an politische Karriere gedacht? Ist ernst gemeint!
LG Margarita, die jetzt auf wenigstens 1-2 freie Stunden hofft *seufz*

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Ein paar Anmerkungen...

Antwort von HeiJak am 25.09.2003, 15:56 Uhr

... nicht sortiert und so, wie sie mir schon länger durch den Kopf gehen. Das ist nämlich auch eines MEINER Lieblingsthemen.

M.E. ist es politisch gar nicht gewollt, dass Eltern im Beruf bleiben, dabei lasse ich es mal dahin gestellt, ob die 5% Väter, die das Abenteuer Erziehungsurlaub wagen, den Kohl fett machen oder nicht. Wir sind nämlich eine nicht unerhebliche Anzahl Arbeitnehmer, die aus der Statistik für die Arbeitslosenquote herausfallen. Will sagen: das ganze ist eher arbeits- als familienpolitisch geprägt.

Und, mal im Ernst: wegen maximal drei Jahren Erziehungsgeld (das eh die wenigsten so lange bekommen) entscheidet sich doch nicht wirklich jemand für oder gegen ein Kind.

Vielmehr sehe ich die Probleme auch in unserer Arbeitswelt. Da wird schon mal nicht ernst genommen, wer nicht permanent anwesend ist. Hier ist doch ein Umdenken nötig: auch als Teilzeitler kann ich gute Ergebnisse abliefern, und nur an denen möchte ich gemessen werden.

Aus rein unternehmerischer Sicht unterstütze ich übrigens die Subventionsidee nicht: damit ist zwar für die Betroffenen die Gehaltsfrage ausgeglichen (was anderen, die aus nicht-kinder-gründen, aber dennoch aus privaten UND gesellschaftlich anzuerkennenden Interessen heraus Teilzeit arbeiten, ausgesprochen ungerecht wäre. ICH möchte nicht werten, ob die Pflege älterer Angehöriger oder die Erziehung von Kindern gesellschaftlich wertvoller ist). Für den Arbeitgeber ist aber mitnichten die Lücke geschlossen, die die fehlende Arbeitszeit nun mal entstehen lässt. Da fehlt es an intelligenten Teilzeit-Modellen - nicht nur für Eltern.

Ich sehe zwei Punkte, die gefördert gehören - und das wäre sogar fast kostenneutral zu machen zu Regelungen, die heute bestehen:
1. Vorgesetzte müssten darin fit gemacht werden, Teilzeitkräfte zu führen. Gleichzeitig sollten Unternehmen unterstützt werden, die Teilzeitkarrieren anbieten und fördern.
2. Eine intelligente betriebsnahe Kinderbetreuung würde schon mal viele Probleme erschlagen. Dazu ist vor kurzem erst eine Studie von Prognos veröffentlicht worden, dass sich die Investitionen in einen Ganztagesplatz in einer betrieblichen Betreuungseinrichtung mehr als selbst tragen: die Mitarbeiter und deren Knowhow bleiben erhalten; die Ausfallzeiten durch "reines Zuhause bleiben" sind geringer; die Bindung ans Unternehmen ist stärker, damit die Wechselgefahr geringer (übrigens wechselt ein junger männlicher Absolvent schneller zur Konkurrenz als seine weibliche Kollegin nach der Ausbildung und Einstellung wegen Kind ausfällt!); die Motivation steigt, Ausfallzeiten sinken...

Eine finanzielle Unterstützung an Unternehmen wäre für die Einrichtung von Betriebkinderkrippen und -gärten doch eine sinnvolle Sache. Warum nicht die Ausgaben für die Einrichtung eines Kindergartens von der Steuer absetzbar machen? Die Betreuungskosten, die Eltern entrichten, sind es doch auch.

Spannendes Thema - könnte ich noch viel weiter diskutieren...

Viele Grüße
Johanna

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Re: wenn wir nur wollten ...

Antwort von HeiJak am 25.09.2003, 16:09 Uhr

Hallo Eulalie,

mit Verlaub - wer soll Deine Traumwelt finanzieren?? Im "günstigsten" Fall kriegen alle zwischen 20 und 40 Kinder und geniessen dadurch die höchste gesellschaftliche Anerkennung.

Soll ich Dir was verraten? Ich erhole mich hier im Job richtiggehend - und das bei voller Leistung! Ich geniesse die Abwechslung, das Geistig-gefordert sein (meine Kleine fordert mich schon auch, aber eben ganz andere Kräfte) - und freue mich abends total auf meine Kleine!! So intensiv wie an den drei Abenden nach meinem Job verbringen wir kaum Zeit miteinander. Es macht mir nicht mal viel aus, dass sie mich nachts jetzt öfter weckt, weil irgendwas zwickt oder sie träumt oder... Ich hab mich dran gewöhnt, mit weniger Schlaf auszukommen. Und an den Tagen, an denen ich zu Hause bin, genehmige ich mir auch schon mal ein gemeinsames Mittagsschläfchen mit meiner Kleinen.

Ich stimme Dir zu: unsere Kinder sind das wichtigste, beste, grösste was wir haben - deshalb sollten wir aber auch daran denken, unsere Wirtschaft am Laufen zu halten. Und dafür bedarf es nun mal Leute, die ab und an arbeiten...

Und: ich WILL beides: Kind UND Job. Bis jetzt funktioniert das prima. M.E. sollten wir die Möglichkeiten zwischen schwarz und weiss, zwischen ganz oder gar nicht, zwischen dem entweder-oder entwickeln. Aber dazu habe ich mich schon in einem anderen Posting in dieser Diskussion ausgelassen...

LG, Johanna

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Re: Ein paar Anmerkungen...

Antwort von Sylvia1 am 25.09.2003, 16:35 Uhr

Hallo Johanna,

deine Vorschläge finde ich sehr gut.

Ich denke auch, dass es hier in D. z. Zt. politisch nicht gewollt ist (eben wegen der hohen Arbeitslosenzahlen), dass die Mehrzahl der Arbeitnehmerinnen (der männliche Anteil ist ja hierbei verschwindend gering) nach der Geburt relativ bald wieder weiterarbeiten kann, das Baby/Kleinkind in vertrauensvoller und zuverlässiger Betreuung, angepasst an die jeweiligen Arbeitzeiten, wissend.

Betriebskindergärten/tagesstätten wären hier wirklich die ideale Lösung - die Eltern müssten morgens keinen weiten zusätzlichen Weg in Kauf nehmen und sind im Bedarfsfall schnell zu erreichen. Leider gibt es die viel zu selten. Ist sicher auch nicht überall realisierbar (eine gewisse Mitarbeiterzahl muss dafür schon da sein), aber ich finde, das sollte wirklich staatlich gefördert werden.

Für die Betriebskindergärten wäre es sicher auch ein Vorteil, dass die Mehrheit der Eltern, die ihre Kinder dort haben, in der Regel doch ein Einkommen haben, höhere Einkommen = höhere Beiträge für den Kindergarten.

Wäre die volkswirtschaftliche Lage hier anders, und es wären zu wenig Arbeitskräfte da, die Wirtschaft würde brachliegen, weil nicht genug Arbeitskräfte da wären, dann würde der Staat auch versuchen, die stillen Reserven in der Bevölkerung, das "human capital" wieder zu mobilisieren, zu arbeiten.

Dann würden diese jetzt fehlenden zusätzlichen Betreeungsmöglichkeiten (auch ganztags, auch für Schulkinder oder unter Dreijährige) ganz schnell geschaffen und/oder subventioniert werden, um denjenigen, die nach der Geburt eines Babys erst mal auf unbestimmte Zeit zuhause bleiben, wieder einen Anreiz zu geben, bald wieder anzufangen zu arbeiten. Und dann wäre das auch nix mehr mit dem "schlechten Gewissen einer berufstätigen Rabenmutter", was einem ja immer wieder mal direkter und mal mehr durch die Blume eingeredet werden soll ... dann würde die staatliche Propaganda nämlich genau anders herum laufen!

Sylvia

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Re: Ein paar Anmerkungen...

Antwort von marit am 26.09.2003, 8:50 Uhr

Hallo Johanna,

deinen Vorschlag finde ich sehr gut. Vor allem deine Überlegung, daß es auch andere Gründe gibt, warum jemand nicht Vollzeit arbeiten kann. Wobei: gerade für die Pflege älterer Angehöriger gibt es doch meines Wissens ein Pflegegeld, oder nicht? In den Familien die ich kenne, gibt es auch innerfamiliäre Deals, daß der, der pflegt auch erbt; so daß es zwar biographisch, aber nicht unbedingt finanziell eine Belastung darstellt.
Übrigens ist das auch immer das Argument meiner Chefin, wenn jemand mit der Arbeit hinterherhängt und das mit den Kindern begründet. Dann sagt sie nämlich, daß sie selbst 7 Jahre lang 3 mal die Woche zu ihrem Psychoanalytiker mußte, wofür dann inclusive der emotionalen Nachwirkungen immer ein ganzer Vormittag draufging. Darauf habe auch keiner Rücksicht genommen und trotzdem hätte sie immer vollzeit gearbeitet, alles nachgeholt in 2 Jahren promoviert und in 2 weiteren habilitiert. Jeder habe biographische härten zu verkraften und müsse trotzdem funktionieren. Sie vertritt die Position, daß man in der Uni nur weiterkommen könne, wenn man zeigt, daß man trotz Kind sieselben Leistungen bringt (nur in dem Fall würde es überhaupt Sinn machen, die Existenz von Kindern zu erwähnen). Sich damit zu entschuldigen, daß wegen der Kinder die Publikationsliste kürzer ist, als die anderer Bewerber wird bei uns nicht akzeptiert. Das ist zwar grausam, aber so sieht es nun mal aus. Und wenn ich mich eben für diesen Job entschieden habe (der ja auch jede Menge Vorteile bringt, zum Beispiel die flexible Zeiteinteilung oder die Möglichkeit ab und an das Kind mit ins Büro zu nehmen) und mein Leben nicht ausschließlich in den dienst gesellschaftlicher Revolutionen stellen möchte, dann muß man sich eben erst mal arrangieren. Wenn ich selbst einmal die Entscheidungen treffen kann, kann ich das ja anders gewichten. Für mich heißt das: Kind UND Karriere geht nur dann, wenn man absolute Prioritäten setzt. Der Partner muß absolut dahinter stehen und seinen Anteil an der Familienarbeit selbstverständlich leisten (mit jemand, der dahinter nicht steht, wäre ich gar nicht erst zusammen), alles, was geht wird deligiert oder in ein Event MIT Kind verwandelt (putzen, bügeln etc.)alle weiteren Hobbies werden gestrichen oder auf ein Minimum zusammengekürzt.

Bevor meine Nichte bei uns wohnte, war ich regelmäßig reiten und drei mal die Woche im Kino oder Theater. das geht jetzt halt nur noch dann, wenn sie mitmöchte.

Daß es für die Unternehmen ein großer Nachteil wäre, wenn die Eltern von kleinen Kindern nur noch 30 Stunden arbeiten, glaube ich gar nicht mal. Bei einem 6-Stunden Tag, ist man doch viel produktiver. Wenn ich 10 Stunden im Büro sitze, läßt meine Konzentration irgendwann eh nach und die kleinen Absacker oder 5 minütigen Durchatempausen werden häufiger. Wenn ich nur 5-6 Stunden da bin, gehört meine ganze Konzentration der Arbeit und der normale tägliche Durchhänger fällt komplett in die Freizeit. Die meisten bleiben doch eh nur deshalb so länger im Büro, weil sie sich am Kopierer verquatschen und dann noch nacharbeiten müssen, oder weil sie auf jeden Fall noch später vom Chef gesehen werden wollen, als der XY, der mit ihnen um den Aufstiegsposten konkurriert.

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Re: Ein paar Anmerkungen...

Antwort von eulalie am 26.09.2003, 10:32 Uhr

noch ein paar stichworte:

ja, das stimmt, ziemlich genau nach max. 8 h nimmt die leistungsfähigjkeit rapide ab. und, es gibt studien, die beweisen, dass teilzeitbeschäftigte effektiver, weil konzentrierter, ihre arbeit erledigen. weiterhin gibt es untersuchungen, dass teilzeitbeschäftigung in führungspositionen gut funktioniert, mindestens so gut, wie eine/r in vollzeit.

betriebskindergärten - ja!!!
jeder unternehmer, der ein geschäft hat, muss parkplätze (ich schon wieder *ggg*) nachweisen - kindergartenplätze? nö! wozu die denn!!!

die chancen für frauen auf dem arbeitsmarkt, zumindest in qualifizierten berufen sind momentan trotz der wirtschaftlichen lage so schlecht nicht. denn immer mehr unternehmen erkennen - frauen haben persönliche und soziale kompetenzen, die dringend gebraucht werden und die männer meistens nicht haben.

mädels, wir sollten uns trotz schwangerschaft und kinder am hals ;-) die butter nicht vom brot nehmen lassen und unsere ganz eigenen interesse im wirtschaftskarussell selbstbewusst durchsetzen. es ist alles ein geben und nehmen :-)

lg
e.

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@marit

Antwort von andrea70 am 26.09.2003, 10:34 Uhr

hallo,

hast du eigentlich eigene Kinder? Oder lebt deine Nichte bei dir?

LG Andrea

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Re: @andrea

Antwort von marit am 26.09.2003, 11:41 Uhr

Hallo Andrea,

meine Nichte lebt die Woche über bei mir, weil meine Schwester in einer psychiatrischen Einrichtung ist. Das Wochenende verbringt sie aber meist bei ihrer Mutter, wenn sie gerade stabil genug ist. Dafür haben wir aber jedes zweite Wochenende den Bruder meines Mannes da, der an einer Behinderung leidet. Also mit gemeinsamer Zeit nur für uns sieht es im Moment schlecht aus. Das ist einer der Gründe, warum mein Mann derzeit kein Kind möchte (ich aber schon).

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