Sie ist einfach, beliebt und hat eine lange Tradition - aber was genau macht die Babymassage so wertvoll?
Darüber haben wir mit der Hebamme Stephanie Rex gesprochen:

Hebamme Stefanie Rex

Liebe Frau Rex, was ist eigentlich das Besondere an der Babymassage?

Hebamme
Steffi Rex:

Sie ist gleichsam eine Sprache der Hände: Die Berührung stellt eine intensive Verbindung her
zwischen Mutter - oder Vater - und Kind. Das funktioniert sehr direkt, auch ohne Worte.
Denn unsere Haut ist ein wunderbares Sinnesorgan, das sehr sensibel reagiert.

Redaktion:

Kann die Babymassage Wohlbefinden und Gesundheit fördern?

Steffi Rex:

Ja, die besonderen gemeinsamen Momente stärken und vertiefen die Bindung zwischen Mutter und Kind. Nicht nur durch das gemeinsame Erlebnis: Als angenehm empfundene Berührungen führen dazu, dass der Körper bindungs­fördernde Hormone ausschüttet. Die Massage bringt außerdem viele Sinneseindrücke mit sich; etwa Berührungen, die Wärme der massierenden Hände, zwischendurch der Klang der mütterlichen Stimme ... Das unterstützt die Entwicklung der Sinne und der Selbstwahrnehmung - Babys lernen ihren Körper ja erst ganz allmählich kennen. Die Massage wirkt auch auf das vegetative Nervensystem und darüber zum Beispiel auf die Verdauung. Sie regt die Bewegungsfreude an, löst eventuelle Blockaden und Verspannungen.

Redaktion:

Also tut die Massage allen Babys gut?

Steffi Rex:

Ja, unbedingt. Es sei denn, das Baby ist krank oder es gibt im Einzelfall andere Gründe, die dagegen sprechen. Besonders hilfreich ist Babymassage erfahrungsgemäß für Kinder, die schon einen Klinikaufenthalt hinter sich haben, etwa Frühgeborene. Ihnen tut es sehr gut, wenn sie danach viele positive Berührungserfahrungen machen. Bei Babys, die häufig unter Bauchweh und Blähungen leiden, wirkt die Massage lindernd. Auch für verspannt wirkende Kinder ist sie besonders wohltuend. Wenn schon Geschwisterkinder da sind, geht es in Familien oft unruhiger zu und es bleibt weniger individuelle Zeit für das Baby. Dann ist die Baby­massage eine schöne Möglichkeit, sich mit dem Kind mal für eine Weile zurückzuziehen. Das gilt generell, wenn Eltern privat oder beruflich viel um die Ohren haben.

Redaktion:

Worauf kommt es bei der Massage an?

Steffi Rex:

Die Umgebung sollte möglichst ruhig sein. Aber auch die innere Ruhe zählt. Wer aufgedreht und hektisch ist, wartet besser ein wenig, bis sich die Anspannung löst. Babys sind übrigens ebenfalls nicht immer in der Stimmung für die Massage. Wenn ein Kind quengelt oder müde ist, aufs Ausziehen oder die Berührungen gereizt reagiert, macht die Massage wenig Sinn. Auch während der Massage ist es wichtig, auf die Signale des Babys zu achten: Die Kinder bringen durch ihr Verhalten recht klar zum Ausdruck, was ihnen gut tut und wie es ihnen geht. Am besten vor dem Start alles griffbereit hinlegen, was während und nach der Massage gebraucht wird, um diese nicht unterbrechen zu müssen. Und lieber ein paar Minuten mehr einplanen, das beugt störendem Zeitdruck vor.

Redaktion:

Was brauche ich für Babymassage?

Steffi Rex:

Damit das Baby nicht friert, sollte das Zimmer gut 25 Grad warm sein. Eine weiche Unterlage ist schön kuschelig. Damit die Hände gut auf der Haut gleiten, ist ein Öl oder eine Creme sinnvoll. So wird die Babyhaut dann bei der Massage gleichzeitig sanft gepflegt. Besonders geeignet sind Produkte ohne Paraffinum (Erdöl), Parfüm oder Konservierungsstoffe. All das verträgt die empfindliche Babyhaut - sie ist fünfmal dünner als die von Erwachsenen - schlecht: Häufig reagiert sie nach einer Weile mit Ausschlag. Manche Kinder mögen es, wenn im Hintergrund leise entspannende Musik läuft. Geeignet sind langsam Stücke mit mit tiefen Tönen. Das erinnert Babys an die Klangwelt in Mamas Bauch.

Redaktion:

Vielen Dank für die Tipps, Hebamme Steffi Rex

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